Wilhelm Lehmann
Lebensdaten Werk



*4. Mai 1882
Puerto Cabello/Venezuela

+17. November 1968 Eckernförde

begraben: Eckernförde, Friedhof Westerthal
 


Sohn eines Lübecker Kaufmanns und Filialleiters einer deutschen Firma in Venezuela und einer Hamburger Arzttochter. Wächst zusammen mit zwei Geschwistern unter der Obhut der Mutter, einer ehrgeizigen Frau, die in dem Jungen Versagens- und Schuldgefühle weckt, in Hamburg-Wandsbek auf; Studium (Anglistik und Romanistik, später Germanistik; Kurse in Botanik, Philosophie, Indogermanistik) in Tübingen, Straßburg, Berlin, Kiel.
  Lehmanns dichterisches Werk ist apolitisch. Er lehnte die nationalsozialistische Ideologie ab, trat gleichwohl 1933 in die Partei ein.

1906-1912

1. Ehe mit Martha Wohlstadt (*1867)

1913

2. Ehe Friederike Riewerts (ehemalige Schülerin) 

Gründer einer naturmagischen Schule; vor allem Lyriker, aber auch Erzähler (Naturschilderung: "das am wildesten emporwuchernde, handgreiflichst erzählende Talent unserer Zeit", Pinthus), und Essayist. Einfluss auf Langgässer, Eich, Krolow, Huchel.

Auszeichnungen:

1923

Kleistpreis (für Weingott; geteilt mit Musil)

1953

Lessingpreis

1959

Schillerpreis


wichtige Lebensdaten:

1891

Der Vater kehrt nach Südamerika zurück und stirbt dort 1895.

1905

Promotion zum Dr. phil. in Kiel schließt das Studium der Germanistik und Anglistik ab.

1906

Unterricht an einer privaten Knabenschule in Mecklenburg.

1908

Staatsexamen für das höhere Lehramt.

1909-12

Lehrer am Lyzeum in Neumünster.

1912-17

Lehrer an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen.

1917-18

Als Landsturmmann einberufen; erschütternde Fronterfahrungen.

1918-19

Desertion; englische Gefangenschaft.

1919-23

Lehrer im Landschulheim am Solling bei Holzminden.

1923-47

Übernahme in den staatlichen Schuldienst: Studienrat für Deutsch und Englisch an der Realschule in Eckernförde.

1933

Eintritt in die NSDAP.


Werke:
(e = entstanden)

Romane

1917

Der Bilderstürmer

1918

Die Schmetterlingspuppe

1921

Der Weingott

1962
(1925-27 e)

Der Überläufer

1953
(1929-31 e)

Der Provinzlärm (= Ruhm des Daseins)

Erzählungen

1934

Die Hochzeit der Aufrührer

1947

Verführerin, Trösterin (Sammelband)

Lyrik

1935

Antwort des Schweigens (Sammlung)

1942

Der grüne Gott (Sammlung)

1946

Entzückter Staub (Sammlung)

1950

Noch nicht genug (Sammlung)

1954

Überlebender Tag (Gedichte 1951-54)

1957

Meine Gedichtbücher

1962

Abschiedslust (Sammlung)

1967

Sichtbare Zeit (Sammlung)

autobiographische Schrift

1952

Mühe des Anfangs

Schriften

1947

Bewegliche Ordnung (Essays)

1948

Bukolisches Tagebuch aus den Jahren 1927 bis 1932 (Beiträge in Ehm Welks "Die grüne Post")

1956

Dichtung als Dasein (poetologische Schriften)

1961

Kunst des Gedichts

Ausgaben

1962

Sämtliche Werke, Gütersloh (3 Bde.)

1982ff.

Gesammelte Werke in 8 Bänden, hg. v. Moritz Heimann, Stuttgart

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