Peter Altenberg
eigentl. Richard Engländer;
Pseudonym seit 1896
Lebensdaten | Werk
+8. Januar 1919 Wien (Lungenentzündung) Grabstätte: Wien,
Ehrengrab im Zentralfriedhof (Gruppe 0, Nr. 84) |
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Verfasser kurzer Prosaskizzen; einer der maßgebenden Vertreter des Wiener Impressionismus. Literarisches Programm: "Ich möchte einen Menschen in einem Satze schildern, ein Erlebnis der Seele auf einer Seite, eine Landschaft in einem Worte!" Kunst des "liebenden Sehens"; verdeckte Gesellschaftskritik. |
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1869-77 |
Akademisches Gymnasium Wien; fällt durch die Maturaprüfung. |
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1878 |
Matura im 2. Anlauf am Theresianum; auf Wunsch des Vaters des Jurastudium an der Universität Wien. |
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1879 |
Wechsel zum Medizinstudium. |
1880 |
Abbruch des Studiums; Buchhändlerlehre in Stuttgart. |
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1881 |
Abbruch der Lehre. |
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1881-83 |
Erneut Jurastudium. |
1883 |
Ein ärztliches Zeugnis bescheinigt Berufsuntauglichkeit wegen "Überempfindlichkeit des Nervensystems"; Leiden unter dem "Fluch" des "Andersseins". In den Folgejahren Wandlung zum Bohemien; Bruch mit der Mutter; finanzielle Unterstützung durch den Vater. |
ab 1890 |
Stammgast im Café Griensteidl. |
ab 1893 |
Im Café Central zu Hause; von Arthur Schnitzler buchstäblich vom Kaffeehaustisch weg entdeckt; Empfehlung von Karl Kraus an den späteren Verleger S. Fischer. |
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1900 |
Austritt aus der "israelitischen Religionsgemeinschaft". Über Jahre Hinweg Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften. |
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1903 |
Herausgabe der Zeitschrift Kunst. Monatsschrift für Kunst und alles Andere (zusammen mit Adolf Loos). |
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1905 |
Bankrott der väterlichen Firma; finanzielle Unterstützung durch Kraus, Kerr, Hofmannsthal u.a. Verkauf von Peter-Altenberg-Kolliers in Nachtlokalen. |
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1910 |
Übertritt zum Katholizismus; Taufe in der Karlskirche. |
ab 1910 |
Durch übermäßigen Alkoholkonsum verursachtes Nervenleiden; schwere Krisen; Verfolgungswahn; z.T. gegen seinen Willen auf Veranlassung des Bruders Georg mehrfach in Nervenheilanstalten (Inzersdorf, Steinhof). |
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1913 |
Mai-Oktober: Reise nach Venedig mit Adolf und Bessie Loos, Ludwig und Cissy von Ficker sowie Carl Hollitzer; Zusammentreffen mit Georg Trakl; nach der Rückkehr Übersiedlung ins Graben-Hotel, wo er bis zu seinem Tod wohnen bleibt. |
1896 |
Wie ich es sehe |
1897 |
Ashantee |
1901 |
Was der Tag mir zuträgt |
1906 |
Prodromos |
1908 |
Märchen des Lebens |
1909 |
Bilderbögen des kleinen Lebens |
1911 |
Neues Altes |
1913 |
"Semmering 1912" |
1915 |
Fechsung |
1916 |
Nachfechsung |
1918 |
Vita ipsa |
1919 |
Mein Lebensabend |
1925 |
Nachlaß (hg. v. Alfred Polgar) |
1929 |
Nachlese (hg. v. der Schwester Marie Mauthner) |
| Gesamtausgabe |
1987ff. |
Gesammelte Werke, hg. v. Werner J. Schweiger, Wien/Frankfurt (5 Bde.) |
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Ich bin geboren
1862 [!], in Wien. Mein Vater ist Kaufmann. Er hat eine Eigenheit: er liest nur französische
Bücher. Seit vierzig Jahren. Über seinem Bett hängt ein wunderbares Bildnis seines
Gottes Victor Hugo. Er sitzt abends in einem dunkelroten Lehnstuhl, liest die Revue
des deux Mondes und hat einen blauen Rock an mit breitem Sammetkragen à la Victor
Hugo. Nein, einen solchen Idealisten gibt es nicht mehr auf dieser Welt. Man fragte ihn
einmal: "Sind Sie nicht stolz auf Ihren Sohn?!" Er erwiderte: "Ich war
nicht sehr gekränkt, daß er dreißig Jahre lang ein Tunichtgut gewesen ist. So bin ich
nicht sehr geehrt, wenn er jetzt ein Dichter ist! Ich gab ihm Freiheit. Ich wußte, daß
es ein Va-banque-Spiel sei. Ich rechnete auf seine Seele!" Aus: Was der Tag mir zuträgt - Selbstbiographie |