Begriff:
Humanismus zu lat. humanus,
"menschlich, gebildet"; Reformation von lat. reformatio,
"Umformung, Erneuerung" (gebraucht im geistig-relig. Bereich). Den Begriff
"Renaissance" kennt die Zeit nicht: ital. rinascita (Wiedergeburt) zum
ersten Mal bei Vasari (16. Jh.); "Renaissance" zuerst in der frz.
Kunstgeschichtsschreibung des 19. Jhs. (Michelet).
Datierung:
Wurzeln liegen in der Sehnsucht
des mittelalterl. Menschen nach geistiger Erneuerung und innerer Wiedergeburt; auslösende
äußere Faktoren: Fall Konstantinopels, Zustrom griechischer Gelehrter nach Italien
(1453), Entdeckung Amerikas (1492), Reformation (1517).
tragende Schicht:
neue Schicht der humanistisch
Gebildeten (unabhängig von der sozialen Herkunft).
Grundzüge:
Von Italien ausgehende
Bildungsbewegung: Wiederentdeckung der gr. und lat. Sprache; Rückbesinnung auf die
kulturellen Leistungen der Antike und damit verbunden die Wiederbelebung ihrer
literarischen, philosophischen und kulturellen Ideale. Bewusste Nachahmung antiker
Vorbilder.
Höchstes Ziel ist die Erziehung zur "Menschlichkeit", humanitas, die
man in der Antike verwirklicht sieht, und die Entfaltung des Individuums, gefördert durch
Bildung; Opposition zur Scholastik; Weltbejahung.
Heiterkeit und Diesseitigkeit als typ. Merkmale der italien. Renaissance, die aus alter
Kulturtradition erwächst, fehlen in Deutschland weitgehend; angestrebt wird eine von der
Vormundschaft der Kirche befreite Wissenschaft.
Sprache der Gelehrsamkeit und Dichtung ist Latein ("neulateinische Dichtung").
Luther erkennt, dass die relig. Erneuerung nur zum Erfolg führt, wenn sie sich der dt.
Sprache bedient; in seiner Nachfolge Hutten; deutsch schreiben Hans Sachs und die
Satiriker Brant, Murner und Fischart.
Themen:
Selbstwert des menschl. Lebens
(Vorläufer: Joh. v. Tepl: Der Ackermann aus Böhmen), Geißelung menschl.
Schwächen (Satire); Sage, Schildbürger, Doktor Faust (Volksbuch); relig. u. polit.
Themen.
Zentren:
vor allem im Süden: die Städte
Augsburg, Nürnberg, Bamberg, Ulm, Schlettstadt, Erfurt und die Universitäten Prag (Hof
Karls IV.), Wien, Heidelberg, Straßburg, Basel, Tübingen.
bevorzugte Formen:
Streitgespräch; Satire;
Briefform; Novelle; Schwank; Fabel; Volksbuch; weltl.u. geistl. Volkslied, prot.
Kirchenlied; Lehrgedicht, Spruch; Fastnachtsspiel; Humanistendrama (auch dt. Auff.)
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Autoren:
Sebastian Brant
Thomas Murner
Ulrich von Hutten
Martin Luther
Hans Sachs
Jörg Wickram
Johann Fischart

Ulrich
von Hutten als poeta laureatus
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