Erich Kästner
Lebensdaten
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+29. Juli 1974 München (Speiseröhrenkrebs) begraben: München-Bogenhausen, St. Georgs-Friedhof
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Aus kleinbürgerlichen Verhältnissen; Vater: Emil Richard Kästner (1867-1957), Sattlermeister in einer Kofferfabrik; Mutter: Ida Amalia, geb. Augustin (1871-1951), ebenfalls aus sächsischer Handwerkerfamilie (leiblicher Vater höchstwahrscheinlich der jüdische Hausarzt der Familie Dr. Emil Zimmermann, der 1933 nach Brasilien emigriert). Sehr intensive Mutter-Beziehung, die auch sein problematisches Verhältnis zu Frauen prägt. Der Ehrgeiz der Mutter ermöglicht ihm Schule und Ausbildung; über 30 Jahre hinweg fast täglicher Briefwechsel.
1944-74 |
Lebenspartnerschaft mit der Journalistin Luiselotte Enderle (1908-1991) |
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1949-69 |
Langjähriges Verhältnis mit Friedhilde ("Friedel") Siebert (*1926); Trennung. Sohn: Thomas (*1957) |
Schriftsteller,
Drehbuchautor, Kabarettist.
Aufklärerischer
Humanist (nach eigenem Bekunden "Moralist, Rationalist, Urenkel der deutschen
Aufklärung"), liberaler Demokrat, humorvoller und zynischer Zeitkritiker. K., der
Autor düsterer und resignierter, bissiger und bitterer Gedichte, [...] gehört zu den
Moralisten, die zugleich Spaßmacher sind. In allem, was er geschrieben hat, dominiert
unmissverständlich und dennoch unaufdringlich das Pädagogische. Mithin ein Schulmeister
gar? Aber ja doch, nur eben Deutschlands amüsantester und geistreichster
(Reich-Ranicki).
In der Weimarer Republik einer der populärsten Autoren; in seinem Hauptwerk
"Fabian" und seiner "Gebrauchslyrik" schonungslose Kritik an den
Zuständen der Weimarer Republik, an Technisierung und Materialismus. Daneben Gedichte,
humoristische Unterhaltungsliteratur; den größten Erfolg hatte K. mit seinen
Kinderbüchern (in 40 Sprachen übersetzt).
Auszeichnungen:
1950 |
Bundesfilmpreis (für Das doppelte Lottchen) |
1956 |
Literaturpreis der Stadt München |
1957 |
Georg-Büchner-Preis |
1959 |
Großes Bundesverdienstkreuz |
1960 |
Hans-Christian-Andersen-Medaille des Internationalen Jugendbuch-Kuratoriums |
1968 |
Literaturpreis Deutscher Freimaurer und Überreichung des Lessing-Ringes |
1970 |
wichtige Lebensdaten:
1906 |
Volksschule in Dresden. |
1913 |
Eintritt in das Freiherrlich von Fletscher´sche Lehrer-Seminar Dresden. |
1917-18 |
Militärdienst. |
1918 |
Abschlusskurs im Strehlener Lehrerseminar. |
1919 |
Abitur als Hospitant am König-Georg-Gymnasium; erste Gedichtveröffentlichung in der Theaterzeitschrift Der Zwinger. Kriegsabitur; Goldenes Stipendium der Stadt Dresden. Bekanntschaft mit der 17-jährigen llse Julius. Zum Wintersemester Studienbeginn in Leipzig (Germanistik, Geschichte, Philosophie, Theaterwissenschaften). |
1921-22 |
Fortsetzung des Studiums in Rostock, Berlin und wieder Leipzig; Anstellung bei der Neuen Leipziger Zeitung. |
1923 |
Beginn der Freundschaft mit dem Zeichner Erich Ohser (= e.o. plauen). |
1925 |
Promotion zum Dr. phil. (Friedrich der Große und die deutsche Literatur). |
1926 |
Erste Auslandsreise mit der Mutter (Italien, Schweiz). Nov.: Trennung von Ilse Julius (vgl. das Gedicht "Sachliche Romanze"). |
1927 |
Bekanntschaft mit Luiselotte Enderle; Übersiedlung nach Berlin: Theaterkritiker; freier Mitarbeiter u.a. der Weltbühne, der Vossischen Zeitung und des Berliner Tageblatts; Freundschaft mit Hermann Kesten. |
1928 |
Reise nach Paris mit dem Zeichner Erich Ohser. Bekanntschaft mit Walter Trier. |
1930 |
April: zehntägige Reise in die Sowjetunion (mit Erich Ohser). |
1931 |
Erste eigene Wohnung (Charlottenburg, Roscherstraße 16); Mitglied im PEN-Club. |
1933 |
10. Mai: Verbrennung seiner Bücher; Publikationsverbot; K. veröffentlicht weiter in der Schweiz (Verlag Atrium, Zürich); hält sich mit Unterhaltungsromanen über Wasser; Dez.: erste Verhaftung durch die Gestapo. |
1934 |
Bekanntschaft mit der zwanzigjährigen Schauspielerin Herti Kirchner. |
1936 |
Reise nach Davos; Emigration Walter Triers nach London. |
1937 |
Zweite Verhaftung in Berlin; Reise nach Bad Reichenhall; täglicher Grenzübergang nach Salzburg, um Trier zu treffen. |
1938 |
Reise nach London; Rückkehr wegen Kriegsgefahr. |
1939 |
1.5.: Herti Kirchner kommt bei einem Autounfall ums Leben. |
1942 |
Totales Schreibverbot. |
1944 |
Kästners Wohnung wird zerbombt; er zieht zu Luiselotte Enderle; März: Verhaftung der Freunde Erich Ohser (Selbstmord) und Erich Knauf (hingerichtet). |
1945 |
März: mit einer Filmexpedition der UFA in Mayrhofen/Tirol; Herbst: Gründung des Kabaretts Die Schaubude in München; Feuilletonchef der Neuen Zeitung in München (Mitarbeiterin: Luiselotte Enderle). |
1946 |
Zusammen mit Luiselotte Enderle möblierte Wohnung in München (Schwabing, Fuchsstraße); Herausgeber der Jugendzeitschrift Pinguin; Sept.: Reise nach Berlin und Dresden, erstes Wiedersehen mit den Eltern. |
1947 |
Reise zum PEN-Kongress in Zürich. |
1949 |
Bekanntschaft mit Friedel Siebert. |
1951 |
Mitbegründer des Kabaretts "Die kleine Freiheit" in München; Juli: Tod der Mutter in Dresden. |
1951-62 |
Präsident des PEN-Zentrums der Bundesrepublik. |
1953 |
Umzug in den Münchner Herzogpark. |
1957 |
Dez.: Geburt des Sohnes Thomas; Silvester: Tod des Vaters. |
1958 |
Rede zum 25. Jahrestag der Bücherverbrennung auf dem PEN-Kongress in Hamburg. |
1961 |
Ischias-Erkrankung; Erkrankung an Tuberkulose. |
1962-63 |
Jan.: Sanatoriumsaufenthalt in Agra im Tessin (bis Mai 1963). |
1964 |
Jan. - Aug.: erneuter Aufenthalt in Agra; zeitweise bei Friedel Siebert in Berlin. |
1965 |
Reisen zu Lesungen und zu Ehrungen nach Frankfurt/M., Düsseldorf, Stockholm, Westberlin. |
1966 |
Reisen zu Ausstellungseröffnungen nach Kopenhagen und London; zu Lesungen nach Nürnberg und Wien. |
1967 |
Reisen nach Dresden und Den Haag. |
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1974 |
Werke:
(a = Uraufführung)
Romane
1931 |
Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (satir. Roman) |
1934 |
Drei Männer im Schnee |
1935 |
Die verschwundene Miniatur oder auch Die Abenteuer eines empfindsamen Fleischermeisters |
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1936 |
Der Zauberlehrling (Frgm.) |
1938 |
Georg und die Zwischenfälle (= Der kleine Grenzverkehr) |
Gedichte
1928 |
Herz auf Taille (Gedichtband) |
1929 |
Lärm im Spiegel (Gedichtband; u.a. Sachliche Romanze) |
1930 |
Ein Mann gibt Auskunft (Gedichtband) |
1932 |
Gesang zwischen den Stühlen (Gedichtband) |
1936 |
Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke (Auswahlband) |
1950 |
Kurz und bündig (Epigramme) |
1955 |
Die dreizehn Monate (Gedichtzyklus) |
Sammelwerke
1948 |
Der tägliche Kram. Chansons und Prosa 1945-48 |
1952 |
Die kleine Freiheit. Chansons und Prosa 1949-52 |
Dramen
1943 |
Zu treuen Händen (Lustspiel; u. d. Pseudonym Melchior Kurtz) |
1956 |
Die Schule der Diktatoren (groteske Komödie) |
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1958 |
Das Haus Erinnerung (Einakter) |
Hörspiel
1929 |
Leben in dieser Zeit. Lyrische Suite in drei Sätzen |
Drehbücher (u.a.)
1943 |
Münchhausen (für die Ufa, unter dem Pseudonym Berthold Bürger) |
Übersetzung
1952 |
J. M. Barrie: Peter Pan oder das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte |
Kinderbücher
1928 |
Emil und die Detektive |
1931 |
Pünktchen und Anton |
1933 |
Das fliegende Klassenzimmer |
1934 |
Emil und die drei Zwillinge |
1949 |
Die Konferenz der Tiere (Bilderbuch) |
1963 |
Der kleine Mann |
1967 |
Der kleine Mann und die kleine Miss |
Autobiographisches
1957 |
Als ich ein kleiner Junge war (Kindheitserinnerungen) |
1961 |
Notabene 45. Ein Tagebuch |
Gesamtausgabe
1958 |
Gesammelte Schriften (7 Bde.) |