Alfred Döblin
Lebensdaten
Werk
+26. Juni 1957 Emmendingen begraben:
Housseras (Ostvogesen), Dorffriedhof |
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Aus jüdischem
Elternhaus; viertes von fünf Kindern des Schneidermeisters Max Döblin (1846-1921) und
seiner Frau Sophie, geb. Freudenheim (1844-1920); Vater musisch begabt,
pragmatisch-rational eingestellte Mutter hat für die künstlerischen Neigungen ihres
Mannes bzw. später ihres Sohnes kein Verständnis; die Flucht des Vaters wird für den
Zehnjährigen zum prägenden Erlebnis.
Leben voller politischer und weltanschaulicher Widersprüche mit abrupten
Wendungen: vor dem 1. Weltkrieg national begeistert, danach Sozialist mit pantheistischer
Weltsicht; erhofft die Rettung vor dem Faschismus von einem Erwachen der Intellektuellen;
innere Annäherung an das Judentum erst in den zwanziger Jahren; auf der Polenreise 1924
Konfrontation mit christlichen Glaubensinhalten; aufgrund eines visionären Erlebnisses
Konversion zum Katholizismus; wird in den Exilländern genauso wenig heimisch wie in
Deutschland.
1912 |
Ehe mit Erna Reiss (+1957; Tochter eines wohlhabenden Fabrikanten); vier eheliche Söhne: Peter (*1912), Wolfgang (1915-1940), Klaus (*1917), Stephan (*1926); unehelich: Bodo (*1911) |
Einer der
maßgeblichen Autoren des Expressionismus. In der Weimarer Republik namhaftester
Repräsentant linksbürgerlicher Literatur; nach dem 2. Weltkrieg lange Zeit vergessen.
Doppelexistenz als Arzt und Dichter; Vorliebe für psychopathologische Themen.
Scharfe Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit; Sprach- und Stilexperimente. Erneuerer
des zeitgenössischen Romans. Berlin Alexanderplatz: quasi-filmische
Montagetechnik, Assoziationen, erlebte Rede, Bewusstseinsstrom. "So hat der Gischt
der Sprache den Leser noch nie bis auf die Knochen durchnäßt" (Walter
Benjamin); Epos des expressionistischen Zeitalters: Großstadt als modernes Babylon.
1916 |
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1957 |
Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste |
wichtige Lebensdaten:
Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Romane
1915 |
Die drei Sprünge des Wang-lun |
1918 |
Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine (satir. R.) |
1919 |
Der schwarze Vorhang |
1920 |
Wallenstein (2 Bde.) |
1924 |
Berge, Meere und Giganten (utopischer R.; Neuf. 1932: Giganten) |
1924 |
Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord |
1929 |
Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf |
1934 |
Die Babylonische Wanderung oder Hochmut kommt vor dem Fall |
1935 |
Pardon wird nicht gegeben |
ab 1937 |
Amazonas-Trilogie
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1939-40 |
November 1918 (Tetralogie)
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1956 |
Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende |
1926 |
Manas |
1913 |
Die Ermordung einer Butterblume (Sammlung; Titelgesch. 1910) |
1917 |
Die Lobensteiner reisen nach Böhmen (Sammlung) |
1946 |
Der Oberst und der Dichter oder Das menschliche Herz |
1947 |
Heitere Magie (zwei Erz.) |
1906 |
Lydia und Mäxchen. Tiefe Verbeugung in einem Akt |
1920 e |
Lusitania (szenischer Versuch; 1926 a) |
1931 |
Die Ehe. Drei Szenen und ein Vorspiel |
1949 |
Schicksalsreise |
1917 |
Es ist Zeit! |
1921 |
Deutscher Maskenball (polit. Feuilletons unter Pseudonym "Linke Poot") |
1925 |
Reise in Polen |
1927 |
Das Ich über der Natur |
1931 |
Wissen und Verändern! Offene Briefe an einen jungen Menschen |
1933 |
Unser
Dasein |
1935 |
Flucht und Sammlung des Judenvolkes |
1938 |
Die deutsche Literatur (im Ausland seit 1933) |
1946 |
Der
unsterbliche Mensch. Ein Religionsgespräch |
1948 |
Unsere Sorge ist der Mensch (Essays) |
1974 |
Ein Kerl muß eine Meinung haben. Berichte und Kritiken 1921-24 |
Werkausgabe
1960ff. |
Ausgewählte Werke in Einzelbänden. In Verbindung mit den Söhnen hg. v. Walter Muschg, weitergef. v. Heinz Graber u. Anthony Riley, Olten/Freiburg i. Br. |
Link:
Internationale Alfred Döblin-Gesellschaft