Autoren | Epochen
   

Hilde Domin
 
eigentl. Hilde Löwenstein, verh. Palm
 
Künstlernamen seit der Rückkehr nach Deutschland
(Verweis auf das Exilland, wo sie zu schreiben begann):

Ich nannte mich / ich selber rief mich / mit dem Namen einer Insel

Lebensdaten | Werk 


  
* 27. Juli 1909
Köln

+ 22. Februar 2006 Heidelberg (an den Folgen eines Sturzes)

Grabstätte: Heidelberg, Bergfriedhof

 

  

Hilde Domin von Ursula Stock (2006)
Bildquelle: Wikipedia
   

 
Aus assimilierter jüdischer Familie; Tochter des Rechtsanwalts Dr. Eugen Siegfried Löwenstein (1871-1942) und seiner Frau Paula, geb. Trier, einer ausgebildeten Sängerin. Beginnt erst nach dem Tod der Mutter mit 42 Jahren zu schreiben
("Ich kam erst 1951 auf die Welt"). Heimat im "deutschen Wort".
 

1936 Eheschließung mit dem Kunsthistoriker und Archäologen Erwin Walter Palm (1910-1988)

 
Eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen, deren Werke in 22 Sprachen übersetzt wurden. Zentrale Themen: Exil, Heimat und Heimatverlust. Lyrische Sprache geprägt durch Reduktion und Bildhaftigkeit. Gedichte sind magische Gebrauchsgegenstände, "die, wie der Körper der Liebenden, in der Anwendung erst gedeihen”, offen für Assoziationen und Gefühle.

Auszeichnungen (Auswahl)

1976

Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik

1983

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Nelly-Sachs-Preis

1992

Friedrich-Hölderlin-Preis

1993

Ehrenprofessuren des Landes Baden-Württemberg und des Landes Nordrhein-Westfalen

2004

Ehrenbürgerin der Stadt Heidelberg


Wichtige Lebensdaten:

1929

Abitur an einem humanistischen Gymnasium in Köln.

1929-1932

Studium in Heidelberg, Köln, Bonn und Berlin: zunächst Jura, dann nationalökonomische Theorie, Soziologie, Philosophie (u.a. bei Gustav Radbruch, Karl Mannheim, Karl Jaspers).

1932

Zusammen mit dem Freund Erwin Walter Palm Emigration nach Rom.

1935

Promotion zum Dr. rer. pol.  in Florenz; Dissertation über Pontanus als Vorläufer von Machiavelli.

1935-1939

Sprachlehrerin in Rom.

1936

Heirat.

1939

Ausweisung aus Italien; Übersiedlung nach England zu den dorthin geflohenen Eltern; Sprachlehrerin am St. Aldwyn’s College in Minehead/Somerset.

1940

Palm erhält eine Professur in der Dominikanischen Republik.

1940-1954

Exil in der Dominikanischen Republik; Mitarbeiterin ihres Mannes, Übersetzerin (Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch) und Architekturfotografin.

ab 1948

Lektorin für Deutsch an der Universität Santo Domingo; längere Aufenthalte in den Vereinigten Staaten.

1951

Nach dem Tod der Mutter erste Gedichte.

1954

Rückkehr nach Deutschland; Arbeitsaufenthalte in Spanien; erste Veröffentlichung von Gedichten in der Zeitschrift Caracola.

1957-1959

Frankfurt am Main.

1960

Berufung Palms an die Universität Heidelberg.

1961

Ständiger Wohnsitz in Heidelberg; freie Schriftstellerin.

1964

Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

1978

Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

1987/1988

Im Wintersemester Poetikvorlesungen an der Universität Frankfurt.


Werke:

Lyrikbände

1959

Nur eine Rose als Stütze

1962

Rückkehr der Schiffe

1964

Hier

1968

Höhlenbilder. Gedichte 1951/1952

1970

Ich will dich

1979

Abel steh auf. Gedichte, Prosa, Theorie

1981

Traum I

1987

Gesammelte Gedichte

1999

Der Baum blüht trotzdem

Erzählungen

1959 (1945 e)

Und keine Kochbananen mehr. Bericht über das Kriegsende 

1960 (1948 e)

Polizeiverhandlung über Gogh

1971

Die andalusische Katze

1992 (1970 e)

Näheres über Gogh, den Einohrigen

Roman

1968

Das zweite Paradies. Roman in Segmenten

Autobiographisches

1974

Von der Natur nicht vorgesehen. Autobiographisches

1982

Aber die Hoffnung. Autobiographisches. Aus und über Deutschland

1992

Gesammelte autobiographische Schriften. Fast ein Lebenslauf

Reden

1983

Zurückgekehrt als Boten der Versöhnung. Dankrede bei Entgegennahme des Nelly-Sachs-Preises

1992

Hilde Domin zum Hölderlin-Preis

Schriften

1968

Wozu Lyrik heute. Dichtung und Leser in der gesteuerten Gesellschaft

1978

Mein Judentum

1983

Zivilcourage: ein Fremdwort
Die Paradoxien des Exils. Identitäts- und Sprachproblematik

1984

Autor und Leser als Zeitgenossen

1988

Das Gedicht als Augenblick von Freiheit. Frankfurter Poetik-Vorlesungen

1992

Gesammelte Essays. Heimat in der Sprache

Domin als Herausgeberin (Auswahl)

1964

Spanien erzählt (26 Erz.)

1966

Doppelinterpretationen. Das zeitgenössische deutsche Gedicht zwischen Autor und Leser

 

Werkausgabe
 

2009

Sämtliche Gedichte, hg. v. Nikola Herweg u. Melanie Reinhold, Frankfurt/M.: Fischer


     

  

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