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Wir Isis

Geschichten und Legenden

Um das Islandpferd ranken sich viele Geschichten und Legenden, sei es in den nordischen Göttermythen, in der Edda, den vielen isländischen Sagas wie z.B. der Hrafnkelsaga, der Sturlungasaga, der Egilsaga oder dem Landnahmebuch. Zahlreiche der so typischen Islandpferdenamen sind Namen von nordischen Göttern wie z.B. Odin, Freyja oder Loki oder von Pferden dieser Götter wie z.B. Hofwarpnir, Gladur, Gyllir oder Glenur. Von vielen dieser Pferde kennt man ihre Geschichte, von anderen ihre Geschichte aber nicht ihren Namen. Häufig nahmen die Götter auch die Gestalt und damit auch den Namen von Pferden an wie z.B. Fengur, Vakur, Hrani. Andere Pferde stammen direkt von den Göttern ab. So z.B. der achtbeinige Sleipnir, der aus der Verbindung von Loki, dem Sohn des Feuers und des immergrünen Baumes, getarnt als Stute mit Svadilfari, dem Pferd eines abtrünnigen Schmiedes der Riesen, den Erzfeinden der Götter, hervorgegangen sein soll. Loki hatte sich in eine Stute verwandelt um Svadilfari, der dem Riesen die Steine zum Bau einer Festung für die Götter trug, von der Arbeit abzuhalten, damit der Bau der Festung nicht zum vereinbarten Termin fertig und damit das vereinbarte Entgelt - die Göttin Freya, die Sonne und der Mond - nicht fällig wurde. Stattdessen zerschmetterte Thor den Kopf des Riesen mit dem Hammer Mjöllnir.

Viele Naturerscheinungen wurden im Zusammenhang mit Pferden gedeutet. Der Raufreif am Morgen war der Schaum vom Gebiß von Hrimfaxi, das Pferd des Gottes der Nacht, das Sonnenlicht ging von der glänzenden Mähne von Skinfaxi, dem Pferd des Gottes des Tages, aus. Der starke Zusammenhang von nordischen Göttern und Pferden wird heute dahingehend interpretiert, daß die Götter ursprünglich in Form von Pferden angebetete Naturgottheiten waren. Gepaart mit der noch älteren Verehrung von Bäumen und Hainen entstanden dann sogar Verbindungen zwischen Pferd und Baum. So hieß die Weltesche, das Symbol der Lebenskraft, unter der die Götter ihre Versammlungen abhielten, Yggdrasil, also Odins Pferd. Bäume wurden zum Symbol des Gottes in Pferdegestalt. Auch als Symbol der Fruchtbarkeit genossen die Pferde göttliche Verehrung. Auf sog. Opferfesten wurde nach einer uralten Zeremonie Pferde geopfert. Mit dem Blut wurde die Kultstätte, die Götterbilder und die anwesenden Gläubigen besprengt. Gemeinsam wurde das Pferdefleisch verzehrt. Kein Wunder also, daß im Jahre 1000 als das Christentum in Island Fuß faßte, als erstes der Verzehr von Pferdefleisch verboten wurde. Heute ist der Verzehr von Pferdefleisch in Island ein genauso alltäglich und selbstverständlicher Vorgang wie bei uns der Verzehr von Schweine- oder Rindfleisch.

Das wohl bekannteste Pferd aus der Legende ist Grani, das Pferd Sigurds aus der Edda, auf dem Sigurd den Drachen Fafnir besiegte, dessen riesigen Goldschatz nebst Sigurd es heimtrug, das den Feuerwall um Brünhilds Schloß durchquerte und das zusammen mit Sigurd und Brünhild nach ihrem Tod mit fünf Sklavinnen und acht Knappen brauchgemäß auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

In den isländischen Sagas spielen immer wieder von den Göttern geweihte Pferde eine Rolle, so z.B. in der Hrafnkelssage aus dem Jahre 1270 das Pferd Freyfaxi. Geweihte Pferde zu reiten, galt als Verbrechen und wurde mit dem Tode bestraft. So wurde der Knecht von Freyr, dem Gott der Fruchtbarkeit, der Freyfaxi geweiht hatte, von demselben getötet, als er gegen das Verbot verstieß, Freyfaxi selbst von einem hohen Felsen in einen Fluß gestoßen. Auch Pferdediebstahl galt nach dem ältesten isländischen Gesetzbuch, dem Grágás, als Kapitalverbrechen.

Pferden wurden auch magische Kräfte zugeschrieben, die man sich auch noch lange nach der Bekehrung zum Christentum zunutze machte. In der Egilsaga, die mehr als 200 Jahre nach der Bekehrung geschrieben wurde, ist z.B. ein Schmähpfahl bestehend aus einer Haselnußstange und aufgesetzten Pferdekopf beschrieben, mit dessen Hilfe Egil König Erich den Roten zur Flucht aus Norwegen veranlaßt haben soll.

Pferde galten zusammen mit Jagdfalken als königliche Geschenke. Dänische Könige erhalten bis heute zur Thronbesteigung Islandpferde geschenkt.

Viele weitere Geschichten ranken sich um Pferderennen und Pferdekämpfen mit Wetten. Rennen dienten weniger dem Zeitvertreib als vielmehr dem Leistungsvergleich der Pferde oder zur Austragung von Streitigkeiten. Bereits im Landnámabók, dem Landnahmebuch, wird ein Rennen beschrieben. Pferdekämpfe wurden trotz eines Verbotes im Jahre 1592 noch bis zum Jahre 1623 zur Volksbelustigung und zur Zuchtauswahl durchgeführt.

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