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Erstellen einfacher Programme

1. Datentypen (8)


Strukturierte Typen

4. Datei-Typ

Dieser Datentyp hat die Aufgabe eine Verbindung herzustellen zwischen den "flüchtigen" Daten im Computer, die ja nur so lange existieren, wie der Computer und das Programm in Betrieb sind, und den dauerhaft gespeicherten Daten eines Datenträgers wie Platte, Diskette oder Band.

Gewöhnlich werden die Daten mit derselben Struktur in die Datei geschrieben, die sie auch original im Speicher haben. Daher wird beim Dateityp der Datentyp der zu übertragenden Daten angegeben.

Beispiel:

Kundendatei Datei von Kunde
Unter dem Dateibezeichner Kundendatei wird also eine Datei verstanden, über die man Daten der Struktur einer Kundenkarte (siehe Beispiel Datensatz) auf einen Datenträger übertrragen kann.

Mit speziellen Schreib- und Leseanweisungen werden schließlich die Einzeldaten gemäß der angegebenen Datenstruktur übertragen auf das Speichermedium (Schreiben), bzw. von dort in eine Variable entsprechenden Typs in den Computer (Lesen).

Vor dem ersten Schreib- oder Lesezugriff muss eine Verbindung zwischen der Dateivariable im Computer und der physikalischen Datei des Trägers hergestellt werden. Dies geschieht durch das sogenannte Öffnen der Datei. Hierbei wird auch der Name der Datendatei auf dem Datenträger mit der Dateivariable im Speicher des Rechners verknüpft.
Technisch läuft der Vorgang so ab, dass die Schreib-/Leseanweisungen nur im Speicher des Computers ablaufen und das Betriebssystem schließlich den eigentlichen Datentransport zwischen Rechnerspeicher und Datenträgermedium organisiert. Dies soll ein zu häufiges Zugreifen auf das Medium verhindern, was den Rechner zusätzlich belastet. Meist werden die Daten erst übertragen, wenn sich eine gewisse Menge angesammelt hat oder eine Stelle auf dem Träger benötigt wird, die im Computer noch nicht gespeichert wurde.
Am Ende der Bearbeitung ist unbedingt ein Abschluss nötig. Dies geschieht durch das Schließen der Datei. Hierbei werden noch nicht übertragene Daten auf den Träger gespeichert und dort Aktualisierungen im Inhaltsverzeichnis vorgenommen, wie z.B. Dateigröße etc. und schließlich die Bearbeitung für andere Nutzer/Programme wieder freigegeben. Ohne die Schließanweisung kommt es mit ziemlicher Sicherheit zum Datenverlust!

Übersicht über den Ablauf

  1. Dateiname festlegen, z.B. durch Eingabe durch den Benutzer
  2. Dateivariable mit dem Dateinamen verknüpfen
  3. Datei öffnen oder neu anlegen, wobei eine Fehlerbehandlung erforderlich ist, falls die Operation nicht durchführbar ist
  4. Datenelemente schreiben / lesen, meist in einer Schleife, wobei auch hier eine Fehlerbehandlung erfolgen sollte
  5. Datei schließen

Die Daten können nicht nur nacheinander (sequenziell) gelesen und/oder verändert werden. Es besteht die Möglichkeit innerhalb einer vorhandenen Datei an den Beginn jeder Dateneinheit (bzgl. des Typs) zu "springen". Hierzu wird ein Datensatzzeiger verwendet. Dieser wird beim Öffnen an den Beginn des ersten Datums gesetzt. Mit jeder Lese- oder Schreibanweisung wird der Zeiger automatisch um eins weiterversetzt. Mit einer speziellen Sprunganweisung kann der Datensatzzeiger versetzt werden, wobei die Grenzen der Datei nicht übersprungen werden können. Die letztmögliche Position ist nach dem letzten vorhandenen Datensatz. Diese Position ist z.B. nötig zum Anfügen neuer Daten an bereits gespeicherte.
Normalerweise werden die Positionen von 0 (am Anfang des ersten Datums) bis n (nach dem letzen Datum) gezählt, wobei die Datei über n Datensätze verfügt.

Weitere Funktionen liefern die Position des Zeigers, die Anzahl der Datensätze und ob das Ende oder der Anfang der Datei erreicht ist.

[Beipiel in Object-PASCAL]

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Autor: Jürgen Dehmer
Letzte Änderung: 18. November 2002