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Ludwig Uhland

vollst. Johann Ludwig Uhland

Lebensdaten
| Werk

Uhland-Texte online


 
*26. April 1787 Tübingen

+13. November 1862 Tübingen

Grabstätte: Tübingen, Stadtfriedhof
 

 

Gemälde von Gottlob Wilhelm Morff
(1818)

    

Aus altschwäbischer Familie. Dritter Sohn des Universitätssekretärs Johann Friedrich Uhland (1756-1831) und seiner Frau Elisabeth, geb. Hoser (1760-1831). Geschwister: Friedrich (1785-1794), Luise (1795-1836).

1820

Eheschließung mit Emilie ("Emma") Vischer. Keine Kinder (zwei Pflegesöhne).

                   
Dichter, Germanist, Jurist und Politiker (liberaler Abgeordneter im württembergischen Landtag und im Frankfurter Paulskirchen-Parlament von 1848/49). Bekanntester der schwäbischen Romantiker. Meister der Ballade (Themen aus Sage und Geschichte) und des Liedes. Viele Gedichte wurden volkstümlich; bis zu seinem Tod mehr als 40 Auflagen der Gedichte. Neben Goethe, Heine und Eichendorff meistvertonter deutscher Dichter.

Ehrungen:

1845

Ehrendoktor der Universität Tübingen

1853

Ablehnung des preußischen Ordens Pour le mérite und des bayerischen Maximiliansordens aus politischen Gründen


Wichtige Lebensdaten:

1793

Lateinschule in Tübingen.

1801

Immatrikulation an der Universität Tübingen; Privatstunden in den alten Sprachen.

1805

(Auf Wunsch des Vaters) Studium der Jurisprudenz. Freundschaft mit Justinus Kerner.

1807

Erste Gedichte in Leo von Seckendorffs Musenalmanch auf das Jahr 1807.

1808

Juristische Staatsprüfung und Advokatenexamen. Freundschaft mit Karl August Varnhagen von Ense.

1810

Promotion (Dissertation: "De iuris Romani servitutum natura dividua vel individua"). Einjährige Bildungsreise nach Paris. Studium mittelalterlicher Handschriften in der Bibliothèque Nationale. Beschäftigung mit dem Spanischen, Portugiesischen, Provenzalischen. Bekanntschaft mit Chamisso.

1811

Advokat in Tübingen. Freundschaft mit Gustav Schwab.

1812

Übersiedlung nach Stuttgart. Accessist (zweiter Sekretär) des Justizministers.

1814

Ausscheiden aus dem Staatsdienst. Advokat in Stuttgart.

1819

Abgeordneter des Oberamts Tübingen in der verfassungsgebenden Versammlung der württembergischen Landstände.

1820-25

Landtagsabgeordneter für Tübingen.

1820

Heirat. Zurückgezogenes Leben. Im Wesentlichen forschende Beschäftigung mit der Literaturgeschichte des Mittelalters und der Volksliedkunde.

1827

Reise durch die Alpen.

1828

Fußwanderung in Franken (Nürnberg, Eschenbach).

1829

Außerordentlicher Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tübingen.

1830

Rückkehr nach Tübingen. Vorlesungen u.a. über die Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter.

1833

Auf eigenen Wunsch Entlassung aus dem Staatsdienst. Mitglied des Landtags als Stuttgarter Abgeordneter.

1836

Kauf eines Hauses in Tübingen.

1838

Verzicht auf Wiederwahl in den Landtag. Privatgelehrter.

1838-54

Alljährliche Reisen zu wissenschaftlichen Studien und zur Vervollständigung seiner Volkslieder-Sammlung (1838 Wien; 1839 Bern, Bodensee; 1840 Rhein, Mosel; 1841 Meersburg, St. Gallen; 1842 Main, Odenwald, Bremen, Hamburg, Kiel, Kopenhagen, Helsingör, Lübeck; 1843 Nürnberg, Leipzig, Dresden, Freiburg, Kolmar, Straßburg; 1844 Bonn, Köln, Aachen, Lüttich, Brüssel, Gent, Ostende, Brügge, Löwen, Antwerpen; 1846 Nürnberg, Bamberg, Schwarzwald, Elsaß; 1847 München, Zürich; 1850 Schweiz; 1852 Bayern, Bodensee; 1853 Nürnberg, Leipzig, Berlin, Wolfenbüttel, Hannover, Köln, Bonn, Frankfurt; 1854 Basel).

1845

Korrespondierendes Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.

1846

Erste Germanistenversammlung in Frankfurt. Begegnung mit Jacob Grimm.

1848

Korrespondierendes Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften. Mitglied des Siebzehnerrats und württembergischer Abgeordneter der Nationalversammlung in Frankfurt.

1849

Öffentlicher Einsatz für die von Erschießung bedrohten badischen Revolutionäre.


Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)

Gedichte

1815

Gedichte (u.a. Die Kapelle, 1805 e; Der gute Kamerad, 1809 e; Der Wirtin Töchterlein, 1809 e; Die Rache, 1810; Das Ständchen, 1810 e; Einkehr, 1811 e; Frühlingsglaube, 1812 e; Schwäbische Kunde, 1814 e; Des Sängers Fluch., 1814 e; Graf Eberhard der Rauschebart, 1815 e)

1816

Sechs vaterländische Gedichte (Flugblatt, anonym)

1817

Vaterländische Gedichte (13 Ged.)

1820

Gedichte (2. erw. Aufl.; Fortunat und seine Söhne 1814-16 e)

1829

Gedichte (4. Aufl.; Die Ulme zu Hirsau)

1831

Gedichte (5. Aufl.; Bertran de Born 1829 e)

1834

Gedichte (8. erw. Aufl.; Das Glück von Edenhall)

Volksliedersammlung

1844/45

Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder mit Abhandlung und Anmerkungen (2 Abteilungen)

Dramen

1818 (1817 e)
(a Hamburg)

Ernst, Herzog von Schwaben. Trauerspiel

1819 (1818 e)
(1826 a München

Ludwig der Baier

1846

Dramatische Dichtungen:

  • Ernst, Herzog von Schwaben (1818)

  • Ludwig der Baier (1819)

Autobiographisches

1893

Tagbuch 1810-1820, hg. v. J. Hartmann, Stuttgart: Cotta

Schriften

1817

Keine Adelkammer! (Flugschrift)

1822

Walther von der Vogelweide, ein altdeutscher Dichter

1836

Der Mythus von Thôr nach nordischen Quellen

1863

Die Todten von Lustnau

1865-73

Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage (8 Bde.):

  • Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter (1865)

  • Geschichte der deutschen Dichtkunst im 15. und 16. Jahrhundert (1866)

  • Abhandlung über die deutschen Volkslieder (1866)

  • Über das altfranzösische Epos (1869)

  • Walther von der Vogelweide. Der Minnesang. Über die Sage vom Herzog Ernst (1870)

  • Der Mythus von Thôr nach nordischen Quellen [1836] (1868)

  • Sagengeschichte der germanischen und romanischen Völker (1868)

  • Schwäbische Sagenkunde (1873)

Werkausgaben

1863

Gedichte und Dramen, Stuttgart: Cotta (3 Bde.)

1892

Gesammelte Werke, hg. v. H. Fischer, Stuttgart: Cotta (6 Bde.)

1893

Werke. Krit. durchges. Ausgabe, hg. v. L. Fränkel, Leipzig/Wien: Bibliogr. Institut (2 Bde.)

1898

Vollst. krit. Ausgabe, bes. v. E. Schmidt u. J. Hartmann, Stuttgart: Cotta (2 Bde.)

1901

Sämtliche Werke, eingel. v. L. Holthof, Stuttgart: DVA

1908

Werke, eingel. v. A. Silbermann, Berlin: Bong (3 Bde. in 2)

1914

Gesammelte Werke, hg. v. Walter Reinöhl, Leipzig: Hesse & Becker (8 Teile)


                


Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

 

    

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