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Infos/Tips auf, unter, um und ums Pferd herum

Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Auch wenn es wieder sehr ruhig um den Rinderwahnsinn in Deutschlanf geworden ist, nichts ist mehr wie es war. Spätestens der erste nachgewiesene BSE-Fall in Deutschland hat die Gefahren industrialisierter Landwirtschaft und die politisch und wirtschaftlich begründete Verharmlosung ihrer Folgen schonungslos aufgedeckt. Rinderwahnsinn ist nicht länger mehr nur ein Wort, ein Märchen, ein Problem der anderen, er hat Gestalt angenommen, ist zur Gegenwart geworden. Wie groß die Gefahr für den Menschen ist, weiß keiner so richtig. Unklar sind die Zusammenhänge, insbesondere auch die Wege der Übertragung der krankmachenden Prionen, virusähnlicher kleiner Proteine, die eine Reihe schwerer degenerativer Gehirnerkrankungen wie eben BSE bei Rindern aber auch die Creutzfeld-Jacobsche-Krankheit beim Menschen oder Scrapie bei Schafen und Ziegen auslösen. Von Scrapie befallende Schafskadaver, welche zu Tiermehl verarbeitet an Rinder verfüttert (Igitt, wie pervers!) wurden, waren auch die Auslöser der BSE.

Auch wenn wir Pferde Vegetarier sind (die armen Rinder waren das zwar auch, aber ...) stellt sich angesichts möglicher anderer Infektionswege als dem direkten Genuß infizierten Fleisches die Frage, ob und wodurch wir uns infizieren könnten und welche Vorsichtsmaßnahmen unsere Halter ergreifen könnten und sollten. Als primärer Infektionsweg dürfte die Aufnahme kontaminierten Futters in Frage kommen sein. Mögliche Gefährdungen resultieren hierbei aus

  • Wiesen und Weiden,
    • welche mit Gülle und Mist von gefährdeten Tierarten gedüngt wurden
    • welche gemeinsam mit gefährdeten Tierarten insb. Rindern und Schafen benutzt werden

    durch direktes Abgrasen und auch über die Silage- und Heugewinnung

  • sonstigen Futtermitteln wie
    • Getreide, das auf mit Gülle/Mist gedüngten Flächen angebaut wurde
    • Mischfutter, dem direkt Tiermehl beigegeben wurde oder durch die Benutzung gleicher Mischanlagen mit tiermehlhaltigen Futter verunreinigt wurde
    • Kälbermilchpulver, das an Stelle pferdespezifischer Milchaustauscher (Fohlenmilchprodukte) eingesetzt wird

Nicht auszuschließen ist auch eine Übertragung durch Mikroorganismen, Milben, Fliegen, Bodenwürmer oder Blut.

Als Vorsorgemaßnahmen bieten sich damit an:

Gülle und Mist gleich welcher Tierart haben auch schon aus anderen Gründen (siehe Grundsätzliches zur Weidepflege in diesem Kapitel) nichts auf einer Pferdeweide zu suchen. Auch der Einsatz von Hornspänen und Blutmehl ist nicht mehr zu empfehlen. Generell muß damit gerechnet werden, daß Dünger aller Art mit Tiermehl versetzt sein können, so daß eigentlich nur noch auf die Düngung mit Kompost zurückgegriffen werden sollte, vorausgesetzt niemand hat seinen Hühnerstall auf euerem Komposthaufen entsorgt.

Überdenken der Misch-, Wechsel- und Nachbeweidung mit meist Rindern oder Schafen zur Verwurmungsprophylaxe und zur Verbesserung der Weidequalität.

Ist man Herr im Hause, sprich, hält man seine Pferde in Eigenregie, so sind diese Punkte leichter zu befolgen, als wenn man seine Pferde eingestellt hat. Hier ist man auf das Verständnis des Pferde-/Bauernhofes angewiesen oder man muß sich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft machen. Aber auch wenn man seine Pferde selber hält: wer weiß schon, was vor x Jahren lange vor der eigenen Zeit auf die Wiesen ausgebracht wurde und wer da alles geweidet hat. Auch zog der Schäfer mit seinen Schafen im Frühjahr und im Herbst über die Wiesen, welche zur Heugewinnung dienen, oder die Weiden, die vielerorts nur bei Besatz eingezäunt werden dürfen.

Noch schwieriger gestaltet sich die Vermeidung der sonstigen Futtermittel, welche kontaminiert sein können. Selbst wenn man seinen Hafer selber anbaut, die Schafe sind ja auch über den Stoppelacker im Vorjahr gezogen. Glaubt man den Beteuerungen aller Hersteller, so enthält Pferdemischfutter kein Tiermehl (Eine explizite Deklarierungspflicht gab es aber keine, unter der Bezeichnung "tierisches Eiweiß" konnte sich sowohl Tiermehl als auch z.B. Molkepulver verbergen). Allerdings läßt jeder Hersteller sein Futter in Großanlagen mischen, auf denen auch Futtersorten für andere Tierarten hergestellt werden, welche Tiermehl enthalten durften. Hier ist eine Verunreinigung des Pferdefutters durch Tiermehlreste nicht ausgeschlossen. Auch ein generelles Tiermehlverbot ist bei der vorhandenen kriminellen Energie keine Garantie. Anfragen besorgter Pferdehalter bei den Pferdefutterherstellern liessen bislang noch keinen Hersteller ausfindig machen, der Pferdefutter auf ausschließlich zu diesem Zweck betriebenen Anlagen herstellt. Vermieden werden kann der Einsatz von Kälbermilchpulver zur Fohlenaufzucht, wenn die Stute bei der Geburt gestorben ist oder zu wenig Milch gibt, indem man es einfach sein läßt oder dem Aufzuchtbetrieb auf die Finger schaut. Für Pferde gibt es schießlich pferdespezifisch abgestimmte Fohlenmilch, die allerdings etwa doppelt so teuer ist - da haben wir ja auch gleich die Krux -, und die keine tierische Eiweiße wie etwa Rindertalg und Schweineschmalz aus Schlachtabfällen enthalten, wie dies bei Kälbermilch noch bis Dezember 2000 erlaubt war.

Einer Übertragungsmöglichkeit durch Mikroorganismen, Milben etc. kann nur bedingt durch Rückzug in nicht von gefährdeten Tierarten besiedelte Bereiche begegnet werden. Zumindest sollte man, wenn man gerade auf der Suche nach einer neuen Unterkunft für sein Pferd ist, keine Unterkünfte mit gleichzeitiger oder vorausgegangener Rinder- und Schafshaltung beziehen, schon gar keine Unterkünfte, die frei wurden, weil z.B. BSE-Fälle vorlagen.

Hysterie wäre jedenfalls fehl am Platze. Auch nicht, wenn man weiß, daß seine Pferde seit zehn Jahren auf einer ehemaligen Rinderweide stehen. Eine Aufnahme von Erregern über den Boden oder die Übertragung über Mikroorganismen, Fliegen etc. wird als nicht ausgeschlossen, aber für nicht sehr wahrscheinlich gehalten, zumindest nicht im Vergleich zu einer Aufnahme über Tiermehl im Futter. Daraus ergibt sich aber dann die Notwendigkeit, sich Klarheit über Herkunft und Zusammensetzung allen bezogenen Pferdefutters zu machen. Die Deklarationsvorschriften helfen einem da aber nicht weiter. Rückfragen bei den Herstellern setzen Vertrauen in dieselben voraus, auch könnten diese selbst Opfer eines Betrugs sein. Das Problem mit den Mischanlagen bleibt auch noch bestehen. Und es ist nur die Verfütterung aber nicht das Herstellen von Tiermehl in Deutschland verboten. Aber was ist in Deutschland nicht alles verboten und ... Verbleibt für uns nur der restriktive Einsatz von fremdbezogenem Futter. Aber das praktizieren wir schon immer. Wir leben ja zu 99% von Gras bzw. Heu. Ansonsten Hafer und Kleie als Mash, mit Buttermilch, mit Malzbier, mit Jogurt, mit Gemüsesaft,..., es gibt da eine Reihe von Variationsmöglichkeiten. Optimieren wir also lieber unsere Weide (Bodenbeschaffenheit, Pflanzenzusammensetzung, Weidepflege) und lassen uns kein schlechtes Gewissen einreden von den Pferdefuttermittelherstellern oder von deren Werbung indoktrinieren, was wir alles noch brauchen. Nicht noch Mittelchen A, um die Stoffwechselstörungen unerkannt ausgelöst von Mittelchen B zu kompensieren. Wir sind nicht der Müllschlucker der Nation noch die Goldgrube der Futtermittelindustrie. Zurück zur Natur heißt die Devise, bevor der Mensch diese auch noch endgültig schafft.

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