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Infos/Tips auf, unter, um und ums Pferd herum

Nachgefragt - Schnellzugriff auf bestimmte Themen

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Ihr braucht einen Unterstand für eure Pferde, um sie vor Wind, Regen und Sonne zu schützen. Vielleicht sitzt euch auch schon der Tierschutz im Nacken, weil so ein Schutz für eine artgerechte Haltung erforderlich ist. Nur aufstellen dürft ihr keine. Als Nichtlandwirt seid ihr ja nicht priveligiert, um um Außenbereich zu bauen. In der Regel lehnen die Behörden derartige Baugesuche ab. Der Hinweis auf den Tierschutz bringt auch nicht weiter. Dann dürft ihr halt keine Tiere halten. Basta.

Jetzt seid ihr vielleicht reif für das Marketing-Argument der vielen Verkäufer von fahrbaren Weidenhütten: Fahrbare Weidehütten seien baugenehmigungsfrei. Tatsächlich zählen fahrbare Weidehütten zu den versicherungsfreien Anhängern und zu deren Abstellen braucht ihr tatsächlich keine Baugenehmigung - sollte man meinen, aber auch das ist ein Irrtum, wie sich gleich noch zeigen wird. Das Dumme ist nur, daß in dem Moment, wo ihr die Räder entfernt - und das müßt ihr mal, wenn das Ding von unsereins betreten werden soll - die fahrbahre Hütte eben kein Anhänger mehr ist. Und schon greift wieder das Baugesetz. Tja, und wenn man die Räder dranläßt und eingräbt??? Mindestens ein Hersteller bietet seine Hütten mit der Möglichkeit an, die Räder in variabler Höhe zu montieren. Mit der geringsten Einstellung hat die Hütte dann gerade mal 5 cm Bodenfreiheit, so daß man sie entweder unterlegen oder sicherer die Räder eingraben kann. Nur ändert das alles leider nichts an dem Thema Baurecht. Denn Tierunterstände sind, auch wenn sie nicht fest mit dem Boden verbunden sind, immer "Gebäude" im Sinne des Bauordnungs- und "Vorhaben" im Sinne des Bauplanungsrechts. Die Art der Fundamente ist dabei ohne Bedeutung. Selbst Wohnwagen und Anhänger sind demnach als Gebäude zu beurteilen, wenn sie als solche genutzt werden. Die Baugenehmigungsfreiheit von Tierunterständen bestimmt sich allein nach den in den einzelnen Landesbauordungen aufgelisteten Voraussetzungen. Aber selbst bei Zutreffen der Baugenehmigungsfreiheit seid ihr nicht aus dem Schneider. Im Gegenteil: Auch bei baugenehmigungsfreien Vorhaben muß der Bauherr alle materiellen Vorschriften des öffentlichen Rechts bei der Errichtung seines Tierunterstandes beachten, ohne daß eine Bauaufsicht eine präventive Prüfung dieser Vorschriften im Rahmen der Baugenehmigung vornimmt. Fehlende Genehmigungen oder Verstöße gegen das Naturschutz-, das Wasserschutz- oder das Fernstraßengesetz genügen auch schon, daß ihr bald eine Aufforderung im Briefkasten vorfindet, die fahrbare Weidehütte bis zum soundsovielten von der Weide zu entfernen. Wenn man mehrere noch dazu auseinandergelegene Weiden hat, kann man jetzt anfangen, ein Spiel zu spielen und die Hütte auf die am weitest entfernte Weide umzusetzen, bis man dann dort wieder aufgefordert wird, das Ding zu entfernen, dann wieder umsetzen etc. Auf Dauer geht das meist nicht gut. Dummerweise sehen die Dinger auch noch so auffällig und häßlich aus. Bestehen sie doch aus feuerverzinkten Stahlrahmen mit braunen glänzenden Platten aus phenolharzverleimten Holz. Es gibt allerdings auch eine Variante eines Herstellers, der an Stelle des phenolharzverleimten Holzes normale Holzdielen verwendet. Die fallen dann nicht ganz so in der Landschaft auf. Kosten natürlich mehr.

Was also tun? Genehmigung gibt's meist keine, also doch irgendwo eine einfach hinstellen. Aber dann sucht euch nicht gerade den auffälligsten Platz aus. Etwas Deckung ist angeraten: Stellt das Ding in eine Senke oder nehmt einen Hügel als Deckung. Eine Baum- oder Buschgruppe ist auch nicht schlecht. Wenn keine da ist, dann pflanzt wenigstens Büsche um die Hütte rum, aber bitte keine giftigen und auch keine, die wir gerne fressen, denn sonst müßte ihr diese wieder auskoppeln und ihr verliert die Hüttenwand auch noch als windgeschützten Stellplatz. Setzt zur Tarnung Strohrundballen oder geschlagenes Holz an die Hüttenseite, die am besten eingesehen werden kann. Streicht insbesondere das weithin hell leuchtende Dach mit einer der Umgebung angepassteren Farbe, die natürlich nicht giftig sein sollte, da die Farbe oft nicht so lange auf dem behandelten Blechdach hält und dann abfällt. Das optionale Vordach ist als Sonnen- und Regenschutz empfehlenswert, vergrößert aber die Dachfläche erheblich. Vielleicht läßt sich aus Holz oder Plane da was in Eigenregie basteln, was nicht so auffällt. Geht für Isis von der üblichen Höhe von 2,5 m runter. Die meisten Hersteller bieten Sondergrößen an, kosten dann halt etwas mehr. Es gibt aber auch mindestens einen Hersteller, der 2 m Höhe als Standard führt. Und muß es 6 m Länge sein? Reichen nicht weniger? Ohne trennende Zwischenwand kann der Platz in der Hütte effizienter genutzt werden. Und müssen wirklich zwei schließbare Türen rein? Tut's nicht auch ein PVC-Vorhang als Fliegenschutz oder gar nur zwei Öffnungen. Muß ein Pferd mal darin eingesperrt werden, tun es auch zwei Stangen vor der Tür. Die Halterungen dafür kann man selber basteln, es gibt aber auch fertige Weidehütten mit dieser Option.

Und benützt nicht die Rückseite der Hütte als Abfallplatz oder Sammelplatz für alte ausgediente oder nur selten gebrauchte Gerätschaften. Der Ärger rückt meisten nur in Gestalt des verärgerten Nachbarn, des immer und ewig Stänkernden oder des auf die Füße getretenen Spaziergängers an. Und manchen stört da nicht die Hütte, aber der Gesamteindruck. Und ich muß schon zugeben, schön sehen die fahrbaren Weidehütten nicht unbedingt aus. Statik und Preis fordern da deutlich ihren Tribut. Jede liebevoll gebaute Holzhütte fügt sich tausenmal besser in die Landschaft ein, nur läßt die sich halt im Falle eines Falles nicht so einfach versetzen. Außerdem soll sie ja auch freiwillig versetzt werden können, weil man mehrere getrennte Weiden hat und man nun wirklich keine Hüttenlandschaft aufbauen will.

Fahrbare Weidenhütten gibt es fertig montiert oder als Bausatz zu kaufen. Letzterer ist erheblich preisgünstiger und angeblich für jeden ohne großes Knowhow zusammenbaubar. Nur bei einem Hersteller findet sich ein Hinweis, daß der Zusammenbau doch einiges an handwerklichen Geschick erfordere und nichts für jemanden mit zwei linken Händen sei. Bei ihm werden die Teile auch vernietet statt verschraubt, so daß man auch das Vernietewerkzeug vom Hersteller mieten muß. Also ein Nachbar hat mal zu zweit zwei Tage geschraubt, gehämmert und gesägt und dann stand das unfertige Dinge für lange Zeit unberührt in der Ecke, aus welchen Gründen auch immer. Am Ende mußte der örtliche Schlosser ran. Ob Fertighütte oder Bausatz, zur Auswahl stehen neben den verschiedenen Abmessungen auch noch eine Reihe von Optionen wie Zwischenwände, Vordach, Türen, Beleuchtungsleiste etc. Allen gemeinsam ist, daß die fahrbare Hütte eine abnehmbare Deichsel mit Kupplung (wahlweise für PKW oder LKW, mit ersterer läßt sich bei Einsatz einer Ackerschiene mit Kupplungskopf auch der Traktor zum Ziehen verwenden) und aufsteckbare Räder hat. Um die Hütte zu versetzen, muß man die Deichsel anschrauben und mit einem speziellen mitgelieferten Wagenheber die Hütte an der Deichsel soweit anheben, bis die abgezogenen Räder in die dafür vorgesehenen Halterungen eingeschoben werden können. Dann kann man die Hütte wieder ablassen und anhängen.

Wer sich aus welchen Gründen auch immer für eine fahrbare Weidehütte interessiert, findet nachstehend eine Reihe von Links von Anbietern solcher fahrbarer Weidehütten:

Und wer sich etwas intensiver mit der baurechtlichen Zulässigkeit von Pferdeunterständen außerhalb der Ortslage beschäftigen möchte, der kann sich den gleichlautenden Aufsatz von Dipl.-Ing. Karl-Reinhard Seehausen, langjähriger Leitender Baudirektor und heute u.a. freier Sachverständiger für Bauordnung, Denkmalschutz und Baugenehmigungsverfahren, zu Gemüte führen, den ihr bei der Pferdezeitschrift Freizeit im Sattel kostenlos per email, Stichwort Baurecht, anfordern könnt.

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