Autoren | Epochen
  

Berthold Auerbach
 
eigentl. Moses Baruch Auerbacher

Lebensdaten
| Werk

Auerbach-Texte im Netz


* 28. Februar 1812 Nordstetten b. Horb am Neckar

+ 8. Februar 1882 Cannes (Lungenentzündung)

Grabstätte: Nordstetten, Jüdischer Friedhof

 

Gemälde von Julius Hübner
(1846)
  

 
Aus armer jüdischer Familie im Umfeld katholischer Landbevölkerung; neuntes Kind des Händlers Jacob Auerbach (1764-1840) und seiner Ehefrau Edel, geb. Frank (1775-1851). Will schon früh Rabbiner werden; besucht in Nordstetten die erste jüdische Gemeindeschule im Königreich Württemberg.
 

1847

Eheschließung mit Auguste Schreiber (+1848); Sohn: August (*1848)

1849

2. Ehe mit Nina Landesmann (Schwester des Schriftstellers Hermann Landesmann); Kinder: Ottilie, Eugen, Rudolf

 
Erzähler und Publizist.
Welterfolg der "Dorfgeschichten": Entdeckung des Dorflebens für die Literatur; A. will das bisher ausgeklammerte "ganze häusliche, religiöse, bürgerliche und politische Leben der Bauern ... zur Anschauung bringen." Einfluss auf Björnson, Tolstoi, Turgenjew.  Bemühen um realistische Darstellung (materielle Nöte der Landbevölkerung), wenngleich idyllisierender Grundton: "Schöpfer der lebenswahren Idyllen" (Friedrich Theodor Vischer), "Apostel der Menschlichkeit" (Tolstoi).

Auszeichnung:

1862

Hausorden der Herzöge von Coburg-Gotha und Preußischer Adlerorden, 4. Klasse


Wichtige Lebensdaten:

1825

Talmudschule in Hechingen.

1827

Die Familie kann kein Schulgeld mehr bezahlen; Wechsel an die Rabbinatsschule in Karlsruhe, wo er bei seinem Onkel Meier Auerbach wohnt. Freundschaft mit dem entfernten Verwandten Jacob Auerbach.

1830

Wechsel an das Obere Gymnasium in Stuttgart; königliches Stipendium.

1832

Abitur; Studium in Tübingen: zunächst Jura, dann Philosophie und jüdische Theologie. Mitglied der verbotenen Burschenschaft Germania.

1833

Studium der Philosophie an der Universität München (Schelling).

1834

23.6.: Verhaftung: als radikal-liberaler Burschenschafter wegen staatsfeindlicher Umtriebe unter Polizeiaufsicht gestellt; Strafverweis von der Universität München. Er darf gnadenhalber sein Studium in Heidelberg abschließen.

1835

Nichtzulassung zur Rabbinerprüfung; erste journalistische Arbeiten; Beschäftigung mit der Frage der jüdischen Emanzipation.

1836

Dez.: Verurteilung zu zweieinhalb Monaten Festungshaft auf dem Hohenasperg.  

1837

Verbüßung der Strafe. März: Entlassung nach Stuttgart; als Vorbestraftem bleibt ihm das Rabbinat verschlossen, er ist fortan aufs Schreiben angewiesen. Beschäftigung mit der Philosophie Spinozas (1841 Übersetzung seiner Werke).

1838-40

Rezensent, Redakteur u. Herausgeber in Frankfurt, Bonn und Mainz.

1840

Vergebliche Bewerbung um Predigerstelle in Hamburg; in den folgenden Jahren unstetes Reiseleben (Frankfurt, Bonn, Leipzig, Dresden; Breslau, Heidelberg, Wien, Berlin).

1843

Literarischer Durchbruch mit den Schwarzwälder Dorfgeschichten.

1847

Heirat in Breslau (Trauzeuge: Gustav Freytag).

1848

März: Auguste stirbt nach der Geburt des Sohnes August am Kindbettfieber. Jahresende: Vortragsreise nach Wien (Hebbel, Bodenstedt). Bekanntschaft mit Lina Landesmann.

1849

Juli: Eheschließung mit Lina im mährischen Eisgrub. Das Ehepaar lässt sich in Dresden nieder; später Berlin, Bingen, wieder Berlin.

1871

Patriotische Begeisterung für den Krieg gegen Frankreich und die Reichsgründung: Hoffnung auf die Integration der Juden in der Gesellschaft des neuen Deutschen Reichs; zunehmende Verbitterung über den aufkommenden Antisemitismus.

1881

Herbst: schwere Lungenentzündung; Dez: Kuraufenthalt in Cannes (Privatklinik Villa Mauvarre).

1882

Tod in der Villa Mauvarre.


Werke:

Erzählungen

1843

Schwarzwälder Dorfgeschichten Bd. 1

  • Der Tolpatsch

  • Die Kriegspfeife

  • Des Schloßbauers Vefele

  • Tonele mit der gebissenen Wange

  • Befehlerles

  • Die feindlichen Brüder

  • Ivo, der Hairle

1849

Schwarzwälder Dorfgeschichten Bd. 2

  • Sträflinge

  • Die Frau Professorin

  • Luzifer

1853

Schwarzwälder Dorfgeschichten Bd. 3

  • Die Geschichte des Diethelm von Buchenberg

  • Brosi und Moni

1854

Schwarzwälder Dorfgeschichten Bd. 4

  • Der Lehnhold

  • Hopfen und Gerste

  • Ein eigen Haus

  • Erdmuthe

1866

Der Kuß des Kaisers

1871

Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten (8 Bde., Volksausgabe; Stuttgart: Cotta)

1871/72

Zur guten Stunde. Gesammelte Volkserzählungen (2 Bde.; Stuttgart: Hoffmann)

1875

Drei einzige Töchter (Novellen)

  • Der Fels der Ehrenlegion

  • Auf Wache

  • Nannchen von Mainz

1876

Nach dreißig Jahren. Neue Dorfgeschichten (3 Bde.)

  • Des Lorles Reinhard

  • Der Tolpatsch aus Amerika

  • Das Nest an der Bahn

1879

Unterwegs. Kleine Geschichten und Lustspiele

Kalender

1844-47

Der Gevattersmann (1845-48)

1858-59

Deutscher Familienkalender

1861-69

Volkskalender

Romane

1837

Spinoza. Ein historischer Roman

1840

Dichter und Kaufmann. Ein Lebensgemälde (2 Bde.)

1852

Neues Leben (3 Bde.)

1856

Barfüßele

1860

Joseph im Schnee

1861

Edelweiß

1865

Auf der Höhe (3 Bde.)

1869

Das Landhaus am Rhein (5 Bde.)

1872

Romane (Volksausgabe, 12 Bde.; Stuttgart: Cotta)

1874

Waldfried. Eine vaterländische Familiengeschichte (3 Bde.)

1878

Landolin von Reutershöfen

1879

Der Forstmeister (2 Bde.)

1880

Brigitta

Dramen (Auswahl)

1850

Andree Hofer (Trauerspiel)

1855

Der Wahlbruder (Trauerspiel)

1859

Der Wahrspruch

1877

Riegel vor! Stimmungsbild

1893

Dramatische Eindrücke. Aus dem Nachlaß (Stuttgart: Cotta)

Aphorismen

1875

Tausend Gedanken des Collaborators

Tagebücher

1849

Tagebuch aus Wien. Von Latour bis auf Windischgrätz

1871

Wieder unser!

Schriften

1834

Friedrich der Große, König von Preußen. Sein Leben und Wirken (u. d. Pseudonym Theobald Chauber)

1836

Das Judenthum und die neueste Literatur

1843

Der gebildete Bürger. Buch für den denkenden Mittelstand

1846

Schrift und Volk. Grundzüge der volkstümlichen Literatur angeschlossen an eine Charakteristik J. P. Hebels

1851

Deutsche Abende (Essays)

1861

Goethe und die Erzählungskunst

1867

Deutsche Abende. Neue Folge (Essays)

1871

Wieder unser! Gedenkblätter zur Geschichte dieser Tage

1876

Nicolaus Lenau. Erinnerung und Betrachtung

1881

Die neue Genesis des Nathan

1884

Briefe an seinen Freund Jakob Auerbach. Ein biographisches Denkmal (2 Bde.)

Übersetzung

1841

Spinoza: Sämmtliche Werke (5 Bde.)

Gesamtausgaben

1857-59

Gesammelte Schriften, Stuttgart: Cotta (20 Bde.)

1863-64

Gesammelte Schriften. Zweite Ausgabe, Stuttgart: Cotta (22 Bde.)

1893-95

Schriften, Stuttgart: Cotta (18 Bde.)


 

 

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