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Infos/Tips auf, unter, um und ums Pferd herum

Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Jeder Pferdehalter steht irgendwann einmal vor der Situation, sein Pferd in einer Notfallsituation in die Pferdeklinik transportieren zu müssen. Notfall, das kann eine schwere Kolik, eine tiefe Verletzung oder eine Geburtskomplikation sein, alles Situationen, welche keinen zeitlichen Aufschub erlauben, da jede Verzögerung die Heilungschance verschlechtert oder gar den Tod des Pferdes nach sich ziehen kann. Allerdings darf der Transport auch nicht in absoluter Hektik für das Pferd erfolgen, weil der dabei auftretende Streß für den in der Regel sowieso schon angegriffenen Kreislauf des Pferdes extrem schädlich ist. Kliniktransporte sollten daher vorbereitet und geplant werden, damit sie im Ernstfall schnell aber so schonend wie möglich für das Pferd verlaufen.

Was Du dafür tun kannst:

  • Pferdekliniken spezialisieren sich zunehmend mehr. Mach Dich daher am besten durch einen persönlichen Besuch vor Ort mit dem Behandlungsspektrum der jeweiligen Pferdekliniken in Deiner Umgebung vertraut, damit Du im Notfall die am besten geeigneteste auswählen kannst und das muß nicht notwendigerweise die nahegelegendeste sein. Bedingt durch den Besuch ist Dir damit auch zugleich die Fahrstrecke zur Klinik vertraut. Eine Bezugsquelle für eine Adressenliste von Pferdekliniken mit ihren jeweiligen Spezialgebieten findet ihr unter Nachgefragt - Schnellzugriff auf bestimmte Themen.
     
  • Bewahr die Telefonnummern (Festnetz und Mobil) von Tierarzt, seiner Vertretung und dem tierärztlichen Notdienst für die Nacht und das Wochenende sowie der Pferdekliniken der näheren Umgebung griffbereit im Stall, am besten im Erste-Hilfe-Kasten und/oder der Stallapotheke, auf. Speichere die Nummern zusätzlich im Handy ab. Den (Stall-)Tierarzt benötigst Du je nach Situation, um überhaupt erstmal eine Diagnose zu stellen und die Notwendigkeit einer Klinikeinweisung festzustellen. Eventuell muß der Tierarzt auch eine Erstversorgung bei Verletzungen vornehmen und/oder das Pferd bei starken Schmerzen/Unruhe transportfähig machen. Falls sich eine Pferdeklinik in der näheren Umgebung befindet, kann es sinnvoll sein, einen Tierarzt aus dieser Klinik die Erstvorsorgung durchführen zu lassen, weil dieser Arzt seine Kollegen für eine nachfolgende Behandlung/Operation schon ganz genau vorbereiten kann. In schweren Fällen kann ein Arzt aus der Klinik dann auch den Transport zur Klinik begleiten. Informiere in jedem Fall die ausgewählte Klinik vor der Abfahrt, damit diese sich auf Deine Ankunft und die Problemsituation vorbereiten kann. Dies gilt insbesondere in der Nacht und am Wochenende, wo das Klinikpersonal ausgedünnt ist und gegebenenfalls erst die Rufbereitschaft geholt werden muß.
     
  • Halte die folgenden weiteren Informationen/Unterlagen griffbereit:

    - Wegbeschreibungen zu den Kliniken in der Umgebung
    - den Pferdepaß
    - Impfausweise

  • Stelle die jederzeitige Verfügbarkeit eines Pferdehängers und eines Zugfahrzeuges in technisch einwandfreiem und verletzungssicheren Zustand in der Nähe des Stalles/Weide sicher. Wer über einen eigenen Pferdehänger verfügt, hat hierbei keine größeren Probleme, es sei denn, er ist gerade in Reparatur, mit dem zweiten Pferd auf dem Turnier, zugeparkt oder eben mal mit Zaunpfählen oder Futtersäcken beladen. Sorge in den ersten beiden Fällen für eine alternative Transportmöglichkeit und vermeide nach Möglichkeit die beiden letzten Fälle. Wer über keinen eigenen Pferdehänger verfügt, sollte geklärt haben, wo er im Notfall einen ausleihen kann. Dabei ist zu bedenken, daß Notfälle oft die unangenehme Eigenschaft haben, sich zur Unzeit zu ereignen, nämlich um Mitternacht, am zweiten Weihnachtstag oder wenn der stalleigene Hänger mit einem anderen Pferdehalter unterwegs ist. Klären heißt insoweit auch sicherstellen, wie man unabhängig von einer dritten Person jederzeit über den Hänger verfügen kann, wo sich z.B. der Schlüssel zum Anhängerschloß befindet. Und man sollte für den Fall des Falles eine zweite Transportmöglichkeit ausfindigmachen, falls die erste ausfällt (Hänger in Reparatur, bereits verliehen, etc.) Und man sollte sich mit dem Hänger vertraut gemacht haben: Wie funktioniert das Stützrad, wo sitzt die Steckdose usw. Das alles spart Zeit und schont die Nerven, die in einen wirklichen Notfall schon genug angekratzt sind. Falls alle Stricke reißen: Es gibt auch kommerzielle Pferdetransportunternehmen, die z.T. eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für Kliniktransporte unterhalten.
     
  • Übe das Verladen des Pferdes. Verladen sollte für ein Pferd normale Routine sein. Gerade im Notfall, wenn ein Pferd Schmerzen hat und sich nicht wohl fühlt, erweisen sich Stresssituationen als höchst gefährlich, weil sie den Gesundheitszustand des Pferdes weiter verschlechtern. Stress setzt die Leistungsfähigkeit des Abwehrsystems herab und kann sogar im Extremfall Auslöser von schweren Krankheiten wie Colitis X sein. Hilfestellungen zum Verladen findet ihr z.B. in dem Buch Verlade-Training. Für Freizeit und Turnier von Kiki Kaltwasser.
     
  • Übe das Fahren mit Gespannen, wenn Du damit keine allzu großen Erfahrungen hast, damit Du es im Notfall beherrscht. Es nützt niemanden, wenn Du im Notfall vor lauter Tempo vom Hänger überholt wirst. Auch mußt Du damit rechnen, daß ein bislang ruhiges Pferd beim Transport plötzlich vor Schmerzen zu toben beginnt und den Hänger ins Schleudern bringt.
     
  • Bereite das Pferd auf die ungewohnte Situation sprich Klinikaufenthalt vor. Stell dazu Dein Pferd gerade auch bei ausschließlicher Offenstallhaltung mal für ein paar Stunden in eine Box, messe abundzu mal Fieber und lege Bandagen/Verbände an, damit das Pferd derartige Behandlungen ohne Aufregung akzeptiert. Gewöhne es an Berührungen (z.B. mit TTouches nach der Tellington-Methode) und an fremde Menschen. Das alles erleichtert Deinem Pferd im Ernstfall die Behandlung.
     
  • Und im Ernstfall:
    -Bleibe ruhig und gelassen. Deine Ruhe und Gelassenheit überträgt sich auf das Pferd und gibt ihm Sicherheit. Deine Hektik überträgt sich dummerweise noch mehr und vermittelt dem Pferd Angst und Unsicherheit.
    -Mach das Pferd transportfähig. Vor Schmerzen tobende Pferde im Hänger erschweren den Transport erheblich. Gegebenenfalls muß der Tierarzt durch Verabreichung von Schmerz- und/oder Beruhigungsmittel das Pferd erst transportfähig machen. Auf keinen Fall zur Beruhigung des Pferdes auf dem Hänger mitfahren, da ein tobendes Pferd in einer solchen Situation wenig Rücksicht auch auf den vertrauten Menschen nimmt. Obendrein ist es auch noch verboten. Bei längeren Fahrten empfiehlt es sich den Tierarzt um Begleitung zu bitten, damit er eingreifen kann, falls die Situation sich verschlimmert oder die Wirkung des Schmerzmittels zu früh nachläßt. Gerade in Stresssituation reagieren manche Pferde völlig abnormal auf Beruhigungsmittel. Statt zu beruhigen wirken diese dann sogar aufputschend.
    -Helfend kann auch die Verabreichung von Bach-Blüten Notfalltropfen wirken. Das gilt sowohl für das Pferd als auch für den Halter.
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