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B. Traven

eigentl.: (Hermann Albert) Otto (Maximilian) Feige

Weitere Pseudonyme: Richard Maurhut, Ret Marut, Berick Traven Torsvan, Torsvan Croves, Hal Croves

Lebensdaten | Werk

Traven-Texte online


* 23. Februar 1882 Schwiebus

(ehemals preuß. Provinz Brandenburg; heute: Świebodzin, Polen) als Herrmann Albert Otto Max Feige
  

+ 26. März 1969 Mexiko-Stadt (Nierensklerose)

Asche wird aus einem Flugzeug über dem mexikanischen Bundesstaat Chiapas verstreut.

  

Ret Marut 1923 nach seiner Festnahme in London
Bildquelle: Wikipedia

  

 
„Mein Lebenslauf ist meine Privatangelegenheit, die ich für mich behalten möchte.“ (1926)

Der mysteriöseste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Das Rätsel, wer hinter dem Pseudonym "B. Traven" steckt, ist spätestens seit der Arbeit von Jan-Christoph Hauschild entschlüsselt (B. Traven - Die unbekannten Jahre, 2012): Die Identität mit dem angeblich aus San Francisco stammenden Schauspieler Ret Marut ("Ratet rum"!) wurde bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts vermutet. Dass es sich bei Ret Marut jedoch in Wahrheit um den ehemaligen Schlosserlehrling Otto Feige aus Schwiebus handelt, kann nun als erwiesen gelten. Feige wurde als Sohn des Töpfers Adolf Feige und der Fabrikarbeiterin Hermine Wienecke unehelich geboren (Heirat der Eltern nach seiner Geburt); wuchs bei den Großeltern auf. Sechs Geschwister.

Seit 1907 verbirgt Feige permanent seine wahre Identität, verbringt den Großteil seines Lebens abgeschottet von der Öffentlichkeit in Mexiko, dem Handlungsraum der meisten seiner Werke. Seine Bücher werden zuerst in deutscher Sprache im Verlag der Büchergilde Gutenberg veröffentlicht. Dem Verleger teilt er jeweils nur die Nummer seines Postfachs mit.

 1957

Eheschließung (als "Hal Croves") mit Rosa Elena Luján (1915-2009)

Autor von Weltruf: Übersetzung der Werke in mindestens 40 Sprachen, geschätzte Gesamtauflage von weit über 30 Millionen Exemplaren. Proletarischer Schriftsteller: sozialkritische Erzählungen und Romane, die mit Erzählmustern des Abenteuerromans das harte Leben von Tagelöhnern, Goldgräbern und Indios schildern. Scharfe Kritik am Kapitalismus. Viele seiner Romane wurden verfilmt (berühmteste Verfilmung: John Hustons Der Schatz der Sierra Madre, Hauptrolle: Humphrey Bogart).


Wichtige Lebensdaten:

1896-1900

Nach dem Besuch der evangelische Mittelschule für Knaben Schlosserlehre in Schwiebus (Maschinenfabrik Carl Meyer).

1900

Übersiedlung der Familie nach Wallensen (Niedersachsen); nach Abschluss der Lehre folgt Otto nach.

1902 - 04

Militärdienst in Bückeburg.

1905

Nach einem Streit wegen seiner radikalen politischen Ansichten verlässt Feige das Elternhaus.

1905-06

Arbeitsverhältnis in Magdeburg.

1906

Gewerkschaftssekretär: Leitung der Geschäftsstelle Gelsenkirchen des Deutschen Metallarbeiterverbands. Organisator eines Streiks von Klempnergehilfen. Veranstaltung von Leseabenden und Theateraufführungen.

1907

9.10.: Otto Feige meldet sich polizeilich in Gelsenkirchen ab, um auf Reisen zu gehen: Wechsel der Identität. Als Schauspieler Ret Marut aus San Francisco wird er Mitglied der deutschen Bühnengenossenschaft in Essen.

1908

Titelrolle in Shakespeares Othello in Idar.

1912

Mitglied des Danziger Stadttheaters; Geburt der Tochter Irene (Mutter: Elfriede Zielke); Sommer: Dreijahresvertrag am Schauspielhaus Düsseldorf.

1913

Liaison mit der Schauspielschülerin Irene Mermet.

1915

Herbst: Ret Marut in München.

1917-19

Herausgeber der gegen Bürgertum, Militarismus und Kirche gerichteten Kampfschrift Der Ziegelbrenner (Untertitel: Kritik an Zuständen und widerwärtigen Zeitgenossen).

1919

Als Mitglied des Propaganda-Ausschusses Chefzensor der Münchner Räterepublik. Mai: Flucht aus München vor der drohenden standrechtlichen Erschießung durch die Weißgardisten. Der Ziegelbrenner wird verboten.

1919-21

Der Ziegelbrenner erscheint illegal in Köln; Herausgeber: Ret Marut.

1923

Mit falschem Pass nach Rotterdam; von dort nach England; Nov.: Festnahme in London.

1923-24

Wegen Missachtung der Meldepflicht vorübergehend in Abschiebehaft: Geständnis, Otto Feige aus Schwiebus zu sein. Versuch der Einreise in die USA scheitert am fehlenden Visum.

1924

Als Kohlentrimmer auf dem norwegischen Schiff Hegre; Sommer: Ankunft in Tampico/Mexiko.

1930

Registrierung als amerikanischer Staatsbürger. Feige lebt als Berick Traven Torsvan lange Zeit in der Nähe von Acapulco.

1933

Travens Romane auf der schwarzen Liste der Nazis.

1948

Der Schatz der Sierra Madre kommt in die Kinos: Kassenerfolg und Traven-Fieber in den USA.

1951

Mexikanische Staatsbürgerschaft.

1957

Eheschließung als "Hal Croves". Haushalt in Mexico City.

1959

Feige/Traven/Hal Croves besucht mit seiner Frau anlässlich der Premiere des Films Das Totenschiff Deutschland.

1969

Tod. Todesurkunde auf den Namen Traven Torsvan Croves. Erklärung der Witwe, ihr Mann habe die Pseudonyme B. Traven und Hal Croves benutzt. Ebenfalls durch die Witwe später Bestätigung der Identität Traven/Marut.


Werke:

(Z = Zeitschriftenveröffentlichung)
   

Erzählungen

1916

An das Fräulein von S... Briefe eines Gefallenen (Pseudonym: Richard Maurhut)

1919

Der blaugetupfte Sperling. Grotesken, Skizzen, Erzählungen (Ps.: Ret Marut)

1920 Z

Khundar (Legende; Ps.: Ret Marut)

1925

Wie Götter entstehen

1928

Der Busch (Neuauflage 1958 u.d.T. Der Banditendoktor):

  • Die Auferweckung eines Toten

  • Indianertanz im Dschungel

  • Die Geburt eines Gottes

  • Die Geschichte einer Bombe

  • Die Dynamitpatrone

  • Die Wohlfahrtseinrichtung

  • Der Wachtposten

  • Familienehre

  • Der Eselskauf

  • Ein Hundegeschäft

  • Die Medizin

  • Der Nachtbesuch im Busch

1930 um folgende Erzählungen erweitert:

  • Der aufgefangene Blitz

  • Spießgesellen

  • Der ausgewanderte Antonio

  • Diplomaten

  • Bändigung

  • Der Großindustrielle

  • Der Banditendoktor

  • Indianerbekehrung

1936

Sonnen-Schöpfung. Indianische Legende

1950

Macario

1958

Der dritte Gast und andere Erzählungen:

  • Der Nachtbesuch im Busch (1928)

  • Sonnen-Schöpfung. Indianische Legende (1936)

  • Der dritte Gast

  • Indianerbekehrung (1930)

Romane
 

1925 Z
1926

Die Baumwollpflücker (Buchveröffentl. erw. u. d. T. Der Wobbly)

1926

Das Totenschiff. Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns

1927

Der Schatz der Sierra Madre

1927 Z
1929

Die Brücke im Dschungel (Buchausgabe erw.)

1929

Die weiße Rose

1931-39

Caoba-Zyklus (= Mahagoni-Zyklus):

  • Der Karren (1931; 1953 erw.: Die Carreta) 

  • Regierung (1931)

  • Der Marsch ins Reich der Caoba (1933)

  • Die Troza (1936)

  • Die Rebellion der Gehenkten (1936)

  • Ein General kommt aus dem Dschungel (1939)

1950

Caoba. Roman aus Mexiko

1960

Aslan Norval (Urheberschaft zweifelhaft)

Reisebericht
 

1928

Land des Frühlings


Werkausgabe
 

1977-82

Werke in Einzelbänden, hg. v. Edgar Päßler, Frankfurt/M.: Büchergilde Gutenberg (18 Bde.)


       

Internationale B. Traven-Gesellschaft e.V.

    

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