Ödön von
Horváth
eigentl. Edmund (Ödön) Josef
von Horváth
Lebensdaten | Werk
| externer Link
+ 1. Juni 1938 Paris (durch herabfallenden Ast) begraben: Paris,
Friedhof St. Ouen; seit 1988 Ehrengrab in Wien, Heiligenstädter Friedhof |
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Sohn des österreichisch-ungarischen Diplomaten Dr. Ödön Josef von Horváth (1874-1950; 1909 geadelt) und seiner Frau Maria Hermine, geb. Prehnal (1882-1959); der Vater stammt aus Slavonien, die Mutter aus Siebenbürgen (Sprache der Mutter ist Deutsch). Bruder: Lajos (1903-1968). Ungarischer Staatsbürger; häufiger Ortswechsel während der Schulzeit (Belgrad, Budapest, München, Wien, Preßburg); H. wechselt viermal die Unterrichtssprache: "Erst mit vierzehn Jahren schrieb ich den ersten deutschen Satz". - "'Heimat'? Kenn ich nicht. Ich bin eine typische alt-österreichisch-ungarische Mischung: magyarisch, kroatisch, deutsch, tschechisch - mein Name ist magyarisch, meine Muttersprache ist deutsch."
1933 |
Heirat mit Maria Elsner (1905-1981, Sängerin); 1934 Scheidung |
Dramatiker und Erzähler. Will in seinen Volksstücken die Entwurzelung des modernen Menschen aufzeigen. Ziel: "Demaskierung des Bewußtseins", der Kleinbürgermentalität durch die Sprache, den "Bildungsjargon" seiner Figuren; seine Stücke sind eine "Synthese von Ernst und Ironie" . Grundelemente: "mißlingende menschliche Kommunikation, verfehltes Leben, gegenseitiger Haß, latente Gewalt, trügerische Idylle und Fassadenmoral, Zweifel an der Existenz Gottes" (Theo Buck). Nach 1933 wendet sich H. zunehmend ethisch-moralischen, metaphysischen Problemen zu; resignativer Grundton. "Entdeckung" in den 60er Jahren. Der Roman Jugend ohne Gott ist zum Klassiker der Schullektüre geworden.
Auszeichnung:
1931 |
Kleist-Preis |
wichtige Lebensdaten:
Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Dramen
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1922 |
Das Buch der Tänze (Pantomime; 1926 Restauflage von H. aufgekauft und vernichtet) |
1923
e
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Mord in der Mohrengasse |
1926 e |
Zur schönen Aussicht (Komödie) |
1929 a
(Berlin) |
Die Bergbahn (1926 e; urspr. Revolte auf Côte 3018; 1927 a Hamburg) (Volksstück) |
1929 a
(Berlin) |
Sladek der schwarze Reichswehrmann (urspr. Sladek oder Die schwarze Armee) |
1929 e |
Rund um den Kongreß (Komödie) |
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1930 e |
Die Lehrerin von Regensburg |
1930 |
Italienische Nacht (Erstfass. u.d.T. Ein Wochenendspiel, Volksstück) |
1931 |
Geschichten aus dem Wiener Wald (Volksstück) |
1932 a
(Leipzig) |
Kasimir und Karoline (Volksstück) |
1932
e |
Glaube Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz (Uraufführung: Liebe, Pflicht und Hoffnung) |
1933
e |
Eine Unbekannte aus der Seine (Komödie) |
1934
e |
Himmelwärts (Märchenposse) |
1934 a
(Zürich) |
Hin und her (Posse) |
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1935
e |
Mit dem Kopf durch die Wand (Lustspiel) |
1936
e |
Don Juan kommt aus dem Krieg |
1936
e |
Figaro läßt sich scheiden (Komödie) |
1936
e |
Der jüngste Tag. Schauspiel in sieben Bildern |
1937 a (Prag) |
Ein Dorf ohne Männer (Lustspiel) |
1937 e |
Pompeji. Komödie eines Erdbebens |
1929 e |
Stunden der Liebe |
Romane
1930 |
Der ewige Spießer (darin integriert: Sechsunddreißig Stunden. Die Geschichte vom Fräulein Pollinger, 1929 e) |
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1937 |
Jugend ohne Gott |
1938 |
Ein Kind unserer Zeit (1953 u.d.T. Zeitalter der Fische) |
1924-26 |
Sportmärchen |
1932 |
Interview |
1932 |
Gebrauchsanweisung |
Gesamtausgaben
1970-71 |
Gesammelte Werke, Frankfurt/M. (4 Bde.) |
1983ff. |
Kommentierte Werkausgabe in Einzelbänden, Frankfurt/M. (15 Bde.) |
1988 |
Gesammelte Werke, Frankfurt/M. (4 Bde.) |
(update: 31.07.2007)