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Dies & Das

Weisheiten, Sprüche, Anekdoten, Geschichten
zum Thema Pferd und Reiter

 
wie zum Beispiel folgende altchinesische Weisheit:

Wer einen Tag lang
glücklich sein will,
der bedrinke sich.
Wer eine Woche
glücklich sein will,
der schlachte ein Schwein
und esse es auf.
Wer einen Monat lang
glücklich sein will,
der heirate.
Wer ein Leben lang
glücklich sein will,
der werde Reiter.

 
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Oder folgenden Spruch:

Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd,
ein Reiter ohne Pferd jedoch nichts.

 
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Oder folgende Geschichte:

IsiGänger - ein Geschenk des Himmels?

Ja, Darwin - oder etwa doch Ihm selbst? - haben wir etwas zu verdanken, das im weiten Weltall absolut und vollkommen einzigartig ist: den Hochgenuß, ein feuriges Islandpferd reiten zu dürfen, und das ohne ständige 6,8 auf der Richterskala unter dem Allerwertesten.

"Wieso denn einzigartig?" höre ich Sie einwerfen. Nun, ich kann es ja wissen, und Sie erfahren gleich weshalb. Noch unlängst nämlich, im Juli '96, machte ich einen Abstecher nach Xikliptu, dem einzigen bewohnten Planeten von Beta Cygni. Zwar erwies sich, daß die Leute dort über Kühe (recht stattliches Grauvieh übrigens), Gras und daher auch Käse verfügten, Pferde jedoch unbekannt waren.

Nur eine Handvoll Lichtjahre weiter südwestlich und etwas höher gelegen, auf Joakfroqz, berichtete man mir bei meinem Besuch ein paar Tage danach, daß dort sogar überhaupt kein Gras wuchs und die Bauern in ihrer Verzweiflung Schaffleisch und Karotten an die Kühe verfüttern mußten, was sich natürlich ungünstig auf die Milchproduktion auswirkte.

Etwas niedriger im selben Milchstraßensystem, zuerst auf Mefoplyb und anschließend auf Kdojlüz, den beiden bewohnten Planeten von Epsilon Orionis, gab es immerhin tatsächlich Pferde, Hannoveraner übrigens, typische Polizeipferde (zu groß, fehlender oder ungenügend entwickelter Gehwille, armselige drei Gänge, mindestens Richter 5,8 und alle in einer Einheitsfarbe, einem Gemisch aus dem vor Ort recht reichlich vorhandenen Ultraviolett, etwas Infrarot und ein bißchen dem Ihnen aus unzähligen Dressurwettbewerben übervertrauten Braun). Kühe und Schweine waren leider auf beiden Planeten unbekannt, Elefanten gab es hingegen schon. Gute Sattler waren denn auch nirgendwo zu finden, auf einen Töltsattel aus Elefantenleder ist natürlich weder ein Pferderücken noch ein Menschenhintern erpicht. Alles in allem ein Reitspaß von null Komma null.

Meine weiteren astronomischen Irrfahrten entlang 266 trügerischen und schwarzen Löchern, endlosen Quasarreihen, 23 hypernervösen Pulsaren und ganzen Horden seekrankheitserregender Spiralnebel ergaben nur ein einziges Resultat: Total nicht überhaupt völlig nichts und nirgendwo, auf weiter Flur gab's keine Kombination von sowohl Kühen für den Sattler als auch grüne Wiesen für die Haltung robuster und spartanischer Pferdchen mit mehr als drei Gängen; mit einem anheimelnden und gerade im Winter wüst-haarigen Äußeren; mit fünf Dutzend Farben; mit einer saftigen Portion Vulkanismus unter dem Reiter - und das bei Richter 0,0; mit einem unerschütterlichen Gehwillen; mit der permanenten pferdischen Fähigkeit, als psychohygienisches Aktivkohlefilter den menschlichen Streß so manchen Erdentages zu absorbieren; mit der Power ("Kraft" wäre zu gelinde), einen menschlichen 120-Kilo-Koloß in schwebend-anstürmender Ekstase (= 5. Gang) zu transportieren. Nein, nirgends, auf keinem einzigen Exoplaneten. Wohl aber hier, auf dem irdischen Island und von dort aus verstreut in alle Winde, von Texas bis Alaska, von Griechenland über Italien, Deutschland nach Finnland und unzählige Male anderswo in der (Pf)erdkunde.

Wir sind daher großen Dank verschuldet an Darwin - oder Ihm -, daß diese Einmaligkeit so verblüffend miteinander verwoben und aufeinander abgestimmt und eingerichtet ist, daß alle Komponenten nahtlos ineinandergreifen: das Stockmaß, der Charakter, der Körperbau, das Feuer, die Farben, das Vorhandensein von vierbeinigen Lederlieferanten, Gras & Heu, Wasser & Karotten. Allein schon dieser Körperbau! Wo wären wir denn heute in der Historie, wenn nicht wenigstens eine Tierart existierte, die in einer perfekten Symbiose dazu befähigt war, durch den Menschen beritten zu werden? Es gibt - einmal abgesehen vom trägen Elefanten, dem mißmutigen Kamel und dem störrischen Esel - keine einzige andere Tierart, die den Menschen als Herrn und Meister duldet UND gleichzeitig aufgrund ihres Körperbaues so ideal zum Menschen und seinem Bedürfnis an schneller Fortbewegung paßt. Sie hatten etwa ein Gnu oder ein Zebra im Sinn? Das Tempo stimmt, aber an der Unterwürfigkeit hapert's. Ein groß ausgefallener Hund? Unterwürfig ja, aber zu leicht befunden. Ein scheues Lama? Max. 25 Kilo Traglast. Ach, auch den Rest der Menagerie können Sie sich aus dem Kopf schlagen.

Bleibt das irdische Pferd, und davon natürlich der Isländer, mit seinen vier oder fünf faszinierenden Gängen, seiner freundlichen Art, seiner unkomplizierten Haltbar- und Handhabbarkeit, seinem langen Leben, seiner Anpassungsfähigkeit zwischen -50 und +45 Grad Celsius und seinem Rücken, der Ihnen wie ein Handschuh passen wird.

IsiGänger forever!

Schönen Dank, Charles!

(Jean-Armand Ipark)

 
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Oder folgendes Gedicht:

Islandpferde

Da stehen sie, Denkmälern gleich
mit dem Rücken zum Wind
stumm und doch vielsagend
unbewegt und doch bewegend ausdrucksvoll
- so trotzen sie der klirrenden Kälte
Eiszapfen schmücken ihre zersausten Mähnen
Schneeflocken fallen weich auf den winterlichen Pelz
und der Wind erzählt von ihren Sehnsüchten
- so harmonieren sie mit der Natur.

(D. Hege-Treskatis)

 
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Islandpferde:
Einem jeden, der sie reitet,
naht sein Glücksstern sich im Raum.
Leid verweht, das Leben gleitet
leicht dahin - ein schöner Traum.

(Páll Ólafsson)

 
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"Keine andere Pferderasse ist so intelligent wie diese Isländer. Das Islandpony geht durch Schnee und Sturm, über schlechte Wege, Fels und Eis. Es ist mutig, folgsam und zuverlässig. Es ist trittfest und es bricht nie aus."

(Jules Verne, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde)

 
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If you listen to your horse
with more than your ears,
you will hear him talking to
you.

 
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"Some people, who as soon as they have got upon a young horse, fancy that by beating and spurring they will make him a trained horse in one morning only. I would fain ask such stupid people, whether by beating a boy, they could teach him to read without first showing him his alphabet."

William Cavendish, Marquis of Newcastle (1743)

 
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"Der schlimmste Feind der Pferde ist der Mensch mit seiner maßlos überheblichen Ignoranz, die er zudem noch für Tierliebe hält: Wäre diese echt, so hätte er sich doch längst auf die Socken gemacht, hätte gelesen, studiert, geritten, an sich und seinem Reiten gezweifelt, wäre von Lehrer zu Lehrer gezogen, bis zum Tage, an dem ein Pferd unter seinem Sattel ganz ohne absichtvolles Zutun "von selbst" spielerisch lockere Brillanz gezeigt hätte..."

(Francois Robichon de la Gueriniere)

 
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"Reiten: das Zwiegespräch zweier Körper und zweier Seelen, das dahin zielt, den vollkommenen Einklang zwischen ihnen herzustellen. "

(Waldemar Seunig)

 
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Als der Erschaffende das Pferd erschaffen wollte, sagte er zum Winde:

"Von dir will ich ein Wesen gebären, das geeignet ist, meine Verehrer zu tragen.
Dieses Wesen soll geliebt sein von allen meinen Sklaven,
es soll aber gefürchtet sein von allen, die meinen Geboten
zuwiderhandeln."

Und er schuf das Pferd und rief ihm zu:

"Dich habe ich erschaffen ohnegleichen.
Alle Schätze der Erde ruhen zwischen deinen Augen.
Meine Feinde sollst du treten unter deine Hufe,
meine Freunde aber sollst du tragen auf deinem Rücken,
dieser soll zugleich Sitz sein, von dem Gebete zu mir aufsteigen.
Auf der ganzen Erde sollst du glücklich sein und vorgezogen allen
Geschöpfen dieser Erde,
denn dir gehört die Liebe des Herrn der Schöpfung.
DU SOLLST FLIEGEN OHNE FLÜGEL,
DU SOLLST SIEGEN OHNE SCHWERT."

(aus dem Koran)

 
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Gebet eines Pferdes

Gib' mir zu fressen, gib' mir zu trinken
und sorg' für mich,
und wenn des Tages Arbeit getan ist,
gib' mir ein Obdach, ein sauberes Lager
und einen nicht zu kleinen Platz im Stall.

Rede mit mir,
denn oft ersetzt mir Deine Stimme die Zügel;
sei gut zu mir
und ich werde Dir noch freudiger dienen
und Dich gern' haben.

Reiß' nicht an den Zügeln;
Greif' nicht zur Peitsche,
wenn es aufwärts geht;
schlage und stoße mich nicht,
wenn ich Dich nicht verstehe,
sondern gib' mir Zeit, Dich zu verstehen.

Halte mich nicht für ungehorsam,
wenn ich Deinen Willen nicht erfülle:
vielleicht sind Sattelzeug und Hufe nicht in Ordnung.

Prüfe meine Zähne, wenn ich nicht fressen mag,
- vielleicht tut mir ein Zahn weh.
Du weißt wie das schmerzt.

Halftere mich nicht zu kurz
und kupiere nicht meinen Schweif,
er ist meine einzige Waffe
gegen Fliegen und Moskitos.

Und wenn es zu Ende geht,
geliebter Herr,
wenn ich Dir nicht mehr zu nützen vermag,
lasse mich bitte nicht hungern und frieren
und verkaufe mich nicht.

Gib' mich nicht einem fremden Herrn,
der mich langsam zu Tode quält
und mich verhungern lässt,
sondern sei' so gütig
und bereite mir einen schnellen
und barmherzigen Tod
und Gott wird es Dir lohnen,
hier und in Ewigkeit.

Lasse mich dies von Dir erbitten
und glaube nicht,
dass mir an Ehrfurcht gebricht,
wenn ich es in seinem Namen tue,
der in einem Stall geboren ist...

Amen.

 
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Die Ethischen Grundsätze

Grundsatz Eins

Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Leben.

Grundsatz Zwei

Die Haltung des Pferdes muß seinen natürlichen Bedürfnissen entsprechen.

Grundsatz Drei

Der physischen wie psyschischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.

Grundsatz Vier

Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.

Grundsatz Fünf

Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse, sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln und nachfolgenden Generationen zu übermitteln.

Grundsatz Sechs

Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern.

Grundsatz Sieben

Der Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und das ihm anvertraute Pferd einer Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen Pferd und Mensch.

Grundsatz Acht

Die Nutzung des Pferdes im Reit-, Fahr- und Voltigiersport muß sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muß geahndet werden.

Grundsatz Neun

Die Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes. Dieser Verantwortung muß der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden.

(Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes der FN)

 
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Lieben wir sie deshalb so, die Pferde, weil sie Zeugen sind aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Freiheit nicht nur ein bloßes Ideal gewesen sein muss. Einmal hat es diese Freiheit wohl gegeben.

 
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Alle Geschöpfe dieser Erde fühlen wie wir,
alle Geschöpfe der Erde streben nach Glück wie wir,
alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir,
also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers.
Franz von Assisi

Schöne Worte, die zu Herzen gehen, hast Du gesagt. Laß mich ein wenig meditieren über diese Worte, die ich nicht nur einen Atemzug lang bewegend finden möchte, sondern so gerne bewußt leben möchte. Eintauchen und mich verlieren in der Einheit mit dem Leben um mich, um mich in diesem Moment gleichzeitig so bewußt als Individuum wiederzufinden.

Die Zeit hält den Atem an, Hektik wird Illusion und Frieden zur Wahrheit. Über die Jahrhunderte hinweg haben Menschen uns bewegende Gedanken hinterlassen, die heute nicht minder aktuell, ja vielleicht aktueller sind, als zu der Zeit, in der sie niedergelegt wurden.

Die Rede des Häuptlings Seattle, Bindings Reitvorschrift für eine Geliebte und viele andere mehr... vermutlich hat jeder eine kleine Sammlung von Gedanken, die ihm wichtig sind zu denken und zu fühlen. Du auch. Sprache verbindet und Sprache trennt aber auch, denn mit welchen Worten kann ich Dich hinein nehmen in meine Gefühlswelt, mein Streben nach Glück, in mein Lieben, Leiden, Leben und Sterben?

Sprüche wie den: "seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" finde ich schrecklich, denn auch der Mensch ist Teil dieser Schöpfung. Und wer ihn ausgrenzt, grenzt auch sich aus der Schöpfung aus. Wir lernen Mathematik, Fremdsprachen, mit Hilfe der Naturwissenschaften die Erklärung für uns umgebende Phänomene wie Blitz und Donner, finden Erklärungen zur Pumpfunktion des Herzens, aber wir lernen nicht, aus einem liebenden Herzen heraus zu leben und uns als Teil der Schöpfung zu begreifen.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut", sagt der Kleine Prinz... Mit unserem mühsam erlernten und - realistisch betrachtet - recht kümmerlichen Wissen machen wir uns größenwahnsinnig zum Schöpfer; mit den erlernten Fremdsprachen verhandeln wir grammatikalisch korrekt über Macht und machen Geschäfte in der Absicht, daß sie für uns vorteilhaft sind, nicht im aufrichtigen Wunsch, sie mögen für alle Beteiligten gut sein.

Wir benutzen die Schöpfung zu unseren Zwecken und fragen nicht lange, welchen Nutzen wir der Schöpfung zu bieten haben. Tiertransporte, Massentierhaltungen, sie machen uns allenfalls betroffen, die Fähigkeit zum aufrichtigen Mitleiden ist wenigen unter uns geschenkt.

Wir berechnen in Excel-Tabellen den Nutzen von Menschen, Tieren, Bergen, Seen, Wäldern und sind darüber blind geworden für Vielfalt und Schönheit des Lebens, das uns umgibt. Kinder bewundern noch einen Stein, den Flug eines Vogels, wir Erwachsene lassen sie überlegen lächelnd gewähren und kehren, blind geworden, zurück zu unseren Wichtigkeiten und Geschäften. Wie sagt Walter Volpert: "Wir sperren unsere Gefühle in dunkle Verliese und wundern uns dann, wenn sie als Monster zurückkehren. Das alles macht uns krank und leer und einsam, und weil wir es nicht wahrnehmen wollen, platzen wir vor Leistungs- und Konkurrenzsucht und hängen unsere Liebe und unsere Achtung an chromglitzernde Autos und türkisflimmernde Heimcomputer."

Weißt Du, als neulich die Fohlen geboren wurden, da machten mir die Stuten ein großes Geschenk: so energisch und entschlossen sie dazu bereit waren, die Neugeborenen selbst vor ihren Koppelfreunden abzuschirmen, so friedlich hielten sie ihren Kopf dicht an meinem und wir betrachteten gemeinsam "unser" im Stroh liegendes Kind. Die warmen weichen Nüstern der Mutterstuten an meiner Wange, kniete ich neben den kleinen neugeborenen Wesen und durfte ihr samtweiches, kühles Fellchen streicheln. Welch ein Erlebnis, mit hinein genommen zu werden und willkommen zu sein in dieser innigen Beziehung zwischen Mutter und Kind.

Oder das Mutterschaf, das völlig hilflos und gelähmt seine Lämmchen auf die Welt brachte, sie wußte, daß ich um ihr Leben kämpfte und vertraute mir ihr Leben und das ihrer Kinder an. Wie freute ich mich über jeden Krümel Brot, den sie annahm und über jeden Tropfen Milch, den ich ihren Kindern einzuflößen vermochte. Wie freue ich mich, wenn mich die Kleinen heute stürmisch begrüßen und die Mutter, obwohl längst wieder gesundet, immer noch mitgebrachte Leckerbissen erwartet.

Versteh doch, daß mich das Aufstehen in der Nacht, um zu Tränken, nicht belastet, sondern glücklich gemacht hat. Wie kann ich Dir erklären, daß mir Erfolge weniger wichtig sind als diese Erlebnisse?

Wie kann ich Dir erklären, daß diese Erlebnisse der Motor meiner Arbeit und meines Lebens sind? Lehmverschmierte Hundepfoten auf dem Sofa sind Dir ein Attentat, mir eine (zugegeben lästige) Episode in einem Leben unendlicher Fülle.

Rehe auf der Wiese, einen Fuchs am Waldrand schnüren, den Flug eines Raubvogels zu sehen bedeutet mir tiefe Freude. Der Gesang einer Amsel am frühen Morgen, der Ruf des Käuzchens und das Quaken der Frösche spätabends bis in die Nacht ist für mich Musik des Lebens.

Und doch, manch einer versteht nicht, wie man bei diesem Lärm schlafen kann. Viele Menschen sind so weit entfernt vom Ursprung ihres Lebens, daß sie begonnen haben, einen bellenden Hund zu fürchten, verlangen ihn wegzusperren anstatt zu versuchen, sein Recht auf Leben anerkennend, die Mimik der Hunde verstehen zu lernen.

Warum fürchten sie sich nicht vor all den Schrecken in den täglichen Nachrichten? Wie reich sind diejenigen unter uns, die noch offene Augen für alle Geschöpfe dieser Erde haben und Herzen, die sehen können.

(iWEST-NEWS Internetausgabe Herbst 2001 S. 14)

 
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Was habt Ihr für mich getan ?

Ein französischer Dichter beschrieb im 18.Jahrhundert die Schöpfung des Pferdes wie folgt:
 
"Nach der Erschaffung von Himmel und Erde, den Vögeln in der Luft, den Fischen im Wasser, hielt Gott es für geraten, dem Menschen eine höchste Gunstbezeugung zu erweisen: er schuf das Pferd. In der großartigen Abfolge der Schöpfung war der letzte Abschnitt, der des wahrhaft Vollkommenen, diesem herrlichen Geschöpf vorbehalten.
 
Das Pferd war schneller als sonst ein Ding auf Erden; es ließ das flüchtige Wild hinter sich, es sprang höher als die Ziege und war ausdauernder als der Wolf.
 
Der Mensch, umzingelt von Naturgewalten, die ihn zu vernichten suchten, von Tieren, schneller und stärker als er, wäre zum Sklaven geworden, hätte nicht das Pferd ihn zum König gemacht."

Wie schön, daß es euch gibt. Ein Menschenleben ist lang, verglichen mit dem Euren, Ihr meine geliebten Wegbegleiter. Wie vermag ich mich an Euch zu freuen, die ihr heute mein Leben teilt, und wie dankbar darf ich mich an die erinnern, die mir genommen wurden.

Genommen wurden auch, weil ich Grenzen und Nöte nicht rechtzeitig zu erkennen vermochte und mich an einem von euch schuldig machte. Meine Tränen waren aufrichtig und irgendwann folgte der Trost, daß Schuld vielleicht vergeben werden kann, wenn Leiden Sinn erfüllt. Den Sinn, es selbst nie mehr zuzufügen und zu verhindern, daß andere dieselben Fehler wie man selbst nur deshalb erneut machen müssen, weil auch sie es nicht besser wissen.

Als Kind ward ihr mein Zufluchtsort, was konnte ich euch nicht alles flüsternd anvertrauen und durfte immer sicher sein, im Erzählen kam mir Trost oder Klarheit und ihr liebtet mich mit allen meinen kindlichen Nöten und meiner Zuneigung zu euch.

Was gab es Wichtigeres? Und wie vollkommen durfte ich mich auf eurem Rücken fühlen, mein Wille genügte, wo meine Kraft nie gereicht hätte. Gibt es eine tiefere Erkenntnis über die Macht des Geistes? Ihr habt mir Mut und Zuversicht geschenkt, mir gezeigt, daß Disziplin auch Lust sein kann, und daß Lüge und Unaufrichtigkeit nicht kurze, sondern gar keine Beine haben, wenn ihr mitunter besser wusstet, was ich dachte oder wollte, als ich mir selbst eingestand.

Es gab große Lehrer unter euch, die mir soviel mehr beibrachten als Lehrer in einer Schule. War ich ungerecht und ungeduldig, so wurdet ihr unsicher, traurig oder zeigtet gar Furcht vor mir, die ich nur einen Bruchteil eurer Kraft habe und dann war ich beschämt und hatte wieder ein Stückchen mehr vom Leben begriffen. Daß Bitten in eurer Welt erfolgreicher ist als Befehlen, Gemeinsamkeit mehr ist als Nichtalleinsein, vornehme Gesinnung etwas anderes als Stolz, Stolz etwas anderes als Eitelkeit, Vertrauen die Basis der Kommunikation, Arbeit Quell der Freude sein kann, Zeit mit euch nicht verloren sondern nur Gewinn sein kann, echtes Glück kein Gefühl des Augenblicks, sondern lebhafte glückliche Erinnerung für das ganze Leben ist, und daß ihr nicht in der Christnacht redet, sondern jeden Tag, wir Menschen müssten nur zuhören. Ihr seid mir auch heute noch Lehrer, jeden Tag.

Du meine alte gute Stute, wie freundlich und doch konsequent kannst Du mich korrigieren, wenn ich wieder mal in Hektik bin und möchte, daß alles schnell geht.

Oder Du, mein sensibler Partner, der mich auffordert, meine Gedanken, meinen Körper, ja selbst meinen Atem zu kontrollieren, wenn ich reite. Oder Du, die ich, als wir uns kennenlernten, gar nicht schätzte, was hast Du mich gelehrt über die Reiterei und darüber, daß ihr nicht nur stolz auf das Gelernte seid, sondern uns Menschen nur immer Freude machen wollt, wenn wir es nur verstehen uns zu freuen.

Wie oft habe ich in meinem Reiterleben von euch genommen, euch korrigiert, weil ich dachte, ihr müsstet etwas besser machen, und so oft versäumt euch zu loben für das, was ihr gut gemacht hattet.

Seltsam, wir Menschen können auch nur im Lob wachsen, unter Kritik oder Achtlosigkeit leiden wir genauso wie ihr, und auch wir wollen nicht benutzt, zum Mittel zum Zweck degradiert werden. Eure Demut und Disziplin im Dienst für uns nehmen wir selbstverständlich, euer Verweigern verstehen wir dagegen nur als mangelnden Willen und suchen oft nicht nach der Ursache, obwohl - und auch das habt ihr mich gelehrt - ihr immer einen schwerwiegenden Grund habt, unsere Wünsche nicht zu erfüllen.

Wenn ich nachdenke, welche Verantwortung ich für euch trage, euer Leben und Leiden liegt allein in meiner Hand, so erscheint mir diese Hand von zweifelhaftem Wert, denn nach all den Jahrzehnten habe ich mich immer noch nicht zu jedem Zeitpunkt selbst in der Hand.

Man sieht nur mit dem Herzen gut, sagt der kleine Prinz. Mit eurem großen Herzen seht ihr meine Zuneigung und verzeiht mir mein Versagen in unveränderlichem Vertrauen. In einer Welt, die immer lauter und hektischer wird, ist es tröstlich zu erfahren, daß sanfte Hinweise, geduldige Gelassenheit, Gerechtigkeit und die Vision des Ziels genügen, um Wünsche zu realisieren.

Ihr seid nicht Mittel zum Zweck, ihr seid keine Gehilfen unseres Ehrgeizes und unserer Eitelkeit, ihr seid unsere Wegbegleiter zu uns selbst.

(iWEST-NEWS Internetausgabe Equitana 2003 S. 10)

 
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Auf weitem Land im Paßgang eilt
beharrlich fort auf Wegen
das junge Pferd; im Boden steilt
sein Nacken sich entgegen.

Des Rosses Gurte sind gespannt;
Glück wird es mir bringen.
Unter Hufen hallt das Land,
hell die Eisen klingen.

Niemals zeigt es Müdigkeit,
von Schlägen nicht getrieben.
Steine sprühen Funken weit,
unterm Huf zerstieben.

An Lebensfreud' nichts übertraf
das beste Roß der Erde;
Die Sorgen wieg' ich in den Schlaf
beim Ritt auf solchem Pferde.

(Sveinn Sveinnson)

 
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Der Schubberbaum

Ein Baum auf meiner Weide stand,
er war auf's Beste mir bekannt
als treuer Freund in jeder Lage
besonders für die warmen Tage.

Im Winter ließ ich es mir schmecken
an altem Holz und seinen Ecken.
Vortrefflich ließ er mich dran knabbern,
um seine Rinde vollzusabbern.

Der Frühling gab mit seinen Sprossen
das erste Grün für Mensch und Zossen.
Ich zupf's mit Gier in mich hinein,
mein Mensch, der schmückt damit sein Heim.

Im Sommer hielt sein Blätterschirm
die Sonne fern von meinem Hirn.
So hielt ich aus des Tages Hitze,
weil ich im Sommer nicht gern schwitze!

Der Herbst, der war des Jahres Krönung.
Die Früchte brachten mir die Dröhung,
die ich bei diesem Wetter brauchte,
damit ich nicht im Schlamm abtauchte.

Dann kam die kalte Zeit mit Macht,
es gab kaum Tag noch - nur noch Nacht.
Dann kuschel't ich mich an den Baum,
stellt mir den Sommer vor im Traum.

Nun schlug ein Blitz bei Finsternis
längs durch den Baum 'nen langen Riß.
Der Donner ließ die Erde beben,
der Baum wird nicht mehr lange leben.

Bald kann ich nie mehr an ihm schubbern,
und schon bei seinem Anblick blubbern.
Doch sah ich jüngst in meinem Traum,
mein Mensch pflanzt einen Walnußbaum.

(Hanibal Harras von Herkules/Hoferbe)

 
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Die Regenbogenbrücke - The Rainbow Bridge

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land
mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.
Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen,
die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.
Es hat Dich gesehen.

Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens,
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...

(aus dem Buch "The Rainbow Bridge" (1997) von Paul C. Dahm,
ins Deutsche übersetzt von Christel Wysocki)

 
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Bin ich einst gebrechlich und schwach,
quälende Pein hält ständig mich wach,
was Du dann tun mußt - tu es allein,
die letzte Schlacht wird verloren sein.

Daß Du sehr traurig bist, versteh ich wohl,
Deine Hand vor Kummer aber nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.

Wir lebten zusammen in Zeiten voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei,
drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Begleite mich dahin, wohin ich gehen muß,
nur bitte - bleib bei mir - bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh!

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauliches Schnauben ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint -
es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.

 
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Der Mensch hat nicht das Recht,
über Tiere zu urteilen.
Sie stammen aus einer Welt,
die älter und vollständiger war als unsere jetzt,
ihre Erscheinung ist besser und vollständiger,
sie haben Eigenschaften,
die wir verloren oder nie erreicht haben...
Sie sind keine Untertanen;
sie gehören einer anderen Nation an -
und sind nur durch Zufall mit uns zugleich
ins Netz der Zeit gefallen, die wir Glanz und
Plage zugleich für die Erde sind.

(Henry Beston)

 
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Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist es die,
daß er sich das Pferd zum Freunde gewonnen hat.

(Conte de Buffon)

 
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So viele Körner Gerste du deinem Pferd gibst, so viele Sünden seien dir vergeben.

(Mohammed, der Prophet)

 
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Glas zerschellt, und Wein wird knapp,
Freunde auch versagen -
Eldir wird im sichern Trab
mich alle Wege tragen.
Es schlagen oft gar tiefe Wunden
die Krallen unsrer Welt.
Seit ich dieses Pferd gefunden,
mein Leben Freud’ enthält.

(isländisches Lied/Gedicht)

 
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Wer nie im Morgentau auf leichtbehuftem Pferde die Welt durchstreift,
weiß nichts um des Lebens höchstes Glück.

 
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Dass mir mein Pferd das liebste sei,
sagst du oh Mensch, sei Sünde.
Das Pferd blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

 
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Sage nicht: "Dies ist mein Pferd."
Sage: "Dies ist mein Sohn."

(arabisches Sprichwort)

 
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Kamerad Pferd

Pferde war´n zu allen Zeiten
stets dem Menschen treu ergeben,
standen hilfreich ihm zur Seite
oft ein ganzes Pferdeleben.

Makellos und ohne Tadel
viel gepriesen ihre Stärke
voller Anmut Stolz und Adel
züchterische Meisterwerke.

Manchen dieser edlen Tiere
ward ein Denkmal auferstellt
und fast auf der ganzen Erde
hat man laut von ihm erzählt.

Doch wer denkt an alle diese,
die im Rampenlicht nicht stehen,
die noch keine grüne Wiese,
keinen hellen Stall gesehen.

Wer denkt an die Grubenpferde,
die in immer dunkler Nacht
tief dort unten in der Erde
all ihr Leben zugebracht?

Und das unbekannte Pferd,
daß im Krieg dein treuer Freund gewesen,
daß die Kugel von dir abgewehrt,
sag, wo kann ich seinen Naman lesen?

Und das Pferd dort im Waggon
wartet auf den nahen Tod.
Warum in besten Jahren schon,
wer gab ihm kein Gnadenbrot?

Es hat sein Bestes stets gegeben,
nun ist´s gebunden und gefangen
und muß so früh in seinem Leben
dafür den bitteren Lohn empfangen.

Ich kauft es gerne, wär ich reich,
sein Blick stellt mir so viele Fragen
doch kann ich traurig und beschämt zugleich
nur leise DANKE zu ihm sagen.

 
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Reiten ist Wille ins Weite
ins Unendliche
wenn deine Seele
eins mit der Kraft deines Pferdes
etwas anderes
als die Unendlichkeit vor sich sieht
so begreift sie die Fülle
der Geheimnisse nicht.

(Rudolf Binding)

 
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Wenn der Wind weht

Wenn der Wind weht
und sich nach Norden dreht,
dann streicht er durch die Mähne
des Pferdes
und dann werde es
wunderschön sein,
so klar und rein,
so schwarz wie die Nacht.
Und wenn alles schläft es zum neuem Leben erwacht.
Doch es wird keiner sehen,
denn der Wind wird alle Spuren verwehen.

 
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Wir wollen dafür Sorge tragen,
daß wir das Jungpferd nicht verdriessen,
und ihm seine freundliche Anmut
nicht vertreiben -

denn diese gleicht dem Blütenduft,
der niemals wiederkehrt,
wenn er einmal verflogen ist.

(Antoine de Pluvinel)

 
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Berg auf treib mich nicht,
Berg ab reit mich nicht,
und in der Ebene des Stalles VERGISS mich NICHT!!

 
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Hoffnung

Im leichten Sitz galoppiere ich
Und mir fehlen die Worte.
Mein Pferd ist ganz weiß
Und sein Gang ist so weich und edel,
Als tröge mich eine Feder.
Ich fühle mich wie ein schwebender Engel
Und gehe auf Wolken.
Ich kann es noch gar nicht fassen,
Mein eigenes Pferd und ich
Und wir galoppieren wohin wir wollen.
Seine Mähne fliegt im Wind.
Wir sehen Rehe und Hasen.
Ich habe sie schon oft gesehen,
Doch dieses Mal ist es anders
Sie laufen nicht weg,
Nein, sie bleiben stehen,
Um mich und mein Pferd zu sehen,
Sie haben keine Angst.
Es ist wie im Märchen,
Wie Magie.

Doch dann wache ich plötzlich auf
Und ich gehe nach draußen,
Um nach meinem Pferd zu sehen,
Meinem weißen Pferd.
Aber es ist nicht da.
Ich stehe vor einem leeren Gebäude.
Nur Kartoffeln lagern hier
Nicht mal Koppeln gibt es hier
Und ich frage mich,
Ob es überhaupt existiert,
Mein weißes Pferd.
In mir ruht immer noch die Hoffnung.
Doch wenn es nicht existiert auf dieser Erde,
So bleibt mir immer noch mein Traum
Und plötzlich bin ich wieder bei meinem Pferd,
Aber dieses Mal weiß ich,
Es ist nur ein Traum,
Doch es ist mir egal,
Ich bin glücklich
Und mein weißes Pferd auch.

 
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Geliebt zu werden von einem
Pferd oder
von einem anderen Tier
sollte uns mit Ehrfurcht
erfüllen - denn
verdient
haben wir es
nicht.

(Marion C. Garetty 1917)

 
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Auch ein Pferd hat ein Recht

Wo wäre der Mensch den geblieben
hätte er nicht zum Freunde das Pferd
Es hilft dir schon tausend Jahre
kennst überhaupt seinen Wert?

Es trug dich geduldig durch Berge,
zog den Wagen und pflügte das Tal,
im Krieg half es mutig dir siegen,
wie oft litt es Schmerz und Qual?

Auch ein Pferd hat ein Recht,
wenn es müde ist,
auf Rast und Ruhe, wie du,
drum dank ihm die Treue
lass ihm die paar Jahre,
zeig ein Herz,
denn sie stehen ihm zu.

Doch wehe, wenn krank es geworden
weil der Mensch oft die Grenzen nicht kennt,
dann wird es verkauft und verlassen,
das Pferd, das er Freund so oft nennt.
Dann steht es zusammengetrieben,
verlassen in Markthalle 8
sucht vergebens sein neues Zuhause
und wird dann zur Schlachtbank gebracht.

Mit Angst in den so treuen Augen,
beim letzten Weg voller Qual,
blickt suchend nach dir in der Runde
und wiehert dir zu ein letztes Mal.

Auch ein Pferd hat ein Recht,
wenn es müde ist,
auf Rast und auf Ruhe wie du,
drum dank ihm die Treue,
laß ihm die paar Jahre,
zeig ein Herz,
den sie stehen ihm zu.

(Fred Rai)

 
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Zum Nachdenken

Laß mich dich lehren.

Wenn du gestreßt bist, laß mich dich relaxen.
Wenn du jähzornig bist, laß mich dich beruhigen.
Wenn du nichts mehr siehst, laß mich dich sehen lassen.
Wenn du leichtsinnig bist, laß mich dich lehren nachzudenken.
Wenn du traurig bist, laß mich dich erheitern.
Wenn du überheblich bist, laß mich dich Respekt lehren.
Wenn du dich vor dir versteckt, laß mich dich lehren, größer zu werden.
Wenn du arrogant bist, laß mich dich Demut lehren.
Wenn du einsam bist, laß mich dich dein Freund sein.
Wenn du müde bist, laß mich die Last tragen.
Wenn du lernen willst, laß mich dich lehren.

Denn ich bin dein Pferd.

(W. Lamm)

 
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Das Auge des Pferdes
sei Spiegel der Seele
es zeige genau
was dem Vierbeiner fehle
behaupten die Klugen
die müssen es wissen
sie forschen ja schließlich
studieren verbissen.
Jedoch: Diese These
ist autodidaktisch;
denn unsere Augen
fungieren sehr praktisch:
Wir sehen im Ganzen,
was immer geschieht,
was hinten, was unten,
von vorne uns blüht.
Wir haben global
dieses Weltall im Blick.
Und ihr, arme Menschheit,
Ihr seht nur ein Stück.

(Ria Fehlau)

 
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Solange Menschen nicht denken,
daß Pferde fühlen,
müssen Pferde fühlen,
was Menschen denken!!!!

 
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Ehre und achte dein Pferd
Und behandle es wie deinen Bruder
Und es wird dich nicht enttäuschen
Denn es IST dein Bruder

 
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Frag mich nach der Poesie in der Bewegung, Schönheit, Intelligenz und Kraft!
Und ich zeige dir ein Pferd.

 
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Das Pferd ist dein Spiegel.
Es schmeichelt dir nie.
Es spiegelt dein Temperament.
Es spiegelt auch deine Schwächen.

Ärgere dich nie über dein Pferd;
denn du könntest dich ebenso
über dich selbst ärgern.

(frei nach Rudolf G. Binding)

 
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Die letzte Flucht

Ein Braunschecke steht auf einer Weide in Hofmannsflöt beim Armansfell, Südisland. Er ruht sich zusammen mit den anderen Pferden vom Schaftreiben aus. Es war das Frühjahrstreiben bei Thingvellir.

Der Schecke ist müde, durstig und einsam. Er kennt keines der anderen Pferde auf der Weide, denn er wurde für dieses Treiben ausgeliehen. Die Gedanken des Pferdes wandern in die Heimat, wo es als 5jähriger verkauft wurde. Es sehnt sich nach Heide und Hochebene im Nordwesten Islands. Im Südland wird es nie Ruhe finden.

Skjoni sieht sich um und schüttelt den naßgeschwitzten Kopf. Es juckt unter dem Halfter, mit dem er in die Weide entlassen wurde. Seine Unzufriedenheit wird größer, und er ärgert sich, daß er kein Wasser findet, um den Durst zu löschen. Sollte er fliehen? Er hat es früher versucht, mitten im Winter, als schon überall Schnee lag und alle Zäune verschneit waren. Damals hat man ihn erst beim Frühjahrstreiben im Nordwesten wiedergefunden.

Skjoni geht langsam von den anderen Pferden weg, niemand achtet auf ihn. Sollte er?? Aber die Müdigkeit und das Halfter... Nun denn, er läuft los und dann gibt es kein Zögern mehr. Die Entscheidung ist gefallen, und seine Gedanken tragen ihn vorwärts, geradeaus über Hügel, Geröll und kleine Flüsse. Vor ihm sind Lava- und Sandfelder ohne Vegetation - aber was macht das schon aus? In der Ferne glitzert der Gletscher, und nördlich wartet die Heimat. Beim Torisjökull ist ein Zaun vor einem unbezwingbaren Geröllhang. Das Pferd kämpft sich weiter, so hoch es kann, um den Zaun zu umgehen, aber das ist wohl für keinen Vierbeiner möglich. Er muß aufgeben.

Aber der Zaun selbst? Ob er unbezwingbar ist? Er läuft einige Male am Zaun entlang, doch er findet keine Lücke. Skjoni bleibt endlich stehen und erinnert sich daran, daß er müde und hungrig ist. Hier gibt es nichts außer einem Kriechgewächs und etwas Moos. Er knabbert unlustig. Am Bergfuß ist eine kleine schmutzige Gletscherpfütze, aber es ist wenigstens Wasser. Der Aufenthalt wird nicht lang. Er muß weiter nach dem Weg suchen. Skjoni läuft und sucht einen Durchgang am Fuße des Gletschers. Der Weg wird immer schlechter: Gletscherausläufer - Geröll - Wasseransammlungen - alte verharschte Schneewehen, hohl und trügerisch, aber leicht zu überqueren, wo sie tragen.

An einer Stelle bricht er durch, und es kostet ihn all seine Kraft wieder hinauszukommen. Danach meidet er den Schnee, obwohl es woanders nicht besser ist. Der Hunger nagt, hier gibt es nicht einmal Moos, nur Lehm, Steine und Schnee. An der Mündung von Torisdalur kommt er an einen großen Gletschersee, der wenig einladend aussieht. Hunger und Müdigkeit quälen ihn. Jetzt bleibt er zum ersten Mal stehen, sich auszuruhen. Der Aufenthalt wird lang. Er sieht im Traum die Heide und die Herde, die er liebt. Er erinnert sich an seine freie Jugend voll von fröhlichem Spiel mit anderen Fohlen. Die Menschen versucht er zu vergessen. Denen kann er nicht verzeihen, wie sie ihn als Fohlen mit Gewalt gezäumt und festgebunden haben. Nein, einem Menschen darf man nie trauen. Seine Ohren erinnern ihn jedesmal an Schmerzen, wenn eine Menschenhand ihn berührt. Tage und Nächte vergehen, seine Kraft schwindet ...

Torisdalur kann kein Pferd überwinden. Auf der anderen Seite des Tales ist der hohe und steile Gletscher. Über die Gletscherzunge des Langjökull, auf der anderen Seite des Sees aber könnte man einen Weg finden. Zurück will er niemals, lieber in der Steinwüste verhungern. - Skjoni taucht seine Nase ins Wasser, es ist grau und lehmig und schmeckt schlecht. Trotzdem schwimmt er los. Seine letzten Kräfte will er sparen, um die Gletscherzunge zu überqueren. Noch ist sein Heimweh stark genug, um ihn vorwärts zu treiben. Nach Norden ... nach Norden ...

Eine Woche, nachdem Skjoni das letzte Gras bei Thingvelllr verließ, kam er nach Überqueren des letzten Gletschers, dem Geitlandjökull, zu einer Herde zusammengetriebener Pferde im Norden. Mit ihnen zusammen wird er in einen Pferch getrieben. Anhand der Ohrenmarke wird sein Besitzer benachrichtigt. Der aber will den Ausbrecher nicht behalten und verkauft ihn sofort. Der neue Besitzer hat Skjoni zwei Jahre lang behalten.

Als er mager und struppig mit gerissenen Hufen und verletzten Beinen endlich seine Heimat erreicht hatte, war seine Wille gebrochen. Sein Mut und seine Ausdauer, alles hat er verloren in dem Kampf, nach Hause zu kommen. Das Pferd, das vorher nur im Stall oder engem Pferch zu fangen war, und wegen seines Vorwärtsdranges und Temperaments schwer zu reiten war, konnte man nun jederzeit auf der Weide fangen und von Kindern reiten lassen. Er versuchte nie mehr zu fliehen.

Als es sich zeigte, daß Skjoni immer nur ein Schatten seiner selbst sein würde, hat der Besitzer ihm die Gnade erwiesen, ihn zu töten, anstatt ihn an einen Händler zu verkaufen. Hoffentlich hat der Tod ihm die Freiheit gegeben, nach der er sich immer gesehnt hat, und er läuft jetzt über jene Weiten Nordislands, von denen er immer träumte.

Von Pälina Dorsteinsdottir aus Hesturinn Okkar,
aus dem Isländischen übersetzt von Maren Arnason

 
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