Werner Bergengruen
Lebensdaten Werk


 
*16. September 1892 Riga

+4. September 1964 Baden-Baden

begraben: Baden-Baden, Stadtfriedhof
 


 
Arztsohn aus baltischer Familie schwedischen Ursprungs, die zur Oberschicht der Stadt gehört. Wegen der Russifizierungspolitik des Zarenreiches Ausreise der Familie nach Deutschland. Politisch national-konservativ eingestellt, steht B. dem Nationalsozialismus ablehnend gegenübe
r. Seine Weltanschauung wurzelt im Christentum und im abendländischen Humanismus. "Innere Emigration" während des 3. Reiches.

1919

Heirat mit Charlotte Hensel

Zu seiner Zeit ungeheuer populärer Lyriker und Erzähler, sein Werk wurde vielfach übersetzt und ausgezeichnet; Klassiker zu Lebzeiten; heute mehr oder weniger vergessen, abgestempelt zum christlichen Traditionalisten. Hauptthema: Frage nach dem Wesen von Macht und Recht, Schuld und Sühne. B. bewahrte im Dritten Reich seine Integrität; seine antifaschistischen Gedichte gingen in Abschriften von Hand zu Hand (Gedichtbände Der ewige Kaiser, Dies Irae; Abrechnung mit dem Nationalsozialismus: "Wo ist das Volk, das dies schadlos an seiner Seele ertrüge?")
Einfluss der Romantik auf das Frühwerk, später Einfluss der großen Russen. Im Zentrum des Werks stehen die Novellen, die die "unerhörte Begebenheit" gestalten und die Eingebundenheit des menschlichen Schicksals in die gottgewollte Ordnung erweisen.
B.s Werke erreichten hohe Auflagen; Übersetzungen in viele Sprachen.

Auszeichnungen:

1951

Wilhelm-Raabe-Preis

1957

Großes Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens

1958

Orden Pour le mérite

1962

Schiller-Preis


wichtige Lebensdaten:

1903-10

Katharineum in Lübeck.

1911

Studium der evangelischen Theologie in Marburg; danach Wechsel zu Germanistik und Kunstgeschichte. Später Fortsetzung des Studiums in München und Berlin; ohne Abschluss.

1914-18

Als Freiwilliger auf deutscher Seite; Leutnant, Stoßtruppführer im Baltikum.

1919

In der Baltischen Landwehr Kampf gegen die Rote Armee. Journalist in Tilsit und Memel.

1922

Leitung der Zeitschriften Ost-Information und Ost-Expreß in Berlin.

1925

Chefredakteur der Baltischen Blätter.

1927-36

Freier Schriftsteller in Berlin.

1932-34

Beiträge zur Literaturzeitschrift Der weiße Rabe.

1936

Konversion zum Katholizismus.

1936-42

Solln bei München, bis sein Haus bei einem Luftangriff zerstört wird.

1937

Ausschluss aus der Reichschrifttumskammer und Publikationsverbot: B. sei nicht geeignet, "durch schriftstellerische Veröffentlichungen am Aufbau der deutschen Kultur mitzuarbeiten."; kann aber durch Sondergenehmigungen weiterpublizieren.

1942-46

Achenkirch in Tirol.

1946-1958

Wohnsitz in Zürich (mit einer Unterbrechung: 1948-49 Rom).

ab 1958

In Baden-Baden, dem Geburtsort seines Freundes Reinhold Schneider.


Werke:
(e = entstanden)

Romane

1923

Das Gesetz des Atum

1926

Das große Alkahest (Neuf. 1938: Der Starost)

1927

Das Kaiserreich in Trümmern (histor. Roman)

1930

Herzog Karl der Kühne oder Gemüt und Schicksal (histor. Roman; Neubearb. 1943)

1930

Die Woche im Labyrinth

1931

Der goldene Griffel

1935

Der Großtyrann und das Gericht (Renaissance-Roman)

1940

Am Himmel wie auf Erden (histor. Roman)

1947

Pelageja

1949

Das Feuerzeichen

1952

Der letzte Rittmeister

1954

Die Rittmeisterin

1962

Der dritte Kranz

Erzählungen/Novellen

1923

Rosen am Galgenholz (Sammlung; u.a. Die Fahrt des Herrn von Ringen)
Schimmelreuter hat mich gossen (Sammlung)

1925

Das Brauthemd (Sammlung)

1927
(erw. 1951)

Das Buch Rodenstein (Novellenzyklus)

1930

Der tolle Mönch (Sammlung)

1933

Die Feuerprobe
Die Ostergnade
Der Teufel im Winterpalais (Sammlung)

1937

Die drei Falken

1939

Die Leidenschaftlichen
Der Tod in Reval (Sammlung)

1940

Der spanische Rosenstock

1946

Die Sultansrose (Sammlung)
Das Beichtsiegel

1947

Sternenstand

1948

Die Hände am Mast

1950

Die letzte Reise

1952

Der Pfauenstrauch
Nachricht vom Vogel Phönix
Die Flamme im Säulenholz (Sammlung)

1953

Die Sterntaler

1955

Die Zwillinge aus Frankreich (Sammlung)

1956

Das Netz

1957

Hubertusnacht

1959

Bärengeschichten
Zorn, Zeit und Ewigkeit (Sammlung)

1963

Die Schwestern aus dem Mohrenland

1964

Räuberwunder

1965

Die schönsten Novellen

Lyrik

1936

Rose von Jericho (Zyklus)

1937

Der ewige Kaiser (Zyklus)

1938

Die verborgene Frucht (Sammlung)

1945
(1944 e)

Dies irae (Zyklus)

1946

Zauber- und Segenssprüche

1950

Die heile Welt (Sammlung)

1952

Lombardische Elegie

1956

Mit tausend Ranken (Sammlung)

Biographie

1939

E. T. A. Hoffmann

Autobiographie

1966

Dichtergehäuse

sonstige Prosa

1934

Deutsche Reise. Ein Erinnerungsbuch

1949

Römisches Erinnerungsbuch

1952

Das Geheimnis verbleibt (Aufzeichnungen und Bekenntnisse)

 

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