Ziele

Jahrhunderte wurden Lernende mit dem bei vielen ungeliebten Schulfach Mathematik konfrontiert, die binomischen Formeln eingepaukt und die so genannte "Mitternachtsformel" auswendig gelernt, bei Funktionsschaubildern nach Wendepunkten geforscht und dafür die x-te Ableitung gebildet, Sinuskurven gezeichnet und Scheitel von Parabeln ermittelt.

Diese Liste ist beliebig erweiterbar, und jeder ehemalige Schüler erinnert sich lebhaft an derartige Situationen! Doch wozu das Ganze? Lernen um des Lernens willen war noch nie besonders motivierend. Häufig genug wird bei alltäglichen Problemen eine ganze Menge Mathematik benötigt. Was liegt also näher, als Mathematikaufgaben nicht nur in die bei Schülern oft gefürchteten Textaufgaben "einzukleiden", sondern wirkliche Anwendungen der Mathematik aufzuzeigen?
Dabei sollen nicht im Schulalltag kaum durchführbaren Mammutprojekte ins Leben gerufen werden, sondern die Lebenswelt der Schüler - auch als zukünftige Erwachsene - sollte die Grundlage für exemplarische Unterrichtseinheiten bilden. Wenn sich dabei praktisch nebenbei noch fächerübergreifendes Arbeiten ergibt - um so besser.

Zweifellos werden die Unterrichtsinhalte dadurch anspruchsvoller, denn der Schüler als "Mathematiker" muss sich zunächst mit dem wirklichen Problem auseinandersetzen und versuchen, dafür ein geeignetes mathematisches Modell zu entwickeln. Anschließend werden die Berechnungen und Analysen durchgeführt, um sie anschließend wieder auf das Ausgangsproblem zu übertragen. Wenn das Ergebnis noch nicht zur Zufriedenheit ausfällt, muss unter Umständen das mathematische Modell verändert werden. Die Überlegungen und Rückschlüsse werden dann nochmals durchgeführt und einer erneuten Prüfung unterzogen, bis eine akzeptable Lösung gefunden ist.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat - damals noch unter dem Namen "Oberschulamt Karlsruhe" - zu Beginn des Schuljahres 1994/1995 den Arbeitskreis "Anwendungsorientierte Mathematik (AOM)" gegründet, der sich mit diesen Problemen und ihrer Umsetzung im Unterricht beschäftigt. Wenn Sie dabei mitarbeiten oder sich die nächsten Beiträge anhören möchten, sind Sie dazu herzlich eingeladen. Eine kurze Mail an den Betreuer dieser Seiten genügt. Den Termin und die Themen für das nächste Treffen des Arbeitskreises entnehmen Sie bitte unserer Rubrik "Aktuelles".

Das Modellieren, Analysieren und Interpretieren nimmt durch das Betreiben anwendungsorientierter Mathematik zu. Für die reine Rechentätigkeit bleibt bei gleicher oder sinkender Stundenzahl im Schulunterricht weniger Platz. Seit einigen Jahren gibt es Computerprogramme - und die Qualität dieser Programme nimmt stetig zu - die die oben aufgeführten mathematischen Tätigkeiten spielend übernehmen! Eine weiterer Arbeitskreis beschäftigt sich daher mit den Einsatzmöglichkeiten dieser so genannten Computeralgebrasysteme (kurz: CAS) und den Konsequenzen für das Fach Mathematik.

Die seit 2004 geltenden Bildungsstandards für Baden-Württemberg zeigen, dass der oben beschriebene und von den Mitgliedern des Arbeitskreises eingeschlage Weg in die richtige Richtung weist. In verstärktem Maße wird argumentiert, modelliert und interpretiert.
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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 30. Oktober 2016
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