Achtung: Zur vollständigen Darstellung und Funktionalität dieser Seite empfiehlt es sich, in Deinem Browser JavaScript zu aktivieren und die Seite dann neu zu laden.
 
Home   Wir Isis Allg. Tips Aktuelles Links Dies und Das   Suchen

Wir über uns

Welche Tips wir euch geben können

Tip 15

Ein Doppelklick auf eine leere Fläche bringt euch immer wieder zur Auswahl zurück.

Sommer, Sonne, Hitze - wir schwitzen und lassen die Köpfe hängen. Das Wetter schlaucht uns drei alten Hottis unübersehbar. Wir haben so ziemlich alle Lebensaktivitäten über Tag eingestellt, stehen einfach nur recht regungslos im Schatten unter den Dächern herum und warten auf die Kühle der Nacht. Nur nicht abstrengen, wir schnappen ja schon ohne Tätigkeit nach Luft. Nicht zu übersehen, daß unsere Atmung etwas schwerer und heftiger geht. Unser Sommerfell ist ja auch nicht das dünnste. Der Fellwechsel bei älteren Pferden ist halt auch so ein Kapitel für sich. Der läuft so langsam ab, daß wir bereits wieder das halbe Winterfell bekommen, sobald wir das alte Winterfell los sind. Hier hilft nur noch Scheren, um dem Hitzestau entgegenzuwirken. Denn der geht auf Herz und Kreislauf, wo wir endlich beim Thema wären. Denn angesichts unserer Leidensmiene bei der Hitze fragten sich unsere höheren Instanzen, womit sie uns außer Scheren und Schatten unter die Arme greifen könnten. Also begannen sie mal wieder in ihren Büchern und im Internet zu wühlen und heraus kam, daß wir älteren Pferde ab sofort dreimal täglich ein Stückchen Brot bekamen, das so herrlich alkoholisch schmeckte, wobei der Alkohol von den Weißdorntropfen stammte, die da auf das Brot geträufelt wurden.

Weißdorntropfen??? Ihr habt richtig gehört. Bereits im Mittelalter galt Weißdorn als Symbol der Hoffnung und wurde bei vielerlei Beschwerden eingesetzt. Besonders bei Herz- und Kreislaufbeschwerden und zur Stärkung der Blutgefäße war Weißdorn eine beliebte Gabe. Die Geschichte des Weißdorn wenn auch nicht als Heilpflanze im heutigen Sinne ist aber noch viel älter. So war der mächtige Busch oder Baum in seiner weißen Blüte der Sitz der weißen Frühlingsgöttin, die nach der dunklen Winterzeit wieder zurückgekommen war. Und seine roten Früchte in getrockneter Form hat man schon als Nahrungslieferant und Wintervorrat in Steinzeithöhlen gefunden. In späteren Jahren wurden Weiden und Gehöfe durch undurchdringliche Weißdornhecken vor ungebetenen Gästen geschützt. Auf diese Weise wurde der Weißdorn zu einem Sinnbild für Schutz und Abgrenzung. Er wurde als magischer Schutzzauber gegen Dämonen, Krankheitsgeister, böse Hexen und Vampire verwendet. Kranke zwängten sich durch eine Weißdornhecke hindurch, um ihre Krankheit "abzustreifen". Die Wirkung des Weißdorns als Herzmittel wurde erst recht spät Mitte des 19. Jahrhunderts durch den irischen Arzt Dr. Green entdeckt.

Die Wirkung des Weißdorns beruht auf auf seinen zahlreichen Inhaltsstoffen. Ca. 100 verschiedene konnten bislang nachgewiesen werden. Die Hauptwirkstoffe sind vermutlich Flavonoiden und oligomere Procyanide. Aber auch Triterpensäure, Amine und Phenolcarbonsäuren und Cumarine sind enthalten. Die Wirkstoffe sind in den Blättern, Blüten und stark eingeschränkt in den Früchten des Weißdorns enthalten. Weißdorn verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Herzens, steigert die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße und damit die Herzleistung und wirkt gleichzeitig regulierend auf den Blutdruck und den Herzrhythmus. Auch sollen die Wirkstoffe als Radikalfänger wirken, und so den Herzmuskel vor der schädigenden Wirklung freier Radikale schützen. Die ausgleichende Wirkung des Weißdorn beschränkt sich nicht nur auf das Herz, sondern auf den ganzen Körper und den Geist. Die Liste der Indikationen ist deshalb recht lang: noch nicht digitalisbedürftiges Altersherz evtl. verbunden mit Kurzatmigkeit und nachlassender Leistungsfähigkeit (Stadium II nach NYHA), Herzstechen, nervöse Herzbeschwerden, Druck- und Beklemmungsgefühle in der Herzgegend, Herzinsuffizienz bei normaler und leichter Belastung, leichte Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, Nachbehandlung des Herzinfarktes, nach Infektionskrankheiten zur Vorbeugung einer Herzmuskelschwäche, Bluthochdruck, herzbeschwerden im Klimakterium, Einschlafstörungen (Weißdorn heißt in der isländischen Sprache rückübersetzt Schlafdorn und die Hecke, die das schlafende Dornröschen umgab, soll auch eine Weißdornhecke gewesen sein), Kopfschmerzen und Migräne, Stress jeglicher Art, Nervosität, psychische Unruhezustände, Liebeskummer.

Es gibt weltweit ca. Weißdorn-Arten. Bei uns heimisch und als Heilpflanze verwendet ist es der eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) und der zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata). Der Weißdorn gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosacae). Im Volksmund wird er auch Hagedorn, Zaundorn oder Mehlfäßchen genannt. Er kommt sowohl als Baum oder als Busch vor, letzterer häufig als Bestandteil von Hecken. Der Weißdorn bevorzugt einen mäßig feuchten und sonnigen Standort. Man findet in in der gesamten gemäßigten Zone bis zu einer Höhe von ca. 1200 Meter. Zu Heilzwecken verwendet werden im Zeitraum vom April bis Juni die gerade aufgeblühten Blüten und die jungen Blätter, weil sie in diesem Zeitraum geerntet den maximalen Wirkstoffgehalt aufweisen. Blätter und Blüten können einfach mit festen Fingernägeln abgeknipst werden. Um die Inhaltstoffe zu erhalten, sind die Blätter und Blüten schnell zutrocknen. Dazu sind sie einfach auf einem Tuch an einem schattigen Platz auszubreiten. Die getrockneten Blätter und Blüten sollten in einem dicht schließenden und dunklem Glas aufbewahrt werden. Die maximale Lagerzeit sollte ein Jahr nicht überschreiten. Aus den getrockneten Blätter und Blüten wird ein Tee zubereitet (2 Teelöffel getrockneten Blüten und Blätter auf 250 ml heißes Wasser, 20 Minuten ziehen lassen, bei Bedarf mit Honig süßen, 2-3 mal am Tag). Alternativ können die frischen Blätter und Blüten auch in Alkohol eingelegt werden. Dazu wird ein Glas mit Schraubdeckel zur Hälfte mit frischen Weißdornblättern und -blüten gefüllt. Der Inhalt wird fest angedrückt und mit klarem Schnaps (z.B. 42%iger Doppelkorn) übergossen. Das fest verschlossene Glas wird für drei bis vier Wochen an an einen hellen Platz gestellt und regelmäßig geschüttelt. Danach wird der Alkohol abgeseiht und in Tropfflaschen gefüllt. Davon sollen 3 mal täglich 10-15 Tropfen zu sich genommen werden. Frische Blätter können auch einfach in den Mund genommen und gekaut werden. Schmecken erstaunlich gut. Klein geschnitten können sie Salate verfeinern, Pizzas bereichern oder ins Kräuterbrot eingebacken werden. Die roten Früchte werden als heilkräftige Nahrung im Herbst am besten nach dem ersten Frost (dann lassen sich die Kerne leichter beim Durchdrücken durch einen Sieb entfernen) geerntet und zu Mus verarbeitet, das zu Jogurt und Müsli gegessen wird oder ins Brot eingebacken werden kann. Vermischt mit Holunder- oder Berberitzenbeeren und Äpfeln und einem Zusatz von Quitten als Gelierhilfe können die Früchte auch zu Marmelade verarbeitet werden. Wem das alles zu viel Arbeit ist, dem sei gesagt, daß es natürlich fertige Tees und Tropfen zu kaufen gibt. Aber Achtung, da werden häufig die wenig wirksamen Früchte gewaltig daruntergemischt, insbesondere bei den Produkten, die im Supermarkt im Regal stehen.

Um eine Heilwirkung zu erzielen, müssen Tee oder Tropfen über eine längeren Zeitraum von mehreren Monaten genommen werden, eventuell sogar dauerhaft. Eine Wirkung setzt erst nach 2-6 Wochen ein.

So weit so gut. Das war die Fassung für Zweibeiner, aber wo bleibt bitteschön die für vierbeinige Mitbewohner dieser Erde, insbesondere für Pferde? Wirkt Weißdorn bei Pferden ebenso? Und wenn ja, in welcher Form und welcher Menge sollte Weißdorn dann verabreicht werden? Also allzuviel fanden wir da nicht, aber wir fanden was. In dem einen oder anderen Pferdebuch, insbesondere in Büchern über alte Pferde und in Büchern zum Thema Heilkräuter und Tees für Pferde, fanden wir doch ein paar Hinweise, daß Weißdorn bei insbesondere älteren Pferden herzstärkende Wirkung haben soll und die Empfehlung, an heißen Tagen den Oldies Weißdorntropfen zu geben. Auch einen Versandhandel für Naturprodukte für Pferde fanden wir, der getrocknete Blätter und Blüten im Angebot hatte. Und dann gingen wir noch in Clinch mit dem Beratungsteam des führenden Weißdorntropfenherstellers in Deutschland, die tatsächlich über Erfahrungen mit Weißdorntropfen bei Tieren verfügten. Und das alles zusammengemixt mündete in dem Ergebnis, man gebe Pferde täglich 10-20g getrocknete Weißdornblätter und -blüten oder 3 x 30 Tropfen eines fertigen Weißdorntropfenpräparates. Das ist weniger als für einen Menschen und noch viel weniger als für einen Hund, denn Pferde sollen im Gegensatz zu Menschen und erst recht zu Hunden kräftig auf die Weißdornverabreichung reagieren. Also bekam Haukur, der im Sommer den mattesten und geplagtesten Eindruck von sich gab, die Rolle des Versuchkarnickels zugewiesen. 3 x 30 Weißdorntropfen am Tag auf einem Stück Brot. Verabreichung kein Problem, spätestens nach zwei Tagen kam Haukur freiwillig und bestand auf dem Brot samt Tropfen. Wirkung: Nach einigen Tagen wirkte Haukur deutlich munterer und lebhafter, insbesondere die Atmung schien in der Hitze nicht mehr so hochzufahren. Dann war ich dran. Endlich, wollte ja auch drei mal täglich ein Stück Brot mit Alkohol. Gleiches Ergebnis. Auch ich kam besser mit der Hitze klar und hing nicht mehr so geplagt in den Seilen herum. Mein leicht schwankender Gang verschwand. Angesichts des ja so grauenhaften warmen Herbstes und unserem inzwischen zentimeterdicken Winterfell bekommen wir weiterhin unsere Weissdorntropfen. Über Winter wollen die höheren Instanzen dann mal eine Pause einlegen, es sei denn die Nichtweiterverabreichung würde zu einer erkennbaren Beeinträchtigung bei uns führen. Im Frühjahr werden sie spätestens wieder die Tropferitis aufnehmen, wenn nötig dann auch bei Sörli, der sich der Hitze gegenüber bislang ein wenig unempfindlicher verhalten hat. Ist ja auch der jüngste von uns drei alten. Und wahrscheinlich werden wir dann auch gesammelte Weißdornzweige in unseren Futterraufen vorfinden bzw. werden Weißdornhecken auf unseren Weiden entstehen, womit noch ein ganz anderer Nebeneffekt verbunden ist. Jedenfalls haben die höheren Instanzen sich schon nach Jungpflanzen umgeschaut, um eine Hecke anzulegen. Langer Rede kurzer Sinn: Weißdorn als Kraut oder Tropfen scheint geeignet zu sein, insbesonderen älteren Pferden das Leben bei Hitze zu erleichtern, indem sie die Herztätigkeit verstärken und drohenden Kreislaufproblemen vorbeugen. Das ist eigentlich alles, was ich euch als Tip mit auf den Weg geben wollte.

Spacer Spacer Spacer Spacer Spacer
 Nach obenZurück