Autoren | Epochen
  

Bettine von Arnim

Geburtsname: Elisabetha Catharina Ludovica Magdalena Brentano
 
Lebensdaten
| Werk

Arnim-Texte im Netz


* 4. April 1785 Frankfurt a.M.

+ 20. Januar 1859 Berlin
(nach langer Krankheit infolge eines Schlaganfalls)

Grabstätte: Wiepersdorf bei Jüterbog/Brandenburg, Grablege an der Kirche

 

 
Medaillonbild von Achim v. Bärwald
(1809)
  

 
Siebtes Kind des Kaufmanns Peter Anton Brentano (1735-1797) und seiner 2. Frau Maximiliane von Laroche (1756-1793); Halbbrüder: Anton (1763-1833), Franz (1765-1844), Dominicus (1769-1825); Brüder: Georg (1775-1851), Clemens (1778-1842), Christian (1784-1851); Schwestern: Sophie (1776-1800), Kunigunde ("Gunda", 1780-1863; verh. mit Karl Friedrich von Savigny, 1779-1861), Ludovica ("Lulu", 1787-1854), Meline (1788-1861). Fasziniert und irritiert ihre Umgebung zeitlebens durch ihre kapriziöse Spontaneität, die das Exzentrische streift.
 

1811

Heirat mit (Karl Joachim Friedrich Ludwig) "Achim" von Arnim (1781-1831); Kinder: Freimund (1812-1863), Siegmund (1813-1890), Friedmund (1815-1883), Kühnemund (1817-1835), Maximiliane ("Maxe", 1818-1894), Armgart ("Amra", 1821-1880), Gisela (1827-1889)

 
Mit 50 durch ihr erstes Buch "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" schlagartig berühmt geworden, nimmt Bettine vor allem in den beiden "Königsbüchern", in denen sie sich an Friedrich Wilhelm IV. v. Preußen wendet, zu drängenden sozialen und politischen Problemen ihrer Zeit Stellung. So fordert sie z.B. ein soziales Königtum, politische Freiheit und die Abschaffung von Privilegien aller Art und versucht, die idealistischen Konzepte der Frühromantik in der politischen Realität des Vormärz umzusetzen. Sie steht den Ideen der Frühsozialisten nahe, plant eine Dokumentation zur Armenfrage, hält aber an der romantischen Vorstellung eines "Volkskönigs" fest.
  Wiederentdeckung durch die Neuromantiker (Hesse, Huch). B. galt  bereits zu ihrer Zeit als Beispiel fraulicher Selbstverwirklichung. Ihr Leben und Werk stößt heute vor allem auch unter diesem Aspekt wieder auf breiteres Interesse.
 


 Wichtige Lebensdaten:

1793

Nov.: Tod der Mutter; Töchter kommen ins Ursulinenkloster von Fritzlar.

1797

Tod des Vaters; Mai: Bettine beim Halbbruder Franz in Frankfurt; Juli: mit Lulu und Meline zur Großmutter Sophie Laroche (1731-1807) nach Offenbach, später Frankfurt.

1801

Einseitiger Freundschaftsbund mit Karoline von Günderrode (1780-1806).

1802

Erste Begegnung mit dem Studienfreund des Bruders Clemens, Achim von Arnim, im "Goldenen Kopf", dem Haus der Brentanos zu Frankfurt. Arnim ist zusammen mit seinem Bruder auf einer dreijährigen Bildungsreise durch Europa.

1805

Bei Gunda und ihrem Mann, dem Rechtsgelehrten Karl Friedrich von Savigny, in Marburg.

1806

Karoline von Günderrode bricht die Beziehung zu Bettine brüsk ab; am 26. Juli Selbstmord der Günderrode (ersticht sich aus Liebeskummer in Winkel am Rhein); Tod der Frau des Bruders Clemens, Sophie Mereau.

1807

Besuch bei Goethe; Beginn des Briefwechsels; Nov.: Arnim wieder in Frankfurt. Beginn der Freundschaft.

1808

Mit Savigny und Clemens in München und Landshut, wo Savigny Professor ist; Musikstudium; Freundschaft mit Friedrich Heinrich Jacobi, Ludwig Tieck und den Brüdern Ringseis. Wiedersehen mit Arnim.

1809

Abermals in München; Sept.: in Landshut.

1810

Mai: Abreise von Landshut über Salzburg und Wien zu einem Familientreffen in Bukowan/Böhmen; Liebesbeziehung zu dem Jurastudenten Max Prokop von Freyberg ("Seelenbund"); Aug.: auf der Rückreise nach Berlin Besuch bei Goethe. Dez.: Verlobung mit Achim von Arnim.

1811

11.3.: Heirat; Aug.: Reise an den Rhein über Giebichenstein, Weimar und Frankfurt; in Weimar Besuch bei Goethe; Streit mit Goethes Frau und Bruch mit Goethe (B. über Christiane: "tolle Blutwurst").

1812

Jan.: Auf der Rückreise nach Berlin Scheitern eines Versöhnungsversuchs mit Goethe.

1814

Übersiedlung der Familie nach Wiepersdorf auf das Gut der Arnims; Dez.: wieder in Berlin.

1815

Wieder in Wiepersdorf.

1816

Winter: zurück in Berlin.

1823

Ehekrise.

1824

Sommer: in Schlangenbad; Besuch bei Goethe in Weimar; Wiedersehen mit den Brüdern Grimm und mit Clemens.

1830

Nov.: von Arnim zum letzten Mal bei Bettine in Berlin.

1831

21.1.: Tod von Arnims. Sommer: Soziales Engagement bei der Choleraepidemie in Berlin. Freundschaft mit Schleiermacher.

1835

Juni: Sohn Kühnemund verunglückt tödlich bei einem Badeunfall; Bekanntschaft mit Philipp Nathusius (1815-1872).

1840

Beginn des Briefwechsels mit Kronprinz Karl von Württemberg.

1842

Zusammentreffen mit Karl Marx in Kreuznach.

1843

Beginn des Briefwechsels mit Erbprinz Carl-Alexander von Sachsen-Weimar.

1854

Okt.: in Bonn bei Maxe und ihrem Mann; erleidet dort einen Schlaganfall: einseitig gelähmt, taub, stumm. Juli: Besserung des Zustands; Dez.: Rückreise nach Berlin. Pflege durch Armgart und Gisela.

1859

Tod im Kreise der Kinder.


Werke:

Briefromane/Briefwechsel

1835

Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Seinem Denkmal (3 Bde.; anonym)

1840

Die Günderode. Den Studenten (2 Bde.; anonym)

1848

Ilius Pamphilius und die Ambrosia (2 Bde; Briefwechsel mit Philipp Nathusius; Ausgabe von 1847 vor dem Erscheinen von der Zensur beschlagnahmt)

"Königsbuch"

1843

Dies Buch gehört dem König. Des Königsbuchs 1. Band (erfundenes Gespräch der Königsmutter Luise mit der Mutter Goethes; anonym)

1852

Gespräche mit Dämonen. Des Königsbuchs zweiter Band

Erzählungen

1844 e

Erzählung vom Heckebeutel

1848 e

1926

Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns (zus. m. d. Tochter Gisela)

B. als Herausgeberin

1844

Clemens Brentanos Frühlingskranz. Aus Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte (rund 80 Briefe aus den Jahren 1800-1803; anonym)

Politische Schriften

1849

An die aufgelöste Preussische National-Versammlung (u. d. Pseudonym St. Albin)

1962 (1844 e)

Teile eines zu Lebzeiten nur konzipierten "Armenbuchs" (Diskurs über die Ursachen der Armut; Erzählung Heckebeutel)

Liederheft

1843

Dédié à Spontini (Spontini: Generalmusikdirektor in Berlin)

Gedicht

1850

Petöfi der Sonnengott

Werkausgaben

1853

Sämmtliche Schriften, Berlin: Arnim (11 Bde.)

1857

Sämmtliche Schriften. Neue Ausgabe, Berlin: Arnim (10 Bde.)

1920-1922

Sämtliche Werke, hg. v. Waldemar Oehlke, Berlin: Propyläen (7 Bde.)

1922

Briefwechsel mit Goethe, hg. v. R. Steig, Leipzig: Insel

1958-1963

Werke und Briefe, hg. v. Gustav Konrad u. Joachim Müller, Frechen: Bartmann (5 Bde.)

1986-1989

Werke, hg. v. Heinz Härtl, Berlin/Weimar: Aufbau (2 Bde.)

1986-2004

Werke und Briefe, hg. v. Walter Schmitz u. Sibylle v. Steinsdorff, Frankfurt/M.: Deutscher Klassiker Verlag (4 Bde.)


 
 

GOWEBCounter by INLINE

Besucher seit dem 19.01.2001

up