| *23. Dezember 1597 Bunzlau
+20. August 1639 Danzig (Pest) Grabstätte:
Danzig, Oberpfarrkirche St. Marien |
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Sohn des
Fleischermeisters Sebastian Opitz und dessen erster Ehefrau Martha Rothmann. Bürgerlicher Aufsteiger, der es durch eigene Leistung und einflussreiche Gönner zum
Gelehrten, geadelten Diplomaten und gekrönten Poeten bringt.
Politische Karriere über die konfessionellen Schranken hinweg: Als Protestant
ursprünglich Anhänger des calvinistischen "Winterkönigs" Friedrich V., von
dem man hofft, dass er als böhmischer König den Habsburgern die Vorherrschaft über die
schlesischen Fürstentümer entreißen würde, stellt O. nach dessen Niederlage, als sich
die Chance zum Aufstieg bietet, seine Dienste der katholischen Seite (und damit der
Gegenreformation) zur Verfügung.
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1605 |
Lateinschule in Bunzlau. |
1614 |
Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau; Erzieher der Söhne des Arztes Bucletius. |
1617 |
Akademisches Gymnasium in Beuthen. |
1618 |
Studium der Rhetorik, Altertumswissenschaft, Jurisprudenz an der Universität Frankfurt/O.; Tätigkeit als Hauslehrer. |
1619 |
Juni: Studium in Heidelberg, der Hauptstadt des deutschen Calvinismus; Poetenkreis unter Julius Wilhelm Zincgref. Lehrer im Haus des kurpfälzischen Geheimrats Lingelsheim. |
1620 |
Flucht mit dem Freund Hamilton vor den Truppen Spinolas nach Leyden, der Hochburg des westeuropäischen Calvinismus; Bekanntschaft mit dem niederländischen "Nationaldichter" Daniel Heinsius, dessen Position er in Deutschland anstrebt; Winter bei Hamilton in Jütland. |
1621 |
Im Sommer Rückkehr nach Schlesien; die Macht in Schlesien üben nicht mehr Opitz´ Gönner, die protestantischen Herzöge von Liegnitz und Brieg, aus, sondern der katholische Präsident der schlesischen Kammer, Karl Hannibal von Dohna. |
1622 |
Übersiedlung nach Weißenburg im reformierten Siebenbürgen, wo Fürst Bethlen Gábor Schulmänner für sein neu eingerichtetes Gymnasium benötigt. |
1623 |
Heimkehr nach Schlesien. |
1624 |
Ernennung zum fürstlichen Rat, aber keine feste Stellung. |
1625 |
O. schließt sich einer schlesischen Delegation anlässlich des Todes von Erzherzog Karl nach Wien an; Krönung zum poeta laureatus durch Kaiser Ferdinand II. (von einem lateinischen Lobgedicht aus dem Stegreif beeindruckt). |
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1626 |
Unter Zusicherung freier Religionsausübung Ernennung zum Sekretär und Leiter der geheimen Kanzlei von Dohnas, der vom Kaiser mit der Durchführung der Gegenreformation in Schlesien betraut ist. In diplomatischer Mission in Berlin, Dresden, Warschau, Prag. |
1627 |
Erhebung in den Adelsstand ("von Boberfeld"). |
1629 |
Aufnahme in die Fruchtbringende Gesellschaft. |
1630 |
Diplomatische Reise nach Paris, dem Zentrum europäischer Gelehrsamkeit; inniges Verhältnis zum aus der Heimat verbannten holländischen Staatsrechtslehrer Hugo Grotius. |
1632 |
Opitz´ Gönner von Dohna muss nach der Einnahme Breslaus durch die Schweden nach Böhmen fliehen, wo er 1633 stirbt. |
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1633 |
O. bewirbt sich mit Erfolg wieder um die Gunst der Herzöge von Liegnitz und Brieg; in diplomatischer Mission an verschiedenen protestantischen Höfen Deutschlands. |
1635 |
Prager Separatfrieden mit Sachsen: Breslau ist erneut dem Druck Habsburgs ausgesetzt; O. geht mit den schlesischen Herzögen nach Thorn und erwirbt sich durch ein Lobgedicht die Gunst des polnischen Königs Wladislaw IV. |
1637 |
Stelle als königlicher Sekretär und Historiograph; O. lässt sich auf Wunsch des Königs im polnischen Vorposten und Nachrichtenzentrum Danzig nieder. |
1639 |
Pesttod (angesteckt von einem Bettler, dem er ein Almosen gegeben hatte). |
Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Gedichte
1616 |
Strenarum libellus (21 Gedichte) |
1622 |
Lobgesang Bacchi |
1623 |
Zlatna
oder von der Ruhe des Gemüts (Lehrgedicht) |
1624 |
Lobgesang
über den freudenreichen Geburtstag Jesu Christi |
1625 |
Acht Bücher Deutscher Poematum |
1628 |
Lob des Krieges Gottes Martis |
1629 |
Vielguet (Lehrgedicht) |
1631 |
Silvarum libri III. Epigrammatum liber unus (Gedichte und Epigramme) |
1633 |
Vesuvius |
1637 |
Lobgedicht auf den polnischen König Wladislaw IV. |
1633 |
Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges |
Erzählung
1630 |
Schäfferey von der Nimfen Hercinie |
Schriften
1617 |
Aristarchus sive de contemptu linguae teutonicae (Bekenntnis zur deutschen Dichtung) |
1624 |
Buch von der Deutschen Poeterey |
Übersetzungen
1625 |
Seneca: Troerinnen |
1626 |
AT: Klage-Lieder Jeremia |
1627 |
Rinuccini:
Daphne (erste deutsche Oper, vertont v. Heinrich Schütz) |
1628 |
AT: Jonas |
1629 |
Sir Philipp Sidney: Arcadia |
1631 |
Barclay:
Argenis |
1635 |
AT: Judith |
1636 |
Sophokles: Antigone |
Ausgabe
1968ff. |
Gesammelte Werke (kritische Ausgabe), hg. v. George Schulz-Behrend, Stuttgart |