August Stramm
Lebensdaten | Werk | Textbeispiel
+ 1. September 1915 Horodec bei Brest-Litowsk (Weißrussland) (Kopfschuss) begraben:
urspr. Horodec, Jüdischer Friedhof; 1928 überführt nach Stahnsdorf bei Berlin, Südwestfriedhof Du
großer Künstler und liebster Freund. |
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Aus kleinbürgerlichem Milieu; auf Wunsch des protestantischen Vaters (selbst Postbeamter) Postberuf statt des unter dem Einfluss der katholischen Mutter ins Auge gefassten Theologiestudiums. Geprägt vom zeittypischen Konflikt zwischen bürgerlichen Wertvorstellungen und dem Ausbruch in die Kunst; schreibt etwa ab 1910, veröffentlicht aber erst als Vierzigjähriger in der Berliner Avantgarde-Zeitschrift Der Sturm.
1902 |
Eheschließung mit Else Krafft (1877-1947; Unterhaltungsschriftstellerin und Journalistin); Kinder: Ingeborg (*1903), Helmuth (*1904) |
Einer der Hauptvertreter des Frühexpressionismus, der den Schritt hin zur Abstraktion wagt. "Hinneigung zum Futurismus": Zerstörung grammatischer und syntaktischer Regeln, konsequente Funktionalisierung der sprachlichen Mittel, die auf größtmögliche Ausdrucksintensität und Unmittelbarkeit der Expression abzielt: Wortbildungen ("glotzenschrecke Augen brocken wühles Feld"), reduzierte Syntax, Kurzverse. Anreger experimenteller Lyrik (Einfluss u.a. auf Kurt Schwitters, später Ernst Jandl).
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1883-88 |
Gymnasien in Düren und Eupen. |
1893 |
Abitur in Aachen; Eintritt in den höheren Postdienst. |
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1896-97 |
Postsekretär. Militärdienst. |
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1898 |
Bekanntschaft mit Else Krafft. |
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1897-1900 |
Im Seepostdienst zwischen Deutschland (Bremen, Hamburg) und den USA (New York). Fortbildungsaufenthalte in den USA. |
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1902 |
Verwaltungsprüfung für Post und Telegraphie. Heirat; Wohnsitz in Bremen. |
1905 |
Versetzung ins Reichspostministerium nach Berlin. Nebenbei Studium der Nationalökonomie. |
1909 |
Promotion zum Dr. phil. in Halle ("Historische, kritische und finanzpolitische Untersuchungen über die Briefpostgebührensätze des Weltpostvereins und ihre Grundlagen"). Beförderung zum Postinspektor. |
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1913 |
Über seine Frau Bekanntschaft mit Herwarth Waldens Zeitschrift Der Sturm, die das Drama Sancta Susanna annimmt. |
1914 |
Freundschaft mit Herwarth Walden; führender Mitarbeiter im Sturm; Kontakt zu literarischen Kreisen (Holz, Döblin). Bei Kriegsausbruch als Hauptmann der Reserve an die Westfront. |
1915 |
Apr.: als Kompanieführer an die Ostfront; Mai: Bataillonskommandeur; Teilnahme an den Schlachten von Gorlice und Radymno; nach monatelangen Kämpfen erschossen bei einem Angriff auf russische Stellungen im Kampf um Brest-Litowsk: "Er fiel am 1. September 1915 als letzter seiner Kompagnie bei einem Sturmangriff in Rußland, nachdem er über siebzig Schlachten und Gefechte mitgemacht hatte." (Herwarth Walden) |
Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)
Dramen
1914-16 |
"Sturm-Bücher" (Einakter):
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1915 |
Geschehen |
1917 |
Menschheit |
1915 |
Du. Liebesgedichte (Zyklus) |
1915 |
Weltwehe |
1919 |
Tropfblut (Kriegsgedichte) |
Ausgaben
1919 |
Dichtungen, Berlin (2 Bde. von 3 geplanten) |
1956 |
Dein Lächeln weint. Gesammelte Gedichte, Wiesbaden |
1963 |
Das Werk, hg. v. René Radrizzani, Wiesbaden |
1990 |
Die Dichtungen, hg. v. Jeremy Adler, München |
PatrouilleDie Steine feinden
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UntreuDein Lächeln weint
in meiner Brust |
(update: 31.07.2007)