Heinrich Wilhelm von Gerstenberg
Lebensdaten Werk 


*3. Januar 1737 Tondern

+1. November 1823 Altona

begraben: Altona, Heilig-Geist-Friedhof

 

Stich von F. M. Schreyer
 

Sohn eines Offiziers in dänischen Diensten; deutsche Erziehung. Erster Schulbesuch in Husum, wo der Vater stationiert ist. Zeit seines Lebens drückende Schuldenlast.

1765

Heirat mit Sophie Trochmann (1744-1785); 7 Kinder

Dramatiker, Lyriker, Literaturkritiker und Philosoph. Wegbereiter des Sturm und Drang (Drama, Barden-Dichtung); Einfluss seiner Lyrik auf den jungen Goethe; Literatur-Theoretiker; Shakespeare-Entdecker; formuliert erstmals wesentliche Momente des Genie-Begriffs (20. Literaturbrief).

Ehrung:

1815

Ehrendoktor der Universität Kiel


wichtige Lebensdaten:

1751

Christianeum in Altona.

1757-59

Jura-Studium an der Universität Jena. Mitglied der Deutschen Gesellschaft. Studienabbruch. Finanzierung des Lebensunterhalts als als Hauslehrer. 

1760

Eintritt in die dänischen Armee als Kornett.

1762

Herausgabe der Wochenschrift Der Hypochondrist (zusammen mit Jakob Friedrich Schmidt; unter dem Pseudonym "Zacharias Jernstrup"). Teilnahme am Feldzug gegen Russland.

1763

Beförderung zum Rittmeister.

1765

21.7.: Heirat; Wohnort Kopenhagen Gehört zum Literatenkreis um Klopstock und Bernstorff (Cramer, Sturz, J. E. Schlegel, Claudius); Briefwechsel mit den führenden Literaten der Zeit (Friedrich Heinrich Jacobi, Herder, Nicolai, Göttinger Hain). Musikalische Soireen machen sein Haus zu einem beliebten Treffpunkt (u.a. macht er Klopstock mit der Musik Bachs und Händels bekannt).

1771

Jan.: Ausscheiden aus dem Militärdienst; hoch verschuldet.

1775

Dänischer Konsul in Lübeck.

1783

G. verkauft wegen seiner Schulden seinen Posten; ohne Amt in Eutin.

1785

Tod der Frau.

1786

Übersiedlung nach Altona.

1789

Durch Vermittlung von Freunden Sinekure als Justizdirektor beim Lotto in Altona. 

1812

Pensionierung; vergebliche Bewerbung um den Lehrstuhl für kritische Philosophie an der Universität Kiel.

ab 1812

Ausschließliche Beschäftigung mit Wissenschaft (Kant) und Literatur. Lethargie und Vereinsamung in den letzten Lebensjahren.


Werke:
(a = Uraufführung)

Dramen

1768
(1769 a Berlin)

Ugolino (Tragödie)

1785

Minona oder Die Angelsachsen (Melodram)

Kantate

1767

Ariadne auf Naxos (vertont v. J. A. Scheibe; Neuaufl. 1774 vertont v. Joh. Christoph Friedr. Bach)

Gedichte

1759

Tändeleyen
Prosaische Gedichte

1762

Kriegslieder eines Königlich Dänischen Grenadiers bey Eröffnung des Feldzuges 1762

1766

Gedicht eines Skalden (5 Gesänge)

Schriften

1763

Handbuch für einen Reuter (u. d. Pseudonym Ohle Madsen)

1766-67
(Forts. 1770)

Briefe über die Merkwürdigkeiten der Litteratur (= "Schleswigsche Literaturbriefe")

1765

Die Braut. Eine Tragödie von Beaumont und Fletcher; nebst kritischen und biographischen Abhandlungen über die vier größten Dichter des älteren brittischen Theaters

1795

Die Theorie der Kategorien, entwickelt und erläutert (über Kant)

Übersetzung

1763

d´Espagnac: Versuch über den großen Krieg

Ausgabe

1815-16

Gerstenbergs Vermischte Schriften, von ihm selbst gesammelt, Altona (3 Bde.; darin: Versuch über Shakespeares Werke und Genie)

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