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Erich Maria Remarque

eigentl.: Erich Paul Remark

Pseudonym (ab 1921) aus Verehrung für Rainer Maria Rilke

und im Andenken an die französischen Vorfahren (Remacle)
 

Lebensdaten
| Werk
 


 
*
22. Juni 1898 Osnabrück

+ 25. September 1970 Locarno (Aortenaneurysma)

 

Grabstätte:

Porto Ronco (Gem. Ronco sopra Ascona), Friedhof


   

1939 bei der Ankunft in New York
Bildquelle: Wikipedia

  


Romancier, Dramatiker, Drehbuchautor. Über Nacht berühmt und reich geworden durch den Welterfolg seines Antikriegsromans Im Westen nichts Neues (1929; millionenfache Auflage, in 20 Sprachen übersetzt). Seine Romane greifen Themen der Zeitgeschichte auf, sind Plädoyer gegen Krieg, Faschismus, Terror, für Menschenliebe und Humanität; fast alle wurden verfilmt; sie erreichten und erreichen immer noch weltweit ein breites Publikum, waren aber auch immer Gegenstand der literarischen Kritik (Zug zum Trivialen).
     
Aus kleinbürgerlichen Verhältnissen: Sohn des Buchbinders Peter Franz Remark (1867-1954) und seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Stallknecht (1871-1917). Bruder: Theodor Arthur (1896-1901); Schwestern: Erna (1900-1978), Elfriede (1903-1943, wegen "Wehrkraftzersetzung" hingerichtet). - Kosmopolit mit Hang zum mondänen Leben. Leben geprägt von Alkoholexzessen, Depressionen, Selbstzweifeln; zahlreiche außereheliche Affären.
    

1925-30

Erste Ehe mit Ilse Jutta ("Jeanne") Zambona, gesch. Winkelhoff (1901-1975; Schauspielerin und Tänzerin); gesch. 1930

1938-51

Zweite Ehe mit ders.; gesch. 1951

1958

Dritte Ehe mit Paulette Goddard (1911-1990, Schauspielerin; in 2. Ehe mit Charlie Chaplin verh.; 4. Ehe)

Auszeichnungen (Auswahl)

1967

Großes Bundesverdienstkreuz

1968

Ehrenbürgerschaft von Ascona


Wichtige Lebensdaten:

1904-12

Volksschule (Domschule, Johannisschule).

1912-15

Besuch der schulgeldfreien katholischen Präparandie (Unterstufe der Lehrerbildungsanstalt) in Osnabrück.

1915

Juli: Katholisches Lehrerbildungsseminar in Osnabrück.

1916

Notabitur. Nov.: Einberufung. Militärausbildung in Osnabrück und Celle.

1917

Juni: Schanzsoldat an der Westfront. 31.7.: Schwere Verwundung durch Granatsplitter. - 9.9.: Tod der Mutter.

1917-18

Im Lazarett in Duisburg; Posten in der Schreibstube (bis 31.10.); Überstellung nach Osnabrück.

1919

5.1.: Entlassung aus der Armee. Fortsetzung der Ausbildung zum katholischen Volksschullehrer. Juni: Lehramtsprüfung. Aug.:  Aushilfslehrer in der ländlichen Umgebung Osnabrücks. 

1920

Nov.: Quittierung des Schuldienstes; Gelegenheitsarbeit u.a. als Buchhalter, Klavierlehrer, Grabsteinverkäufer (vgl. Der schwarze Obelisk). Erste Veröffentlichungen.

1921

Theaterkritiker für das Osnabrücker Tageblatt und die Osnabrücker Landeszeitung. Erste Arbeiten für die Werkszeitung der Continental-Gummiwerke. 10.3.: Erster Beleg für den Künstlernamen.

1922

Übersiedlung nach Hannover: Werbetexter des Reifenherstellers Continental und Redakteur der Werkszeitung.

1925

Umzug nach Berlin: Redakteur bei Sport und Bild. - 14.10.: Erste Heirat mit Ilse Jutta Zambona.

1926

Kauf des Adelstitels "Freiherr von Buchwald" mittels Adoption durch den verarmten Adligen Hugo von Buchwald.

1927

Austritt des Ehepaars aus der katholischen bzw. evangelischen Kirche.

1928

Der Fischer-Verlag lehnt das Manuskript von Im Westen nichts Neues ab; Annahme durch den Ullstein-Konzern.

1929

29.1.: Die Buchausgabe von Im Westen nichts Neues erscheint im Propyläen-Verlag: Überwältigender Erfolg; R. wird über Nacht zu einem der berühmtesten (und reichsten) Autoren der Zeit. Der Roman löst heftige Kontroversen aus.

1930

Beginn der Freundschaft mit Ruth Albu, die ihn zum Kauf von Kunstgegenständen anregt, und dem Kunsthändler Walter Feilchenfeldt. - 4.1.: Erste Scheidung von Ilse Jutta Zambona. Man lebt in den Folgejahren trotzdem meist zusammen. - 29.4.: Premiere der Verfilmung von Im Westen nichts Neues (All Quiet on the Western Front). Die Vorführung des Filmes in Berlin wird von den Nazis massiv gestört. Der Film wird im Reichstag scharf kritisiert und verboten (erst 1952 wieder in den Kinos).

1931

20.8.: Auf Anregung Albus Erwerb der früheren Böcklin-Villa (Casa Monte Tabor) in Porto Ronco/Tessin.

1932

April: Übersiedlung in die Schweiz. In der Folgezeit Treffen mit Künstlern und Schriftstellern in Porto Ronco (u. a. Jakob Wassermann, Thomas Mann, Ernst Toller, Carl Zuckmayer, Else Lasker-Schüler, Franz Werfel, Joseph Roth). - Aug.: Strafbefehl wegen Devisenvergehens: Geldstrafe von 33.000 RM.

1933

10.5.: Öffentliche Verbrennung der Bücher Remarques in Berlin.

1937

Flüchtlingspässe der Republik Panama für R. und Zambona. Sept.: In Venedig Beginn der Beziehung mit Marlene Dietrich.

1938

22.1.: Zweite Heirat mit Ilse Jutta Zambona, um sie vor der Abschiebung aus der Schweiz ins Reich zu bewahren. 4.7./19.11.: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft für das Ehepaar Remarque.

1939

März - Juni: in den USA. Dann Paris, Porto Ronco. Aug.: Emigration; über Paris in die USA; am 13.9. Ankunft in Los Angeles. Wohnsitz in Beverly Hills. Parties, Alkohol und Frauen; Affären u.a. mit Greta Garbo und dem Mannequin Natasha Paley (Cousine des letzten russischen Zaren). Bekanntschaft mit Feuchtwanger, Brecht, anderen deutschen Emigranten und einer Vielzahl von Personen aus der Filmindustrie. - Okt.: Ankunft Zambonas in New York, Internierung auf Ellis Island. - Beginn der Freundschaft mit Ruth Marton.

1940

Dez.: Ende der Beziehung zu Marlene Dietrich.

1942

Okt.: Hauptwohnsitz in New York (Hotel Sherry Netherland).

1943

Aug.: Umzug ins Hotel Ambassador. - 16.12.: Hinrichtung der Schwester Elfriede Remark, verh. Scholz aufgrund einer Denunziation: Freisler fällt das Todesurteil, als er die Verwandtschaft mit R. entdeckt. R. erfährt erst 1946 vom Tod der Schwester.

1947

7. Aug.: US-Staatsbürgerschaft für R. und seine Frau.

1948

Rückkehr nach Europa. Abwechselnd in Porto Ronco und New York. - Nov.: Erste Erkrankung an Morbus Menière (Erkrankung des Innenohrs).

1950

Sommer: Therapiesitzungen bei der Psychoanalytikerin Karen Horney.

1951

Beginn der Beziehung zu Paulette Goddard.

1952

Bei R. wird Leber-Diabetes diagnostiziert.

1953

Unter dem Einfluss Goddards Hinwendung zur fernöstlichen Philosophie.

1954

9.6.: Tod des Vaters.

1957

Mai: Zweite Scheidung von Ilse Jutta Zambona.

1958

Febr.: Heirat mir Paulette Goddard.

1965

Jan.: Auf einer Reise mit Paulette nach Mailand Herzinfarkt; rechtsseitige Lähmung.

1967

Aug./Nov.: erneute Herzanfälle.

1968

Korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

1970

Tod in der Clinica Sant' Agnese in Locarno.


Werke:

(a = uraufgeführt in; Z = Zeitschriftenveröffentlichung)

Romane

1920

Die Traumbude. Ein Künstlerroman

1927/28 Z

Station am Horizont

1929

Im Westen nichts Neues (1930 verfilmt, 1979 TV)

1931

Der Weg zurück (1937 verfilmt)

1938

Drei Kameraden (1937 engl., 1938 verfilmt)

1941

Liebe deinen Nächsten (1941 verfilmt)

1946

Arc de Triomphe (1948 u. 1984 verfilmt)

1952

Der Funke Leben

1954

Zeit zu leben und Zeit zu sterben (1958 verfilmt)

1956

Der schwarze Obelisk. Geschichte einer verspäteten Jugend (1988 verfilmt)

1961

Der Himmel kennt keine Günstlinge (1977 verfilmt)

1962

Die Nacht von Lissabon (1971 TV)

1971

Schatten im Paradies ( = Das gelobte Land, 2010; stark bearb.)

1998 (1924 e)

Gam

2010 (1970 e)

Das gelobte Land

Erzählungen

1930/31 Z
1993
(dt.)

 

Der Feind:

  • Der Feind

  • Schweigen um Verdun

  • Karl Broeger in Fleury

  • Josefs Frau

  • Die Geschichte von Annettes Liebe

  • Das seltsame Schicksal des Johann Bartok

(zuerst veröffentlicht im US-amerikanischen Magazin Collier's Weekly)

Drama

1956 (a Berlin)

Die letzte Station (1957, 1958, 1959 TV)

Filmdrehbuch

1955

Der letzte Akt (nach Musmanno: Ten Days to Die)

Essays

1924

Leitfaden der Decadence
Über das Mixen kostbarer Schnäpse

1944
1994
(dt.)

Practical Educational Work in Germany after the War (Denkschrift zur Umerziehung der Deutschen)

1955 Z
1994 (dt.)

Be Vigilant!

Werkausgabe

1998

Das unbekannte Werk, hg. v. Th. F. Schneider u. T. Westphalen, Köln: Kiepenheuer & Witsch (5 Bde.)

  


    

Homepage des Erich Maria Remarque Friedenszentrums

Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft

    

 

7. Mai 2015

  

 

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