Johann Heinrich Voß
Lebensdaten Werk


* 20. Februar 1751 Sommersdorf (Mecklenburg)

+ 29. März 1826 Heidelberg (Schlaganfall)

begraben: Beisetzung Heidelberg, St. Anna-Friedhof; 1875 Umbettung auf den Bergfriedhof


Nach dem Stich von A. Schule (1801)

Enkel eines freigelassenen Leibeigenen, unehelicher Sohn eines Kammerdieners. Vater Johann Heinrich Voß (1714-1778), Mutter: Katharina Dorothea Karsten (kurz nach der Geburt Heirat). Die Demütigungen, die mit seiner niederen Herkunft verbunden sind, prägen sein späteres Leben. Griechisch und Latein im Selbststudium. Eigene dichterische Versuche führen dazu, dass ihn Heinrich Christian Boie, der Herausgeber des "Göttinger Musenalmanachs" nach Göttingen holt.

1777

Eheschließung mit Ernestine Boie (1756-1834; Schwester Christian Boies); 5 Söhne

Spätaufklärer, Stürmer und Dränger in der Frühphase, Polemiker; weltanschaulich engagiert und kompromisslos (Protest gegen feudalistische Unterdrückung, Bejahung der Französischen Revolution und ihrer Ideale, gegen den Irrationalismus der Romantik). Nach der beruflichen Etablierung aggressive Polemik gegen Freunde, Kollegen und die Romantiker; im Alter doktrinär und starrsinnig.
  Die Übertragungen antiker Klassiker, vor allem Homers, setzen Maßstäbe; V. führt die antike Gattung der (Hexameter-) Idylle in die deutsche Literatur ein. Oden und Lieder.


wichtige Lebensdaten:

1759-65

Stadtschule in Penzlin, wo der Vater sich eine Existenz als Zolleinnehmer und Gastwirt aufbaut.

1766-69

Lateinschule in Neubrandenburg. Finanzieller Niedergang der Familie infolge des Siebenjährigen Kriegs.

1769-72

Hofmeister in Ankershagen unter extrem demütigenden Bedingungen: lebenslanger Adelshass.

1772

Heinrich Christian Boie holt V. nach Göttingen und unterstützt ihn. Theologie- und Philologiestudium; Namensgeber und Ältester des "Göttinger Hains".

1774

Reise nach Hamburg (Klopstock), Wandsbek (Claudius) und Flensburg (Verlobung mit Ernestine Boie).

1775

Boie überlässt Voß die Redaktion des Göttinger Musenalmanachs; Umzug nach Wandsbeck (Matthias Claudius); Herausgabe eines eigenen Musenalmanachs im Selbstverlag.

1777-79

Arbeit an der Odyssee-Übertragung.

1778

Mai: Tod des Vaters; Herbst: Rektor an der Lateinschule in Otterndorf bei Cuxhaven. 

1782-1802

Rektor an der Lateinschule in Eutin auf Vermittlung des Hainbundfreundes Friedrich Leopold Stolberg; anerkannter Dichter und Gelehrter; immer gespannter werdendes Verhältnis zu Stolberg (u.a. wegen der Konversion Stolbergs 1800).

1786

Hofrat.

1794

Mai/Juni: Reise mit dem Sohn Heinrich nach Halberstadt, Weimar (Goethe, Herder, Halle, Giebichenstein.

1802

Pensionierung auf eigene Bitte (gesundheitliche Probleme); Privatgelehrter; Umzug nach Jena (Schiller, Goethe); Werben aus Weimar (Goethe).

1805

Voß nimmt ein Angebot der badischen Regierung an: Sinekure-Professur an der Universität Heidelberg; Streit mit den Romantikern (Creuzer, Görres, v. Arnim, Brentano).


Werke:

Gedichte und Idyllen

1775

Die Leibeigenen

1776

Die Freigelassenen

1778
(erw. 1785 u. 1802)

Up den Weg na Wansbäk (später: De Geldhapers)

1780

Der siebzigste Geburtstag

1784
(2. Fassung 1795)

Luise. Ein ländliches Gedicht in drei Idyllen

1785

Gedichte I

1792

Hymnus an die Freiheit. Nach der Melodie der Marseillaise

1795

Gedichte II

1801
(1800 e)

Die Erleichterten

1801

Idyllen

Satire

1794

Junker Cord. Ein Gegenstück zu Virgils Pollio

Übersetzungen

1781

Homer, Odyssee

1789

Vergil, Landbau [Georgica]

1793

Homer, Ilias

1795

Vergil, Vierte Ekloge

1797

Vergil, Zehn erlesene Idyllen

1798

Ovid, Verwandlungen

1799

Vergil, Aeneis

1802

Horaz

1806

Hesiod

1808

Theokrit, Bion und Moschus

1810

Tibull und Lygdamus

1818-29

Shakespeares Schauspiele (zus. mit Abraham u. Heinrich Voß)

1821

Aristophanes

1826

Hymne an Demeter

1830

Properz

Schriften

1794

Mythologische Briefe (2 Bde.)

1802

Zeitmessung der deutschen Sprache

1819

Wie ward Fritz Stolberg zum Unfreien?

1824/26

Antisymbolik (2 Bde.)

Ausgaben

1802

Sämtliche Gedichte (6 Bde.)

1835

Sämtliche poetische Werke, hg. v. Abraham Voß, Leipzig

1966

Werke, hg. v. Hedwig Voegt, Berlin/Weimar


Link:

Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft

 

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