Schulgarten- und Imkerei-AG

Immer was zu tun

Wer freut sich nicht nach einem langen Winter auf die ersten bunten Blüten der zahlreichen Krokusse, die vom nahenden Frühling künden? Doch wem läuft bei einem solchen Anblick das Wasser im Munde zusammen? Unseren Honigbienen am Copernicus-Gymnasium! Der gelbe Pollen der Krokusgewächse wird von den Honigbienen fleißig gesammelt. Die proteinreiche Nahrung wird von den zahlreichen Honigbienen im Stock, insbesondere von der Brut, sehnlichst erwartet. Schließlich soll das Bienenvolk von ca. 8.000 Bienen auf über 30.000 Mitglieder anwachsen.

Fotos: Thorsten Uhde

Ab einer Außentemperatur von ca. 15° C werden die copernicanischen Jungimker nach der Winterpause aktiv. Es gilt den Boden eines Bienenstockes zu säubern. Über den Winter haben sich dort zahlreiche tote Bienen und Gemüll angesammelt. So unterstützen die Imker die Erhaltung der Hygiene im Bienenstock und helfen den Bienen, die nicht mehr alles einzeln hinausschleppen müssen. Spätestens ab der Raps- bzw. Kirschblüte benötigt das Bienenvolk mehr Platz. Die Königin legt zu Spitzenzeiten bis zu 2000 Eier pro Tag. Mit einem praktischen Baukastensystem wird der Bienenstock erweitert – Grundlage zur Gewinnung des leckeren Honigs. Die fleißigen Honigbienen bauen den neuen Lebensraum mit Waben aus und füllen diese mit wohlriechendem Honig. In dieser Zeit kontrollieren die Jungimker wöchentlich den Zustand des Bienenvolkes. Auf keinen Fall darf das Bienenvolk eine neue Königin heranziehen. Die alte Königin würde sonst mit der Hälfte ihres Staates und einem Großteil des Honigs den Bienenstock verlassen, um an unbekannter Stelle ein neues Volk zu gründen. Aus Sicht der Bienen sicherlich sinnvoll, so ist ein neues Volk entstanden. Doch für die schuleigene Imkerei ein Misserfolg. Die Honigernte fiele mehr als dürftig aus. Im Übrigen kennen die Honigbienen keine Ferien, weshalb sich die Imkerei-AG auch in den Oster- und Pfingstferien trifft!

Spätestens im Juli werden die Honigwaben entnommen und bei einem Imker des Bezirksimkervereins Philippsburg (Herr Hugo Heiler) per Hand geschleudert. Frisch geerntet schmeckt der Honig am besten, das süße Produkt langer harter Arbeit. Zurück am Copernicus-Gymnasium wird der Honig in Gläser abgefüllt und etikettiert.

Copernicus-Honig

Copernicus-Honig

Als Dank für den Honig, von den Bienen als Wintervorrat gesammelt, erhalten die Honigbienen eine Zuckerlösung, die sie eifrig in die leeren Waben einbringen. So bereiten sie sich bereits im August auf den kalten Winter vor. Die Arbeit der Jungimker neigt sich dem Ende zu. Doch noch muss ein Feind der Honigbienen bekämpft werden: die Varroamilbe. Sie lebt in allen Bienenvölkern und schädigt diese. Ohne Eingreifen der Jungimker kann ein Bienenvolk sterben. Ameisensäure macht der Varroamilbe den Garaus.

Die Zahl der Honigbienen nimmt ab, der Bienenstock wird von den Jungimkern verkleinert. Dabei wird wertvolles Bienenwachs gewonnen. Dieses wird während der Wintermonate von den Schülerinnen und Schülern der Imkerei-AG aufbereitet und zu Kerzen umgearbeitet. Selbst die Formen für die Kerzen werden von den Schülern selbst aus Kautschuk hergestellt. Bei uns gibt es immer etwas zu tun, es wird nie langweilig.

In der wenigen freien Zeit pflegen die Schülerinnen und Schüler der Imkerei-AG den Schulgarten. Es gilt einen naturnahen Garten zu gestalten, der den Bedürfnissen unserer Honigbienen und von uns Menschen gerecht wird. Keine leichte, aber eine spannende Herausforderung. Unser letztes großes Projekt war die Renaturierung des Schulteiches.

Bei uns ist jeder richtig, der Spaß beim Handeln hat! Jederzeit.

Thorsten Uhde
 

23.02.2010