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Paul (von) Heyse

vollst. Paul Johann Ludwig
 
Lebensdaten | Werk

Heyse-Texte im Netz


* 15. März 1830 Berlin

+ 2. April 1914 München

Grabstätte: München, Waldfriedhof

 

 

 
Zweiter Sohn des Altphilologen und Sprachforschers Karl Wilhelm Ludwig Heyse (1797-1855) und seiner Frau Julie, geb. Salomon (Saaling; 1788-1863; ev. 1826) aus jüdisch-assimilierter Familie. Der Vater - vorher u.a. Erzieher im Hause Wilhelm von Humboldts und Hauslehrer beim Staatsrat Abraham Mendelssohn-Bartholdy - erhält 1829 eine außerordentliche Professur der Philosophie an der Universität Berlin. Der einzige Bruder ist geistig zurückgeblieben.
H. wächst in kultivierter Atmosphäre auf: Kontakt des Elternhauses zu den führenden jüdischen Salons in Berlin (Varnhagen, Levy, Hensel); Mutter (Tochter des Hofjuweliers) ist mit der Familie Mendelssohn-Bartholdy verwandt. Förderung des Frühbegabten durch Emanuel Geibel. Universell gebildet.
Schon mit 24 Jahren materiell gesichertes Lebe
n durch eine feste Pension des bayerischen Königs Maximilian II. Politisch jedoch nie vereinnahmt, liberaler Demokrat (Eintreten für Schriftstellerkollegen, gegen Zensur). "Literaturpapst" und "Dichterfürst" mit entsprechendem Lebensstil; von den Zeitgenossen mit Goethe verglichen, von den Naturalisten als Schönschreiber bekämpft.
 

1854

Eheschließung mit Margarethe Kugler (1834-1862; Tochter des Kunsthistorikers und Schriftstellers Franz Kugler); zwei Söhne, zwei Töchter

1867

2. Ehe mit Anna Schubart (1850-1930); ein Sohn, eine Tochter

 
Erzähler, Dramatiker, Essayist, Übersetzer und Herausgeber (u.a. Deutscher Novellenschatz und Gesammelte Werke von Hermann Kurz). Als erster deutscher Schriftsteller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Gewaltiges Oeuvre: 150 Novellen, acht Romane, 60 Dramen, zahlreiche Übersetzungen und Hunderte von Gedichten.
Thematisch und formal dem Ideal antiker Schönheit verpflichtet. Heute so gut wie vergessen, bekannt nur noch als Novellist und Novellentheoretiker ("Falkentheorie": In der Einleitung zum Deutschen Novellenschatz, 1871, fordert er ein Leitmotiv nach dem Beispiel von Boccaccios Falkennovelle, das als Strukturmittel in jeder guten Novelle an wichtiger Stelle immer wieder auftaucht).
 

Auszeichnungen:
 

1884

Schiller-Preis (zusammen mit Ernst von Wildenbruch)

1910

Nobelpreis für Literatur (als erster Deutscher)
Ehrenbürgerschaft der Stadt München
Nobilitierung


Wichtige Lebensdaten:

1838

Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Berlin; Musikstunden beim Freund Peter Cornelius.

1846

Bekanntschaft mit Emanuel Geibel, der ihn in das Haus des Kunsthistorikers und Malers Franz Kugler einführt, in dem er in den folgenden Jahren u.a. Jacob Burckhardt, Adolph Menzel, Joseph von Eichendorff und Theodor Fontane kennen lernt.

1847

Abitur; Studium der klassischen Philologie an der Universität Berlin.

1848

Durch Geibel Einführung in den Literatenzirkel Tunnel über der Spree.

1849

Wechsel an die Universität Bonn; Studium der Kunstgeschichte und der romanischen Philologie.

1851

Rückkehr nach Berlin; Reise mit den Eltern in die Schweiz.

1852

Promotion zum Dr. phil.; mit einem Stipendium des Unterrichtsministeriums Aufenthalt in Italien zusammen mit seinem Freund Ribbeck (Rom, Florenz, Modena, Venedig); Studium provenzalischer Handschriften; Doktortitel summa cum laude (Dissertation Studia Romanensia über die Dichtung der Provenzalen).

1853

Rückkehr aus Italien; Privatgelehrter mit Geldsorgen.

1854

Berufung nach München durch König Maximilian II. von Bayern; Jahresgehalt von 1000 Gulden, einzige Verpflichtung, an den Symposien des Königs teilzunehmen; zusammen mit Geibel Kopf des Münchener Dichterkreises.

1856

Gründungsmitglied des Literatenzirkels Gesellschaft der Krokodile (u.a. Geibel, Lingg, Leuthold, Scheffel, Dahn).

1857

Besuch Scheffels bei Heyse; Reise nach Zürich zu Gottfried Keller.

1858

Herausgabe des Literaturblatts zum Deutschen Kunstblatt.

1859

Besuch Fontanes in München.

1860

Reisen nach Berchtesgaden und in die Pfalz mit König Maximilian II.

1861

Reise nach Wien (Hebbel, Grillparzer).

1862

Tod der Ehefrau in Meran (Lungenkrankheit).

1867

Wiederverheiratung; Hochzeitsreise nach Venedig.

1868

Aus Solidarität mit Geibel, dem von Ludwig II. seine Pension entzogen wird, Verzicht auf das Jahresgehalt; Ablehnung eines Rufes des Weimarer Großherzogs Karl Alexander; Winteraufenthalt (auch in den folgenden Jahren) in Gardone am Gardasee.

1869

Freundschaft mit den Malern Carl Spitzweg, Hans Thoma und Franz Lenbach.

1871

Tod des Sohnes Ernst; Geburt des Sohnes Wilfried.

1872

Besuch Gottfried Kellers in München.

1873

Gesellschaftlicher Umgang mit Johannes Brahms.

1874

Bezug des Hauses in der Luisenstraße gegenüber dem Lenbach-Haus.

1875

Begegnung mit Henrik Ibsen in München.

1878

Kuraufenthalt im Engadin.

1879

Begegnung mit Björnstjerne Björnson in München.

1881

Reise nach Lübeck (Geibel) und Hademarschen (Storm).

1886

Paris-Reise.

1892

Im Hause Lenbachs Begegnung mit dem früheren Reichskanzler Bismarck.

1896

Besuch Fontanes in Berlin.

1899

Freundschaft mit den Malern Franz Stuck und Fritz von Kaulbach.

1900

Ehrenpräsident des Goethe-Bundes zum Schutze freier Kunst und Wissenschaft.

1910

H. erhält als erster deutscher Dichter den Literatur-Nobelpreis; Verleihung des persönlichen Adels durch Prinzregent Luitpold, von dem H. aber keinen Gebrauch macht.

Werke:
(a = Uraufführung in)

Erzählungen

1850

Der Jungbrunnen. Märchen von einem fahrenden Schüler (anonym)

1855

Novellen (1. Slg.)

  • Die Blinden

  • Marion

  • La Rabbiata (= L'Arrabbiata)

  • Am Tiberufer

1858

Neue Novellen (2. Slg.)

  • Das Mädchen von Treppi

  • Der Kreisrichter

  • Erkenne dich selbst

  • Helene Morten

1859

Vier neue Novellen (3. Slg.)

  • Die Einsamen

  • Anfang und Ende

  • Maria Franziska

  • Das Bild der Mutter

1862

Neue Novellen (4. Slg.)

  • Annina

  • Im Grafenschloß

  • Andrea Delfin

  • Auf der Alm

1863

Rafael

1864

Meraner Novellen (5. Slg.)

  • Unheilbar

  • Der Kinder Sünde, der Väter Fluch

  • Der Weinhüter

1866

Fünf neue Novellen (6. Slg.)

  • Franz Alzeyer

  • Die Reise nach dem Glück

  • Die kleine Mama

  • Kleopatra

  • Die Witwe von Pisa

1867

Novellen und Terzinen (7. Sgl.)

  • Mutter und Kind

  • Auferstanden

  • Der Salamander

  • Beatrice

1869

Moralische Novellen (8. Sgl.)

  • Die beiden Schwestern

  • Lorenz und Lore

  • Vetter Gabriel

  • Am toten See

  • Der Turm von Nonza

1870

Der letzte Centaur

1871

Ein neues Novellenbuch (9. Sgl.)

  • Barbarossa

  • Die Stickerin von Treviso

  • Lottka

  • Das schöne Käthchen

  • Geoffroy und Garcinde

1875

Neue Novellen (10. Sgl.)

  • Er soll dein Herr sein

  • Eine ungarische Gräfin

  • Ein Märtyrer der Phantasie

  • Judith Stern

  • Nerina

1878

Zwei Gefangene

1878

Neue moralische Novellen (11. Sgl.)

  • Jorinde

  • Getreu bis in den Tod

  • Die Kaiserin von Spinetta

  • Das Seeweib

  • Die Frau Marchesa

1879

Das Ding an sich und andere Novellen (12. Sgl.)

  • Das Ding an sich

  • Zwei Gefangene

  • Die Tochter der Exzellenz

  • Beppo, der Sternseher

1880

Frau von F. und römische Novellen (13. Sgl.)

  • Frau von F.

  • Die talentvolle Mutter

  • Romulusenkel

  • Die Hexe vom Korso

1881

Das Glück von Rothenburg

1882

Troubadour-Novellen (14. Sgl.)

  • Der lahme Engel

  • Die Rache der Vizgräfin

  • Die Dichterin von Carcassonne

  • Der Mönch von Montaudon

  • Ehre über alles

  • Der verkaufte Gesang

1883

Unvergeßbare Worte und andere Novellen (15. Sgl.)

  • Unvergeßbare Worte

  • Die Eselin

  • Das Glück von Rothenburg

  • Geteiltes Herz

1883

Buch der Freundschaft (16. Sgl.)

  • David und Jonathan

  • Grenzen der Menschheit

  • Nino und Maso

1884

Buch der Freundschaft. Neue Folge (17. Sgl.)

  • Siechentrost (Neuauflage 1912: Bruder Siechentrost)

  • Die schwarze Jakobe

  • Gute Kameraden

  • Im Bunde der Dritte

1886

(18. Slg.)

  • Himmlische und irdische Liebe

  • F.V.R.I.A.

  • Auf Tod und Leben

1888

Villa Falconieri und andere Novellen (19. Slg.)

  • Villa Falconieri

  • Doris Sengeberg

  • Emerenz

  • Die Märtyrerin der Phantasie

1890

Novellen. Auswahl für's Haus (3 Bde.)

1891

Weihnachtsgeschichten

1892

Marienkind

1893

Aus den Vorbergen. Novellen

  • Vroni

  • Marienkind

  • Xaverl

  • Dorfromantik

1894

In der Geisterstunde und andere Spukgeschichten

  • In der Geisterstunde

  • Die schöne Abigail

  • Mittagszauber

  • 's Lisabethle

  • Das Waldlachen

  • Martin der Streber

  • Das Haus "Zum ungläubigen Thomas"

1895

Melusine und andere Novellen

  • Hochzeit auf Capri

  • Fedja

  • Donna Lionarda

  • Die Rächerin

  • Melusine

1896

Abenteuer eines Blaustrümpfchens
Verratenes Glück

1897

Das Räthsel des Lebens und andere Charakterbilder

  • Der Dichter und sein Kind

  • Der Siebengescheidte

  • Ehrliche Leute

  • Einer von Hunderten

  • Ein Mädchenschicksal

  • Das Steinchen im Schuh

  • Das Räthsel des Lebens

1897

Männertreu
Der Sohn seines Vaters

1898

Der Sohn seines Vaters und andere Novellen

  • Der Sohn seines Vaters

  • Verratenes Glück

  • Medea

  • Männertreu

  • Abenteuer eines Blaustrümpfchens

1899

Die Macht der Stunde
Neue Märchen

1900

Fräulein Johanne
Der Schutzengel

1901

Der verlorene Sohn
Tantalus

1902

Ninon und andere Novellen

  • Ninon

  • Zwei Seelen

  • Der Blinde von Dausenau

  • Fräulein Johanne

  • Tantalus

  • Ein Mutterschicksal

1902

Novellen vom Gardasee

  • Gefangene Singvögel

  • Die Macht der Stunde

  • San Vigilio

  • Entsagende Liebe

  • Eine venezianische Nacht

  • Antiquarische Briefe

1903

Moralische Unmöglichkeiten und andere Novellen

  • Moralische Unmöglichkeiten

  • Er selbst

  • Zwei Witwen

  • Ein Idealist

1906

Victoria regia und andere Novellen

  • Victoria regia

  • Lucile

  • Tante Lene

  • Die Ärztin

  • Der Hausgeist

  • Ein Ring

1908

Menschen und Schicksale. Charakterbilder

  • Das Karussell

  • Das Unglück, Verstand zu haben

  • Lottchen Tappe

  • Verfehlter Beruf

  • Die gute Tochter

  • Ein Luftschiffer

  • Mei Bübche

  • Fromme Lüge

  • Florian

  • Iwan Kalugin

  • Ein Christuskopf

  • Ein Menschenfeind

  • Ein literarischer Femrichter

1909

Helldunkles Lachen

  • Unüberwindliche Mächte

  • Rita

  • Ein unpersönlicher Mensch

  • Eine Kollegin

  • Clelia

1910

Ein Familienhaus

1912

Plaudereien eines alten Freundespaares

  • Faustrecht

  • Das schwächere Geschlecht

  • Altruismus

  • Don Juan

  • Erste Liebe

  • Olive von Planta

  • Vendetta

  • Der Jubilar

1914

Letzte Novellen

  • Die bessere Welt

  • Fanchette

  • Unwiederbringlich

Versnovellen u. Versdichtungen

1852

Die Brüder. Eine chinesische Geschichte in Versen
Urica

1854

Hermen (Slg.)

1856

Die Braut von Cypern

1858

Thekla

1864

Gesammelte Novellen in Versen (erw. 1870)

1867

Syritha

1879

Die Madonna im Ölwald. Novellen und Verse

1882

Der Traumgott

Romane

1873

Kinder der Welt (3 Bde.)

1875

Im Paradiese (3 Bde.)

1887

Der Roman der Stiftsdame. Eine Lebensgeschichte

1892

Merlin (3 Bde.)

1895

Über allen Gipfeln

1905

Crone Stäudlin

1907

Gegen den Strom. Eine weltliche Klostergeschichte

1909

Die Geburt der Venus

Dramen

1850

Franzeska von Rimini (Tragödie)

1854

Meleager (Tragödie)
Die Pfälzer in Irland

1859 (1858 a München)

Die Sabinerinnen

1862 (a München)

Ludwig der Bayer

1864-1905

Dramatische Dichtungen (Berlin/Stuttgart: Hertz/Besser/Cotta; 38 Bde.)

1864 (1860 a München)

Elisabeth Charlotte (= Dramatische Dichtungen Bd. 1)

1865 (1866 a Berlin)

Maria Moroni (Tragödie, = Dramatische Dichtungen Bd. 2)

1865

Hadrian (Tragödie, = Dramatische Dichtungen Bd. 3)

1866 (1864 a Wien)

Hans Lange (= Dramatische Dichtungen Bd. 4)

1867
(1866 a München)

Die glücklichen Bettler. Morgenländisches Märchen frei nach Carlo Gozzi

1868
(1865 a Berlin)

Colberg (historisches Schauspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 5)

1870
(1867 a Breslau)

Die Göttin der Vernunft (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 6)

1871 (a München)

Die Franzosenbraut (Volksschauspiel)
Der Friede (Festspiel)

1875

Ehre um Ehre (= Dramatische Dichtungen Bd. 7)

1877 (a Wien)

Graf Königsmark (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 8)

1877 (1879 a Straßburg)

Elfride (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 9)

1881 (a Karlsruhe)

Die Weiber von Schorndorf (historisches Schauspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 10)

1882 (a Weimar)

Alkibiades (Tragödie, = Dramatische Dichtungen Bd. 12, 1883)

1883 (1884 a Berlin)

Das Recht des Stärkeren (= Dramatische Dichtungen Bd. 11)

1883 (1884 a Frankfurt/M.)

Don Juan's Ende (= Trauerspiel, Dramatische Dichtungen Bd. 13)

1884 (a Frankfurt/M.)

Ehrenschulden (einaktiges Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 14)

1884 (1885 a Dessau)

Frau Lukrezia (= Das Fagott, einaktiges Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 14)

1884 (1885 a Hannover)

Simson (einaktiges Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 14)

1884
(a Frankfurt/M.)

Unter Brüdern (Lustspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 14)

1886
(1884 a München)

Getrennte Welten (= Dramatische Dichtungen Bd. 15)

1886
(1885 Frankfurt/M.)

Die Hochzeit auf dem Aventin (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 16)

1887 (a Weimar)

Die Weisheit Salomo's (= Dramatische Dichtungen Bd. 17)

1888 (a Frankfurt/M.)

Gott schütze mich vor meinen Freunden (Lustspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 18)

1888 (a Hamburg)

Prinzessin Sascha (= Dramatische Dichtungen Bd. 19)

1889

Weltuntergang (Volksschauspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 20)

1889

Kleine Dramen (= Dramatische Dichtungen Bd. 21 und 22)

  • Im Bunde der Dritte

  • Der Venusdurchgang

  • Nur keinen Eifer

  • In sittlicher Entrüstung

  • Eine erste Liebe

  • Eine Dante-Lektüre

  • Zwischen Lipp und Bechersrand

  • Die schwerste Pflicht

1890 (a Weimar?)

Ein überflüssiger Mensch (= Dramatische Dichtungen Bd. 23)

1891 (a Weimar)

Die schlimmen Brüder (= Dramatische Dichtungen Bd. 24)

1892

Wahrheit? (= Dramatische Dichtungen Bd. 25)

1893 (1892 a Berlin)

Ein unbeschriebenes Blatt (Lustspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 26)

1893 (1892 a München)

Jungfer Justine (= Dramatische Dichtungen Bd. 27)

1894

Wolfram von Eschenbach (Festspiel)

1896

Die Fornarina (Trauerspiel; = Kennst du das Land?)

1896 (1895 a München)

Roland's Schildknappen oder Die Komödie vom Glück. Volksmärchen (= Dramatische Dichtungen Bd. 28)

1896 (1895 a Meiningen)

Vanina Vanini (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 29)

1897 (1896 Dresden)

Drei neue Einakter (= Dramatische Dichtungen Bd. 30)

  • Der Stegreiftrunk

  • Schwester Lotte

  • Auf den Dächern

1898 (1897 a Oldenburg)

Der Bucklige von Schiras (Komödie, = Dramatische Dichtungen Bd. 31)

1899

Maria von Magdala (= Dramatische Dichtungen Bd. 32)

1901 (a New York)

Das verschleierte Bild zu Sais (= Dramatische Dichtungen Bd. 33)

1902 (1913 a Hamburg)

Der Heilige (Trauerspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 34)

1904

Mythen und Mysterien

  • Lilith

  • Kain

  • Perseus

  • Der Waldpriester

  • Am Tor der Unterwelt

  • Gespräche im Himmel

1905

Die thörichten Jungfrauen (Lustspiel, = Dramatische Dichtungen Bd. 35)

1905 (1904 a Frankfurt/M.)

Ein Kanadier (= Dramatische Dichtungen Bd. 36)

1905

Sechs kleine Dramen (= Dramatische Dichtungen Bd. 37, 38)

  • Eine alte Geschichte

  • Die Zaubergeige

  • Zu treu

  • Horaz und Lyra

  • Der Stern von Mantua

  • Die Tochter der Semiramis

1909

König Saul. Biblische Historie
Mutter und Tochter

Oper u. Operette

1868 (a München)

Der Rotmantel (komische Oper, Musik Georg Krempelsetzer)

1870 (a München)

Adam und Eva (Operette nach der Novelle Marion; Musik Robert von Hornstein)

Gedichte

1872

Gedichte (= 1. Bd. der Gesammelten Werke)

1877

Skizzenbuch (Sgl.)

1885

Gedichte (3. erw. Aufl.)
Spruchbüchlein

1896

Das Goethehaus in Weimar

1897

Neue Gedichte und Jugendlieder

1903

Ein Wintermärchen (Gedichte)

1908

Waldmonologe aus Kreuth (Sonette)

Autobiographisches

1880

Verse aus Italien. Skizzen, Briefe und Tagebuchblätter

1900

Jugenderinnerungen und Bekenntnisse

1904

Ein Wintertagebuch. Gardone 1901-1902

1912

Jugenderinnerungen und Bekenntnisse (5. stark verm. Aufl., 2 Bde.)

Übersetzungen (Auswahl)

1852

Provencalische Lieder

1860

Italienisches Liederbuch. Volkslieder

1867

Shakespeare: Antonius und Kleopatra

1868

Shakespeare: Timon von Athen

1875

Giuseppe Giusti, sein Leben und seine Dichtungen

1878

Giacomo Leopardi: Werke (2 Bde.)

1889-1905

Italienische Dichter seit der Mitte des 18. Jahrhunderts (5 Bde., Übersetzungen und Studien: u.a. Alfieri, Monti, Foscolo, Manzoni, Leopardi, Giusti)

1914

Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance (Ariost: Die Cassaria; Lorenzino de' Medici: Die Aridosia; Machiavelli: Mandragola)

1914

Italienische Volksmärchen

Werkausgaben

1872-1914

Gesammelte Werke, Berlin/Stuttgart: Hertz/Besser/Cotta (38 Bde.)

1881-1886

Novellen und Romane, Berlin: Hertz (14 Bde.)

1902-1911

Romane und Novellen. Erste Serie: Romane, Stuttgart: Cotta (12 Bde.)

1902-1912

Gesammelte Werke. Neue Serie, Stuttgart: Cotta (42 Bde.)

1904-1910

Romane und Novellen. Zweite Serie: Novellen, Stuttgart: Cotta (24 Bde.)

1911-1912

Romane und Novellen. Dritte Serie: Lyrische und epische Dichtungen, Stuttgart: Cotta (4 Bde.)

1924

Gesammelte Werke, Stuttgart/Berlin: Cotta/Klemm (15 Bde.)

1980

Werke, hg. v. Bernhard u. Johanna Knick, Frankfurt/M.: Insel (2 Bde.)

1998

Novellen, hg. v. Rainer Hillenbrand, Zürich: Manesse (2 Bde.)


                  

 
[Falkentheorie]
 

[...] Im allgemeinen aber halten wir auch bei der Auswahl für unsern Novellenschatz an der Regel fest, der Novelle den Vorzug zu geben, deren Grundmotiv sich am deutlichsten abrundet und - mehr oder weniger gehaltvoll - etwas Eigenartiges, Spezifisches schon in der bloßen Anlage verrät. Eine starke Silhouette - um nochmals einen Ausdruck der Malersprache zu Hülfe zu nehmen - dürfte dem, was wir im eigentlichen Sinne Novelle nennen, nicht fehlen, ja wir glauben, die Probe auf die Trefflichkeit eines novellistischen Motivs werde in den meisten Fällen darin bestehen, ob der Versumch gelingt, den Inhalt in wenige Zeilen zusammenzufassen, in der Weise, wie die alten Italiener ihren Novellen kurze Überschriften gaben, die dem Kundigen schon im Keim den spezifischen Wert des Themas verraten. Wer, der im Boccaz die Inhaltsangabe der neunten Novelle des fünften Tages liest:
 

"Federigo degli Alberighi liebt, ohne Gegenliebe zu finden; in ritterlicher Werbung verschwendet er all seine Habe und behält nur noch einen einzigen Falken; diesen, da die von ihm geliebte Dame zufällig sein Haus besucht und er sonst nichts hat, ihr ein Mahl zu bereiten, setzt er ihr bei Tische vor. Sie erfährt, was er getan, ändert plötzlich ihren Sinn und belohnt seine Liebe, indem sie ihn zum Herrn ihrer Hand und ihres Vermögens macht." - 
 

Wer erkennt nicht in diesen wenigen Zeilen alle Elemente einer rührenden und erfreulichen Novelle, in der das Schicksal zweier Menschen durch eine äußere Zufallswendung, die aber die Charaktere tiefer entwickelt, aufs liebenswürdigste sich vollendet? Wer, der diese einfachen Grundzüge einmal überblickt hat, wird die kleine Fabel je wieder vergessen, zumal wenn er sie nun mit der ganzen Anmut jenes im Ernst wie in der Schalkheit unvergleichlichen Meisters vorgetragen findet.  

Wir wiederholen es: eine so einfache Form wird sich nicht für jedes Thema unseres vielbrüchigen modernen Kulturlebens finden lassen. Gleichwohl aber könnte es nicht schaden, wenn der Erzähler auch bei dem innerlichsten oder reichsten Stoff sich zuerst fragen wollte, wo „der Falke“ sei, das Spezifische, das diese Geschichte von tausend anderen unterscheidet. [...]
 
 

Einleitung zum Deutschen Novellenschatz, 1871

  

 

                      

                            

 

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