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Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Algen sind gerade für uns Isis nichts Unbekanntes. Schwimmen sie doch unter anderem im Atlantik vor den Küsten Islands herum. Manche so klein, daß sie mit dem bloßen Augen nicht erkennbar sind, andere wie die Riesenbraunalge Macrocystis pyrifera - ach wie gut, daß niemand weiß, daß ich nur Ofsi heiß - können bis zu 50 Meter lang werden. Na dann Mahlzeit, hat jemand Messer und Gabel dabei? Achso, wir bekommen die ja getrocknet und gemahlen. Es gibt Tausende von Arten verschiedener Algen, eingeteilt in Klassen beruhend auf ihrer Farbe, hervorgerufen durch ihre Pigmentierung: Braunalgen, Rotalgen und Blaualgen, wobei letztere vom Aufbau her eher Bakterien ähneln, aber dennoch die Photosynthese betreiben. Wie ich ausgerechnet auf Algen komme??? Algen sind in den letzten Jahren in Mode gekommen - nein, ich trage keine auf dem Kopf -, als Kosmetika und als gesundheitsfördernde Nahrungsergänzung, beruhend auf ihrem hohen natürlichen Gehalt an Eiweißen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen (insbesondere Vitamin C!) und Alginaten (siehe auch untenstehende Tabelle). Ihre Wirkstoffe fördern besonders die Stoffwechselfunktionen von Haut und Haar, verbessern die Verdauung und Futterverwertung und aktivieren das körpereigene Immunsystem. Was läge da näher, als Seealgen auch uns Pferde auf den Teller zu legen. Aber Achtung, neben dem grundsätzlichen Problem des Eingriffs in unseren Körperhaushalt mit allerlei Stoffen ohne zu wissen, an welchen Stoffen wir gerade Mangelerscheinungen oder Überschüsse aufweisen - selbst wenn ihr die entsprechenden Blutwerte nehmen läßt, es ist erstaunlich, wie zwei verschiedene Labors bei zwei Proben desselben Pferdes zeitgleich genommen zu unterschiedlichen Analysenwerten kommen und welche unterschiedliche Sollwerte sie auch empfehlen - gibt es ein algenspezifisches Problem, das da lautet: Jodgehalt. Schauen wir dazu mal für zwei Vertreter von Braunalgen, welche in der Pferdefütterung hauptsächlich zum Einsatz kommen, nämlich den Fingertang "Laminaria digitata" und den Knotentang "Ascophyllum nodosum" an, was denn so alles darin vorkommt:

Laminaria
digitata
Ascophyllum
nodosum
Rohprotein9,5 %7 % 
Rohfaser37,0 %46,0 % 
Rohfett0,6 %1,5% 
Rohasche30,0 %30,0 % 
 
Calcium1,3 %1,6 % 
Phosphor0,7 %0,1 % 
Natrium4,1 %4,2 % 
Magnesium0,6 %0,8 % 
Kalium9,2 %2,8 % 
 
Mangan21 mg22 mg 
Zink18 mg8 mg 
Kupfer9 mg2 mg 
Eisen914 mg373 mg 
Kobalt2,7 mg2,2 mg 
Jod6560 mg780 mg 

Angaben pro Kilogramm Seealgenmehl; Schwankungen nicht ausgeschlossen, da es sich um ein Naturprodukt handelt

Und jetzt ist es nicht zu übersehen: Ausgehend von einem Tagesbedarf von einem Großpferd von 2 mg (Erhaltung/Arbeit) bis 3 mg (Zucht/Fohlen) enthalten bereits 50 Gramm Seealgen je nach Art leicht mehr als das zehn- bis hundertfache dieser Menge. Eine überhöhte Jodzufuhr verursacht jedoch dieselben Erscheinungen wie Jodmangel. Die Verfütterung von über 40 mg Jod pro Tag an tragenden Stuten verursachte entsprechende Kropf- und Skelettveränderungen (nachzulesen in Meyer, Helmut: Pferdefütterung, 3. Auflage 1996). Wer also gezielt Seealgen verfüttern will, sollte deshalb folgendes beachten:

  • Nur Arten mit geringerem Jodgehalt verfüttern, nie z.B. Laminaria digitata.

  • Algen nicht als Dauergabe sondern nur kur- bzw. intervallmäßig zufüttern (maximal 3 Wochen eine Menge bis zu höchstens 30 mg Jodgehalt pro Großpferd).

  • Am besten nur Kräuter- und Mineralfuttermischungen verwenden, denen Seealgen nur zu einen bestimmten Prozentsatz beigemischt sind.

  • Darauf achten, daß nicht andere Ergänzungsfuttermittel zeitgleich verfüttert werden, welche Seealgenmehle enthalten.

  • Und immer den Jodgehalt berechnen, den man mit der Tagesration zuführt (inkl. dem Jodanteil in anderen Ergänzungsfuttermitteln, welche zeitgleich verfüttert werden). Leider kommen einem da die Futtermittelhersteller wenig entgegen, da sie nur selten genauere Angaben über den Anteil an Seealgenmehl und den darin enthaltenen Jodgehalt machen.

Normalerweise reicht der Jodgehalt, der mit dem Gras aufgenommen wird, aus. Nur in Höhenlagen nimmt der Jodgehalt ab, so daß eine Zufütterung in der erwähnten Form geboten erscheinen kann. Krankhafte Erscheinungen, die durch Jodzufuhr therapiert werden können, erfordern sowieso die Rücksprache mit dem Tierarzt. Deshalb: Lieber zuwenig Seealgen verfüttern als zuviel, denn es gilt: Weniger ist Mehr! Nichtsdestoweniger: Das Zeug schmeckt nicht schlecht, anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann ... . Aus den genannten Gründen bleibt dieses Vergnügen allerdings auf eine Spätwinterkur (Februar/März) und ausschließlich auf diejenigen von uns beschränkt, die zu Hautproblemen neigen. Und das auch nur mit einer Kräutermineralfuttermischung, welche nur einen 20%igen Anteil an Seealgen enthält. Sicher ist sicher, meint mein Boß.

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