Ludwig Anzengruber
Lebensdaten | Werk
*29. November 1839 Wien +10. Dezember 1889 Wien (Zellgewebsentzündung) begraben: Wien, Zentralfriedhof |
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Aus bescheidenen Verhältnissen; Sohn des früh verstorbenen kleinen Hofbeamten von bäuerlicher Herkunft Johann Nepomuk Anzengruber und seiner Frau Maria Anzengruber, geb. Herbich. Trotz des kargen Milieus bildungsbeflissenes Elternhaus (dramatische Versuche des Vaters); die Mutter bleibt bis zu ihrem Tod Stütze des Sohns. Schlägt sich zeit seines Lebens mit armseligen privaten Umständen herum. |
1873 |
Eheschließung mit Adelinde Lipka (sechzehnjährige Schwester eines Freundes; unglückliche Ehe); 1889 Scheidung |
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Dramatiker,
Erzähler und Publizist des ausgehenden Realismus. Gestalter der Dorfwelt, die nach seiner
Meinung ihre natürliche Unmittelbarkeit bewahrt hat - im Guten wie im Schlechten.
Vollender des österreichischen Volksstücks in der Tradition Nestroys und Raimunds; statt
des Kleinbürgers steht der Bauer im Mittelpunkt. Psychologische Vertiefung der
Charakterzeichnung, funktionale Stilisierung des Milieus und des Dialekts.
Weiterentwicklung der Dorfgeschichte. Volksaufklärerischer Ansatz, will Welt "entgöttern
und vermenschlichen". |
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Auszeichnungen |
1878 |
Schiller-Preis |
1887 |
Grillparzer-Preis |
1844 |
Tod des Vaters |
1847 |
Volksschule |
1851-54 |
Unterrealschule der Piaristen in Wien |
1855 |
Oberrealschule; Schulabbruch aufgrund der materiellen Verhältnisse, Buchhändlerlehre |
1858 |
Abbruch der Lehre nach Auseinandersetzungen mit dem Lehrherrn |
1860-66 |
Vagabundendasein als erfolgloser Schauspieler bei Wandertruppen und Schmierenbühnen |
1866 |
Wien; Versuche als Journalist und Schriftsteller |
1869 |
Tagelohnschreiber; völlige Mittellosigkeit |
1870 |
Stelle als Kanzlist bei der Wiener Polizeidirektion |
1871 |
großer Erfolg des ersten Stücks; freier Schriftsteller |
1879 |
ausbleibende Bühnenerfolge, immer schärfer werdende Zensurbestimmungen: Zuwendung zu Erzählung und Roman |
1882-85 |
Redaktion des illustrierten Familienblatts Die Heimat |
1884-89 |
Herausgabe des humoristischen Wochenblattes Figaro mit Beiblatt Wiener Luft |
1888 |
Redaktion des Kalenders Wiener Bote; Theaterdichter des Deutschen Volkstheaters, Wien |
1889 |
Anzengrubers Frau - ohne Verständnis für sein literarisches Schaffen - verlässt ihn; Erkrankung, zwei Operationen |
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Dramen |
1870 |
Der Pfarrer von Kirchfeld (Volksstück mit Gesang) |
1871 |
Der Meineidbauer (Volksstück mit Gesang) |
| 1872 (a Wien) |
Die
Kreuzelschreiber (Bauernkomödie mit Gesang) |
| 1873 (a Wien) |
Die Tochter des Wucherers (Volksstück) |
| 1874 (a Wien) |
Der G´wissenswurm (Bauernkomödie mit Gesang) |
| 1875 | Hand und Herz (Tragödie) |
| 1876 (a Wien) |
Doppelselbstmord
(Bauernposse mit Gesang) |
| 1877 (a Wien) |
Ein Faustschlag |
| 1877 (a Wien) |
Das vierte Gebot (Volksstück) |
| 1878 (a Wien) |
Das
Jungferngift Die Trutzige Alte Wiener |
| 1879 (a Wien) |
Aus'm gewohnten Gleis |
| 1880 (a Wien) |
Brave Leut' vom Grund |
| 1885 (a Wien) |
Heimg'funden (Weihnachtskomödie) |
| 1886 (a Wien) |
Stahl und Stein (Bauernstück; Dramatisierung der Novelle Der Einsam) |
| 1889 (a Wien) |
Der Fleck auf der Ehr' (Dramatisierung der Kalendergeschichte Wissen macht Herzweh) |
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Erzählungen |
1879 |
Dorfgänge. Gesammelte Bauerngeschichten. Mit einer Plauderei als Vorrede (2 Bde.) |
1880 |
Die Märchen des Steinklopferhanns |
1881 |
Bekannte von der Straße. Genrebilder (Slg.) |
1882 |
Feldrain und
Waldweg (Slg.) |
1883 |
Kleiner Markt (Sgl.) |
1888 |
Wolken und Sunn´schein (Slg. der Dorfgeschichten) |
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Romane |
1876/1884 |
Der Schandfleck (1. u. 2. Fassung) |
1883 |
Der Sternsteinhof. Eine Dorfgeschichte |
1884 |
Dorfromane (4 Bde.; Slg.) |
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Ausgaben |
1890 |
Gesammelte Werke, hg. v. Anton Bettelheim u.a., Stuttgart (10 Bde.) |
1920-22 |
Sämtliche Werke, krit. Ausgabe, hg. v. Rudolf Latzke u. Otto Rommel, Wien (17 Bde.) |
1956 |
Ausgewählte Werke, hg. v. Carl. W. Neumann, Leipzig (4 Bde.) |
1976 |
Werke, hg. v. Manfred Kühne, Berlin/Weimar (2 Bde.) |