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Ricarda Huch

vollst.: Ricarda Octavia Huch
 
Lebensdaten | Werk

Huch-Texte im Netz



* 18. Juli 1864 Braunschweig

+ 17. November 1947 Schönberg (heute Ortsteil von Kronberg/Taunus) (Lungenentzündung)

Grabstätte: Frankfurt a. M., Hauptfriedhof

  

  
  
 
 Radierung von Johann Lindner, 1901
(Bildquelle: Wikipedia)
 

   
Erzählerin, Lyrikerin, Dramatikerin, Historikerin. Umfangreiches Werk, dessen Hauptakzent auf elegisch gehaltenen Romanen und auf kultur- und literarhistorischen Darstellungen liegt.
 

A
us liberaler protestantischer Patrizierfamilie. Tochter des Großkaufmanns Richard Huch (1830-1887) und seiner Frau Emilie, geb. Hähn (1842-1883). Bruder: Rudolf (1862-1943, Schriftsteller); Schwester: Lilly (*1859). Cousins: die Schriftsteller Friedrich (1873-1913) und Felix Huch (1880-1952). Studiert und promoviert als eine der ersten deutschen Frauen.

 

1898

Heirat mit dem Zahnarzt Dr. Ermanno Ceconi (1870-1927); Scheidung 1906; Tochter Marietta (1899-1978)

1907

2. Ehe mit dem Juristen Dr. Richard Huch (1850-1914, Vetter und Schwager); Scheidung 1911

Auszeichnungen

1924

Ehrensenatorin der Universität München

1931

Goethe-Preis

1944

Wilhelm-Raabe-Preis

1946

Ehrendoktorwürde der Universität Jena


 
Wichtige Lebensdaten:
 

1864

Nach dem Zusammenbruch des väterlichen Handelshauses Übersiedlung der Eltern von Porto Alegre/Brasilien nach Braunschweig.

1879

Die Schwester Lilly heiratet den Vetter Richard Huch.

1883

Tod der Mutter.

ab 1883

Liebesaffäre mit dem 14 Jahre älteren Mann ihrer Schwester.

1887

1.1.: Der Bruder Rudolf bringt Ricarda in die Schweiz; 24.6.: Tod des Vaters.

1888-1891

Geschichts- und Philosopie-Studium in Zürich (deutsche Universitäten standen Frauen nicht offen).

1891

Examen für das höhere Lehramt; Promotion zum Dr. phil. (Die Neutralität der Eidgenossenschaft, beonders der Orte Zürich und Bern, während des Spanischen Erbfolgekrieges).

1891-1896

Bibliothekarin an der Zürcher Zentralbibliothek.

ab 1893

Enge Freundschaft mit ihrer späteren Biografin Marie Baum (1874-1964).

1894-1896

Lehrerin für Deutsch an der Städtischen Höheren Mädchenschule.

1896

Erste literarische Erfolge; Okt.: Übersiedlung nach Bremen. Projekt zur Gründung eines Mädchengymnasiums scheitert. 

1897

Rückkehr nach Zürich. Sept.: mit Marie Baum Umzug nach Wien. Herbst: erste Bekanntschaft mit Dr. Ermanno Ceconi aus Padua.

1898

Frühjahr: Reise nach Florenz zum zukünftigen Schwiegervater. 9.7: Heirat mit Ceconi. Nov.: Reisen nach Zürich und Florenz. - Umzug nach Triest.

1899

9.9.: Geburt der Tochter Marietta. - Reisen nach Venedig und Verona.

1900

Juli: Ceconi kündigt seine Stellung; Umzug nach München.

1901

Sommerwohnung in Grünwald, später Hauptwohnsitz.

1902

April: Zahnarztpraxis (einer der Patienten ist Thomas Mann); einige Wochen in Zürich; Vortragsreise nach Wien.

1904

Italienreise: Venedig, Ravenna, Rom.

1905

Affäre Ceconis mit Käte Huch, der Tochter von Lilly und Richard Huch, bei deren München-Besuch. Wiedersehen mit Richard, dessen Frau sich von ihm getrennt hatte. Trennung von Ceconi.

1906

Auf Betreiben Ricardas Scheidung. - Mit der Tochter in Zürich.

1907

Scheidung des Ehepaars Lilly und Richard Huch. - Umzug nach Braunschweig; 6. Juli:. Eheschließung mit Richard. Der neue Ehemann möchte Ricardas Tochter Marietta nicht mit zu sich nehmen.

1909

Jahresanf.: Besuch bei Marie Baum in Düsseldorf. - Reisen nach München und Zürich.

1910

Aufenthalt in Düsseldorf bei Marie Baum.

1911

Richard trennt sich von seiner Frau. Herbst: Scheidung. - Herbst: Zurück nach München.

1911-1927

Wohnung im Gartenhaus, Kaulbachstr. 35.

1914

Jan.: Tod Richard Huchs. - Frühjahr: Reise mit Marie Baum nach Meran.

1916

Juli: Reise mit Tochter Marietta in die Schweiz: Aeschi am Thuner See, danach längerer Aufenthalt in Bern.  - Vortragsreisen in der Schweiz.

1918

Okt.: Rückkehr nach München.

1919

Neuer Kontakt mit dem ersten Ehemann Dr. Ermanno Ceconi; Besuche mit der Tochter in Padua.

1926

Aufnahme in die Preußische Dichterakademie (als erste Frau). - Marietta heiratet Franz Böhm, Referent im Wirtschaftsministerium.

1927

Frühjahr: Umzug zu Tochter und Schwiegersohn nach Berlin-Charlottenburg. - 3.11.: Tod Ceconis.

1932

Promotion Franz Böhms an der Universität Freiburg (ein Jahr später Habilitation); Okt.: Ricarda Huch mit Tochter und Enkel bei Marie Baum in Heidelberg.

1933

9.4.: Austritt aus der Dichterakademie aus Protest gegen den Ausschluss jüdischer Mitglieder.

1934

Herbst: Umzug nach Freiburg zu Tochter und Schwiegersohn.

1936

Dr. Böhm erhält Ruf an die Universität Jena: Umzug nach Thüringen (Herbst).

1938

Aufgrund einer Denunziation mehrere Vorladungen für Ricarda Huch und Dr. Böhm bei der Gestapo ("Heimtückegesetz").

1940

Entzug der Lehrerlaubnis für Dr. Böhm.

1947

Ricarda Huch eröffnet und beschließt in Berlin den ersten deutschen Schriftstellerkongresss nach dem Krieg. - Okt.: über Hannover nach Frankfurt/M., dem Wohnort der Familie ihrer Tochter. Letzte Lebenswochen als Gast der Stadt Frankfurt im Gästehaus in Schönberg/Taunus.


Werke:

(e= entstanden; a = Uraufführung in)

Gedichte

1891

Gedichte (u. d. Pseudonym Richard Hugo)

1894

Gedichte (verm. 1912)

1907

Neue Gedichte (= Liebesgedichte, 1912)

1920

Alte und neue Gedichte

1929

Gesammelte Gedichte

1944

Herbstfeuer. Gedichte

          
Dramen
    

1891

Der Bundesschwur (Lustspiel; u. d. Pseudonym Richard Hugo)

1892

Evoë. Dramatisches Spiel

1895 (a Zürich)

Das Spiel von den vier Züricher Heiligen

1897

Fastnachtspossen. Ein toll und ausgelassen Spiel von Hans Sachsen (u. d. Pseudonym Richard Hugo)

1902 (e 1892)

Dornröschen. Märchenspiel

           
Erzählungen/Novellen
         

1892

Die Hugenottin

1896

Der Mondreigen von Schlaraffis

1897

Lügenmärchen

1897

Erzählungen:

  • Der Mondreigen von Schlaraffis

  • Teufeleien

  • Haduvig im Kreuzgang

1899

Fra Celeste und andere Erzählungen:

  • Fra Celeste

  • Der arme Heinrich

  • Der Weltuntergang

  • Die Maiwiese

1905

Seifenblasen. Drei scherzhafte Erzählungen:

  • Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück

  • Aus Bimbos Seelenwanderungen

  • Das Judengrab

1910

Der Hahn von Quakenbrück und andere Novellen

  • Der Hahn von Quakenbrück

  • Der Sänger

  • Der neue Heilige

1910

Der letzte Sommer. Erzählung in Briefen (verfilmt 1954 und 1990)

1919

Erzählungen (2 Bde.):

  • Fra Celeste (1899)

  • Der arme Heinrich (1899)

  • Der Weltuntergang (1899)

  • Die Maiwiese (1899)
      

  • Haduvig im Kreuzgang (1897)

  • Der Mondreigen von Schlaraffis (1897)

  • Teufeleien (1897)

  • Lügenmärchen (1897)

1924

Der arme Heinrich
Die Maiwiese

1924

Teufeleien und andere Erzählungen:

  • Teufeleien I (1897)

  • Teufeleien II (1897)

  • Lügenmärchen (1897)

  • Der Weltuntergang (1899)

1926

Der wiederkehrende Christus. Eine groteske Erzählung

1943

Weiße Nächte

1947

Der falsche Großvater

           
Romane
         

1893

Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren

1902

Aus der Triumphgasse. Lebensskizzen

1903

Vita somnium breve (2 Bde.; ab 1913: Michael Unger)

1904

Von den Königen und der Krone

1906

Die Geschichten von Garibaldi, Bd. 1: Die Verteidigung Roms

1907

Die Geschichten von Garibaldi, Bd. 2: Der Kampf um Rom

1910

Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri

1917

Der Fall Deruga (verfilmt 1938 und 1958)

          
Historische Schriften/Biographien
           

1892

Die Neutralität der Eidgenossenschaft ... während des Spanischen Erbfolgekrieges

1899

Blüthezeit der Romantik (= Die Romantik, 1908; 2 Bde.)

1902

Ausbreitung und Verfall der Romantik (= Die Romantik, 1908; 2 Bde.)

1904

Gottfried Keller

1908

Risorgimento (= Menschen und Schicksale aus dem Risorgimento, 1918)

1912/14

Der große Krieg in Deutschland (ab 1929: Der Dreißigjährige Krieg)

  • Bd. 1: Das Vorspiel (1912)

  • Bd. 2: Der Ausbruch des Feuers. 1620−1632 (1912)

  • Bd. 3: Der Zusammenbruch. 1633−1650 (1914)

1915

Wallenstein. Eine Charakterstudie

1916

Luthers Glaube. Briefe an einen Freund

1917

Jeremias Gotthelfs Weltanschauung (Vortrag)

1923

Michael Bakunin und die Anarchie

1925

Freiherr vom Stein
Graf Mark und die Prinzessin von Nassau-Usingen. Eine tragische Biographie

1927

Im alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte

  • Bd. 1: Der Norden

  • Bd. 2: Die Mitte des Reiches

  • Bd. 3: Der Süden

1928

Stein. Der Erwecker des Reichsgedankens

1929

Neue Städtebilder

1930

Alte und neue Götter (1848). Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland (= 1848. Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland, 1948)

1930

Lebensbilder mecklenburgischer Städte

1934-1949

Deutsche Geschichte.

  • Bd. 1: Römisches Reich Deutscher Nation (1934)

  • Bd. 2: Das Zeitalter der Glaubensspaltung (1937)

  • Bd. 3: Untergang des Römischen Reiches Deutscher Nation (1949)

1953

Materialbeiträge zur Dokumentation von Günther Weisenborn: Der lautlose Aufstand

          
Essays
            

1903

Über den Einfluß von Studium und Beruf auf die Persönlichkeit der Frau

1914

Natur und Geist als die Wurzeln des Lebens und der Kunst (= Vom Wesen des Menschen. Natur und Geist, 1922)

1919

Der Sinn der Heiligen Schrift

1921

Entpersönlichung (religionsphilosophische Abhandlung)

1931

Deutsche Tradition (Vortrag)

1935

Quellen des Lebens. Umrisse einer Weltanschauung

1946

Urphänomene

         
Autobiographisches
         

1938

Frühling in der Schweiz. Jugenderinnerungen

1946

Mein Tagebuch

     
Werkausgaben
         

1929

Auswahl aus den Werken, hg. v. A. Rausch, Leipzig: Freytag

1929

Gesammelte Gedichte, Leipzig: Haessel/Insel

1951

Auswahl aus den Werken, hg. v. F. Eggerding, Berlin: Pädagog. Verlag

1966-74

Gesammelte Werke, hg. v. Wilhelm Emrich, Köln: Kiepenheuer & Witsch (11 Bde.)


         

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