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Wir Isis

Unsere Rasse im Allgemeinen

Wie unser Namen schon besagt stammen wir Isis aus Island, der Insel aus Feuer und Eis, hoch im Norden gelegen, einem besonderen Land, wild und rauh, geprägt durch den Gegensatz von Vulkanismus und Gletscher, voll langer Nächte und stürmischer Tage, relativ menschenleer, gruselig, wenn man den alten Mythen und Sagen lauscht. Die unwirtliche Insel brachte so einen markant ausgeformten Pferdetyp hervor, der im Aussehen und im Charakter geprägt ist von der Auseinandersetzung mit der harten Umwelt, in der Kälte und Wind, Schnee und Eis, Feuer und Lava, weite, steinige und gebirgige Landschaften sowie karge Vegetation vorherrschende Merkmale sind. Die Folge war ein Robustpferd mit Einsatzwillen, Zähigkeit und Durchhaltevermögen bei geringsten Ansprüchen und der Bereitschaft, mit dem Menschen aufgrund der unwirtlichen weiten Einöde mit Gletschern, Flüssen und Lavageröllfeldern ein Pakt einzugehen, um gemeinsam diese Einöde zu meistern. Ohne uns Isis wäre dieses Land nie zu erschließen gewesen und auch nie erschlossen worden. Dies mag der Grund sein, warum wir Isis in Island bis zu dem heutigen Tage ein besonderes Ansehen genießen. Wo sonst in der Welt kommt ein Staatspräsident auf dem Pferderücken zu einer Veranstaltung geritten? Und so sind wir ein gewisses Abbild dieser Insel und der Menschen, die dort zu leben beschlossen hatten. Freiheitsliebend, anspruchslos, ehrgeizig, selbstbewußt, genügsam, urwüchsig, ausdauernd, lauffreudig, arbeitswillig, mutig, stolz, ehrlich und mit einem Schuß eigenem Willen versehen. Hinzu kommt daß wir seit über tausend Jahren als Rasse rein gezüchtet worden sind. Aus Angst vor Seuchen, die in früheren Zeiten den Pferdebestand auf der Insel zum Teil drastisch reduziert hatten, wurde im Jahr 1000 ein Einfuhrverbot für Pferde verfügt, das bis heute noch gilt. Kein Isi, das die Insel verläßt, darf jemals wieder zurück. Aus diesem Grund finden auf Island auch keine internationale Turniere statt. Und jeder Urlauber, der Reitbekleidung nach Island mitbringt, muß eine Desinfektionsbescheinigung dafür nachweisen, wenn die Dinge gebraucht sind. Diese strenge Reinzucht hatte zur Folge, daß wir unseren besonderen Charakter und unsere typischen Gangarten Tölt und Paß bewahrt haben. Seit 1955 wird das Islandpferd nach Mitteleuropa eingeführt und hat seitdem einen ungeahnten Siegeszug angetreten. Heute gibt es ca. 80000 Islandpferde auf Island und ca. 100000 Islandpferde außerhalb Islands, die Mehrheit in Mitteleurope und davon ca. 55000 Islandpferde in Deutschland. Aber auch in Amerika und Asien sind zunehmend immer mehr Islandpferde vertreten. Man findet sie als Therapiepferd, als Freizeitpferd bis hin zum Sportpferd.

Kein Islandpferd gleicht dem anderen und trotzdem sind Islandpferde als Rasse unverkennbar. Da ist einmal die äußere Erscheinung: kräftiges Fundament mit üppiger Mähne und Schweif bei einer Größe von 1,30 bis 1,45 Metern. Und da sind unsere bis zu fünf Gänge: Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Paß. Das sind immerhin bis zu zwei Gänge mehr als viele andere Pferderassen mitbringen. Und hinzu kommt unser urwüchsig-ehrliches Temperament. Heringsfressende Rennviertakter hat uns einmal eine pferdeunbedarfte Fischergruppe von Kontinentaleuropäern bei ihrem ersten Kontakt mit Islandpferden auf Island bezeichnet. Ersteres kommt davon, daß Islandpferde im Winter bei Heumangel auf Island Trockenfisch bekommen, zweiteres von unserem Temperament und dem Tölt.

So sehr wir als Rasse unverkennbar sind, so sehr unterscheidet sich doch der einzelne: in den Farben, dem Körperbau und im Temperament. Mit den klassischen Bezeichnungen wie Rappe, Schimmel, Fuchs oder Grauer kommt man nicht sehr weit. Bei Islandpferden werden allein schon 16 Grundfarben unterschieden. Dazu kommen noch weitere Farben aufgrund genetischer Kombinationen. Und es gibt hochbeinige und stämmige, temperamentvolle und gelassene, feinnervige und nervenstarke Pferde. Für jedes Auge und für jeden Reiter ist da etwas drin.

Aber nicht nur durch die Vielfalt unterschiedlicher Typen sind wir etwas Besonderes, sondern auch durch unsere zusätzlichen Gänge, die einerseits neue Erlebnisse faszinierender Art aufkommen lassen, andererseits aber auch neue Anforderungen an den Reiter stellen. Sie zu genießen, erfordert ein Maß an Arbeit, auch wenn es manchmal so leichtfertig ausieht, und ein Stück von neuer Gemeinsamkeit von Pferd und Reiter.

Islandpferde sind sehr ausdauernd und trittsicher. Sie eignen sich deshalb auch in der Verbindung mit der Gangart Tölt sehr gut für Ritte im Gelände. Das macht sie insbesondere für alle Reiter so beliebt, die auf langen Wanderritten die Nähe zur Natur und zu ihrem Pferd genießen wollen.

Islandpferde sind wie alle Ponyrassen Spätentwickler. Sie können erst im Alter von fünf Jahren angeritten werden, weil erst dann das Knochengerüst die notwendige Festigkeit aufweist. Islandpferde können noch bis zu einem Alter von 11/12 Jahren wachsen. Umgekehrt können Islandpferde bis um die 30 geritten werden. Ihre Lebenserwartung beträgt bis zu vierzig Jahren.

Islandpferde werden am besten das ganze Jahr über robust in Offenstallhaltung bei weitgehender Selbstversorgung und geringen Pflegeansprüchen gehalten. Eingesperrt in einer Box fehlt uns die Luft zum Atmen. Wir suchen uns lieber selber aus, ob wir bei praller Sonne, Regen oder Sturm lieber im Freien oder in einer Schutzhütte stehen. Und wir sind überhaupt nicht gerne alleine. Ein Islandpferd braucht den sozialen Kontakt in der Herde. Wir gehen gemeinsam auf die Weide, wir liegen gemeinsam im Auslauf, wir pflegen uns das Fell gegenseitig durch eifriges Knabbern mit den Zähnen und wir tollen und kämpfen miteinander. Und wir sind in idealer Weise für ein Leben im Freien angepaßt: Im Sommer haben wir ein ganz kurzes dünnes und glattes Fell, im Winter wächst uns ein richtig dicker und dichter Pelz. Aufgrund unserer Herkunft macht uns mehr die Hitze im Sommer als die Kälte im Winter zu schaffen. Islandpferde in der prallen Sonne ohne Möglichkeit, sich in den Schatten zu begeben, sind deshalb schlimmer dran als dick vereiste Islandpferde im Winter, auch wenn das für Menschenaugen oft anders aussieht.

Islandpferde haben einen außergewöhnlich guten Charakter. Schlagen und Beißen kommen nur bei Aufzuchts- und Haltungsfehlern vor. Irgendwann reißt jedem schließlich mal der Geduldsfaden. Islandpferde kommen gut sowohl miteinander in der Herde - die beobachtbaren Rangkämpfe und Spiele gehören einfach dazu und sehen viel schlimmer aus als sie sind ist - als auch mit dem Menschen aus, dem sie vertrauensvoll, neugierig, erwartungsvoll, freundlich und respektvoll begegnen. Nicht verschwiegen werden soll: Mensch kann das aber auch durch falsches Verhalten/Umgang kaputt machen.

Islandpferde sind sehr vielseitig. Sie können Freizeitpartner und sportliche Herausforderung sein. Und das für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch für ältere Menschen. Der Umgang mit ihnen fördert Pflicht- und Verantwortungsgefühl, läßt eigene Probleme erst einmal vergessen und trägt somit zur Entspannung und einer späteren Problemlösung bei, formt den eigenen Charakter, jaja, Isi können Menschen erziehen, wenn der Mensch merkt, daß unser Verhalten oft nur ein Spiegel seines Verhalten ist. Unruhige, hektische, laute, gestreßte Menschen passen nun mal nicht so richtig in unser Bild von einem geregelten Zusammenleben. Und so werden aus gestreßten Menschen in der Regel recht schnell streßfreie Menschen dank unserer Hilfe.

Auf eine Gefahr, die von uns Islandpferden ausgeht, sei allerdings verwiesen: Bereits flüchtige Kontakte können genügen, um am sog. Isi-Fieber zu erkranken. Es kann jung und alt, Weiblein oder Männlein befallen. Typisches Symptom der Krankeit: Alles außer jedwediger intensiver Beschäftigung mit Islandpferden verliert an Stellenwert. Im fortgeschrittenen Stadium führt die Krankheit zum Erwerb eines Islandpferdes, aus dem bald zwei, dann drei usw. werden, die Einstellung im Pensionsbetrieb geht in Eigenhaltung über, dann ist das erste aus der eigenen Stute gezogene Fohlen da. Im Endstadium hat man plötzlich einen Bauernhof, der zum Pferdehof umgebaut wird, dann einen Reit- und Zuchtbetrieb, und irgendwann einen Übernachtungsbetrieb für die noch geringfügig Infizierten. Achso, wie es mit den Heilungschancen steht? Vergeßt es: Bis zum heutigen Tag konnte noch kein geeignetes Gegenmittel gefunden werden. Ich halte es auch für ein Gerücht, daß dies je gelingen könnte.

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