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Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Pflege von außen

Pferde betreiben von sich aus Haut- und Fellpflege durch Beknabbern und Belecken des eigenen Körpers, Schütteln von Kopf, Hals oder dem ganzen Körper, Scheuern an Gegenständen, Wälzen am Boden oder durch Kratzen an Kopf und Ohr mit den Hinterhufen. Manche Pferde gehen auch gerne baden, wenn hierfür eine Möglichkeit besteht. Zur Unterstützung kann ein trockener Sand- oder Erdplatz ohne störende Druckstellen in Form herumliegender Steine, eine Scheuerbürste oder -matte oder gar ein kleiner künstlicher Teich angeboten werden. Besteht die Möglichkeit betreiben Pferde auch Haut- und Fellpflege von anderen Pferden, indem sie sich insb. die schwer zugänglichen Stellen am Mähnenkamm, Widerrist, Rücken, Brust und Kruppe gegenseitig beknabbern. Schubbern und Wälzen sind also normale Verhaltensweisen des Pferdes. Übermäßiges Schubbern kann aber auch ein Indiz für eine Hautstörung sein, weil vielfach Hautstörungen mit Juckreiz verbunden sind. Übermäßiges Wälzen kann aber auch ein Indiz für Schmerzen wie bei einer Kolik sein. Wer sein Pferd häufig beobachtet und deshalb kennt, weiß schnell welches Verhalten als normal oder als Alarmzeichen zu anzusehen ist.

Zusätzliche Haut- und Fellpflege durch den Pferdehalter erfolgt in der einfachsten Form durch Striegeln und Bürsten des Pferdes. Dabei wird nicht nur der Schmutz sondern auch getrockneter Schweiß, Talgablagerungen, Hautschuppen und abgestorbene Haare entfernt. Die Noppen und Borsten regen den Kreislauf an und erhöhen die Durchblutung in der Haut, so daß die Haarbälge besser mit Nährstoffen versorgt und schneller kräftige neue Haare bilden können, sowie den Lymphfluß. Nebenwirkung 1: Verspannungen, schmerz- und berührungsempfindliche Stellen, Hautanomalien und Verletzungen lassen sich ausfindig machen. Nebenwirkung 2: Haut- und Fellpflege fördert den sozialen Kontakt zwischen Mensch und Pferd.

Im Stall gehaltene Pferde mit wenig Auslauf sollten täglich geputzt werden. Empfohlen wird die Zeit nach dem Frühstück und vor/nach der Arbeit. Die Pflege robust gehaltener Pferde kann sich auf das Putzen vor und nach dem Reiten beschränken, da diese Form der Haltung die Selbstreinigung des Fells begünstigt. Die tägliche Kontrolle auf Verletzungen, Stiche, etc. ist davon natürlich nicht berührt. Besondere Beachtung gehört nach dem Reiten der Sattel- und der Gurtlage, um Druckstellen zu verhindern.Und natürlich werden die Hufe vor und nach jedem Reiten ausgeräumt und kontrolliert.

Jedes Pferd sollte zur Vermeidung der Übertragung von Keimen, Pilzen und Parasiten über sein eigenes Putzzeug verfügen, das auch in separaten Putzeimern gehalten werden und von Zeit zu Zeit auch aus demselben Grund desinfiziert werden sollte. Zum Putzzeug gehören ein Striegel (Noppen- oder Gummistriegel) um den groben Schmutz aufzulockern, eine Kartäsche, um den losen Schmutz auszubürsten, ein Tuch, um das Fell auf Hochglanz zu bringen sowie jeweils ein Schwamm für die feuchte Reinigung von Nüstern, After und Genitalbereich. Und der Vollständigkeit halber: ein Hufauskratzer. Optional: ein Mähnenkamm und ein Fellwechselreiniger. Letzterer ist für robust gehaltene Pferde, welche ein ausgeprägtes Winterfell entwickeln, im Frühjahr eigentlich unverzichtbar.

Waschen sollte man sein Pferd nicht zu häufig, um die Schutzfunktion der Haut nicht zu beeinträchtigen. Am besten nur mit lauwarmen Wasser ohne Shampoo. Kleiner Trick am Rande: Einfach einen langen aufgewickelten Schlauch mit geschlossener Brause bei geöffneten Wasserhahn in die Sonne legen und schon hat man für eine Weile lauwarmes Wasser. Um Hautschädigungen beim Waschen mit Shampoo zu vermeiden, sollte nur ein spezielles Pferdeshampoo verwendet werden, das vergleichsweise wie Babyshampoos nur milde Tenside enthält, die zwar weniger stark reinigen aber die Haut nicht so reizen. Zur Vermeidung juckender Rückstände sollte das Shampoo gut ausgespült werden. Moderne Pferdeshampoos enthalten heute D-Panthenol, was rückfettend wirkt, ins Haar eindringt und die Caticula-Schuppen glättet, so daß Glanz entsteht. Beim Waschen ist darauf zu achten, daß kein Wasser in die Ohren und Nüstern gelangt. Für die Gesichtspartie ist deshalb am besten auf den Schwamm zurückzugreifen. Das Waschen oder Abspritzen des Pferdes beginnt immer an den Hufen, geht an den Beinen entlang zum Hals und dann zum Rumpf, um das Pferd an die Temperatur des Wassers zu gewöhnen. Nach dem Waschen sind die Pferde mit einem Schweißmesser abzutrocken. Falls keines zur Verfügung steht, tut es auch eine Gerte. Die Pferde dürfen im naßen Zustand weder in der zugigen Stallgasse noch in der Sonne angebunden zum Trocknen gestellt werden. Im ersten Fall besteht Erkältungsgefahr, im zweiten Fall kann sich das nasse Fell derart aufheizen, daß sich das Pferd verbrennt. Greift man nur notgedrungen auf Shampoo zurück, weil sich insbesondere bei hellem Fell die Flecken von Pferdeäpfel, in denen sich das Pferd gewälzt hat, hartnäckig halten, so gibt es auch hier einen Trick, um ohne Shampoo auszukommen: Man trägt geriebene Holzkohle mit einem nassen Schwamm auf die betreffenenden Stellen auf, läßt sie circa eine Stunde einwirken und bürstet anschließend die Kohle samt Fleck heraus.

Und am Rande: Viele Pferde, welche vor dem Waschen scheuen, scheuen häufig nicht vor dem Wasser sondern dem Zischen des Wasserschlauchs oder der Brause bzw. des Schlagens des Wasserschlauches beim zwischenzeitlichen Abstellen des Wassers. Abhilfe schaffen können hier Eimer und Schwamm oder ein Schlauch mit großem Querschnitt ohne aufgesetzte Düse, Spritze oder Brause. Letzteres funktioniert nicht, wenn Pferde schlechte Erfahrungen mit der Peitsche gemacht haben und einen herumliegenden Wasserschlauch als Peitsche ansehen. Bei Pferden, welche allgemein vor dem auf dem Boden liegenden Schlauch Angst haben, genügt es manchmal den Schlauch mit einer kranartigen Vorrichtung über dem Boden zu halten. Und ein gut befestigter Waschplatz schafft Abhilfe bei Pferden, welche nicht gerne im Wasser und Matsch stehen.

Insbesondere im Sommer gehören Teilwaschungen des Pferdes mit Eimer und Schwamm nach dem Reiten zur Pflicht, um den Schweiß aus dem Fell zu bekommen, da der Schweiß alkalisch ist und damit den sauren Schutzfilm auf der Haut negativ beeinflußt. Ausgewaschen werden mindestens die Sattellage und der wegen der im Schweiß beinhalteten Proteine schäumig aussehende Bereich zwischen den Hinterbacken. Aber auch die Beine, an denen der Schweiß runterläuft, sind ein dankbares Objekt. Oder der Kopfbereich, der unter dem Zaunzeug durchschwitzt ist. Nach dem Reiten ist hierbei erst recht lauwarmes Wasser zu verwenden, weil das Pferd durch die Arbeit erhitzt ist.

Und nicht zu vergessen: Nicht nur das Waschen des Pferdes sondern auch das Waschen des Reitzubehörs insb. der Satteldecke ist Haut- und Fellpflege und sollte tunlichst nicht vergessen werden.

Zur Haut- und Fellpflege gehört auch das richtige Reiten insbesondere in der kalten Jahreszeit. Der entstehende Schweiß durchnäßt nämlich das Fell vom Haaransatz bis zur Spitze. Aufgrund der niedrigen Außentemperaturen kann es kaum trocknen und es droht Unterkühlung. Je dichter das Fell, desto geringer das Tempo. Der Ausritt beschränkt sich auf Schritt und ruhigen Trab, in der letzten Rittphase sogar nur auf Schritt, um die Körpertemperatur wieder zu normalisieren. Eine Ausreitdecke kann Feuchtigkeit aus dem Fell aufnehmen und auf die Gewebeoberseite leiten. Nach dem Ritt sollte das Pferde unter einer Winter-Abschwitzdecke an einem windgeschützten Platz in Ruhe und vollständig abtrocknen, damit der Körper Energie für den Trocknungsprozess sparen kann. Als Ausgleich für die verbrauchte Energie kann dem Pferd während des Abschwitzens eine kleine Portion Kraftfutter gereicht werden. Nach dem Abtrocknen wird das Pferd mit einer weichen Bürste gebürstet, damit sich die Wollhaare wieder aufrichten und ihre isolierende Wirkung wieder entfalten können. Alternativ zur Abschwitzdecke kann soweit vorhanden auch eine Besonnungsanlage verwendet werden. Diese kommt erst zum Einsatz, wenn sich Atmung nach dem Ritt wieder normalisiert hat. Maximale Besonnungszeit: 20 Minuten. Auch danach wird das Wollhaar aus demselben Grund wie oben bereits erwähnt aufgebürstet.

Pflege von innen

Für die Gesunderhaltung der Haut sind einige Inhaltsstoffe von ausschlaggebender Bedeutung:

Das Coenzym Vitamin H (Biotin) als Schlüsselvitamin für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fett- und Aminosäuren. Ohne Vitamin H keine Fettsäure- und damit keine Proteinsynthese. Insoweit hängt die Umwandlung von Nährstoffen aus dem Futter in Proteine für das Haarwachstum stark von einer ausreichenden Biotinversorgung ab. Biotinmangel macht sich deshalb durch Haarausfall, brüchigem und stumpfen Fell und durch Hautschädigungen bemerkbar. Auch die Hufe reagieren auf Biotinmangel mit brüchigem Horn, Rillen und Spalten. Der Biotingehalt in Pferdefuttermittel ist allerdings gering. Mais und Soja als die stärksten natürlichen Biotinlieferanten sind ja schließlich auch nicht gerade die typischen Pferdefutter. Verbleibt also nur die Eigenproduktion im Pferdedarm, welche ihrerseits eine biologisch einwandfreie Darmflora voraussetzt, oder aber die konzentrierte Zuführung von außen. Für letzteres wird die Zufuhr von mindestens 1 mg Biotin pro Tag empfohlen. Hufprobleme erfordern wesentliche größere Mengen.

Vitamin A gilt als Epithelschutzvitamin nicht nur der äußeren Haut sondern auch der Schleimhäute. Bei Vitamin A-Mangel verhornen die Epithel-Zellen und die Sekretion der Schleimhäute läßt nach, wodurch sich das Infektionsrisiko für die Haut und alle mit Schleimhäuten ausgekleideten inneren Organe erhöht. Vitamin A kommt in naturbelassenem Pferdefutter nicht vor. Es wird vom Pferd aus der Vitamin A-Vorstufe Beta-Karotin gebildet, das in allen grünen Pflanzen vorkommt. In getrocknetem Zustand sinkt der Beta-Karotin-Gehalt so stark ab, daß bei typischer Heu/Hafer-Fütterung in der Winterszeit Vitamin A zugefüttert werden muß.

Zink ist ein Betandteil von mehr als 200 Enzymen im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel und von daher unentbehrlich, auch für die Aus- und Neubildung von Haut- und Haarzellen, insbesondere auch des Keratins in der Haarrinde und den Hufen. Nicht umsonst streicht man als altes Hausmittel Zink-Paste auf Wunden, um ihre Abheilung zu fördern. Der Tagesbedarf für ein Pferd liegt bei ca. 70 mg je 100 kg Lebendmasse und wird im Allgemeinen bei ausgewogener Fütterung gedeckt. Der Zink-Bedarf des Pferdes steigt bei getreidereicher Fütter wegen der im Getreide enthaltenen Phytinsäure (bindet Zink), bei hohen Eiweißgehalten im Futter und bei einer hohen Calcium-, Phosphor- und Kupferversorgung an. Zink-Mangel zeigt sich in borkiger, verdickter Haut, Schuppenbildung und Haarausfall. Zink-Mangel führt ferner zu einer Schwächung des Immunsystems. Bei der Zufütterung sind organische Zink-Verbindungen anorganischem Zink in Form von Zinkoxid vorzuziehen, da sie geringere Wechselwirkungen zu anderen Spurenelementen wie z.B. Kupfer aufweisen. Erwachsene Pferde sollen stark erhöhte Zink-Gehalte zwar tolerieren, Dosierungen über 100 mg je 100kg Lebendmasse sollten mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Von größter Bedeutung für das Haarwachstum sind der Gehalt und die Zusammensetzung des zugeführten Rohproteins. Besonders wichtig sind die schwefelhaltige Aminosäure Methionin, aber auch Lysin und Tryptophan. Eiweißmangel zeigt sich in rauhem und trockenen Haarkleid, brüchigen Haaren und erhöhter Infektionsanfälligkeit. Eine Eiweißunterversorgung tritt allerdings nur bei eiweißarmer Fütterung von Stroh, altem Heu und Rüben und gleichzeitig erhöhtem Bedarf wie im Fellwechsel auf. Umgekehrt sollte auch eine Eiweißüberversorgung vermieden werden, weil sie zu allergischen Hautreaktionen führen kann.

Essentielle, d.h. vom Körper selber nicht herstellbare, Fettsäuren und hierbei insbesondere die Linolsäure und die Arachidonsäure, wie sie in pflanzlichen Ölen wie Soja-, Raps- und Leinöl enthalten sind, scheinen auf Haut und Haar einen positiven Einfluß auszuüben. Ihr Mangel führt zu Hautverdickungen, rissige Haut, rauhes und trockenes Haarkleid sowie Haarausfall. Die Hautrisse ermöglichen wiederum das Eindringen von Keimen, Pilzen und Parasiten.

Was sollte man also für Haut und Haar füttern?

Die Frage stellt sich besonders in der Winterszeit. Und da lautet die Antwort einfach mal einwandfreies Heu und in Ergänzung ein fertiges Mineralfuttergemisch, das alle erwähnten Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sowie Aminosäuren enthält. Die konzentrierte Zuführung einzelner Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sollte erst nach eingehender Blutuntersuchung und definitiver Mangelabklärung erfolgen. Ansonsten kann man wegen der Gefahr von Überdosierungen oder Wechselwirkungen mit anderen Stoffen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die intervallartige Gabe von einer Biotin-Zink-Methionin-Mischung bei stumpfem Fell, brüchigen Haaren und Horn stellt in der Regel aber kein Problem dar. Über das Kraftfutter sollte man etwas Öl geben. Kleine Mengen ("Schluck", 1-2 Eßlöffel) genügen bereits. Größere Mengen an Öl müssen sorgfältig gesteigert werden, da das Pferd mangels Gallenblase mit großen plötzlich verabreichten Mengen an Öl nicht klar kommt. Öl liefert zusätzliche Energie und essentielle Fettsäuren, die u.a. auch für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine benötigt werden. Haushaltsübliches Sonnenblumen- oder Distelöl genügen. Zu bevorzugen ist kaltgepreßtes Ol, das frei von chemischen Extraktionsmitteln ist. Reicher an den erwünschten Fettsäuren (insb. Linolsäure und Gamma-Linolensäure) sind allerdings Fischöl und Lebertran, aber auch Nachtkerzen-, Schwarzkümmel- und Leinöl. Unübertroffen in seiner Wirkung auf die Haut bleibt Arganöl aus Marokko, allerdings auch im Preis.

Darüberhinaus werden eine ganze Reihe von Ergänzungsfuttermittel aufgeführt und angeboten, welche über die beinhaltenen Stoffe Einfluß auf Haut und Haar nehmen sollen:

  • Kieselerde (Kieselgur)
  • Schwefel
  • Leinsamen (verbessert im Darm die Aufnahme von Mineralien und Vitamien aus dem Futter, reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E)
  • Seealgen (reich an Eiweiß, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen)
  • Hefe, Bierhefe (reich an Vitamin B, Mineralstoffen, Aminosäuren und Enzymen)
  • Heilkräuter für die Haut und zur ganzheitlichen Optimierung des Stoffwechsels, um die Ausscheidung über die Niere anzuregen und damit die Haut zu entlasten: Brennessel (Förderung Hautstoffwechsel), Holunder (Förderung Hautstoffwechsel), Weißdorn (Förderung Hautstoffwechsel), Zinnkraut (vermehrte Wasserausscheidung), Ackerschachtelhalm (reich an Kieselerde), Stiefmütterchen ( bei empfindliche Haut), Walnußblätter (bei empfindlicher Haut), Hagebutteschalen, Kamillenblüten, Klettenwurzeln, Salbei, Löwenzahn
  • Knoblauch (verbessert die Fließfähigkeit des Blutes und versorgt so die Haut besser mit Nährstoffen. Die Herz- und Kreislauf anregende Funktion des Knoblauchs kommt während der Belastung durch den Fellwechsel obendrein gelegen.)
  • Brottrunk/Fermentgetreide (Mineralien, Vitamine, Brotmilchsäurebakterien: Milchsäure soll den Säureschutzmantel der Haut regulieren)

Egal, was ihr zufüttert: Zwei Dinge sollten beachtet werden: 1. Pferde mit Hautproblemen reagieren sehr unterschiedlich auf unterschiedliche Ergänzungsfuttermittel. 2. Nie mehr als ein Ergänzungsfuttermittel gleichzeitig füttern. Und obendrein: Manche Mittel helfen intervallmäßig gefüttert besser als dauerhaft gefüttert.

Special Pflege und Fütterung vor und im Fellwechsel

Intensives Putzen im Frühjahr mit einem Fellwechselreiniger beschleunigt das Loswerden der alten Haare und schafft Platz für die heranwachsenden jungen Haare. Auf diese Weise veringert man den Juckreiz, der von den losen Haaren ausgeht und erleichtert durch das Ausdünnen des Fells bei steigenden Temperaturen die Temperaturregulation des Pferdes.

Das Problem eines zu dichten Winterfells bei schon recht hohen Außentemperaturen im Frühjahr kann mit einer Strich- oder Teilschur angegangen werden. Gegner der Schur führen an, dass die stärkere Auskühlung der geschorenen Bereiche im Vergleich zu den ungeschorenen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könne. Wird das Pferd bereits ab Herbst geschoren, um der Ausbildung eines Winterfells entgegenzuwirken, damit es beim Arbeiten weniger schwitzt, so ist das Pferd eingedeckt im Stall zu halten. Beim Reiten in Halle oder Bahn wird zum Aufwärmen und Abkühlen eine Ausreitdecke benötigt. Ausritte auch mit Ausreitdecke sollten nur bei mildem Wetter stattfinden.

Um dem auf der Seite "Haut und Haar - Aufbau und Funktion" bereits erwähnten Mangel an Eiweiß, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen beim Fellwechsel entgegegenzuwirken, ist spätestens zum Ausgang des Winters hin die tägliche Futterration unter dem Gesichtspunkt ausreichender Eiweißversorgung zu überprüfen. Qualitativ einwandfreies Heu oder Heulage in ausreichender Menge sind unabdingbar für eine Eiweißversorgung. Minderwertiges Heu oder schlechte Heulage, auf die man mangels besserer Qualitäten gegen Ende des Winters zurückgreifen muss, oder das Ersetzen von Heu/Heulage durch Stroh sind kontraproduktiv. Zusätzlich kann die Eiweiß- und Fettsäureversorgung durch Verabreichung von Bierhefe, Leinsamen, kaltgepreßten Ölen aus Weizen- und Maiskeimen oder Sonnenblumen- sowie Distelöl, Sojaextraktionsschrot (Vorsicht - nur kleine Mengen anfüttern), Luzerne und Kleie auf eine breitere Basis gestellt werden. Als Ergänzungsfutter zur normalen Futterration eignet sich für diese Jahreszeit auch gut ein Mash. Vielfach wird auch die Zufütterung der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin während des Fallwechsels empfohlen. Es gibt auch Konzentrate verschiedenster Aminosäuren und essentiellen Fettsäuren (wie z.B. Myoplast Equitop oder EFA-Z Pferd), die aber nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt und über den Tierarzt bezogen werden sollten.

Bei den Vitaminen mangelt es im Spätwinter vor allem an Vitamin A, B, bei getreidereicher und heuarmer Fütterung auch an Vitamin D und E. Die Verabreichung von Vitamin H (Biotin) in Verbindung mit Zink soll das Funktionieren des Stoffwechsels anheben. Bei den Mineralien fehlt bei heuarmer Fütterung vor allem Calcium, bei heureicher aber getreidearmer Fütterung Phosphor. Zur Haarbildung werden insbesondere die Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen benötigt. Magnesium - bekannt als Mittel gegen Nervigkeit - soll beim Streßfaktor Fellwechsel eine Vielzahl von Enzymen aktivieren und die Zellfunktion positiv beeinflußen. Zur ausreichenden Versorgung an den genannten Stoffen sollte spätestens ab Ende Februar ein Ergänzungsfuttermittel mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zugefüttert werden. Ergänzend können als Vitaminspender Äpfel, Möhren und Rote Bete zugefüttert werden.

Auch Heilkräuter können die Haarbildung unterstützen. Knoblauch verbessert die Fließfähigkeit des Blutes und versorgt so die Haut besser mit Nährstoffen. Die Herz- und Kreislauf anregende Funktion des Knoblauchs kommt während der Belastung durch den Fellwechsel obendrein gelegen. Für die Haarbildung positiv sollen ferner Klebkraut, Quecke, Hagebutten, Brennessel, Blasentang, Klette und Löwenzahn sein.

Gerade für ältere Pferde bedeutet der Fellwechsel eine starke Belastung. Bedingt durch altersgemäßig veränderte Stoffwechselvorgänge weisen sie sowohl im Sommer als auch im Winter ein dichteres und längeres Fell als jüngere Pferde auf, so daß die Körperressourcen bei gleichzeitig schlechterer Auffüllbarkeit stärker belastet werden als beim jüngeren Pferd. Zudem dauert der Fellwechsel länger und reicht deshalb im Frühjahr leicht in den Bereich höherer Temperaturen hinein, was den sowie nicht mehr so stabilen Kreislauf eines älteren Pferdes in Bedrängnis bringen kann. Hier gelten die oben erwähnten Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen insbesondere. Zusätzlich empfiehlt sich die Verabreichung von Weißdorn als Kraut (Blätter und Blüten) oder als Tropfen.

Bitte beachten: Die hier aufgezählten Maßnahmen/Mittel gelten für ein normales gesundes Pferd. Für Pferde mit z.B. Stoffwechselstörungen können einige der erwähnten Futter(ergänzungs)mittel absolut kontraproduktiv und deshalb streng ausgeschlossen sein. So z.B. alle Getreideprodukte, die Fettsäuren enthaltenen Produkte (ins. alle Öle), Äpfel und Karotten für ein Pferd, das am Equiden metabolischen Syndron (EMS) erkrankt ist.

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<<< Teil 1
(Aufbau und Funktion)
  Teil 3 >>>
(Hautkrankheiten)

 

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