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Hermann Sudermann

Lebensdaten | Werk

Sudermann-Texte online
 


 
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30. September 1857 Matzicken
(Kreis Heydekrug; Memelland)
  

+ 21. November 1928 Berlin (Schlaganfall, Lungenentzündung)

     

Grabstätte:

Friedhof Berlin-Grunewald (zus. mit seiner Frau)

 

 

 

  
 

 


   

Erzähler, Dramatiker, Journalist. Seinerzeit ungeheuer populär; wird lange Zeit mit Gerhart Hauptmann auf eine Stufe gestellt. Naturalistische Anfänge. In seinen publikumswirksamen und effektorientierten Stücken gemäßigte und oberflächliche Kritik an Staat und Gesellschaft. Packende Erzählweise in den Novellen und Romanen. Seine beste Leistung stellen die Litauischen Geschichten dar (Welterfolg).

Gegen Ende seines Lebens einer der reichsten Schriftsteller der Zeit. Das Schauspiel Die Ehre wird bis 1920 über 3000 mal aufgeführt, Die Heimat fast 4000 mal; Gesamtauflage des Romans Frau Sorge über eine halbe Million. Sudermanns Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt; insgesamt 39 Verfilmungen. 

      

Ältester von vier Söhnen des Bierbrauers Johann Sudermann (1818-1887) und seiner Frau Dorothea, geb. Raabe (1825-1923). In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Depressiver Vater; die Mutter erkennt früh die Begabung des Sohnes und sorgt für eine gute Schulbildung. Zunächst Volksschule in Heydekrug, dann Realschule in Elbing (bis zur Obersekunda); Apothekerlehre in Heydekrug (Abbruch aus gesundheitlichen Gründen); Gymnasium und Studium.

Aufgrund der Verhöhnung durch die tonangebende literarische Kritik der Zeit (Dauerfeinde: Alfred Kerr und Maximilian Harden) schwere Depressionen bis hin zu Suizidgedanken. Problematische Ehe, immer wieder Spannungen und monatelanges Getrenntsein von seiner Frau.

    

1891

Eheschließung mit der Schriftstellerin Clara Schulz, verwitwete Lauckner (1861-1924; bringt 3 Kinder mit in die Ehe); gemeinsame Tochter: Hede (1892-1984)

Auszeichnung

1912

Preußischer Kronenorden 3. Klasse


Wichtige Lebensdaten:

1872

Realgymnasium in Tilsit.

1875

März: Abitur. Immatrikulation an der Albertina in Königsberg (klassische Philologie, neuere Sprachen, Philosophie, Geschichte). Lebensunterhalt durch den Onkel.

1877

Fortsetzung des Studiums an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Winter: aus Geldmangel zurück nach Heydekrug.

1878

Wiederaufnahme des Studiums in Berlin. Herbst: Hauslehrer beim Arzt Hans Hopfen.

1879

Hauslehrer beim Bankier Neumann. Herbst: Wiederaufnahme des Studiums.

1881-83

Journalistische Tätigkeit bei der Liberalen Korrespondenz. Freier Mitarbeiter beim Reichsfreund, dem Berliner Tageblatt und der Königsberger Allgemeinen.

1881

Chefredakteur des demokratischen Deutschen Reichsblatts. Daneben Studium, Arbeit an einer (später abgebrochenen) Dissertation (Vierfache Wurzel der Teleologie).

1885

Studium in Jena.

1886/87

Dez. - Juni: erster (durch Mäzene ermöglichter) Italienaufenthalt.

1887

16. Nov.: Tod des Vaters

1889

März: erster Paris-Aufenthalt. Nov.: Literarischer Durchbruch mit dem Drama Die Ehre.

1890

Erste Begegnung mit Clara Julie Marie Auguste Lauckner, geb. Schulz. - Skandal um Sodoms Ende: Kaiser Wilhelm II. verweigert Schiller-Preis.

1891

14.10.: Heirat auf Helgoland.

1892

14.6.: Geburt der Tochter Hede. - Wohnsitz in Königsberg, Rauschen, Dresden.

1893

Witte, der kleine Sohn der Ehefrau, verunglückt während einer Reise in Dresden tödlich.

1894

Mit Clara in Dresden. Reisen nach Italien und Paris.

1895

Wohnsitz in Berlin; die Lauckner-Kinder im Internat in Dresden. - Wahl zum Vorsitzenden des Vereins Berliner Presse.

1896

Als Vorsitzender des Vereins Berliner Presse Petition an den Reichstag in Fragen der Pressefreiheit.

1897

Pacht des Schlosses Blankensee südlich von Berlin.

1900

Mitbegründer des Goethe-Bundes zur Abwehr aller Eingriffe in das künstlerische Leben. Wortführer gegen die Lex Heinze (Zensur von "Unsittlichkeit" in Kunst und Literatur).

ab 1902

Polemische Angriffe der Kritiker Alfred Kerr und Maximilian Harden (lebenslange Feindschaft).

1902

Erwerb des Schlosses Blankensee.

1903/04

Nov. - März: Reise in den Orient (Ägypten, Ceylon).

1909

Kauf einer Villa in Berlin-Grunewald (Bettinastr. 3).

1914

Initiator des offenen Briefs An die Kulturwelt gegen die alliierte Kriegspropaganda. - Gründung des Kulturbundes deutscher Gelehrter und Künstler.

1916

Körperlicher und nervlicher Zusammenbruch; Zuflucht im heimatlichen Heydekrug.

1918

Nov.: Gründung des Bundes schaffender Künstler als Gegengewicht zum linken Rat geistiger Arbeiter.

1923

27.5.: Tod der Mutter.

1924

17.10.: Tod der Ehefrau. Schwere seelische Krise.

1926

Wahl in das Präsidium des P.E.N.-Clubs Deutschland. Ablehnung der Aufnahme in die Sektion Dichtkunst der Berliner Akademie der Künste.

1928

Okt.: Schlaganfall mit Darmlähmung. Nov.: Lungenentzündung; Tod im Franziskus-Krankenhaus in Berlin am Nachmittag des Bußtages.


Werke:

(a = Uraufführung in)

Romane

1886

Der Günstling der Präsidentin

1887

Frau Sorge (Verfilmung 1928 D; 1950 Arg.)

1890

Der Katzensteg (Verfilmung 1913, 1915, 1927, 1938 D; 1975 TV D)

1894

Es war (Verfilmung 1926 USA)

1908

Das Hohe Lied (Verfilmung 1918, 1924, 1933 USA)

1926

Der tolle Professor. Roman aus der Bismarckzeit

1927

Die Frau des Steffen Tromholt (Verfilmung 1929 USA)

1928

Purzelchen. Ein Roman von Jugend, Tugend und neuen Tänzen
Wo der Strom stiller wird (Frgm.)

Erzählungen

1882

Acht Weihnachten

1886

Im Zwielicht. Zwanglose Geschichten:

  • Die Sterne, die man nicht begehrt

  • Der verwandelte Fächer

  • La donna è mobile

  • Das römische Bad

  • Sie lächelt

  • Der Gänsehirt

  • Des Hausfreunds Sylvesterbeichte

  • Die Freundin

  • Er will sie kennen lernen

  • Der Mustersohn

  • Où est l'homme?

  • Noli me tangere

1888

Geschwister:

  • Die Geschichte der stillen Mühle (Verfilmung 1915 D)

  • Der Wunsch

1891

Das Sterbelied

1892

Jolanthes Hochzeit (Verfilmung 1942 D)

1911

Die indische Lilie:

  • Die indische Lilie

  • Der Lebensplan

  • Das Sterbelied

  • Die leidende Dritte

  • Herbst

  • Fröhliche Leut'

  • Thea

1917

Litauische Geschichten:

  • Die Reise nach Tilsit (Verfilmung 1927 USA; 1939 D; 1969 TV D; 1982 Lit.)

  • Miks Bumbullis (Verfilmung 1971 TV D)

  • Jons und Erdme

  • Die Magd

1918

Der verwandelte Fächer und zwei andere Novellen:

  • Der verwandelte Fächer (1886)

  • Fröhliche Leut'

  • Thea

Dramen

1890
1889 a Berlin

Die Ehre (Verfilmung 1914, 1926 D)

1891
1890 a Berlin

Sodoms Ende. Trauerspiel (Verfilmung 1913, 1922 D)

1893 a Berlin

Heimat (Verfilmung 1912, 1938 D; 1917 USA; 1919, I)

1895 (1894 a)

Die Schmetterlingsschlacht. Komödie (Verfilmung 1924 D; 1963 TV D; 1966 TV Ö)

1896 (1895 a)

Das Glück im Winkel (Verfilmung 1962 GB)

1896 (a)

Morituri (Einakter)

  • Teja

  • Fritzchen

  • Das Ewig-Männliche

1897 (1898 a)

Johannes. Tragödie

1898 (1899 a)

Die drei Reiherfedern. Dramatisches Gedicht

1900 (a)

Johannisfeuer (Verfilmung 1916 USA; 1939, 1954 D)

1902 (a)

Es lebe das Leben!

1903 (a)

Der Sturmgeselle Sokrates. Komödie

1905 (a)

Stein unter Steinen (Verfilmung 1915 Dän.; 1917 D)

1905 (1906 a)

Das Blumenboot

1907 (a)

Rosen. Vier Einakter

  • Die Lichtbänder

  • Margot

  • Der letzte Besuch

  • Die ferne Prinzessin

1909 (a)

Strandkinder

1911 (a)

Der Bettler von Syrakus. Tragödie

1913 (a)

Der gute Ruf (Verfilmung 1926 D)

1914 (a)

Die Lobgesänge des Claudian

1915

Die entgötterte Welt. Szenische Bilder aus kranker Zeit:

  • Die gutgeschnittene Ecke. Tragikomödie, 1916 a

  • Das höhere Leben. Lustspiel, 1919 a

  • Die Freundin, 1920 a

1917 a

Der Katzensteg. Deutsches Volksstück

1919

Das höhere Leben (Komödie)

1919 a

Die Raschhoffs

1920 (1921 a)

Notruf

1921

Das deutsche Schicksal. Eine vaterländische Dramenreihe

  • Heilige Zeit. Szenische Bilder

  • Opfer

  • Notruf, 1921 a

1923 (1922 a)

Wie die Träumenden

1923 a

Die Denkmalsweihe

1927 (1928 a)

Die Hasenfellhändler

Aufsätze

1902

Verrohung in der Theaterkritik (Streitschrift)

1903

Die Sturmgesellen. Ein Wort zur Abwehr
Die Theaterzensur (5 Vorträge)

Autobiografie

1922

Das Bilderbuch meiner Jugend

Werkausgaben

1919

Romane und Novellen. Gesamt-Ausgabe, Stuttgart/Berlin: Cotta (6 Bde.)

1923

Dramatische Werke. Gesamtausgabe, Stuttgart/Berlin: Cotta (6 Bde.)

1928-30

Romane und Novellen. Gesamt-Ausgabe, Stuttgart/Berlin: Cotta (10 Bde.)

  


       

Hermann-Sudermann-Stiftung

    

17. August 2015

      

    

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