Achtung: Zur vollständigen Darstellung und Funktionalität dieser Seite empfiehlt es sich, in Deinem Browser JavaScript zu aktivieren und die Seite dann neu zu laden.
 
Banner
Home   Wir Isis Über uns Aktuelles Links Dies & Das   Suchen

Infos/Tips auf, unter, um und ums Pferd herum

Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

Themenbereich:
Thema:

 
Das hier ist keine Abhandlung über Sommerekzem. Streng genommen ist es ein umgemodelltes Email, das ich einmal einer unserer Besucherinnen von Ofsi-Online geschickt habe, welche erstmals mit dem Problem Sommerekzem konfrontiert worden war und nun nach Ratschlägen suchte, wie sie ihrem Pferd helfen konnte. Ich denke, es ist vielleicht über den konkreten Einzelfall hinaus auch für andere interessant. Darum:

Aus der Ferne kann ich natürlich nicht beurteilen, ob nach der vorliegenden Beschreibung nun wirklich ein Sommerekzem vorliegt. Es gibt ständig zunehmend immer mehr allergische Reaktionen bei Pferden infolge der zunehmenden Zerstörung und Vergiftung der Erde. Ich gehe mal davon aus, daß ihr zumindest zuvor Hautparasiten und Pilze abgecheckt habt. Daß ihr auf Sommerekzem gekommen seid, weil ein eindeutiger Winter-Sommer-, Gutes Wetter (=trockene, nicht feuchte Luft bei Sonnenschein, Regenwetter, windig) - Schlechtes Wetter (schwül, windstill), Tag-Nacht-Zyklus zu beobachten ist. Weil ferner alle Erscheinungen sich vornehmlich auf Mähne, Schweif, Kruppe, Beckenknochen, Bauchnaht, Brustfalten beschränken. Weil an den am stärksten betroffenen Stellen (dicklich verschwollen, druck-/schmerzempflindlich, starker Juckreiz) eindeutig Einstichslöcher (ganz klein, fast nur Punkte, es sei denn die Einstichkanäle haben sich entzündet, dann sind sie nicht zu übersehen, dann kommt sogar eine gelbliche Flüssigkeit heraus (eiterhaltig!). Gehen wir mal davon aus, daß das alles zutrifft, dann könnte wirklich sowas wie ein Sommerekzem eines Isis vorliegen.

Ausgelöst wird das Sommerekzem als allergische Reaktion des Einstichs einer Kriebelmücke bei genetisch disponierten Isis und auch bei anderen Pferden. Ein sicher wirksames Gegenmittel ist nicht vorhanden. Wer das behauptet, will mit der Not der betroffenen Tiere und der Verzweiflung ihrer Halter Kasse machen. Dazu sind manche auch bereit, starke schädigende Nebenwirkungen ihrer Produkte in Kauf zunehmen. Deklarationspflichten für die Inhaltsstoffe gibt es kaum und viele Hersteller weigern sich auch, sie zu verraten. Ferner reagieren viele Isis ganz unterschiedlich auf Behandlungsversuche. Auch einundderselbe Isis in verschiedenen Jahren auf dasselbe Mittel. Es scheinen da einfach sehr viele (unbekannte???) Faktoren mitzuspielen. Was kann man also tun?

Da die Kriebelmücke der Auslöser ist, wenden wir uns deshalb erst mal ihr zu. Keine Kriebelmücke = kein Sommerekzem. Zwei Dinge mag diese Mücke grundsätzlich nicht: a) salzhaltige Luft = Meeresnähe (deshalb kommen zur Zeit auch salzhaltige Lotionen zum Einreiben in Mode) und b) eine gewisse Höhenlage (=Voralpenland). Ideal also für betroffene Pferde, ihren Standort in diese zwei Gegenden zu verlegen. Dazwischen bleibt nur die Optimierung des Standortes, also Standorte vermeiden, wo es besonders viele kriebelmücken gibt, z.B. feuchte Gegenden, windstille Gegenden, Gegenden mit vielen Büschen etc. D.h. nasse Löcher zuschütten, Misthaufen weiter weg vom Auslauf, Hecken lichten (nicht entfernen wegen Vögel und anderer Bewohner, Strahlplätze im Auslauf zuschütten, Pferdeäpfel einsammeln). Also alles tun, um die Lebensbedingungen für die kriebelmücke so unangenehm wie möglich zu gestalten. Motto: weniger Mücken = weniger Einstiche = weniger Ekzem. Auf Null reduziert bekommt man sie allerdings nicht mal näherungsweise.

Deshalb lautet der zweite Schritt: die Mücke vom Pferd weghalten. Mögliche Ansätze: Die Mücke fliegt verstärkt in den Zeiten des Sonnenaufgangs und -untergangs. Deshalb betroffene Pferde in diesen Zeiten nicht auf die Weide lassen, sie entweder Aufstallen oder ihnen zuminmdest die Möglichkeit bieten, sich freiwillig in eine Schutzhütte zurückziehen zu können. Wenn Pferde merken, daß sie trotzdem genügend zum Fressen bekommen (sei's über die restlichen Zeiten oder über zusätzliche Heu- oder sonstwas-Fütterung, werden Ekzemer nie mehr freiwillig zu diesen Zeiten bei kriebelmückenflugwetter ihre Hütte verlassen. Am besten die Pferde nachts auf der Weide lassen. Es dauert allerdings fast bis 23 Uhr, bis die Mücken ihren Flug einstellen. Generell gilt, daß der Sonnenuntergang schlimmer als der Sonnenaufgang ist. Morgens ist es kühler und der Morgentau macht die Flügel auch naß. Alternativ/Additiv kann man versuchen, die Fliegen vom Pferd weg zu halten. Weg 1: Pferd einpacken: Zumindest für Isis gibt es Ekzemerdecken (allerdings auch sehr unterschiedlicher Qualität, die billigen taugen nicht viel), wo außer Kopf und vier Füssen kaum noch was rausschaut (also richtig mit Halskrause und Bauchlatz). Wer da eine gut passende Decke und viel Geschick mit der Nähnadel obendrein hat, hat gute Karten, so gewaltätig und unnatürlich das auch aussieht. Aber das ist nichts gegen die verzweifelte Plage des Pferdes. Weg 2: Fliegenspray, Einreibungen, Ausdünstungen, um die Fliegen fernzuhalten. Fliegensprays, das ist so ein Kapitel für sich: Viel Geld um nichts. Viele sind nicht einmal ein Zehntel ihres Preises wert. Aber man kommt nicht um sie herum, wenn man auf die Decke verzichten will/muß. Positive Erfahrungen haben wir mit unserem Saunaduft gemacht. Ob das an dem Saunaduft liegt oder einfach an der großen Menge, die man angesichtes des geringen Preises auftragen kann, weiß ich nicht. Gilt: Fast alle Sprays wirken über ätherische Öle, sind die verdunstet, ist die Wirkung vorbei. Je mehr man also aufs Fell schmiert, desto länger die Wirkung. Bei gekauften Sprays weiß man nie so richtig, ob da nicht auch was Hautreizendes dabei ist, wenn man große Mengen aufträgt. Ferner gilt: Sprayen nützt nicht viel. Da wird das Spray zwar sehr fein verteilt, was eine große Oberfläche zum Verdunsten gibt, aber es verdunstet dann auch schnell. Schwamm und richtig einreiben ins Fell ist besser. Wir bekommen unseren Saunaduft am ganzen Körper mit dem Schwamm drauf, bis wir richtig naß sind. Wenn Spray - auf den eingeriebenen Stellen (dazu später mehr) kann man schlecht mit dem Schwamm wieder drauf - dann nehmen wir Mückan-Plus von Rokale. Und auf die ganz kritischen Stelle eine Mischung aus Petroleum und Kadaveröl. Das ist wegen des bestialischen Gestankes gewöhnungsbedürftig und für helle Pferde ungeeignet. Auch müssen die Pferde auf der Weide oder Auslauf bleiben, sonst wird der Stall ohne Atemmaske nur noch schwer betretbar. Aber es wirkt wenigstens etwas. Gibt es auch fertig zu kaufen z.B. bei Masterhorse als Fliegenschutz für die Weide. Verbleibt noch die Zufütterung von Nahrungsmittel und ähnlichem, welche mückenabweisend wieder über die Haut ausgeschieden werden. Primär ist da Knoblauch zu nennen. Entweder selber frisch auspressen und mit dem Futer verabreichen oder fertiges Knoblauchfutter kaufen (hoher Gehalt, hohe Dosierung erforderlich, da der Körper das nur ausscheidet, was er nicht braucht). Schwefel (Schwefeltabletten, homöopathische Tropfen) wäre auch eine Möglichkeit, da er den Geruch der Haut verändert. Wirkt zumindest bei Krabbeltieren auf der Haut gut.

Man kann auch versuchen, durch Auftragen von Substanzen auf den kritischen Stellen (Mähne, Schweifrübe, Bauchnaht, Beckenknochen) die Mücken fernzuhalten, dann muß aber dick aufgetragen werden, denn sie bleiben nur aus Angst vor dem Verkleben ihrer Flügel fort. Ihre Gier ist nämlich unersättlich. Hintergrund: Die Weibchen brauchen das Blut zur Eiablage, sonst geht nichts. Die Männchen stechen überhaupt nicht. Mit dem Einreiben überlappen sich auch zwei verschiedene Ansatzpunkte, nämlich Einreiben, um die Mücken fernzuhalten, und Einreiben, um über darin enthaltene Wirkstoffe eine allergiabschwächende Wirkung auf die Haut auszulösen. Auftragen von Melkfett oder einfach von milchigen Körperlotionen dient vornehmlich dem Fernhalten. Misch ich dann noch z.B. Teebaumöl unter das Melkfett, halt ich gleich auf zwei Weise die Fliegen ab. Nehm ich dünne Zinksalbe, Lebertransalbe, Lebertranöl, Ringelblumensalbe etc. dann decke ich die Stellen ab und versuche auch gleichzeitig zu lindern: abkühlend, entzündungshemmend, juckreizstillend, hautregenerierend. Reine Abdeckungen mit Melkfett+Teebaumöl haben wir zu den Akten gelegt. Auch Melkfett mit irgendwelchen Zusätzen wie Ringelblume oder Kräuter wirkt nicht sehr. Da ist der Gehalt an Zusatzen zu gering. Häufig enthalten fertig gekaufte Mischungen, da sie ja bevorzugt für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind, Trägersubstanzen, welche ein schnellen Einziehen in die Haut sicherstellen sollen, damit die Menschen nicht mit fettiger Haut rumlaufen. Wir brauchen aber gerade das Gegenteil. Das Zeugs soll möglich lange auf der Haut stehen bleiben. Was ist also bei unseren Erfahrungen zurückgeblieben? An guten Tagen, wenn das Ekzem sich ziemlich ruhig verhält, kommt Parafinöl mit Lebertran und sonstigen Zusätzen drauf. Das kühlt, reinigt die Haut, löst alte Krusten, hält die Haut elastisch und verhindert ihr Austrocken. Als Öl auch leicht im Mähnenkaum und auf der Schweifrübe anwendbar, das ist mit Salben schwieriger. Problem: Parafinöl baut den UV-Schutz der Haut ab. Alternative ist reine Lebertransalbe, die wird bei Hitze so dünn wie ein Öl. Gibt's in der Apotheke zu kaufen. An schlechteren Tag mit deutlichen Ekzemerscheinungen kommt dünne Zinkpaste drauf (offen im großen Topf in der Apotheke angerührt). Isi sieht dann zwar aus wie Indianer auf Kriegspfad, aber Zinkpaste zieht nur sehr langsam ein, hat also lange Klebewirkung, wirkt desinfizierend und sehr heilend auf die Haut. Gerade in diesem Jahr sind wir davon begeistert. Teurer wird es, wenn man Zinkpaste+Lebertran als fertige Salbe (z.B. Mirfulan) in der Apotheke kauft. Aber dann hat man beide Wirkungen in einem. Richtig offene, blutige Stellen werden mit einer jodhaltigen Salbe abgedeckt. Abklingende Schübe werden mit Ringelblumensalbe behandelt. Wichtig: die Salbe muß mindestens 10% Ringelblumenextrakt aufweisen, sonst ist das ganze nur ein Nasenwässerchen. Für besonders kritisches Stellen im Kopfbereich nehmen wir eine Salbe, die 10 % Ringelblume enthält und als Salbengrundlage Schweineschmalz und Maiskeimöl enthält. Viele Ringelblumensalben basieren auf Vaseline u.ä., die evtl. allergienverursachende Rückstände beinhaltet z.B. Wollwachsreste, ziehen schnell ein und enthalten auch noch kosmetische Zusatzstoffe, die eine geschädigende Haut mehr störend als beruhigen können. Das Schweineschmalz dagegen zieht nur sehr langsam ein, hält fast länger als ein Tag vor. Wir haben diese Salbe diesen Jahr zum ersten Mal zufälligerweise entdeckt und sind begeistert von ihrer Wirkung. Die Mittel der Liste, die es zum Auftragen gibt, ist fast endlos. Jeder schwört auf ein anderes und das mag ja auch richtig sein, weil eine allergische Erscheinung sich immer anders äußert, wie ich eingang ja auch schon erwähnt habe.

Was kann man sonst noch tun? Vorbeugen. Die Haut ist ein Ausscheidungsorgan. Gesunde Haut ist wiederstandfähiger gegen Sommerekzem. Funktiert der Stoffwechsel gut, gibt es wenig Stoffwechselreste, die ausgeschieden werden müssen. Funktionieren Nieren und Leber als die Hauptausscheidungsorgane gut, braucht der Körper die Haut nicht allzusehr als Ausscheidungsorgan, bleiben weniger Ausscheidungsrückstände auf der Haut zurück, welche die Haut angreifen und schwächen können. Waschen entfernt solche Rückstände. Deshalb sollte man das auch mal aus diesem Grunde abundzu tun. Was kann ich für einen guten Stoffwechsel tun? Gutes, leicht verdauliches Futter. Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Kräutern, die den Stoffwechsel fördern, den Körper entschlacken, Nieren- und Lebertätigkeit anregen. Die alle im einzelnen aufzuführen, ginge hier zu weit. Schnappt euch ein gutes Buch über Pferdefütterung. Da findet ihr das. Ein Bluttest zeigt auch, wie gut Leber- und Nieren arbeiten, und welche Stoffe im Körper Mangelware sind. Sekundär geht es um die Haut. Hier wirkt sich Zink auch innerlich gegeben und Vitamin H (=Biotin) positiv aus. Auch kaltgepreßtes Leinöl oder sonstiges Öl wirken da sehr gut. Leinsamen als Pellets oder im Mash sind gut. Seit neuesten gibt es Nachtkerzenöl. Hab da direkt keine Erfahrungen. Aber als die Nachtkerze vor Jahren als Wundermittel zur Neurodermitisbehandlung beim Menschen hochkam, hat sich mein Boß eine Substanz besorgt, welche viel Nachtkerzenöl enthielt und hat da mit erstaunlichen Effekten ein Winterekzem äußerlich behandelt. Steht auch irgendwo auf meiner Site. Nochmals zur Fütterung zurück. Diese scheint nicht nur über die Optimierung des Stoffwechsels zu wirken, sondern auch über den Eiweißgehalt des Futters. Ein hoher Eiweißgehalt scheint ein Türöffner für Ekzem zu sein. Daher nur eiweißärmeres Futter verwenden und auf ein schlankes Pferd achten. Vorbeugen läßt sich auch mit äußerlich aufgetragenen Substanzen. Im Frühjahr z.B. mit Molke. Die gibt es konzentriert im Pferdebedarf zum Auftragen im Wechsel mit einer Kokosnußmilch. Zwei Jahre lang hatten wir das mal ausprobiert. Wirkte nicht schlecht. Aber es es halt immer dasselbe Problem. Man hat nicht zehn Ekzemer, von denen man fünf mit x behandelt und die anderen mit nichts, um den Unterschied herauszuarbeiten. Dazu kommt die individuelle Reaktion und kein Jahr ist wie das andere. Dieses Jahr (war 2001) ist wegen des unnatürlich warmen Winter und dem feuchten Frühjahr die Anzahl der Kriebelmücken groß. Trotzdem stehen Hvinur und Haukur unwahrscheinlich gut da. Mein Boß führt das auf die völlige Freiheit der beiden auf die Weide zu gehen oder nicht zurück, die ab diesem Jahr praktiziert wird, auf die verstärke Zinksalbenanwendung und die neue Ringelblumensalbe zurück sowie auf massiven Einsatz der oben genannten Fliegensprays etc. Beide werden morgens und abends mit dem genannten Zeugs versorgt. Aber zurück zur Molke. Im dritten Jahr wechselten wir dann einfach zur Molke aus dem Kühlregal des Supermarktes, allerdings ohne welche Geschmackszusätze mit Orange oder so. Aber das alles wirkt offensichtlich nur als Vorbeuge. Man muß deshalb frühzeitig nach dem Winter anfangen.

Medizinische Möglichkeiten. Gering. Cortisonhaltige Produkte sind nicht empfehlenswert. Mehr Nebenwirkung als Wirkung. Das Pilzmittel, das so überraschend als Ekzemmittel gewirkt hat, scheint auch nur zu wirken bei Pferden, die zum ersten Mal Sommerekzem haben und das auch nur nach einem gewissen Zufallsmechanismus. Viele schwärmen von der Behandlung mit den hömöapathischen Substanzen Allergosal (wird jetzt unter dem neuen Namen Alleosal vertrieben) und Dermisal. Allergosal wird vorbeugend so alle drei Tage subcutan gespritzt, tritt trotzdem Ekzem auf, wird Allergosal kombiniert mit Dermisal gespritzt. Letzter bekannter Versuch an der Bonner Universität: 34 Pferde wurden mit Allergosal behandelt, 25 blieben ohne Ekzem, neun erkrankten. Diese + 21 weitere Ekzeme wurden mit Allergosal und Dermisal behandelt. 10 Pferde waren drei Tage nach der ersten Injektion ekzemfrei, 17 Pferde waren nach der zweiten Injektion in deutlich gebesserten Zustand, nur drei Pferde zeigten keinerlei positive Reaktion.

Bestimmt habe ich das eine oder andere vergessen. Aber wie gesagt soll das auch ja keine geschlossene Abhandlung sein, sondern nur ein spontaner Zusammentrag. Gute Informationen zur Thematik sind natürlich auch im Internet erhältlich. Zu empfehlen ist da z.B. die ItchBase.

Spacer Spacer Spacer Spacer Spacer
 Nach obenZurück