Heinrich Heine
eigentl. Harry Heine, Taufname:
Christian Johann Heinrich (1825)
Lebensdaten | Werk | Links
| Textbeispiele
*13. Dezember 1797 Düsseldorf +17. Februar 1856 Paris (Muskelatrophie infolge einer Rückenmarkserkrankung) begraben: Paris, Friedhof Montmartre |
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Ältester
Sohn des
jüdischen Kaufmanns Samson Heine (1764-1828) und seiner Ehefrau Betty (Peira,
1771-1859), geb. van Geldern.
Aufklärerisches, nicht-orthodoxes Klima im Elternhaus: Die Schwester Charlotte
(Sara, 1800-1899) und die zwei
jüngeren Brüder Gustav (1805-1886) und Maximilian (1807-1879) assimilieren sich an die Gesellschaft.
1825 Konversion zum Protestantismus
(Voraussetzung für den Staatsdienst) als "Entreebillet in die europäische
Kultur". Bis zum 40. Lebensjahr finanzielle Unterstützung durch den
millionenschweren Bruder des Vaters, den Bankier Salomon Heine (1767-1844).
Außenseiter; durchaus mit moralischen Schwächen - kleinlich,
nachtragend, verleumderisch (man denke an die Polemiken gegen Platen, Börne, Meyerbeer),
inkonsequent und wankelmütig im Denken und Handeln, aber auch freundlich, großzügig,
fürsorglich als Ehemann, groß im achtjährigen Sterben.
1841 |
Hochzeit mit Crescence Eugénie Mirat ("Mathilde"; 1815-1883; elternloses Ladenmädchen) nach katholischem Ritus; Zusammenleben seit 1836 |
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1803 |
Israelitische Privatschule. |
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1804 |
Aug.: Normalschule im ehemaligen Franziskanerkloster. |
1807 |
Besuch des Düsseldorfer Lyzeums (franz.-kath. Tradition). |
1814 |
Sept.: Abgang vom Gymnasium ohne Reifezeugnis. |
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1815 |
Sept.: kaufmännischer Volontär in Frankfurt (abgebrochen); Nov.: Rückkehr nach Düsseldorf. |
1816 |
Jun.: Kaufmännische Lehre im Bankhaus seines Onkels Salomon in Hamburg. Unglückliche Liebe zu seiner Kusine Amalie (1799-1838, Tochter des Onkels Salomon). |
1819 |
März: Bankrott des vom Onkel finanzierten eigenen Kommissionsgeschäfts. Dez.: Immatrikulation an der Universität Bonn; Jura-Studium. |
1820 |
Okt.: Wechsel an die Universität Göttingen; Dez.: Duellforderung auf Pistolen an einen Kommilitonen. |
1821 |
Jan.: Verweis von der Universität für ein halbes Jahr wegen der Duell-Angelegenheit. Apr.: Immatrikulation in Berlin. |
1822 |
Rachel Varnhagen, Chamisso, Hoffmann von Fallersleben. Aug. - Sept.: Polen-Reise. Okt.: leichte Verwundung am Bein nach erneuter Duellaffäre. |
1824 |
Jan.: Rückkehr nach Göttingen. Sept.: Fußwanderung durch den Harz. Okt.: Besuch bei Goethe in Weimar. |
1825 |
Mai: juristisches Examen; 18.6.: protestantische Taufe in Heiligenstadt auf den Namen Christian Johann Heinrich. Juli: Promotion in Göttingen. Aug.: Norderney; Nov.: Übersiedlung nach Hamburg. |
1826 |
Juli - Sept.: Erneuter Aufenthalt auf Norderney |
1827 |
Apr. - Aug.: Reise nach England (London); Okt. - Nov.: über Lüneburg, Göttingen, Kassel, Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart nach München. Bekanntschaft mit dem Verleger Cotta. |
1828 |
Mitherausgeber von Cottas Neuen Allgemeinen Politischen Annalen. Bewerbung um eine Professur in München scheitert. Italien-Reise (Brixen, Bozen, Trient, Verona, Mailand, Genua, Livorno, Lucca, Florenz, Venedig). Dez.: Tod des Vaters. |
1829 |
Febr.: Berlin; Aug.: Helgoland. |
1830 |
Juni: erneut Helgoland; Sept.: Berlin. |
1831 |
März: Zerwürfnis zwischen H. und Salomon Heine; Mai: Übersiedlung nach Paris (über Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Straßburg). Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung; Kontakte mit George Sand, Dumas, Balzac. |
1834 |
Okt.: Bekanntschaft mit Crescence Eugénie Mirat ("Mathilde"), die 1836 zu ihm zieht. |
1835 |
Verbot der Schriften des Jungen Deutschland durch den Bundestag; Verbot der Verbreitung aller künftigen unzensierten Schriften Heines durch preußischen Erlaß. |
1836 |
Schweres Augenleiden; beginnende Rückenmarkserkrankung, die H. selbst für syphilitisch bedingt hält. Kleine Pension der französischen Regierung (bis 1848). Freundschaft mit Gérard de Nerval. |
1841 |
Juni - Juli: Reise in die Pyrenäen. 31.8: Trauung in St. Sulpice. "Strauß-Affäre"; Sept: Duell mit Salomon Strauß (Streifschuss). Umgang mit Liszt, Chopin. |
1843 |
Lähmungserscheinungen. Kontakt mit Hebbel. Okt. - Dez.: kurzer Besuch in Deutschland. Wieder in Paris Bekanntschaft mit Marx. |
1844 |
Apr.: Haftbefehl der preußischen Polizei. Juli - Okt.: heimlicher letzter Besuch in Deutschland (Hamburg). Dez.: Tod des Onkels Salomon. Verschlimmerung der Krankheit, unterbrochen von Phasen der Besserung. |
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1845 |
Erbstreitigkeiten. |
1847 |
Vermögensverluste durch den Pariser Börsenkrach. |
1848 |
Völliger Zusammenbruch; vom Oberkörper abwärts gelähmt, fast blind; ständige Bettlägerigkeit, begraben in der "Matratzengruft". |
1850 |
Rückkehr zum Glauben an einen persönlichen Gott. |
1855 |
Ab Juni: letzte Liebe - die Verehrerin und spätere Schriftstellerin Elise Krinitz alias Camille Selden ("Mouche", 1828-1896). |
Werke:
(e = entstanden; a =
Uraufführung)
Lyrik
1822 |
Gedichte |
1827 |
Buch der Lieder (Junge Leiden, Lyrisches Intermezzo, Die Heimkehr, Aus der Harzreise, Die Nordsee) |
1844 |
Neue Gedichte (Neuer Frühling, Verschiedene, Romanzen, Zur Ollea, Zeitgedichte) |
1851 |
Romanzero (Historien, Lamentationen, Hebräische Melodien) |
1854 |
Gedichte 1853 und 1854 (in: Vermischte Schriften Bd.1) |
1843 |
Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (Buchausgabe 1847) |
1844 |
Deutschland. Ein Wintermärchen |
1821 |
Almansor (Tragödie) |
1851 |
Der Doctor Faust. Ein Tanzpoem. Nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst (Ballett-Libretto) |
1834 |
Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski |
1836 |
Florentinische Nächte (Novellenfragment; authentische Fassung 1837 im Salon Bd.3) |
1840 |
Der Rabbi von Bacherach (Romanfragment) |
1823 |
Über Polen |
1826 |
Reisebilder. Teil 1: Die Heimkehr; Die Harzreise; Die Nordsee, 1. u. 2. Abt. |
1827 |
Reisebilder. Teil 2: Die Nordsee, 3. Abt.; Ideen. Das Buch Le Grand; Neuer Frühling |
1828 |
Die deutsche Literatur |
1829 |
Reisebilder. Teil 3: Italien 1828. I. Reise von München nach Genua; II. Die Bäder von Lucca |
1831 |
Reisebilder. Teil 4: Italien 1828. III. Die Stadt Lucca; Englische Fragmente |
1831-32 (Buchausg. 1833) |
Französische Zustände |
1833 |
Zur Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland (überarb. Die Romantische Schule, 1835) |
1834 |
Der Salon (Bd.1; mit Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski) |
1834 |
De l´Allemagne depuis Luther |
1834 |
Der Salon (Bd.2; mit Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland = De l´Allemagne...) |
1836 |
An die Hohe Bundesversammlung |
1837 |
Der Salon (Bd.3; mit Florentinische Nächte; Elementargeister) |
1839 |
Schriftstellernöte |
1839 |
Der Schwabenspiegel |
1840 |
Ludwig Börne, eine Denkschrift |
1840 |
Der Salon (Bd.4, mit Der Rabbi von Bacherach) |
1853 |
Die Götter im Elend (später: Die Götter im Exil) |
1854 |
Vermischte Schriften (3 Bde.; u.a. Geständnisse, Gedichte, Lutetia, Teil 1 u. 2) |
1854 |
Geständnisse (in: Vermischte Schriften) |
1884 |
Links:
Heinrich-Heine-Portal
Heinrich Heine: Werke von A-Z
Heinrich Heine: Leben, Leiden, Werk und Hintergrund
Nun ist es Zeit,
daß ich mit Verstand Die prächtgen
Kulissen, sie waren bemalt Und nun ich mich
gar säuberlich Ach Gott! im
Schmerz und unbewußt |
Sie saßen und
tranken am Teetisch, Die Liebe muß sein
platonisch, Der Domherr öffnet
den Mund weit: Die Gräfin spricht
wehmütig: Am Tische war noch
ein Plätzchen; |
Und als ich euch meine Schmerzen geklagt,
Da habt ihr gegähnt und nichts gesagt;
Doch als ich sie zierlich in Verse gebracht,
Da habt ihr mir große Elogen gemacht.