Autoren | Epochen
  

Hans Sachs 

Lebensdaten | Werk

Sachs-Texte online
  


* 5. November 1494 Nürnberg
  

+ 19. Januar 1576 Nürnberg

  

Grabstätte:

Nürnberg, Johannisfriedhof (Grab nicht erhalten)

  

  

Holzschnitt von Michael Ostendorfer, 1545  

    


  

Schuhmacher, Meistersinger, Spruchdichter, Dramatiker. Bedeutendster deutscher Dichter des Reformationszeitalters. Der literaturbegeisterte Autodidakt nimmt, was den Umfang seines Schaffens betrifft, eine Sonderstellung in der Geschichte der deutschen Literatur ein (4286 Meisterlieder, 130 Komödien und Tragödien, 85 Fastnachtspiele sowie zahlreiche Fabeln, Schwänke, Dialoge, Spruchdichtungen). Seine Texte basieren häufig auf literarischen Vorlagen wie der Bibel und Werken der Antike und des Mittelalters. Verfasst als erster im Zuge der humanistischen Bemühungen um die Erneuerung des antiken Dramas Tragödien und Komödien in deutscher Sprache. Zu seiner Zeit besonders populär durch sein literarisches Eintreten für die Sache Luthers (Lobeshymne auf Luther Die Wittenbergisch Nachtigall von 1523).

In der Barockzeit vergessen, in der Aufklärung als Inbegriff handwerklich bornierter Kunstauffassung verspottet. Von Goethe als Dichter wiederentdeckt und rehabilitiert (Hans Sachsens poetische Sendung, 1776). Im 19. Jh. als Idealverkörperung des "echten deutschen Bürgertums" gefeiert. Prägung des populären Sachs-Bildes durch Wagners Meistersinger. Heute noch geschätzt als Verfasser von Schwänken und Fastnachtspielen.
   

Sohn des Schneidermeisters Jörg Sachs (um 1465-1531?) und seiner Frau Christina, verw. Prunner (* um 1477). Ohne Geschwister. Ab 1523 Lutheraner. Wohlhabender Bürger der freien Reichsstadt Nürnberg (ständiger Wohnsitz ab 1516 bis zum Tod). Führt über seine dichterische Produktion sorgfältig Buch: Fortlaufender Eintrag der Texte mit Datumsangabe in Sammelbände. Die Meisterlieder sind weitgehend unbekannt, da für den Vortrag in den Singschulen bestimmt und deshalb nicht in die Folio-Ausgabe übernommen.

    

1519

Eheschließung mit Kunigunde Creutzer (1502-1560); 7 Kinder (2 Söhne, 5 Töchter; davon 6 früh verst.); Tochter Katharina 1521-1556

1561

Zweite Ehe mit Barbara Endres, geb. Harscher (1534-1583)

  


Wichtige Lebensdaten:

1501-1509

Lateinschule in Nürnberg.

1509-1511

Schuhmacherlehre. - Unterweisung in der Kunst des Meistersangs durch den Leinweber und Meistersänger Leonhard Nunnenpeck.

1511-1516

Auf Gesellenwanderschaft: Regensburg, Passau, Braunau am Inn, Oetting, Burghausen an der Salzach, Ried; 1513: Wels, Salzburg, Reichenhall; 1514: München, Landshut; später: Würzburg; Frankfurt am Main, Koblenz, Köln, Aachen. - Erste Meisterlieder.

1516

Ende: Rückkehr nach Nürnberg.

1519

1.9.: Heirat mit Kunigunde Creutzer. Haus in der Kotgasse als Heiratsgut (heute Brunnengasse; Wohnsitz bis 1542).

1520-1545

Schuhmachermeister in Nürnberg. Zunftmitglied.

1522

Kauf eines Hauses am Weißen Turm.

1523

Bekenntnis zum lutherischen Glauben.

1525

Nürnberger Religionsgespräch: Der Rat der Stadt schließt sich der Reformation an; Verbot katholischer Messen.

1527

Publikationsverbot durch den Rat der Stadt; Grund: allzu harsche Kritik an der römischen Kirche in der Schrift Ein wunderliche weissagung von dem Bapstumb.

1531

Tod des Vaters (?).

1542

Kauf eines Hauses im Spitalgäßlein (heute Hans-Sachs-Gasse): Wohnsitz bis zum Tode.

1551-1560

Spielleiter der Meistersingerbühne.

1552

Überfall des Markgrafen Albrecht Alcibiades v. Brandenburg-Kulmbach auf Nürnberg; darauf scharfe Satire: Gesprech von der himelfart margraff Albrechz (nach dem Tod S.' aus Gründen politischer Vorsicht vom Stadtrat aus dem Nachlass entfernt).

1555-1561

Merker der Meistersingergesellschaft.

nach 1558

Aufgabe des Handwerks.

1560

März: Tod der ersten Ehefrau.

1561

Zweite Eheschließung mit der 40 Jahre jüngeren Witwe Barbara Endres.

1562

Die Pest in Nürnberg.

1573

15. Mai: Letzter handschriftlicher Eintrag in den Spruchgedichtbüchern.


Werke (Auswahl):

(e = entstanden)

Fastnachtspiele

1517 e

Das Hofgesind der Venus

1518 e

Von der Eygenschafft der Lieb

1539 e

Die 5 elenden wandrer

1544 e

Der schwanger Pawer

1545 e

Der Teufel mit dem alten Weib

1550 e

Der farendt Schuler im Paradeiß

1551 e

Der farendt Schuler mit dem Teuffelbannen
Das heyß Eysen
Das Kälberbrüten
Der bös Rauch

1553 e

Die alt verschlagen Kuplerin mit dem Thumbherrn

1554 e

Der Krämerkorb

1557 e

Das Narren-Schneyden
Eulenspiegel mit dem blauen Hosentuch und dem Bauern

Komödien/Tragödien

1527 e

Lucretia

1546 e

Die gedultig und gehorsam Marggräfin Griselda

1549 e

Von dem sterbenden reichen Menschen, Hekastus genannt

1553 e

Von der strengen Lieb' Herrn Tristrant mit der schönen Königin Isalden
Die ungleichen Kinder

1557 e

Der hörnen Sewfriedt

Gedichte/Schwänke/Spruchdichtung

1523

Die Wittembergisch Nachtigall

1530

Ein lobspruch der statt Nürmberg
Das Schlaweraffen Landt (Schwank)

1535

Ein vermanung Kayserlicher Mayestat, sampt aller Stent des Römischen Reichs

1536

Die neun gab Muse oder kunstgöttin betreffend
Der Kauffleut Abgot Mercurius

1538

Der Keiser Künige ... kurtze Beschreibung

1540

Die Zwölff Durchleuchtige Weyber des Alten Testaments

1546

Ein Klagred Teutsches landts, mit dem treüwen Eckhart

1552

Gesprech von der himelfart margraff Albrechz

1553

Die gefangene Göttin Ceres
Ein Kampff gesprech zwischen Wasser vnd Weyn
Ein Kampffgesprech zwischen fraw Tugent und fraw Glück
Vrsprung des Behemischen Landes vnd Königreychs

1555

Sankt Peter mit der Geiß (Schwank)

1568

Eygentliche Beschreibung aller Stände auff Erden

Prosadialoge

1524

Von einem Schumacher und Chorheren ein vast kurtzweilig Christliche disputation
Ein gesprech von den Scheinwercken der Geystlichen unnd jhren gelübten
Ain gesprech eins Ewangelischen christen mit einem Lutherischen
Ein Dialogus des inhalt ein argument der Römischen wider das Christlich heuflein, den Geytz ... betreffend

Sonstige Schriften

1524

Underweysung der ungeschickten, vermeinten Lutherischen

1527

Ein wunderliche weissagung von dem Bapstumb

1538

Der Fürsten Schatz

1567 e

Summa all meiner gedicht vom 1514. jar an bis ins 1567. jar

Werkausgaben

1558-1579

Nürnberger Folio-Ausgabe (5 Bde.)

1870-1908

Werke, hg. v. Adelbert v. Keller und Edmund Goetze, Tübingen (26 Bde.)

1992

Werke, hg. v. Reinhard Hahn, Berlin/Weimar: Aufbau (2 Bde.)

    


   

 1. Januar 2016

   

  

GOWEBCounter by INLINE

Besucher seit dem 19.01.2001

 

up