Begriff:
rückwärts gewandte Zeit des
Umbruchs: "Herbst des Mittelalters" (Huizinga)
Datierung:
Zurückgehen der kaiserlichen
Macht zugunsten der der Territorialfürsten, fehlendes ideelles Zentrum (Kaiseridee);
"babylonische Gefangenschaft" des Papsttums in Avignon, Schisma; Verfall des
Rittertums (Feuerwaffen, Fußvolk); polit. u. wirtschaftl. Erstarken der Städte.
tragende Schicht:
Nach dem Ende der Staufer geht
die kulturelle Führung auf das aufstrebende Bürgertum über; Städte als neue
Bildungszentren neben den Höfen; Eindringen der Zünfte in den Rat der Städte;
Demokratisierung der Literatur auch durch die Verwendung des billigeren Papiers statt des
Pergaments und durch die Erfindung der Buchdruckerkunst (um 1440).
Grundzüge:
Höfisches Mittelalter bleibt
Vorbild, aber statt hohem muot und vroide Untergangsstimmung und
Schwermut; vertiefte Frömmigkeit, die ihren Ausdruck besonders in der Mystik findet:
erstrebt wird die geistige Vereinigung mit Gott (unio mystica), das Ablegen alles
Irdischen (Askese).
Sprachstufe: Frühneuhochdeutsch (Amtssprache der reichsfürstlichen Kanzleien im Ostteil
Deutschlands; "sächsische Kanzleisprache"); entscheidend für ihre Verbreitung
ist die Erfindung des Buchdrucks.
Verfall des Formgefühls; fehlende Originalität.
Themen:
realistischer Zug; Zeit-,
Gelegenheitsdichtung, politische u, geschichtliche Themen; didaktisches Schrifttum; relig. Themen
Dichter:
bürgerlich Fahrende (14. Jh.),
handwerkende Meistersinger (15. Jh.), Adlige; Mystiker: zuerst Adlige, dann
bürgerliche Laien, vor allem auch Frauen; Spätblüte der
ritterliche Kultur im kolonisierten Preußen
(Deutscher Orden!).
bevorzugte Formen:
Prosaroman; Lyrik, (geistl.)
Volkslied, Meistersang; allegorisch-didaktisches Schrifttum, Chronik, Legende, Fabel,
Geschichts-, Reisebeschreibung, Predigt, Erbauungsbuch; Schwank, Fastnachtspiel,
Mysterienspiel.
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Autoren:
Oswald
von Wolkenstein
Her
wirt, uns dürstet also sere,
trag auff wein! trag auff wein! trag auff wein!
das dir got dein laid verkere,
pring her wein! pring her wein! pring her wein!
und dir dein sälden mere,
nu schenk ein! nu schenk ein! nu schenk ein! . [...] |