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Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Das Älterwerden beim Pferd zeigt sich rein äußerlich an Änderungen in der Farbe und der Struktur der Fellbeschaffenheit. Das Winterfell setzt früher ein, die Deckhaare werden im Winter oft sehr lang, und das Winterfell verliert sich im Frühjahr nur sehr langsam. Im Gesichtsbereich (am besten unter dem Schopf beobachtbar) zeigen sich die ersten grau-weißen Haare. Die Bewegungsabläufe sind nicht mehr so flüssig. Dies zeigt sich insbesondere Morgens nach der kühleren Nacht, wenn Pferde gelegen oder eingestellt waren. Das ältere Pferde benötigt eine deutlich längere Phase, um sich einzulaufen. Das ältere Pferd frißt langsamer und weniger. Häufig sind insbesondere beim Heufressen ausgefallene Wickel zu beobachten, die infolge von Zahnproblemen entstehen. Auch werden Karotten beim Zerbeißen richtig zurecht gelegt und trotzdem ist der Boden voll von Karottenschnipfeln. Die Schwierigkeiten mit dem Fressen lassen das bislang kugelrunde Pferd ungewohnt schlank erscheinen. Im hohen Alter wirkt das Pferd vermehrt eckig und kantig, weil der abnehmende Fleischbesatz und die zurückentwickelte Muskulatur die Knochen (insb. Rippen und Wirbelsäule) freigeben. Vielfach zeigen sich im Alter auch gesundheitliche Probleme, die sich im Laufe des Lebens eingeschlichen und nun im Alter ein deutlichen Ausmaß erreicht haben. Dazu gehören alle degenerativen Erscheinungen wie z.B. Arthrose oder insb. Spat aber auch Lungenprobleme oder Probleme durch (Über)Beanspruchungen von Knochen, Sehnen, Bänder und Muskeln. So kann eben der x-te Schlag auf die Beine der Schlag sein, durch den die entstehende Knochenaufreibung die darüberliegende Sehne für Dauer reizt. Auch können Verdauungsprobleme wegen der schlechten Futterverwertung auftreten, die bislang ein Fremdwort waren. Oder das Pferd wird plötzlich zum Ekzemer. Im Herdenverband lassen sich in der Rangordnung Veränderungen beobachten. Das ältere Pferd muß dem jüngeren weichen. Ältere Pferde schließen sich gerne zusammen und suchen sich einen ruhigeren Platz als in jüngeren Jahren. Ältere Pferde legen sich auch häufiger und länger nieder, aber nur wenn sie sich sehr ungestört fühlen, denn das Aufstehen fällt ihnen schwerer. Ältere Pferde können schlechter hören und sehen. Ältere Pferde stehen nicht mehr gerne im Wind und Regen oder in der prallen Sonne, sie suchen häufiger und intensiver Weidehütte oder Stall auf, da sie dazu neigen, schneller zu frieren, da der Stoffwechsel nicht mehr so gut funktioniert, bzw. zu schwitzen, weil die Hitze den Kreislauf stärker belastet. Jeder, der sein Pferd schon seit jungen Jahren hält, wird die Zeichen der Zeit automatisch erkennen, ob sie nun im Detail mit den oben beschriebenen übereinstimmen oder individuell abweichen. Am wenigstens stellt man es an der Leistungsbereitschaft und der Leistungsfähigkeit beim Reiten fest, soweit keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen. Natürlich sinkt die objektive Leistungsgrenze im Alter, aber das ist zumindest beim Freizeitreiten anfangs kaum feststellbar. Der Spaß an der Bewegung, die Lust zu Laufen insbesondere, wenn man nicht allein ausreitet, aktiviert große Reserven und überspielt vieles. Gerade an heißen und schwülen Tagen und in den Zeiten des Fellwechsels ist hier jedoch eine Überbeanspruchung zu vermeiden.

All das ist aber kein Grund, das Pferd nun in die Ecke zu stellen. Das ältere Pferd verfügt über so viele Lebenserfahrung. Seine Zuverlässigkeit macht es zum idealen Partner für weniger erfahrere Reiter (Kinder, Reitanfänger, ältere Reiter), aber auch zum idealen Partner in der Pferdeausbildung jüngerer Pferde. Es macht dem jungen Pferd die Lektionen vor, ist das ideale Pferd zum Handpferdereiten und begleitet das junge Pferd bei den ersten Ausritten ins Gelände. Für den sensiblen Halter, der mit seinem Pferd alt geworden ist, wird es ein Selbstverständliches sein, seine Leistungsanforderung an das Pferd und das Leistungsvermögen des älteren Pferdes aufeinander abzustimmen. Langeweile sollte andererseits für das Pferd aber auch vermieden werden. Sowohl die Sinne als auch die Muskeln wollen beschäftigt werden. Also nicht das ältere Pferd in die hinterste Ecke in die hinterste Box stellen, sondern mindestens raus zusammen mit anderen in den Auslauf/auf die Weide, wo es Kontakt hat und wo es was zu sehen und zu riechen gibt. Und wenn das Reiten nicht mehr geht, dann freut sich ein älteres Pferd auch über einen Spaziergang, ein gründliches Durchputzen oder einen Plausch.

Was kann ein Halter eines älteren Pferdes nun tun, um das Wohlbefinden seines Pferdes zu steigern? Ein wesentlicher Punkt ist die bedarfsgerechte Ernährung, da Lebens- und Bewegungsfreude im Alter nährstoffabhängig sind. Mit zunehmenden Alter verändert sich das Nährstoffbedürfnis des Pferdes. Der Energiebedarf sinkt auf etwa 80%, da der Grundumsatz sich verringert, dafür steigt der Bedarf an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Hervorzuheben sind:

  • Magnesium für die Herzfunktion und in Verbindung mit dem Muskelvitamin E gut gegen angelaufene Beine und Wetterfühligkeit
     
  • Zink, Kupfer, Selen, Mangan und Cobalt, die bei Unterversorgung zu schlechtem Hufwachstum, Fellproblemen, Juckreiz, Ekzembildung, Infektanfälligkeit, Abmagerung und Appetitlosigkeit führen können. Die Mengen an Zink und Selen sollten bei älteren Pferden auf das doppelte der Norm angehoben werden.
     
  • eine erhöhte Zufuhr an Vitamin A, E, B und nach Infektionen an Vitamin C

Unendlich wichtig ist die ausreichende Versorgung des Pferdes mit Rohfaser über das Rauhfutter. Und die kann, wenn das Pferd Kauprobleme infolge von Haken an den Zähnen, Fehlstellungen von Zähnen und wackelnder oder bereits ausgegangener Zähne hat, zum Problem werden. Wichtigstes Indiz für derartige Probleme sind Heuwickel, welche das Pferd beim Kauen aus dem Maul fallen läßt, weil es sie nicht mehr mit den Backenzähnen gemahlt bekommt. Haken, überlange Zähne, die in die Lücken darunter- bzw. drüberliegender bereits ausgegangener Zähne hineinwachsen, zersplitterte Zähne, nicht mehr plan aufeinanderschließende Zähne lassen sich beheben. Am besten durch einen speziellen Pferdezahnarzt, der über eine geeignetere Ausbildung, bessere Erfahrung und die deutlich besseren Instrumente für die Behandlung als der normale Tierarzt verfügt. Und der Effekt ist am größten, wenn die Behandlung regelmäßig (alle 12-18 Monate) und in jungen Jahren beginnend durchgeführt wird. Auch hier gilt: Vorsorgen ist besser als heilen. Ein in jungen Jahren erkannter und korrigierter Gebißfehler führt im Alter zu deutlich geringeren Zahnproblemen. Nur gegen wackelnde und verlorene Zähne ist halt kein Kraut gewachsen, denn ohne Backenzähne kann ein Pferd keine Rauhfutter mehr verdauungsgerecht aufbereiten. Entweder spukt das Pferd es wieder aus oder schluckt es unzerkleinert und nicht ausreichend eingespeichelt herunter. Ersteres führt zur Abmagerung, letzteres zu massiven Verdauungsstörungen. Was also tun, um den Rauhfutterbedarf von ca. 1,5 kg pro 100 kg Lebendgewicht abzudecken? Stroh scheidet ganz aus, Heu selbst möglichst früh geerntet zunehmend auch, manchmal tut es gehäckselte Grassilage noch für eine Weile. Bleibt nur frisches insbesondere junges Gras. Aber Gras steht nur im Sommer zur Verfügung und weist auch erst nach einer Aufwuchshöhe von 30 cm eine ausreichende Struktur für die Verdauung auf, die obendrein von alten Pferden unterlaufen wird, weil sie sich nur das ganz junge Gras herauspicken, weil für älteres Gras dasselbe wie für Heu gilt. Die Antwort lautet Wiesencobs oder Graspellets. Das ist kurzgehäckseltes Gras, in Heißluft getrocknet und zu Pellets gepreßt. In Wasser eingeweicht ergeben diese Pellets einen Grasbrei, in der Konsistenz ähnlich dem Zustand, den Rauhfutter nach entsprechender Verkleinerung im Maul haben sollte. Die am Markt befindlichen Produkte unterscheiden sich hauptsächlich im Protein- und Rohfasergehalt sowie der Länge des zerhäckselten Grases und der Pelletsgröße. Am wichtigsten ist der Rohfasergehalt und die Länge des zerhäckselten Grases, dann folgt der Proteingehalt und bedeutungslos wird die Pelletsgröße, wenn man die Pellets eingeweicht füttert, abgesehen davon, daß kleine Pellets meistens nur sehr klein gehäckseltes Gras beinhalten. Der Rohfasergehalt sollte so groß wie möglich sein: 31% war das Maximum, was wir gefunden haben. Der Proteingehalt sollte insbesondere bei Zufütterung der Pellets zu Gras im Sommer, bei hufrehegefährdeten Pferden und Ekzempferden nicht zu hoch zu sein: 4,8% verdauliches Eiweiß war das Minimum, das wir entdecken konnten, und das fiel auch noch mit dem Rohfasergehalt von 31% zusammen. Die Länge der zerhäckselten Grases ist insoweit bedeutsam, als sehr kurzgehäckseltes Gras nach dem Einweichen einen grünen Brei wie Spinat ergibt, der von manchen Pferden überhaupt nicht mehr gekaut aber damit auch nicht mehr eingespeichelt wird, was für die Verdauung nicht gerade förderlich ist. Sie wird häufig nicht angegeben und kann erst nach dem Einweichen der Pellets per Augenschein festgestellt werden. Angenehmer Nebeneffekt der Graspellets: Sie sind staubfrei und damit für Heuallergiger auch im uneingeweichten Zustand geeignet. Pferde mit und ohne Zahnprobleme fressen sie begeistert. Eingeweicht lassen sich auch andere Futtermittel daruntermischen. Für Pferde mit Zahnproblemen bietet sich hier die rohfaserreiche Weizenkleie an, die ja wegen der Gefahr einer Schlundverstopfung auch nur in angefeuchtetem Zustand gefüttert werden darf. Unsere persönlichen Erfahrungen zeigen, daß dann der Grasbrei sich noch einer größeren Beliebheit erfreut. Der Vollständigkeit halber sei auch noch erwähnt, daß es in Heißluft getrocknetes Gras speziel für ältere Pferde auch ungepreßt in Form von kurzen Grasfasern gibt, die trocken oder eingeweicht verfüttert werden können. Solche Grasfasern gibt es auch als Alleinfutter für ältere Pferde, indem Kraftfutter (Gerste, Mais) und eine Mineralfuttermischung hinzugefügt werden. Der wohl bekannteste Lieferant für in Heißluft getrocknetem Gras gleich welcher Art ist die Agrobs GmbH in 82541 Degerndorf, welche ihre Produkte unter der Marke Pre Alpin vertreibt. Die Produkte können über den einschlägigen Handel bezogen oder im Internet-Shop von Agrobs bestellt werden. Nach den nicht gerade unerheblichen Preiserhöhungen der letzten Zeit empfiehlt es sich bei entsprechendem Verbrauch, die Ware gleich palettenweise (meist 30 Sack mit 25 kg) abzunehmen, um in den Genuß eines geringeren Sackpreises zu kommen. Andere Lieferanten wie z.B. die Gunzenhausener Grünfuttertrocknungsgesellschaft, die das bekannte Altmühltal in ihre Säcke packt, sind deutlich preisgünstiger, bieten aber gerade für ältere Pferde in Bezug auf Rohfasergehalt und Länge des gehäckselten Grases nicht das ideale Angebot. Hier bietet sich höchstens eine Beimischung unter eine rohfaserreichere Sorte an.

Um beim Futter zu bleiben: Um die Verdauung zu erleichtern, bietet sich die Fütterung von leicht verdauliches Mash, um etwas Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen, auch die Verfütterung eingeweichter (ganz wichtig, sonst droht Schlundverstopfung!!!) Zuckerrübenschnitzel oder die Verfütterung frischer geschnetzelter Rüben wie z.B. Roter Bete an. Eine getreidereiche Fütterung (insbesonde mit Gerste und Mais) sollte durch Öle (kaltgepreßte Öle bitteschön, ansonsten verfüttert ihr Rückstände des Extraktionsmittels im Öl) und Fette ersetzt werden, um den Dickdarm vor nicht im Dünndarm verdauter Stärke zu entlasten: Lein- und Sonnenblumenöl, aber auch Maiskeime und Sonnenblumenkerne. Zusatzgaben von Bierhefe als Probiotikum, Kieselerde und basenbildende Mineralstoffe (z.B. Natriumbikarbonat) wirken stabilisierend auf den Dickdarm. Eine etwas ungewöhnliche Erweiterung des Speiseplanes bieten gekochte Kartoffeln. Generell gilt: Ältere Pferde essen weniger auf einen Streich, dafür aber lieber öfters. Also kleine Portionen drei- bis viermal am Tag. Wenn sie noch etwas Gras rupfen können, am besten im Sommer rund um die Uhr auf der Weide lassen, dann können sie ihren Ablauf selber einteilen. Zu den Zufütterungszeiten finden sie sich dann von ganz alleine wieder im Stall oder so ein, wenn man die Futterzeiten einigermaßen exakt einhält, um dann anschließend wieder auf die Weide zu verschwinden.

Auch bestimmte Nahrungsergänzungsstoffe können im Alter förderlich sein, z.B. zur Unterstützung des Bewegungsapparates. Zu nennen wären hier Glykosaminglykane im Konzentrat der grünlippigen neuseeländischen Muschel (Green Shell Mussel, kurz GSM), Teufelskrallenwurzeln, Methylsulphonylmethan, kurz MSM genannt, Gelatine und Kieselsäure. Zur Förderung der Darmtätigkeit können Leinöl, Leinsamen, Bierhefe und Milchsäure-Gärungsprodukte auf Getreidebasis (Fermentgetreide) eingesetzt werden. Zur Optimierung des Stoffwechsels insbesondere zur Entlastung der Leber können Cholin und Methionin mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Neu im Gespräch ist das Gewürz Ingwer. Die Inhaltsstoffe des Ingwers haben vielfältige Wirkung: Die Scharfstoffe des Ingwers wirken schmerz- und entzündungshemmend, andere Inhaltsstoffe stoffwechselanregend und verdauungsförderd. Ältere Pferde, denen regelmäßig Ingwer verabreicht wird, werden als "wirken jünger" beschrieben, was wir aus eigener Erfahrung bestätigen können. Mehr dazu findet ihr unter Tips. Zur Stärkung des Immunsystems gegen Infekte kann Echinacea als Kraut oder Tropfen gegeben werden. Insbesondere in der heißen Jahreszeit empfiehlt sich die Verabreichung von Weißdorn (Blätter und Blüten, Früchte enthalten keine Wirkstoffe) als Kraut (10-20g pro Tag) oder Tropfen (3 x 30 Tropfen pro Tag) zur Stärkung von Herz und Kreislauf. Ferner werden Brennessel und grüner Tee zur Kräftigung, Buchweizen zur Förderung der Durchblutung und Unterstützung bei Gelenkerkrankungen, Thymian zur Appetitanregung und Mistelkraut als allgemeines Stärkungsmittel genannt.

Zugang zu frischem und sauberen Wasser ist selbstverständlich. Viele ältere Pferde trinken zu wenig, was den Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht bringen kann. Angefeuchtetes und eingeweichtes Futter (Mash, Zuckerrübenschnittel, Wiesencobs) kann hier ausgleichend wirken.

Soweit zum Thema Fütterung alter Pferde. Was kann man ansonsten noch tun zum Steigerung des Wohlbefindens? Langeweile vermeiden. Leichte dem Zustand des Pferdes angepaßte Arbeit vertreibt Langeweile und stärkt den Kreislauf. Zusätzlich viel Auslauf mit Rückzugsmöglichkeit, falls Pferde unterschiedlichen Alters zusammengehalten werden. Ältere Pferde haben ein größeres Ruhebedürfnis und dem muß man mit einer Rückzugsmöglichkeit Rechnung tragen. Zäune, Bäume, Hecken, Schutzhütten, Stall oder Scheune müssen Winkel und Nischen als Sichtschutz anbieten, in den sich ein älteres Pferd auch mal zurückziehen kann, wenn es seine Ruhe haben will, ohne von jüngeren Pferden gleich wieder als Putz- und Spielkamerad angesehen zu werden. Im schlimmsten Fall sind übereifrige Drangsalierer aus dem Verband zu entfernen. Bei ständig wechselnder Zusammensetzung des Herdenverbandes sollte dem älteren Pferd die unausweichlichen Rangkämpfe erspart bleiben. Ältere Pferde schließen sich gerne zusammen, insbesondere wenn sie gemeinsam alt geworden sind, und wehren sich gegen Störungen von außen. Hat man den Reitersatz nicht frühzeitig in die Herde integriert, empfiehlt sich eine getrennte Haltung der älteren und der nachkommenden Pferde. Dies wird zwingend, wenn man wegen der jüngeren Pferde auch nicht Rauhfutter rund um die Uhr anbieten kann, weil bei begrenztem Futterangebot die jungen Pferde den älteren Pferden das Futter wegessen, da sie in gleicher Zeit die vielfache Menge gekaut bekommen, was dazu führt, daß die älteren versuchen, schneller und mehr Futter aufzunehmen, auf daß sie noch weniger abbekommen, weil sie dann nur noch verstärkt Heuwickel produzieren. Ältere Pferde benötigen mehr Platz, weil sie infolge eingeschränkter Bewegungsfähigkeit mehr Distanz zu anderen Pferden halten. Bestehende Schutzhütten benötigen spätestens jetzt einen größeren oder besser noch zweiten Eingang und/oder einen Anbau zur Vergrößerung der Stellfläche. Ansonsten kann es sein passieren, daß das ältere Pferd eher draußen in Wind, Regen oder Sonne verweilt aus Sorge eingekeilt zu werden. Aber gerade ältere Pferde haben mit Wind und Regen so ihre Probleme, da sie viel schneller frieren als junge Pferde. Selbst Pferde, die in ihrer Jugend einen Riesenbogen um jede Hütte gemacht haben, suchen dieselbe im Alter bei windiger und nasser Witterung regelmäßig auf. Unser Sörli ist dafür ein Paradebeispiel. Aber auch die Hitze macht älteren Pferden leicht zu schaffen. Insoweit ist ein ausreichendes und zugängliches Angebot an Schutz vor Wind, Regen und Sonne unabdingbar.

Ein anderer Punkt ist die Unterstützung des im Alter erschwerten Fellwechsels. Das kann durch die Zufütterung geigneter Nahrungsergänzungsmittel wie Leinsamen oder Leinöl und Bierhefe, geschehen, aber auch durch häufigeres Putzen. Angebrachte Besen, Schruppbürsten und Schruppmatten werden dankend angenommen. Falls das Winterfell sich nur extrem langsam auflöst oder gar in totaler Irritation nochmals im Sommer nachwächst, hilft nur noch Scheren, um unnötiges Schwitzen und Atem- oder Kreislaufprobleme zu vermeiden. Mindestes eine Streifen- oder gar eine ganze Brust-Bauchschur. Hilfreich sind auch große Bäume, einmal als Schattenspender, zum anderen, weil unter ihnen die Luft nie still steht. Abspritzen an heißen Tagen zumindest der Beine oder gar des ganzen Körpers wird mit und ohne Fellprobleme gerne angenommen. Bringt es doch den Kreislauf wieder in Schwung.

Schutz vor Fliegen ist auch so ein Punkt. Ältere Pferde können z.B. verstopfte Tränen-Nasen-Kanäle haben, die sich nicht mehr durchspülen lassen. Derartige Augen sind natürlich ein Paradies für Fliegen. Fliegennetz und äußerliches Säubern des Auges, sprich sanftes Entfernen der salzigen Krusten, sind dann selbverständlich. Stiche können bei älteren Pferden auch leicht zu sogenanntem Altersekzem führen. Sofern das Ekzem tatsächlich auf Stiche und nicht auf Überforderung der Haut als Ausscheidungsorgan infolge nicht mehr sauber schaffender Nieren und Leber sind, läßt sich eine gewisse Vorsorge durch Einsatz geeigneter Nahrungsergänzungsmittel und äußerlicher Mixturen wie z.B. Molke betreiben, um zumindest die Stärke des Ekzems zu minimieren. Weitere Hilfsmaßnahmen wären Schutzhütte mit Fliegenvorhang, Fliegensprays, keine Weidezeiten währen der Hauptflugzeiten und Ekzemdecke. Reagiert die Haut hingegen auf auszuscheidende Stoffwechselgifte, wäre der Stoffwechsel zu optimieren und evtl. die Funktion von Nieren und Leber (ein Bluttest bringt das sofort an den Tag) zu fördern.

Die regelmäßige Entwurmung sollte selbstverständlich sein. Ein älteres Pferd bekommt ja sowieso schon weniger in den Darm, da sollte es das wenige nicht auch noch mit Parasiten teilen müssen. Allerdings bedeutet die Wurmkur für das ältere Pferde aber auch eine stärkere Belastung als für das jüngere Pferd. Also nicht gerade den heißesten Tag oder den angekündigten Wetterumschwung für die Wurmkur auswählen. Auch muß bei älteren Pferden eher mit Nebenwirkungen gerechnet werden.

Wem das alles noch nicht genug an Information gewesen war, der kann ähnliches und weiteres nachlesen, z.B. in Groß, Heike: Alte und unreitbare Pferde, Junge, Maleen: Wenn Pferde älter werden und Over, Uta: Mein Pferd wird alt. Nähere Informationen zu diesen Büchern findet ihr unter Bücher rund ums Pferd.

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