Wolfram von Eschenbach
Leben Werk


* um 1170 vermutl. Eschenbach bei Ansbach (heute: Wolframs - Eschenbach)

+ um 1220 Eschenbach


Manessische Liederhandschrift Nr. 47
   "schildes ambet ist mîn art"   

Über Wolframs Leben ist nur bekannt, was sich aus einigen Zwischenbemerkungen in seinen Dichtungen schließen lässt; W. gehört  wie die meisten höfischen Dichter des Mittelalters zu den niederen Ministerialen und ist auf Gönner angewiesen; dazu gehören der Landgraf Hermann I. von Thüringen, der ihm den Auftrag zum Willehalm erteilt, die Grafen von Wertheim und die Herren von Durne. Elisabeth von Vohburg verschafft ihm durch ihre verwandtschaftlichen Beziehungen Verbindung zu den bayerischen und thüringischen Zentren. Während der Arbeit am Parzival Aufenthalte auf dem Wertheimer Schloss, der Burg Wildenberg bei Amorbach (im 5. Buch des Parzival erwähnt) und den Herrensitzen des Thüringer Landgrafen. Auch während der Arbeit am Willehalm in Thüringen. Als Ministeriale des Grafen Beppo von Wertheim in Eschenbach sesshaft. Aufenthaltsorte ansonsten unbekannt; evtl. längere Zeit in der Steiermark.
Verheiratet, Kinder.

Populärster Ritterepiker des Mittelalters; breite Wirkung: zahlreiche Handschriften und Fortsetzungen seiner Epen.
Hauptwerk ist die einzige von ihm vollendete epische Dichtung, der Versroman Parzival (24 000 Verse); selbständiger Umgang mit der Vorlage des Chrétien de Troyes (Conte du Graal). W. beruft sich auf eine wahrscheinlich fingierte Vorlage eines sonst nicht bekannten Provenzalen Kyot. Das ritterlich-weltliche Element mischt sich mit dem mystischen der Gralssage. Vorlage des zweiten großen Epos Willehalm ist das frz. Chanson de geste La bataille d´Aliscans: der ideale christliche Ritter im Kampf gegen die ebenfalls edel dargestellten Sarazenen.


wichtige Lebensdaten:

1203-04

am Hof des Landgrafen Hermann I. von Thüringen


Werke:
(e = entstanden)

Lieder

Überliefert sind 7 als echt geltende Lieder, (darunter 5 Tagelieder); sie gehören wohl der früheren Zeit an.

Epen

1200-10 e

Parzival (Überlieferung: 84 Handschriften und Bruchstücke)

1215-18 e

Willehalm (Frgm.; Überlieferung: 13 Handschriften, 53 Bruchstücke)

vor 1219 e

Titurel (Frgm.; Überlieferung: 2 Handschriften des 13. Jhs., Ambraser Heldenbuch, 16. Jh.)

Ausgaben

1783/84

Parzival. Ausgabe Ch. H. Myller

1833

Willehalm. Ausgabe Karl Lachmann

1833

Titurel. Ausgabe Karl Lachmann


 
Der tac mit kraft al durch diu venster dranc.
vil slôze sie besluzzen.
daz half niht: des wart in sorge kunt.

diu vriundîn den vriunt vast an sich twanc.
ir ougen diu beguzzen
ir beider wangel. sus sprach zim ir munt:

"zwei herze und einen lîp hân wir.
gar ungescheiden unser triuwe mit einander vert.
der grôzen liebe der bin ich gar verhert
wan sô du kumest und ich zuo dir."
 

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