Ludwig
Heinrich Christoph Hölty
Lebensdaten Werk
* 21. Dezember 1748 Mariensee bei Hannover + 1. September 1776 Hannover (Schwindsucht) |
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Pastorensohn; kränklich; verliert früh seine Mutter; äußerlich ereignisarmes Leben; erlernt sieben Sprachen; von Narben entstelltes Gesicht infolge einer Blatternerkrankung in seiner Kindheit ("in dem allerhässlichsten Körper die schönste Engelseele", Charlotte von Einem); "Bücherleben".
Lyriker
des "Hainbundes". Kleines
Werk von 138 Gedichten.
Frühvollendet; "sanft melancholischer Anklang" (Goethe) seiner Lyrik;
Formenvielfalt, sprachliche Virtuosität. Seine Oden und Elegien beeinflussen Hölderlin,
Novalis, Mörike. Erster Balladendichter der dt. Literatur. Vertonungen durch Mozart,
Beethoven, Schubert, Brahms u.a.
Dein, o Hölty, gedenk´ ich! dein Lied ist der liebliche Knabe,
Der in Goethes Gesang reifte zum herrlichen Mann.
(Friedrich Rückert)
wichtige Lebensdaten:
1769-72 |
Studium der Theologie und Philologie in Göttingen; hält sich mit Sprachunterricht und Übersetzungen über Wasser |
1772-74 |
Mitglied im jugendlichen Dichterbund des "Göttinger Hain" (Bundesnamen: "Haining") |
1774 |
H.
lernt die 18-jährige Charlotte, die Tochter des Konrektors Johann Konrad von Einem,
kennen ("das kleine Entzücken"); harmlose Freundschaft, Briefwechsel. |
1775 |
Werke:
(e = entstanden)
Lyrik
1771-72 e |
Elegie auf einen Dorfkirchhof |
1771-73 e |
Adelstan und Röschen (Ballade) |
1773-75 e |
Die Nonne (Ballade) |
1783 |
Gedichte (u.a. Landleben, Die Maynacht, Maylied, Maygesang, Laura, Das Traumbild; Üb immer treu und Redlichkeit; Rosen auf den Weg gestreut) |
Ausgabe
1914-18 |
Sämtliche Werke, kritisch hg. v. Wilhelm Michael, Weimar (2 Bde.) |
Ihr Freunde, hänget, wann ich gestorben bin,
die kleine Harfe hinter dem Altar auf,
wo an der Wand die Totenkränze
manches verstorbenen Mädchens schimmern.
Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden
die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band,
das, an der Harfe festgeschlungen,
unter den goldenen Saiten flattert.
(9. November 1774)