Angelus
Silesius
eigentl. Johannes Scheffler;
"Bote aus Schlesien" (nach dem hl. Johannes ab Angelis), seit 1653
Lebensdaten Werk
Taufe: 25. Dezember 1624 Breslau Grabstätte: Breslau, Krypta der Matthiaskirche |
Bildquelle: wikipedia |
Sohn des lutheranischen Gutsbesitzers und polnischen (aber ethnisch deutschen) Adligen Stanislaus Scheffler, Herrn zu Borowice (1562-1637), der 1618 von Krakau nach Breslau übergesiedelt war. Mutter: Maria Magdalena Hennemann (1600-1639). Geschwister: Magdalena (*1626), Christian (*1630). Mit 15 Vollwaise. Nach seiner Konversion maßgeblicher Führer der Gegenreformation in Schlesien; zuletzt fanatisch und intolerant.
Epigrammatiker, Lyriker; bedeutendster Dichter der deutschen Barockmystik. Unter dem Einfluss seines Landsmannes Jakob Böhme Verse voller Glaubenstiefe und mystischer Innerlichkeit; barocke Bildlichkeit, Paradoxa, Begriffsdialektik. Über die Zeiten berühmt für seine fast 1700 geistliche Epigramme (Cherubinischer Wandersmann); Hauptthema: die unio mystica, die Vereinigung der Seele mit Gott. Einige geistliche Lieder heute noch Kirchenlieder (z.B. "Ich will dich lieben, meine Stärke").
1639 |
Elisabeth-Gymnasium in Breslau; bereits als Schüler erste Gedichte. |
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1637 |
Tod des Vaters. |
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1639 |
Tod der Mutter. |
1643 |
Studium der Medizin und des Staatsrechts in Straßburg. |
1644 |
Wechsel an die Universität Leyden; Kontakt mit einem überkonfessionellen Kreis von Mystikern; Beschäftigung mit dem Werk Jakob Böhmes. |
1647 |
Studium an der Universität Padua. |
1648 |
Promotion zum Doktor der Philosophie und der Medizin; Rückkehr nach Schlesien. |
1649 |
Nov.: Hof- und Leibmedicus des Herzogs Sylvius Nimrod zu Oels; Freundschaft mit den Mystikern Abraham von Franckenberg und Daniel von Czepko; Differenzen mit der lutherischen Orthodoxie |
1652 |
S. quittiert den Dienst als Hofmedicus. Rückkehr nach Breslau. |
1653 |
12.6.: in der Matthiaskirche Übertritt zum Katholizismus; Annahme des Namens Angelus Silesius nach dem spanischen Mystiker Johannes de Angelis. Fromme und wohltätige Stiftungen. |
1654 |
Titel eines Kaiserlich-Königlichen Hofmedicus Ferdinands III.; Mitglied der Rosenkranzbruderschaft. |
1661 |
Priesterweihe in Neiße. A. S. nimmt, Kreuz und Dornenkrone tragend, an spektakulären Prozessionen teil. |
1664-66 |
Hofmarschall des Fürstbischofs von Breslau, Sebastian von Rostock. Streitschriften gegen Lutheraner. |
ab 1667 |
Bis zum Tod zurückgezogen im Breslauer Kreuzherrenstift St. Matthias; betreut als Medicus und Priester Kranke und Arme. |
Sprüche und Lieder
1657 |
Geistreiche Sinn- und Schlussreime (5 Bücher) |
1674 |
Cherubinischer Wandersmann (= Geistreiche Sinn- und Schlussreime erweitert um ein 6. Buch) |
1675 |
Sinnliche Beschreibung der Vier Letzten Dinge |
1664 |
Und Scheffler redet noch! |
1677 |
Ecclesiologia (39 relig. Kampfschriften) |
Ausgaben
1862 |
Sämmtliche poetische Werke, hg. v. David August Rosenthal, Regensburg (2 Bde.) |
1923 |
Sämtliche poetische Werke und eine Auswahl aus seinen Streitschriften, hg. v. Georg Ellinger, Berlin (2 Bde.) |
1949-1952 |
Sämtliche poetische Werke, hg. v. Hans Ludwig Held, München (3 Bde.) |
Aus dem Cherubinischen Wandersmann:
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