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Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Kartoffeln in der Pferdefütterung, igitt, wir sind doch keine Schweine. Lassen wir mal derartige Assoziationen außer acht - davon abgesehen sind die Kollegen mit der Steckdosennase überhaupt nicht übel - und beschäftigen uns mal ganz neutral mit der Kartoffel als Futtermittel. Kartoffeln gehören wie Maniok, Rüben und Möhren zu den Wurzeln und Knollen. Sie sind gekennzeichnet

  • durch einen hohen Wassergehalt und damit einhergehend von geringer Haltbarkeit,
  • geringen Rohfasergehalt und damit hoher Verdaulichkeit,
  • einem hohen Anteil an Kohlenhydraten in Form von Stärke,
  • einem geringen Eiweißgehalt,
  • einem geringen Ca-Gehalt,
  • einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen,
  • einem hohem Gehalt an Vitaminen des B-Komplexes,
  • einem meist hohem Verschmutzungsgrad und
  • einem möglicherweise hohem Vorkommen an schädlichen Inhaltsstoffen, da Wurzeln und Knollen so ziemlich alles speichern, was man ihnen anbietet.
Die Kartoffel stellt daher einen recht einseitig zusammengesetzten Energielieferanten für bevorzugt Arbeitspferde dar.

Wieso also Kartoffeln an i.d.R. schon rundliche Freizeitpferde verfüttern? Kartoffeln als Beifutter bieten sich in folgenden Fällen an:

  • Ein Pferd ist durch Krankheit oder sonstiges in einem abgemagerten Futterzustand und muß aufgepäppelt werden. Hier eignet sich die Kartoffel als "Dickmacher" per se aber auch als Auffüller des Basenvorrates, der gerade bei intensiver Fütterung in hohem Maße gestreßt wird.
  • Älteren Pferden mit insbesonderen Zahnproblemen steht mit der Kartoffel ein eiweißarmes, hochverdauliches Futter mit hohem Vitamin-B-Gehalt zur Verfügung.
  • Die Kartoffel als basenbildendes Zusatzfutter (reich an Kalisalzen!) kann einer Übersäuerung (Azidose) als Krankheiten auslösendem Risikofaktor entgegenwirken.
  • Der hohe Vitamin-B-Gehalt der Kartoffel kann die Hufqualität und das Hufwachstum bei Pferden mit entsprechenden Problemen verbessern (Auch im Kontext mit der Azidose, welche sich in schlechtem Hufwachstum äußern kann).
  • Auch findet sich ein Hinweis, dämpfigen Pferden Stechginster und Kartoffeln zu füttern (Auch hier dürfte die Wirkung der Kartoffel in einer Milderung einer respiratorischen Azidose begründet sein).

Wie und wieviel Kartoffeln darf man im allgemeinen füttern? Kartoffeln sollten trotz des damit verbundenen höheren Arbeitsaufwandes bevorzugt gekocht eingesetzt werden. Zum einen ist damit eine gründliche Reinigung der Kartoffeln von anhaftenden Verschmutzungen verbunden, zum anderen werden in der Kartoffel enthaltene schädliche Stoffe (Solanin, Trypsinhemmstoffe) deaktiviert. Kochen ist insbesondere für bereits keimende Kartoffeln und Kartoffeln mit grüner Schale unabdingbar, da diese einen besonders hohen Solaningehalt aufweisen. Außerdem wird vermutet, daß ungekochte Kartoffeln im Dünndarmbereich nur begrenzt verdaut werden. Zusammen mit dem hohen Wassergehalt der Kartoffel führt das in der älteren Literatur zu Höchstgrenzen von 10-15 kg an ungekochten und 25 kg an gekochten Kartoffeln an schwer arbeitende Pferde (Zugpferde). In der neueren Literatur wird die Verabreichung i.d.R. auf gekochte Kartoffeln und wenige Kilogramm für weniger arbeitende Pferde beschränkt. Die tägliche Gabe von ein bis zwei Kilogramm gekochter Kartoffeln zu den oben beschriebenen Zwecken ist vom Arbeitsaufwand und dem angestrebten Ziel her für Freizeitpferde vertretbar. In bestimmten Fällen ist die Fütterung von Kartoffeln an Pferde allerdings schlicht verboten. So z.B. wegen des hohen Anteils an Kohlenhydraten in Form von Stärke an Pferde, welche am Equiden Metabolischen Syndrom (EMS) erkrankt sind.

Eigentlich gibt es nur eine Wurzel/Knolle, die wir Pferde fast uneingeschränkt fressen: Möhren. Häufig werden Rote Bete, Futterrüben, Zuckerrüben, etc. nur von Spezialisten aufgenommen. Desgleichen gilt für rohe aber auch für gekochte Kartoffeln. Gekochte Kartoffeln können zur Eingewöhnung zu Kartoffelbrei verstampft und mit Malzbier, Rote-Bete-Saft oder Gemüsesaft vermischt werden. Nach und nach können dann die "Geschmacksverbesserer" reduziert werden. Kleinere Mengen zerdrückt können auch im täglichen Mash versteckt werden.

Werden größere Mengen an Kartoffeln über einen längeren Zeitraum verfüttert, ist an einen Ausgleich in der Kartoffel fehlender Inhaltstoffe zu denken. Erwähnt werden hier die Verabreichung von Kochsalz, phosphorsaurem Futterkalk und die Luzerne, die eiweiß- und kalziumreich ist.

Um ehrlich zu sein, gekochte Kartoffeln gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsspeisen. Meistens muß sie mein Boß in der oben beschriebenen Weise verstecken, aber manchmal esse ich sie ihm auch pur aus der Hand. Aber was tut man nicht alles für seine Gesundheit.

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