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Sohn
des Kopisten Johann Heinrich Julius Klingemann und seiner Frau Johanna Elisabeth
Christiane, geb. Weinholtz. Frühes Interesse am Theater; reiche Produktion als Dramatiker, eine Zeitlang
der meistgespielte Bühnenschriftsteller in Deutschland.
1810 |
Heirat mit Elise Anschütz (Schauspielerin bei der Waltherschen
Gesellschaft; Tochter eines Gewehrfabrikanten) |
Nachgewiesenermaßen
der Verfasser der 1804 anonym erschienenen Nachtwachen des Bonaventura,
für die in der literaturwissenschaftlichen Diskussion auch die Namen Wetzel, Schubert,
Schlegel, Schelling, E.T.A. Hoffmann, Brentano ins Spiel gebracht worden waren: radikale Skepsis
gegenüber Dogmatismus und Fortschrittsgläubigkeit, Nihilismus, Welt als Irrenhaus, als
blutige und grässliche Posse: "Und der Widerhall im Gebeinhaus ruft zum letzten
Male - Nichts!"
wichtige
Lebensdaten:
1795 |
Collegium Carolinum in Braunschweig. Erste
literarische Arbeiten. |
1798 |
Jurastudium in Jena; Besuch der Vorlesungen Fichtes, Schellings und
A. W. Schlegels; Bekanntschaft mit Brentano. |
1800 |
Zeitschrift Memnon zusammen mit Brentano (nur
eine Ausgabe). |
1801 |
Nach Abbruch des Studiums wieder in Braunschweig; freier Mitarbeiter
der Zeitung für die elegante Welt. |
1806-10 |
Registrator
beim fürstlichen Obersanitätskollegium. |
1810 |
Bewerbung
als Dramaturg bei der Schröderschen Schauspieldirektion in Hamburg
abgelehnt. 3.5.: Heirat. Oberregisseur bei der Waltherschen Gesellschaft. |
1814 |
Mitdirektor
der Waltherschen Gesellschaft (fester Standort in Braunschweig). |
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1817 |
An
der Spitze einer Kommission, die die Walthersche Gesellschaft als
Aktiengesellschaft etablieren soll. |
1818-29 |
Ab
Mai: Direktor
des aus der Waltherschen Gesellschaft hervorgegangenen Braunschweiger Nationaltheaters (ab
1826 herzogliches Hoftheater). |
1829 |
19.1.:
unter Klingemann erste öffentliche Aufführung von Goethes Faust; seine
Frau spielt die "Marthe". Professor am
Collegium Carolinum. |
1830 |
Wieder
als Direktor am Hoftheater. |
Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Romane
1795 |
Wildgraf Eckard von der Wölpe |
1797-99 |
Die Ruinen im Schwarzwalde (2 Bde., anonym) |
1800-01 |
Romano (2 Bde.) |
1803 |
Albano, der Lautenspieler (2 Bde.)
Die Lazaroni (2 Bde., anonym) |
1804 |
Nachtwachen. Von Bonaventura |
Dramen
1796-97 |
Die Asseburg. Historisch-romantisches Gemählde (2 Bde., anonym) |
1797 |
Die Maske (Trauerspiel, anonym) |
1800 |
Selbstgefühl |
1804 |
Freimüthigkeiten (satir. Komödie) |
1804-05 |
Der Schweizerbund (2 Bde.) |
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1805 |
Der Lazzaroni oder Der Bettler von Neapel |
1806 |
Heinrich von Wolfenschießen |
1808 a |
Columbus |
1812 |
Schill oder Das Deklamatorium zu Krähwinkel (Posse)
Moses. Ein dramatisches Gedicht |
1815
(1811 e) |
Faust
Don Quixote und Sancho Pansa. Dramatisches Spiel mit Gesang |
1816 |
Deutsche Treue (hist. Schauspiel) |
1817 |
Die Grube zur Dorothea |
1827 |
Ahasver (Trauerspiel) |
1830 |
Melpomene (2 Dramen: Die Braut von Kynast; Bianca di
Sepolcro) |
Schriften
(Auswahl)
1802 |
Über
Schillers Tragödie: Die Jungfrau von Orleans
Was für Grundsätze müssen eine Theaterdirektion bei der Auswahl der aufzuführenden Stücke leiten? |
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1817 |
Über
das Braunschweigische Theater und dessen jetzige Verhältnisse |
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1818 |
Vorlesungen
für Schauspieler |
Sammelausgaben
der Dramen
1808-20 |
Theater (3 Bde.) |
1817-18 |
Dramatische Werke (2 Bde.) |
Sammlung
der Rezensionen und Aufsätze
1819-29 |
Kunst und Natur. Blätter aus meinem Reisetagebuche (3 Bde.) |
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