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Viertes Kind des
Schreinergesellen Johann Frank und seiner Frau Marie, geb. Bach (schreibt, um ihren Sohn
finanziell zu unterstützen, unter dem Pseudonym Marie Wegrainer den autobiographischen Lebensroman
einer Arbeiterfrau, München 1914). Wächst in ärmlichen Verhältnissen
auf. Volksschule, Schlosserlehre, Klinikdiener,
Anstreicher. Autodidakt; überzeugter Pazifist; Anhänger eines unideologischen
Sozialismus.
1915 |
1.
Ehe mit Lisa Erdelyi (+1923) |
1929 |
2.
Ehe mit Elena Marquenne; Scheidung 1952 (Sohn: Andreas, *1929) |
1952 |
3.
Ehe mit Charlotte London, geb. Jäger |
Erzähler
zwischen Expressionismus und Sachlichkeit; starkes psychologisches Einfühlungsvermögen;
verarbeitet in vielen seiner Werke die Erfahrungen seiner Jugend. Anti-bürgerlicher
Realismus des Stils. Bekenntnis zum Sozialismus, Kritik an Bigotterie, Interesse an
Geisteskrankheit und ihre Ursachen in Herkunft und Erziehung.
Der Titel der Novellensammlung "Der Mensch ist gut" wird zur
Losung engagierter expressionistischer Schriftsteller. "Durchdrungen von tiefem
Mitgefühl für die Unterdrückten... und von hohem gesellschaftlichen
Verantwortungsbewußtsein im geistigen Dienst seines Volkes und der Menschheit"
(bei
der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Ostberliner Humboldt-Universität).
Auszeichnungen
(Auswahl):
1914 |
Fontane-Preis
für Die Räuberbande |
1920 |
Kleist-Preis für Der Mensch ist gut |
1955 |
DDR-Nationalpreis
I. Klasse für Kunst und Literatur |
1957 |
Großes
Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität Berlin |
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1960 |
Tolstoi-Medaille
der Sowjetunion |
wichtige
Lebensdaten:
1905 |
Studium der Malerei an der Münchener Akademie der Künste
(Stipendium); Freundschaft mit Johannes R. Becher, literarische Anregungen durch den
befreundeten Psychiater Otto Gross. |
1910 |
Übersiedlung nach Berlin; erste Versuche als Schriftsteller. |
1915 |
4.2.:
Heirat. Als radikaler Kriegsgegner
flieht F. mit seiner Frau nach Zürich. |
1918 |
Dez.: Rückkehr nach München; F. schließt sich
der Münchner Räterepublik an. |
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1919 |
1.5.:
F. wird bei der Erstürmung des Münchener Hauptbahnhofs verletzt. Ab
18.7. wegen Hochverrats steckbrieflich gesucht. Über Frankfurt/M. nach
Berlin. Freier Schriftsteller. |
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1923 |
16.
März: Tod seiner Frau Lisa; Schaffenskrise. |
1928 |
Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. |
1933 |
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zweite Emigration über Zürich und London nach
Paris; Mai: In Deutschland werden seine Bücher verbrannt. |
1934 |
3.11.: Aberkennung der deutschen
Staatsbürgerschaft; bis 1950 staatenlos. |
1939 |
6.9.:
Internierung in einem Lager in Zentralfrankreich. Nov.: Freilassung. |
1940 |
Mai: zweite Internierung im Lager Audierne (Bretagne).
18.6.: Flucht aus dem Internierungslager; F. schlägt
sich in Fußmärschen und per Fahrrad ins unbesetzte Südfrankreich durch;
per Zug nach Marseille; Warten auf ein Ausreisevisum; Sept.: mit
gefälschtem tschechischem Pass illegaler Grenzübertritt nach
Spanien (u.a. zusammen mit Alfred Polgar); 11.9.: Ankunft in Lissabon;
Okt.: Überfahrt in die USA. 18.10.: in New York (mit befristetem Visum).
Vertrag als Drehbuchautor bei Warner Bros. in Hollywood (für sechs Monate). |
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1941 |
21.3.:
erneute Einreise in die USA von Mexiko aus, um ein Dauervisum zu erhalten.
Unterstützung durch Hilfskomitees. |
1945 |
Umzug nach New York. Bekanntschaft mit Charlotte
Jäger. |
1950 |
4.10.: Rückkehr nach Deutschland: Würzburg, dann
bleibender Wohnsitz in München. |
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1951 |
Mitglied der Bayerischen Akademie der
Schönen Künste. |
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1955 |
Korrespondierendes
Mitglied der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost). |
Werke:
(e = entstanden; a =
Uraufführung)
Romane
1914 |
Die Räuberbande |
1924 |
Der Bürger |
1927 |
Das Ochsenfurter Männerquartett |
1929 |
Bruder und Schwester |
1932 |
Von drei Millionen Drei |
1936 |
Traumgefährten |
1948 |
Mathilde |
1949 |
Die Jünger Jesu |
1952 |
Links
wo das Herz ist (autobiographischer Roman) |
Erzählungen/Novellen
1916 |
Die Ursache |
1917 |
Der Mensch ist gut (Novellensammlung) |
1918 |
Der Vater |
1919 |
Die Mutter |
1925 |
An der Landstraße (Erzählungen) |
1925 |
Die Schicksalsbrücke (Erzählungen) |
1925 |
Im letzten Wagen (1929 u.d.T. Absturz) |
1926 |
Karl und Anna |
1928 |
Der Streber (Erzählungen) |
1929 |
Die Entgleisten |
1950
(1944 e) |
Deutsche Novelle |
1950 |
Michaels Rückkehr |
1961 |
Sieben Kurzgeschichten |
Dramen
1929 |
Die Ursache (Bühnenfassung) |
1929 a |
Karl und Anna (Bühnenfassung) |
1930 |
Hufnägel |
1937 |
Der Außenseiter (Komödie) |
1939 |
Maria |
1960 |
Ruth |
Ausgaben
1936 |
Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Amsterdam |
1957 |
Gesammelte Werke, Berlin, Aufbau (6 Bde.) |
1959 |
Schauspiele, Berlin |
1959 |
Erzählende Werke, München (5 Bde.) |
Link:
Leonhard-Frank-Gesellschaft
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