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Karl Immermann

vollst.: Karl Leberecht Immermann

Lebensdaten | Werk

 

Immermann-Texte im Netz
 


 
*
24. April 1796 Magdeburg
 

+ 25. August 1840 Düsseldorf (Lungenschlag)

   

Grabstätte:

Düsseldorf, Golzheimer Friedhof 

  

Kreidezeichnung
von K. F. Lessing, 1837
 


    

Erzähler, Dramatiker, Lyriker, Essayist, Theaterintendant. Bedeutend als Erzähler. Steht zwischen den Zeiten (Klassik, Romantik einerseits, soziale Fragen, Umbruch des gesellschaftlich-wirtschaftlichen Lebens andererseits). Am bekanntesten die beiden sozialkritischen Zeitromane Die Epigonen und Münchhausen, die dem Zeitalter den Spiegel vorhalten. Beide Werke markieren den Übergang von der Erzählkunst der Romantik zum Realismus. Der Münchhausen-Roman ist einer der wenigen deutschen humoristisch-gesellschaftskritischen Romane von Rang.

     

 "Wir sind, um mit einem Wort das ganze Elend auszusprechen, Epigonen und tragen an der Last, die jeder Erb- und Nachgeborenschaft anzukleben pflegt." (Immermann, Die Epigonen).

   
Erstes von vier Kindern des preußischen Kriegs- und Domänenrats Gottlieb Leberecht Immermann (1750-1814) und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Wilda (1777-1846).

      

1822

Lebensgemeinschaft mit Elise von Lützow, geb. Gräfin Ahlefeldt (1788-1855); 1839 Trennung

1839

Heirat mit Marianne Niemeyer (1819-1886); Tochter: Caroline (1840-1909)

Auszeichnung (Auswahl)

1838

Ehrendoktorwürde der Universität Jena


Wichtige Lebensdaten:

1805-07

Elementarunterricht durch den Vater.

1807-13

Besuch des Pädagogiums zum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Häufige Besuche beim Onkel Gottfried Immermann in Holzzelle; durch Liebhaberaufführungen bildet sich die Neigung zum Theater aus.

1813

Reifeprüfung. Mai: Aufnahme eines Jurastudiums an der Universität Halle. 15.7.: Aufhebung der Universität durch Napoleon: Unterbrechung des Studiums. Meldung als freiwilliger Jäger bei der Rekrutierungskommission in Neuhaldensleben. Schweres Nervenfieber.

1814

Tod des Vaters. -  Herbst: Fortsetzung des Studiums in Halle.

1815

Erneute Meldung als Freiwilliger. Apr. - Dez.: Teilnahme am Frankreichfeldzug gegen Napoleon. Zweimaliger Aufenthalt in Paris. Ernennung zum Reserveoffizier.

1816

Fortsetzung des Studiums in Halle.

1817

Streitschriften gegen die Burschenschaft Teutonia anlässlich studentischer Ausschreitungen.

1818

Jan.: 1. juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Halberstadt. Jan. - Okt.: Auskultator am Kreisgericht in Oschersleben. - Erste literarische Kontakte mit Friedrich de la Motte Fouqué.

1819

Juli: 2. juristische Staatsprüfung in Magdeburg. Referendariat am Oberlandesgericht. Nov.: Vortragender Militärgerichtsrat beim Generalkommando in Münster.

1820

Erste Veröffentlichung im von Fouqué und Rückert herausgegebenen Frauentaschenbuch (Gedichte). Zeitschriftenbeiträge.

1822

Bekanntschaft mit Heinrich Heine aufgrund einer positiven Rezension von Heines Gedichten. - Beginn der Liebesbeziehung zur verheirateten Elisa von Lützow, geborene Gräfin Ahlefeldt.

1823

Beginn des Briefwechsels mit Varnhagen van Ense und dem Verleger Friedrich Arnold Brockhaus. Okt.: Bestellung zum Kriminalrichter in Magdeburg.

1825

Juli: Besuch Julius Eduard Hitzigs bei Immermann; durch ihn Kontakte zu der Berliner Mittwochsgesellschaft und deren Mitgliedern (v. Chamisso, Alexis, v. Holtei, Schadow u.a.). - Nach der Scheidung von Adolph von Lützow Übersiedlung Elisas nach Magdeburg.

1826

Juni: 3. juristische Staatsprüfung in Berlin. Okt.: Ernennung zum Landgerichtsrat in Düsseldorf.

1827

März.: Übersiedlung nach Düsseldorf; Elisa folgt im Sommer.

1829

Mitbegründer des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen. Zweijahresvertrag mit dem Verlagshaus Cotta in Stuttgart. - Polemik gegen August von Platen (Spottschrift Der im Irrgarten der Metrik umhertaumelnde Cavalier als Antwort auf dessen Angriffe auf Immermann und Heine in seinem Stück Der romantische Ödipus).

1830

Gemeinsam mit Elisa Bezug eines Hauses in Derendorf bei Düsseldorf (heute Stadtteil Pempelfort): Collenbach'sches Gut an der Ratinger Chaussee (an Stelle der heutigen Kreuzkirche).

1831

Erste Begegnung mit Felix Mendelssohn Bartholdy. Herbst: Reise nach Süddeutschland und Sachsen. In Dresden Begegnung mit Ludwig Tieck, auf der Rückreise in Detmold Begegnung mit Christian Dietrich Grabbe.

1832

Sept.: Reise an die Ahr, die Lahn und nach Kassel (Treffen mit der Familie). - Okt.: Initiative zur Gründung eines Theatervereins.

1833

Reise nach Tirol, Böhmen, Sachsen und Berlin.

1834

Der Theaterverein erhält Statuten. Juli/Aug.: Reise nach Süddeutschland, um Schauspieler für das Düsseldorfer Stadttheater zu gewinnen. Mendelssohn Bartholdy soll die Leitung der Oper übernehmen. - Sept.: zusammen mit Elisa und der Malerin Karoline Lauska Reise nach Holland. Okt.: Gewährung eines einjährigen Urlaubs vom Staatsdienst; Intendant am Düsseldorfer Theater (28.10.: Eröffnung der Bühne mit Kleists Prinz Friedrich von Homburg). Nov.: Mendelssohn Bartholdy legt die Leitung der Oper nieder.

1835

Beurlaubung vom Staatsdienst wird nur bis Jan. 1836 verlängert.

1836

Finanzielle Schwierigkeiten am Theater.

1837

31.3.: Schließung des Düsseldorfer Theaters. - Bekanntschaft mit Ferdinand Freiligrath. - Herbst: Reise nach Franken und Thüringen. Nov.: Gründung der Zwecklosen Gesellschaft.

1838

Sept./Okt.: Besuch der Familie in Magdeburg. Beginn der Liebe zur 19-jährigen Marianne Niemeyer. Auf der Rückreise nach Düsseldorf über Hamburg und Bremen Begegnungen mit Gutzkow und Wienbarg.

1839

Die Familie Immermanns widersetzt sich der Verbindung mit Marianne Niemeyer. Aug.: Trennung von Elisa von Ahlefeldt. 2.10.: Heirat mit Marianne in Halle.

1840

12.8.: Geburt der Tochter Caroline. 25.8.: Tod durch Lungenschlag.


Werke:

(e = entstanden; a = Uraufführung in)

Romane

1822

Die Papierfenster eines Eremiten

1836

Die Epigonen. Familienmemoiren in neun Büchern (3 Teile)

1838/39

Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken (4 Teile; darin die Erz. Der Oberhof)

Erzählungen

1825

Der neue Pygmaleon

1830

Der Carnaval und die Somnambüle

1838/39

Der Oberhof

Dramen

1821

Die Prinzen von Syrakus. Romantisches Lustspiel

1822

Ein ganz frisch schön Trauerspiel von Pater Brey, dem falschen Propheten ...

1822

Trauerspiele:

  • Das Thal von Ronceval

  • Edwin

  • Petrarca

1823

König Periander und sein Haus. Ein Trauerspiel

1824

Das Auge der Liebe. Ein Lustspiel

1824 e

Die Brüder
Ein Morgenscherz. Lustspiel

1826

Cardenio und Celinde. Trauerspiel

1828

(1835 a Düsseldorf)

Das Trauerspiel in Tyrol. Ein dramatisches Gedicht (= Andreas Hofer, der Sandwirt von Passeyer; 1835)

1828

Kaiser Friedrich der Zweite. Trauerspiel
Die Verkleidungen. Lustspiel
Die schelmische Gräfin. Lustspiel

1829

Die Schule der Frommen (Lustspiel)

1829 e

Die Entführung oder Das Lustspiel ohne Dame

1832

Merlin. Eine Mythe

1832

(1835 a Düsseldorf)

Alexis. Eine Trilogie

  • Die Bojaren

  • Das Gericht von St. Petersburg

  • Eudoxia

1833

Albrecht Dürers Traum (Festspiel)

1834

Kurfürst Johann Wilhelm im Theater. Vorspiel (Festspiel)

1836

Das Mädchen aus der Fremde (Festspiel)

1839 e

Die Opfer des Schweigens
Ghismonda

1839

Ost und West (Festspiel)

1843

Die Nachbarn

Gedichte

1822

Gedichte

1829

Der im Irrgarten der Metrik umhertaumelnde Cavalier. Eine literarische Targödie

1830

Gedichte. Neue Folge

1835

Gedichte

Versepen

1830

Tulifäntchen. Ein Heldengedicht in drei Gesängen

1841

Tristan und Isolde. Ein Gedicht in Romanzen

Essays (Auswahl)

1823

Brief an einen Freund über die falschen Wanderjahre Wilhelm Meisters

1826

Über den rasenden Ajax des Sophocles

1830

Miscellen

1838

Grabbe. Erzählung, Charakteristik, Briefe

Autobiographisches/Reisetagebücher (Auswahl)

1833

Reisejournal

1835

Blick in's Tyrol

1840

Düsseldorfer Anfänge. Maskengespräche
Der Oheim. Jugenderinnerungen

1840-43

Memorabilien (3 Teile)

1843

Die Jugend vor 25 Jahren

1984

Diarium des Theaters 1834-1835
Tagebücher 1831-40 (hg. v. Peter Hasubek, München)

Herausgeberschaft

1822

Floia. Cortum versicale de Flois, swartibus illis deiriculis, quae omes fere Menschos, Mannos, Weibras, Jungfras etc. behuppere et spitzibus suis Snaflis steckere et bitere solent. Auctore Gripholdo Knickknackio ex Flolandia

Übersetzungen

1826

Scott: Ivanhoe (Teilübers.)

1831

Rabelais: Gargantua. Erstes Buch

Werkausgaben

1835-43

Schriften, Düsseldorf: Schaub (14 Bde.)

1843

Dramen und Dramaturgisches, Düsseldorf: Schaub

1850

Schriften, Leipzig: Klemm (10 Bde.)

1851

Theaterbriefe, hg. v. F. zu Putlitz, Berlin: Duncker

1854

Schriften, Berlin: Ehle (13 Bde.)

1883

Werke, hg. v. R. Boxberger, Berlin: Hempel (20 Teile)

1887/88

Werke. Hist.-krit. Ausgabe, hg. v. M. Koch, Berlin/Stuttgart: Spemann (4 Bde.)

1906

Werke. Krit. Ausgabe, hg. v. H. Maync, Leipzig/Wien: Bibliogr. Institut (5 Bde.)

1971-78

Werke, hg. v. Benno von Wiese, Frankfurt/M.: Athenäum (5 Bde.)

1978-87

Briefe. Textkrit. u. kommentierte Ausgabe, hg.v. Peter Hasubek, München: Hanser (3 Bde.)

   


 

Immermann im Internet

    

    

 30. Juni 2015

    

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