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Infos/Tips auf, unter, um und ums Pferd herum

Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Die Abkürzung PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur.

Mit Hilfe dieser drei Werte kann

  • gemessen in Ruhe eine Aussage über den augenblicklichen Gesundheitszustand des Pferdes,
  • gemessen unter Belastung eine Aussage über die augenblickliche Beanspruchung und die Kondition des Pferdes
gewonnen werden.

Ohne Stethoskop wird der Puls, also die Anzahl der Herzschläge pro Minute, mit Zeige- und Mittelfinger an der Unterkieferarterie kurz vor den Ganaschen, unter der Schweifrübe oder an der Fesselarterie am Fesselkopf gemessen. Es genügt, die Messung mit Hilfe des Sekundenzeigers der Armbanduhr 15 Sekunden durchzuführen und das Ergebnis mit vier zu multiplizieren.

Die Atemfrequenz wird durch Beobachtung der Nüstern oder besser durch Vorhalten der flachen Hand vor die Nüstern oder Beobachtung des Hebens und Senkens der Bauchflanken ermittelt. Ein- und Ausatmen sind nicht doppelt sondern als ein Atemzug zu zählen. Abzuhören sind die Atemgeräusche über den Rippen oder an der Luftröhre im oberen Drittel des Halses.

Die Körpertemperatur wird im After gemessen. Thermometer leicht eincremen, aus Sicherheitsgründen seitswärts zum Pferd stehend einführen und festhalten - das Thermometer mit der einen Hand und den Schweif, der das Thermometer am liebsten tief in den Darm befördert würde, mit der anderen Hand - bis die Messung beendet ist. Moderne Digitalthermometer eignen sich besonders gut, da sie schlanker gebaut sind und das Ende der Messung akustisch signalisieren.

Um eine Aussage über den Gesundheitszustand zu erhalten, vergleicht man nun die ermittelten Werte mit Normwerten (je nach Quelle schwanken die angebenen Intervalle leicht) in Ruhe:

Puls:32 bis 40 Schläge pro Minute
Atmung:12 - 20 Atemzüge pro Minute
Körpertemperatur:37,5 - 38,3 Grad Celsius
(PAT-Normwerte in Ruhe für erwachsene Pferde
Fohlen/Absetzer weisen höhere Werte bei der Temperatur auf)

Tip: Da die oben angegebenen Normwerte je nach Quelle und individuell je nach Pferd schwanken, solltet ihr eigene Normwerte für euere Pferde ermitteln, indem ihr über einen Zeitraum von einigen Wochen morgens, mittags und abends, bei trockenen und bei naßem Wetter sowie an heißen und an kalten Tagen die PAT-Werte in Ruhe meßt. Ihr habt dann individuelle Normwerte in Abhängigkeit von Tageszeit und Witterung und damit eine sicherere Vergleichmöglichkeit.

Abweichungen von der Norm deuten insbesondere bei Vorliegen weiterer diagnostischer Merkmale wie fehlender Hautelastizität oder eine nicht blassrosa Farbe der Schleimhäute und/oder äußerer Signale wie Lustlosigkeit, Futterverweigerung, Müdigkeit oder im Gegenteil Unruhe etc. auf eine mögliche Erkrankung und ihre Schwere hin. So sind Atemwerte über dem Normalwert ein ernstzunehmendes Indiz für eine Überforderung des Pferdes. In Kombination mit einem negativ verlaufenden Hautfaltentest signalisieren erhöhte PAT-Werte eine Dehydration (Austrocknung). Beides kann Ursache für Kreislaufprobleme sein. Futterverweigerung und Unruhe gepaart mit erhöhtem Puls deuten auf eine mögliche Kolik hin. Starkes Schwitzen und erhöhte Atemwerte können dabei ebenfalls auftreten. Erhöhte Atemwerte gepaart mit Lustlosigkeit, hängendem Kopf und ein paar Räuspern mehr als gewöhnlich können ein Indiz für eine Atemwegserkrankung sein. Falls diese infektiös ist, ist auch die Körpertemperatur erhöht. Erhöhte Körpertemperatur ist wiederum immer ein Zeichen für eine Infektionskrankheit wie Druse, Lungenentzündung, Darmentzündung etc.

Um eine Aussage über der Beanspruchung bzw. Konditionsentwicklung zu erhalten, benötigt ihr an Stelle der Normwerte in Ruhe zulässige Puls- und Atemfrequenz-Höchstwerte. Bei extremer Leistung kann der Puls schon Werte bis zu 250 annehmen. Auch die Körpertemperatur kann sich bis zu 2 Grad über Normaltemperatur erhöhen. Werden die Höchstwerte überschritten, benötigt euer Pferd dringend eine Pause, bis die Werte sich wieder in Richtung der Normwerte bewegen. Je kürzer die dafür benötigte Zeitspanne ist, desto besser ist die Kondition eueres Pferdes. Es sind also weniger die absoluten Puls- und Atemfrequenz-Werte relevant, sondern die Zeitdauer, in welcher sich die Werte unter Beanspruchung wieder in Richtung der Normwerte in Ruhe bewegen. Nach diesem Prinzip erfolgt auch die tierärztliche Kontrolle bei einem wettkampfmäßigen Wanderritt. Am Stop werden die Werte beim Eintreffen gemessen. Nach einer Pause erfolgt anhand einer weiteren Messung die Entscheidung Weiterreiten oder weitere Pause. Beruhigen sich die Werte nach einer gewissen Zeit nicht, wird das Pferd aus dem Wanderritt genommen. In der Regel wird dabei von einem Puls/Atem-Wert von 72/72 nach zehn Minuten bzw. von 64/60 nach zwanzig Minuten ausgegangen. Um die Konditionsverbesserung beim eigenen Pferd verfolgen zu können, müßt ihr euch demnach nur eine bestimmte Strecke aussuchen, die ihr immer in gleicher Weise durchreitet. Am Ende der Strecke wird gemessen, wie lange es dauert, bis die Ruhewerte wieder erreicht sind. Wird diese Zeitspanne bei gleichen Witterungsbedingungen tendenziell kürzer, ist euer Konditionstraining erfolgreich.

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