August Klingemann/Bonaventura
Ernst August Friedrich
Lebensdaten Werk 


*31. August 1777 Braunschweig

+25. Januar 1831 Braunschweig

begraben: Braunschweig, Friedhof von St. Magni

 
Sohn des Kopisten Johann Heinrich Julius Klingemann und seiner Frau Johanna Elisabeth Christiane, geb. Weinholtz. Frühes Interesse am Theater; reiche Produktion als Dramatiker, eine Zeitlang der meistgespielte Bühnenschriftsteller in Deutschland.

1810

Heirat mit Elise Anschütz (Schauspielerin bei der Waltherschen Gesellschaft; Tochter eines Gewehrfabrikanten)

Nachgewiesenermaßen der Verfasser der 1804 anonym erschienenen Nachtwachen des Bonaventura, für die in der literaturwissenschaftlichen Diskussion auch die Namen Wetzel, Schubert, Schlegel, Schelling, E.T.A. Hoffmann, Brentano ins Spiel gebracht worden waren: radikale Skepsis gegenüber Dogmatismus und Fortschrittsgläubigkeit, Nihilismus, Welt als Irrenhaus, als blutige und grässliche Posse: "Und der Widerhall im Gebeinhaus ruft zum letzten Male - Nichts!" 


wichtige Lebensdaten:

1795

Collegium Carolinum in Braunschweig. Erste literarische Arbeiten.

1798

Jurastudium in Jena; Besuch der Vorlesungen Fichtes, Schellings und A. W. Schlegels; Bekanntschaft mit Brentano.

1800

Zeitschrift Memnon zusammen mit Brentano (nur eine Ausgabe).

1801

Nach Abbruch des Studiums wieder in Braunschweig; freier Mitarbeiter der Zeitung für die elegante Welt.

1806-10

Registrator beim fürstlichen Obersanitätskollegium.

1810

Bewerbung als Dramaturg bei der Schröderschen Schauspieldirektion in Hamburg abgelehnt. 3.5.: Heirat. Oberregisseur bei der Waltherschen Gesellschaft.

1814

Mitdirektor der Waltherschen Gesellschaft (fester Standort in Braunschweig).

1817

An der Spitze einer Kommission, die die Walthersche Gesellschaft als Aktiengesellschaft etablieren soll.

1818-29

Ab Mai: Direktor des aus der Waltherschen Gesellschaft hervorgegangenen Braunschweiger Nationaltheaters (ab 1826 herzogliches Hoftheater).

1829

19.1.: unter Klingemann erste öffentliche Aufführung von Goethes Faust; seine Frau spielt die "Marthe". Professor am Collegium Carolinum.

1830

Wieder als Direktor am Hoftheater.


Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)

Romane

1795

Wildgraf Eckard von der Wölpe

1797-99

Die Ruinen im Schwarzwalde (2 Bde., anonym)

1800-01

Romano (2 Bde.)

1803

Albano, der Lautenspieler (2 Bde.)
Die Lazaroni (2 Bde., anonym)

1804

Nachtwachen. Von Bonaventura

Dramen

1796-97

Die Asseburg. Historisch-romantisches Gemählde (2 Bde., anonym)

1797

Die Maske (Trauerspiel, anonym)

1800

Selbstgefühl

1804

Freimüthigkeiten (satir. Komödie)

1804-05

Der Schweizerbund (2 Bde.)

1805

Der Lazzaroni oder Der Bettler von Neapel

1806

Heinrich von Wolfenschießen

1808 a

Columbus

1812

Schill oder Das Deklamatorium zu Krähwinkel (Posse)
Moses. Ein dramatisches Gedicht

1815
(1811 e)

Faust
Don Quixote und Sancho Pansa. Dramatisches Spiel mit Gesang

1816

Deutsche Treue (hist. Schauspiel)

1817

Die Grube zur Dorothea

1827

Ahasver (Trauerspiel)

1830

Melpomene (2 Dramen: Die Braut von Kynast; Bianca di Sepolcro)

Schriften (Auswahl)

1802

Über Schillers Tragödie: Die Jungfrau von Orleans
Was für Grundsätze müssen eine Theaterdirektion bei der Auswahl der aufzuführenden Stücke leiten?

1817

Über das Braunschweigische Theater und dessen jetzige Verhältnisse

1818

Vorlesungen für Schauspieler

Sammelausgaben der Dramen

1808-20

Theater (3 Bde.)

1817-18

Dramatische Werke (2 Bde.)

Sammlung der Rezensionen und Aufsätze

1819-29

Kunst und Natur. Blätter aus meinem Reisetagebuche (3 Bde.)

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