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Sohn
des Arztes und Bürgermeisters Gottlob Ferdinand Freytag (+1848) und seiner Frau
Henriette Albertine, geb. Zebe (+1855). Habilitierter Germanist, der ab 1843 die
akademische Laufbahn zugunsten des Journalismus und der Schriftstellerei
aufgibt. Drei Jahre lang nationalliberaler Abgeordneter im Norddeutschen
Reichstag.
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1847
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Heirat mit Emilie Gräfin Dyhrn, geb. Scholz (+1875)
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1879
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Heirat mit Marie Kunigunde Dietrich (1846-1896; 1884 in eine Heilanstalt
eingewiesen; 1890 Scheidung); 2 Söhne: Gustav Willibald (*1876), Waldemar
(1878-1884)
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1891
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Heirat mit Anna Strakosch, geb. Götzel (1852-1911)
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Dramatiker,
Romancier, Publizist, Kulturhistoriker und Literaturtheoretiker. Einer der
wichtigsten Vertreter des bürgerlichen Realismus, Repräsentant des
aufstrebenden und selbstbewussten Bildungs- und Besitzbürgertums. Bis ins 20.
Jahrhundert hinein einer der meistgelesenen Autoren. Viele seiner Werke, vor
allem die Dramen, haben
heute nur noch zeitgeschichtliche Bedeutung, z.T. (vor allem im Romanzyklus "Die
Ahnen") verstellen pädagogische Absicht und Gelehrsamkeit die
dichterische Gestaltung. Nicht nur als historisches Dokument des politisch nach
Einfluss strebenden Bürgertums hat die dramentechnisch und inhaltlich gelungene
Wahlsatire "Die Journalisten" überdauert. Immer noch
lesenswert (und deshalb auch immer wieder aufgelegt) der Roman der
Kaufmannschaft "Soll und Haben" und die kulturhistorischen "Bilder
aus der deutschen Vergangenheit". Aus der "Technik des
Dramas" ist jedem Gymnasiasten der "pyramidale Bau" als
Standardstruktur des klassischen Dramas vertraut (Exposition, steigende Handlung
mit erregendem Moment, Höhepunkt/Peripetie, fallende Handlung mit
retardierendem Moment, Katastrophe).
Auszeichnung:
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1886
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Preußischer Orden
"Pour le mérite" |
wichtige
Lebensdaten:
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1829
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Gymnasium in Oels. Wohnung bei seinem Onkel Karl.
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1835
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Mai: Abitur. Studium der Germanistik in Breslau (Hoffmann von
Fallersleben).
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1836
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Wechsel nach Berlin (Karl Lachmann).
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1838
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Promotion; Dissertation: De initiis scenicae poesis apud Germanos (= Die
Anfänge der dramatischen Dichtung bei den Germanen).
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1839
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Habilitation; Habilitationsschrift: De Hrosuitha poetria. Adiecta est
comoedia Abraham inscripta (= Die Dichterin Hrosvitha [von Gandersheim];
angefügt eine Komödie mit dem Titel "Abraham"). Privatdozent
in Breslau.
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1840
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Wehrdienst wegen Krankheit vorzeitig abgebrochen.
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1842
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Während des Urlaubs auf Helgoland Bekanntschaft mit der Frau des Grafen
Dyhrn, Emilie.
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1843
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Bewerbung um eine Professur scheitert aus politischen Gründen. Aufgabe
der Dozentur.
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1847
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Übersiedlung nach Dresden. Heirat. Bekanntschaft mit Tieck, Auerbach und
Richard Wagner.
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1848
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Übersiedlung nach Leipzig. Redakteur des nationalliberalen Grenzboten.
Bekanntschaft mit Theodor Mommsen und Heinrich von Treitschke.
Tod des Vaters.
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1851
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Kauf des Anwesens "Die gute Schmiede" in Siebleben bei
Gotha.
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1852
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Beginn der Freundschaft mit Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha.
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1854
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Ernennung zum Hofrat durch Ernst II.
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1855
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Tod der Mutter.
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1867-70
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Thüringischer Abgeordneter der nationalliberalen Partei im Reichstag des
Norddeutschen Bundes.
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1870
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Aug.-Sept.: als Begleiter des Kronprinzen von Preußen
Kriegsberichterstatter. Dez.: Ausscheiden aus der Redaktion des Grenzboten
nach Differenzen mit dem Verleger Wilhelm Grunow.
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1871
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Mitarbeit bei der Zeitschrift Im neuen Reich.
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1875
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Okt.: Tod der Gattin.
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1876
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Geburt des Sohnes Gustav Willibald. Dez.: mit
Marie Kunigunde Dietrich und dem Sohn Wohnung im Hotel "Zur
Rose" in Wiesbaden.
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1879
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Febr.: zweite Eheschließung.
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1881
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Rückzug aus dem öffentlichen Leben. Die Zeitschrift Im neuen Reich
wird eingestellt. Kauf eines Hauses in Wiesbaden.
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1884
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Jan.: Tod des Sohnes Waldemar; Mai: Einweisung der zweiten Frau in eine
Nervenklinik. Bekanntschaft mit der verheirateten Anna Strakosch.
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1890
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Sept.: Scheidung von Marie Kunigunde. Nov.: Scheidung des Ehepaars
Strakosch.
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1891
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März: dritte Ehe. Hochzeitsreise nach Nizza und an die oberitalienischen
Seen.
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Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Romane
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1855
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Soll und Haben (3 Bde.)
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1864
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Die verlorene Handschrift
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1872-80
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Die Ahnen (Zyklus)
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1872
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Ingo und Ingraban (2 Teile; = Die Ahnen, Bd. 1)
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1873
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Das Nest der Zaunkönige (= Die Ahnen, Bd. 2)
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1874
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Die Brüder vom deutschen Hause (= Die Ahnen, Bd. 3)
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1876
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Markus König (= Die Ahnen, Bd. 4)
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1878
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Die Geschwister (2 Teile; = Die Ahnen, Bd. 5)
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1880
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Aus einer kleinen Stadt (2 Teile; = Die Ahnen, Bd. 6)
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Dramen
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1843 e
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Die Tscherkessin
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1844
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Die Brautfahrt oder Kunz von der Rosen (Lustspiel)
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1844 e
1847
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Der Gelehrte
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1845
(a Breslau)
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Deutsche Geister. Festspiel
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1846 e
1847
(a Berlin)
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Die Valentine
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1847
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Graf Waldemar
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1852 e
(a Breslau)
1854
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Die Journalisten (Lustspiel)
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1858
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Dramatische Werke
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1859
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Die Fabier (Trauerspiel)
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Gedichte
Biographien
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1870
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Karl Mathy. Geschichte seines Lebens
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1883
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Dr. Luther. Eine Schilderung
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Kulturhistorische
Schriften
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1859
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Bilder aus der deutschen Vergangenheit (2 Teile; 16. u. 17. Jh.)
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1862
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Neue Bilder aus dem Leben des deutschen Volkes (18. u. 19. Jh.)
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1866
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Aus dem Mittelalter
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1867
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Bilder aus der deutschen Vergangenheit (erw. Neuaufl., 5 Bde.)
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Poetologische
Schrift
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1863
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Die Technik des Dramas
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Sonstige
Schriften
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1889
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Der Kronprinz und die deutsche Kaiserkrone
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1893
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Über den Antisemitismus. Eine Pfingstbetrachtung
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Autobiographisches
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1887
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Erinnerungen aus meinem Leben
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Ausgabe
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1886-1888
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Gesammelte Werke (22 Bde.)
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Durch die beiden Hälften der Handlung, welche in einem Punkt zusammenschließen,
erhält das Drama, - wenn man die Anordnung durch Linien verbildlicht, - einen
pyramidalen Bau. Es steigt von der Einleitung mit dem Zutritt des erregenden
Moments bis zu dem Höhepunkt, und fällt von da bis zur Katastrophe. Zwischen
diesen drei Teilen liegen die Teile der Steigung und des Falles. Jeder dieser fünf
Teile kann aus einer Szene oder aus einer gegliederten Folge von Szenen
bestehen, nur der Höhepunkt ist gewöhnlich in einer Hauptszene
zusammengefasst. Diese Teile des Dramas, a) Einleitung, b) Steigerung, c) Höhepunkt,
d) Fall oder Umkehr, e) Katastrophe, haben jeder Besonderes in Zweck und
Baurichtung. Zwischen ihnen stehen drei wichtige szenische Wirkungen, durch
welche die fünf Teile sowohl geschieden als verbunden werden. Von diesen drei
dramatischen Momenten steht eines, welches den Beginn der bewegten Handlung
bezeichnet, zwischen Einleitung und Steigerung, das zweite, Beginn der
Gegenwirkung, zwischen Höhepunkt und Umkehr, das dritte, welches vor Eintritt
der Katastrophe noch einmal zu steigern hat, zwischen Umkehr und Katastrophe.
Sie heißen hier: das erregende Moment, das tragische Moment, das Moment der
letzten Spannung. Die erste Wirkung ist jedem Drama nötig, die zweite und
dritte sind gute, aber nicht unentbehrliche Hilfsmittel.
(Die
Technik des Dramas, 1863)
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