Achtung: Zur vollständigen Darstellung und Funktionalität dieser Seite empfiehlt es sich, in Deinem Browser JavaScript zu aktivieren und die Seite dann neu zu laden.
 
Home   Wir Isis Allg. Tips Aktuelles Links Dies und Das   Suchen

Wir über uns

Welche Tips wir euch geben können

Tip 14

Ein Doppelklick auf eine leere Fläche bringt euch immer wieder zur Auswahl zurück.

Pferde haben einen ausgeprägten Haut- und Fellpflegeinstinkt - das weiß keiner besser als ich. Da wird am eigenen Fell rumgeknabbert oder noch besser, pferd sucht sich einen Partner, der auch an die Stellen kommt, die pferd selber nicht erreicht. Aber gerade in den Zeiten des Fellwechsels, wo das Fell am meisten juckt und die alten Haare endlich raus sollen, macht der Partner nicht unbedingt so begeistert mit. Wer hat schon gerne ganze Büschel von Haaren zwischen den Zähnen. Igitt - allein bei dem Gedanken daran beginne ich zu spuken. Und die höheren Instanzen sind auch nicht immer da, um mit dem Fellkratzer Abhilfe zu schaffen. Also ab auf den Boden und durch Wälzen dem Juckreiz ein Ende machen oder zum nächsten Pfosten oder zur nächsten Wand. Dummerweise ist das alles nicht so effektiv und obendrein eventuell auch noch gefährlich. Pfosten und Wand können Holzsplitter oder hervorstehende Nägel aufweisen, die beim Schrubben zu Verletzungen führen können. Und auf letzteres achtet insbesondere ein Ekzempferd bei starkem Juckreiz überhaupt nicht. Da wird geschrubbt, bis im schlimmsten Fall das Blut läuft. Abhilfe kann hier eine Scheuerbürste bieten. Aaaah, allein beim dem Gedanken daran, verfliegt mein Juckreiz. Die gibt es fertig zu kaufen. Meistens bestehen die aus einem Stahlgestell mit einer vertikalen und einer annähernd horizontalen Bürste, das an einem Pfosten oder ähnlichem zu montieren ist. Es geht aber auch einfacher, nämlich mit einem einfachen Straßenbesen, der irgendwo an Pfosten oder Wand montiert wird. Probiert es aus und ihr werdet sehen, daß euere Pferde den Besen belagern werden, wenn ihr es richtig macht, so daß ihr bald einen zweiten Besen montieren müßt, um das Gerangel um den Besen nicht ausufern zu lassen. Wir jedenfalls haben unseren Besen mit Begeisterung und Wonne angenommen und können uns ein Leben ohne Besen kaum noch vorstellen. Das gilt für die Ekzemer im Sommer und für alle in den Zeiten des Fellwechsels oder einfach so mal zwischendurch, wenn's juckt. Damit das aber so wird, sind ein paar Dinge zu beachten: Bei der Auswahl, bei der Montage und beim täglichen Handling des Besens.

Besen ist nicht gleich Besen. Da gibt es unterschiedlich lange Besen, Besen mit dicken und dünnen Kunststoffborsten, mit Kokosfasern oder mit Naturhaaren, Besen mit Holzrücken oder Kunststoffrücken, Besen mit kurzen oder langen Borsten. Unsere höheren Instanzen haben immer wegen der Montage Besen mit Holzrücken angeschleppt. Dabei haben sie immer darauf geachtet, daß der Holzrücken abgerundete Ecken und gebrochene Kanten aufwieß, um Verletzungen vorzubeugen, und daß die Oberseite des Holzrückens - da wo normalerweise der Stiel rein soll - eben war, um eine feste Verbindung mit dem Untergrund zu erreichen. Wenn das nicht gegeben ist, muß man zur Raspel oder zur Schleifmaschine greifen, um diesen Zustand herzustellen. Besen mit Kokos und Naturhaaren fielen apriori aus, da zu weich. Also versuchten die höheren Instanzen es mit Besen mit dünnen roten Kunststoffborsten (Elaston). Die sahen nach kurzer Zeit ziemlich jämmerlich aus. Wir hatten die Borsten ruckzuck zu einer unelastischen Masse zusammengedrückt, die keine große Wirkung mehr aufwies. Gegen den Juckreiz vielleicht noch, aber Haare blieben in dieser Masse nicht mehr richtig haften. Dann probierten sie dicke rote Kunststoffborsten aus. Das Ergebnis war ziemlich ähnlich. In Kürze enstand quasi ein kratzender Drahtverhau. Der Verschleiß an Besen war deshalb recht groß. Dann fiel ihnen ein Besen aus einer Mischung von weißen mitteldicken Kunststoffborsten und schwarzen starken Naturhaaren - ich befürchte allerdings, daß es sich dabei um Haare von Pferdeschweifen handelt - mit einer Borstenlänge von ca. 5 bis 6 cm in die Finger. Nach den bisherigen Erfahrungen wenig hoffnungsvoll wurden sie bitter enttäuscht. Dieser Besen hielt unserem Druck stand. Es gelang uns einfach nicht, die Borsten umzuknicken und sie mit unserem Geschrubbe zu verweben. Irgendwann brachten wir natürlich auch diesen Besen klein. Aber dieser Besen war um Welten besser als alle anderen zuvor. Die Mischung aus Kunststoff- und Naturborsten macht's eben. Diese Besen gab es auch gerade in der gewünschten Länge von rund 50 cm. Diese Länge sollte es schon sein, damit das Pferd in Abhängigkeit von Standposition und zu schrubbenden Körperteil alle Stellen erreichen kann. Außerdem bieten Besen ab dieser Größe die Möglichkeit, sie nach einer gewissen Zeit zu wenden, da erfahrungsgemäß der untere Teil des Besens schneller verschleißt als der obere Teil. Soweit zur Besenauswahl. Zur Freude der höheren Instanzen war dieser Besen jedoch bald nicht mehr erhältlich. Produktion eingestellt - wahrscheinlich hat er auch für normale Zwecke zu gut gehalten. Das mühsam ausfindig gemachte Ersatzprodukt eines anderen Herstellers aus einem Gemisch von roten Elaston- und dunklen Arenga-Borsten war auch nicht schlecht, sogar 60 cm lang, aber deutlich teurer, da mit einer aufgeschraubten Stielhalterung versehen, die für unseren Zweck natürlich für die Katz war.

Die Montage des Besens erfolgte mittels zweier 10 mm dicker Maschinenschrauben senkrecht an einem Pfosten, der eine Windschutzwand begrenzt, quasi in Verlängerung der Wand. Der Standort mit drei freien Seiten hat den Vorteil, daß wir uns in jeder beliebiger Richtung und in jedem beliebigen Winkel mit dem Besen befassen können und auf diese Weise fast an alle Stellen kommen. Der Pfosten wiederum ist mit einem starken Pfostenschuh am Boden befestigt, so daß er massivem Druck standhält, wenn insbesondere die Ekzemer voll Power mit der Schweifrübe auf den Besen losgehen und dabei ihr gesamtes Körpergewicht einsetzen. Ich selber lehne mich im 45 Grad Winkel dagegen, um noch eine gewisse Wirkung in Richtung Rücken zu erzielen. Also immer darauf achten, daß der Pfosten oder die Wand, wo der Besen montiert wird, derartige Drücke und Kräfte aushält. Wie hoch der Besen über dem Boden montiert wird, hängt natürlich von der Größe der Pferde ab. Als brauchbar hat sich eine Höhe erwiesen, bei der die Mitte des Besens etwas über der breitesten Stelle des Rumpfes liegt. Wer also ein Shetty und ein Shire Horse sein eigen nennt, der kommt um zwei Besen nicht herum, es sei denn er findet einen gewaltig langen Besen. Für die Montage wird zunächst mit einem 10 mm Holzbohrer - bei Kunststoffrücken sind Stahlbohrer besser - durch die etwas auseinandergedrückten Borsten hindurch - nie umgekehrt, sonst trefft ihr mit großer Wahrscheinlichkeit so eine Stelle, wo die Borsten büschelweise in den Rücken reingeklemmt sind und euer Besen ist dann gleich etwas ausgedünnt, ein Loch in der Mitte der Breite und etwa in einem Drittel der Länge des Rückens gebohrt. Das Loch wird an der zu montierenden Stelle in der gewünschten Höhe des Besens durch den Pfosten hindurch fortgesetzt. Das gleiche machen wir auf Höhe des anderen Drittels der Besenlänge. Durch die beiden Löcher hindurch werden die Maschinenschrauben - Schraubenkopf wegen der Verletzungsgefahr immer auf der Besenseite - gesteckt - falls ihr eure Löcher etwas verkantet habt, mit einer Holzrundfeile die Löcher etwas weiten - und auf der Pfostenrückseite mit einer Unterlagsscheibe versehen, damit die M10-Mutter zum Anziehen der Schrauben nicht im weichen Holz verschwindet. Am Ende sollte der Besen fest auf dem Untergrund sitzen. Ein wackelnder Besen eignet sich fürs Schrubben nämlich nicht gut. Außerdem können die beim Schrubben einwirkenden Kräfte die Befestigung des Besen nach und nach weiter lockern. Soweit zur Montage. Wer es besonders toll machen will, der kann auch einen Besenbaum frei im Auslauf aufstellen. Dazu ist ein Loch auszuheben, ein Faß reinzustellen und in dasselbe ein Kantholz (100x100 mm) einzubetonieren. Das ganze muß so dimensioniert sein, daß es dem Druck eines schrubbenden Pferde aushält. Anschließend ist das verbleibende Loch wieder zuzuschütten. Am Kantholz werden nun auf allen vier Seiten je ein Besen in unterschiedlicher Höhe montiert, so daß sich jedes Pferd seine Lieblingshöhe aussuchen kann. Wegen der nun gegenüberliegenden Besen müssen zur Montage jetzt entweder normale Holzschrauben verwendet werden oder aber die Maschinenschrauben müssen durch zwei Besen und Pfosten gleichzeit durchgeführt werden. In letzterem Fall ist wegen möglicher Verletzungsgefahr durch geeignetes Kürzen der Maschienenschrauben darauf zu achten, daß die Maschienenschrauben nicht in einem der beiden Besen herausragen.

Der bestausgesuchteste und bestmontierteste Besen taugt nichts, wenn er nicht insbesondere in den Zeiten des Fellwechsels täglich von den angesammelten Haaren befreit wird. Die liegen oben auf den Borsten und befinden sich auch tief in die Borsten hineingedrückt. Die oben aufliegenden lassen sich leicht mit den Fingern entfernen. Damit ist zumindest wieder eine gewisse Rauigkeit des Besens hergestellt. Die hineingedrückten Haare müssen etwas mühsamer herausgepullt werden. Sie sind richtig untereinander und mit den Borsten des Besens verwoben. Um sie zu entfernen, empfielt es sich von der Seite des Besens her mit einem dünnen Gegenstand z.B. einem großen Schraubendreher am Rücken entlang in den Besen zu fahren und dann den Gegenstand weg vom Besen in Richtung Borstenende zu bewegen. Auf diese Weise lassen sich die angesammelten Haare einigermaßen gut entfernen. Es hat sich auch als gut erwiesen, den Besen nicht wieder klinisch rein von allen Haaren zu befreien. Wenn etwa ein Drittel des Besens mit Haaren verfüllt ist, dienen diese Haare quasi als Stoßdämpfer für unsere Kräfte und verhindern das Brechen, Knicken und Verweben der Kunststoffborsten. Vermutlich beruht darauf auch die Wirkung der Natur- oder Arengaborsten zwischen den Kunststoffborsten.

So montiert und gehandelt genießt der Besen bei uns jedenfalls große Aufmerksamkeit und großes Ansehen. Manchmal bilden sich richtige Warteschlangen, weil der Schrubbende den Besen einfach nicht freigeben will. Pferd braucht schließlich auch eine ganze Weile, bis pferd alle Stellen des Körpers durchgeputzt hat. Und bis pferd die richtige Technik dafür entwickelt hat. Da wird der Rumpf dem Besen entlang hinundher geschoben - das sieht dann für die höheren Instanzen aus als befände sich das Pferd im Vollrausch, da wird der Hals in Längsrichtung zum Besen wild hoch und runter bewegt, da wird die Kruppe im Rückwärtsgang voll auf den Besen gesetzt, da lehnt das Pferd im 45 Grad Winkel gegen den Besen, um auch den Rücken zu erreichen, und da wird ganz zärtlich mit einer Besenecke im Gesicht herumgefahren. Nein, auf unseren Besen wollen wir nicht mehr verzichten. Wer mir den holen will, der bekommt es mit mir zu tun.

So Freunde, jetzt müßt ihr nur noch euere höheren Instanzen davon überzeugen, daß so ein Besen her muß. Auf geht's, es lohnt sich. Wir haben jetzt jedenfalls schon einen zweiten Besen an einem zweiten Ort.

Spacer Spacer Spacer Spacer Spacer
 Nach obenZurück